Zum Begriff "Kneipe"
Neben der Gaststätte "Rauch" gibt es in Attendorn noch einen zweiten gastronomischen Betrieb mit einer ganz alten, dabei ganz besonderen Tradition. Es geht um den "Kuckel", die Kneipe am Kleinen Markt.
Was ist denn eigentlich eine Kneipe? Vorweg: Nichts Negatives! Das Wort kam Ende des 18. Jahrhunderts auf als "Kneipschenke" und wurde verkürzt zu "Kneipe". Das im Mitteldeutschen belegte Wort "kneipen" bedeutet so viel wie zusammenrücken. Das waren dann besondere Wirtshäuser, in den Städten oft von Studenten besucht, auf dem Lande von jungen Männern. Später erst durften auch junge Frauen dort zu Gast sein. Typisch für eine Kneipe ist der Ausschank von Fassbier am Tresen, im Gastraum befinden sich weitere Stühle und Tische.
Im 19. Jahrhundert hatte die Kneipe eine wichtige Funktion als Ort der Begegnung und politischen Meinungsbildung, vor allem während der demokratischen Findungsphase und der Zeit der Einschränkungen durch das Sozialistengesetz. Die kleinen Wohnhäuser und Wohnungen, dazu der reiche Kindersegen machten es fast unmöglich, Treffen politischer Art zu Hause abzuhalten. Da inzwischen fast alle Kneipen auch ein Speiseangebot reichen, ist die Grenze zum Restaurant heute meist fließend. So auch beim Kuckel, der als Gaststätte geführt wird.