Welche Maßnahmen trifft die Hansestadt Attendorn?
Der Bürgermeister plant neue Kanalnetze zukunftsorientiert und berücksichtigt bei zwingend notwendigen Sanierungs- und Erneuerungsmaßnahmen die aktuellen und zukünftigen hydraulischen Anforderungen. Auf diese Weise trägt die Hansestadt Attendorn einen Teil zum Schutz vor Überflutungen bei. Jedoch ist eine vollständige Ableitung seltener oder extremer Starkregenfälle durch die Kanalisationsanlagen aus technischen und wirtschaftlichen Gründen derzeit und auch zukünftig nicht realisierbar.
Gemeinsam mit den zuständigen Fachämtern der Hansestadt Attendorn wird bereits in der Bauleitplanung der Schutz vor Starkregen und Hochwasser berücksichtigt. In Neubaugebieten werden, wenn möglich, Notwasserwege ausgewiesen, über die das Wasser im Starkregenfall oberflächlich abfließen kann. Dachbegrünungen, Flächenentsiegelungen und dezentrale Versickerungsanlagen zur Abflussverringerung werden durch Vorgaben im Bebauungsplan gesteuert. Weiterhin werden Rückhaltebecken oder Rückhalteräume für Niederschlagswasser ausgewiesen, wenn es die Örtlichkeiten möglich machen. Grundsätzlich werden bei allen Planungen die Aspekte zum Schutz der Infrastruktur vor Starkregen und Hochwasser integriert.
Des Weiteren stellt sich die nun abgeschlossene Entwicklung des Starkregenrisiko-Managementsystems als wichtige Maßnahme und Grundlage zum gezielten zukunftsorientierten Umgang mit den immer häufiger auftretenden Starkregenereignissen dar.
Die Hansestadt Attendorn hat bereits in der Vergangenheit mehrere Baumaßnahmen zur Vermeidung und Reduzierung von Schäden und Überflutungen durch solche Ereignisse durchgeführt:
- Kanalvergrößerungen in den Straßen "Im Schwalbenohl", "Danziger Straße", "Ennester Weg", "Sebastianstraße" in Helden
- Schutz der Innenstadt durch den Bau des Entlastungskanals für den Biekegang zur Bigge
- Neubau von zwei Regenüberläufen in der Heldener Straße und dem Waldenburger Weg
- Herstellung von Asphaltwülsten, Seitengräben und zusätzlichen Straßenabläufen zur schnellen Ableitung von erhöhten Niederschlagswassermengen auf Straßen und Forstwegen (z.B. in den Bereichen Kösters Siepen, Fürstmicke, Im Siepen, Antoniusstraße, Zum Kalkofen, Kerstein, Förder Weg, Köppelchen, etc.)
- Ständige Kontrolle und Reinigung von Rechenanlagen, Bachläufen und Straßenseitengräben durch den städtischen Bauhof
In einem weiteren wichtigen Schritt sollen nun, die in der Vergangenheit betroffenen und durch die Untersuchungen im Zuge des Starkregenmanagementsystems bestätigten, Schwerpunkte auf mögliche machbare bauliche Umsetzungen von Schutzmaßnahmen geprüft werden. So könnten in den nächsten Jahren viele Problemstellen angegangen werden, wenn die notwendigen Rahmenbedingungen wie z.B. Flächenverfügbarkeit, topographische Gegebenheiten, finanzielle Mittel usw. zur Verfügung stehen.