Attendorn ist eine Engelbert-Stadt
Als Erzbischof Engelbert I. von Köln 1222 Attendorn die Stadtrechte verlieh, erlaubte er gleichzeitig, die Stadt neu zu befestigen. Zahlreiche Engelbert-Städte im kurkölnischen Westfalen weisen einen identischen Bauplan auf, der sich im Attendorner Stadtgrundriss von heute seit 800 Jahren widerspiegelt. Attendorn besaß vier Stadttore die durch eine umlaufende Stadtmauer miteinander verbunden waren. Stadtauswärts war der Mauerring durch einen Wassergraben geschützt.
Der aus diesem Graben ausgeschachtete Boden war zu einem Wall aufgeschichtet worden. Somit war die Stadt durch einen dreifachen Befestigungsring mit Wall, Graben und Mauer gesichert. Als nach dem letzten großen Stadtbrand 1783 die mittelalterlichen Mauern keinen strategischen Schutz mehr boten, begann die Bürgerschaft, das Steinmaterial zum Wiederaufbau ihrer Häuser zu verwenden. Die Reste der einst stolzen Stadtbefestigung wurden 1812 abgetragen. Überreste sind heute nur noch Bieke- und Pulverturm sowie Fragmente des ehemaligen Kölner Tores.