Die Verfolgung der Juden
Der Judenhass oder Antijudaismus ist keineswegs eine Erfindung der Neuzeit oder Adolf Hitlers, auch wenn er unter dem Regime der Nationalsozialisten seine schlimmsten Auswirkungen erfahren hat. Durch die lange Geschichte des Judentums ziehen sich wie ein roter Faden Verachtung und Verfolgung durch andere Völker. So waren die Juden in früheren Zeiten die ewigen Sündenböcke, unter Hitler wurde das Judentum zum Weltfeind Nummer 1 erklärt.1)
In Attendorn beginnt die nachweisbare Geschichte jüdischer Mitbürger im Jahre 1451, als die Jüdin Catharin erstmals genannt wird. Einzelne Mitglieder jüdischer Familien arbeiteten in den folgenden Jahrhunderten vornehmlich als Metzger und versorgten die Bevölkerung mit notwendigem Fleisch. Im 19. und 20. Jahrhundert waren vorwiegend die Familien Böheimer, Cohn, Guthmann, Lenneberg, Stern und Ursell, die in der Stadt durch kaufmännische Betätigungen ein hohes Ansehen genossen. Mitglieder dieser Familien finden wir im Rat der Stadt ebenso wie in zahlreichen Vorständen bedeutender Vereine. Während der Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft wurde dem europäischen Judentum und damit auch den jüdischen Familien in Attendorn unvorstellbares Leid zugefügt.2)
Deshalb dürfen die folgenden Namen ehemals jüdischer Mitbürger, die in den Jahren 1933 – 1942 in Attendorn gelebt haben, niemals vergessen werden: Alfred Cohn, Gertrud Cohn, Hans Edmund (John) Cohn, Sartine Cohn, Erna Falk, Albert Guthmann, Lina Guthmann, Helene Guthmann, Lothar Josef Guthmann, Hermann Stern, Emilie Stern, Walter Stern, Gerhard Gabriel Stern, Kurt Stern, Nana Stern, Eva Stern, Emil Stern, Betty Stern, Else Ursell, Günter Ursell, Herbert Ursell, Julius Ursell, Martha Ursell, Erich Ursell, Margarethe Ursell, Liselotte Ursell, Karl Ursell, Paula Ursell, Hans Ursell, Ruth Ursell, Kurt Neugarten, Kurt Winter, Selma Schönberger. Viele von ihnen kamen in den Konzentrationslagern ums Leben, wenige überlebten in England, USA, Australien und Israel.3)
Quellen:
1) Hartmut Hosenfeld: Jüdisch in Attendorn. Die Geschichte der ehemaligen jüdischen
Gemeinde in Attendorn. Jüdisches Leben im Kreis Olpe, Band IV. Attendorn, 2006,
Seite 15.
2) Desgl., S. 26.
3) Desgl., S. 369f.