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Der landwirtschaftliche Kreisverband hat seinen Kreisverbandstag auf Montag, 4. März, terminiert. Er findet um 14 Uhr im Olper Kolpinghaus statt. Carl Dobler, Bauernpräsident aus Württemberg-Baden, hält das Hauptreferat. Der Kreisverbandstag war für die Westfalenpost Anlaß eines Gespräches mit dem Kreisvorsitzenden Willi Engelbertz, der als Vizepräsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes auch außerhalb des heimischen Raumes berufsständische Interessen vertritt und mit den Männern auf Tuchfühlung steht, die Agrarpolitik machen.

3.500 Flugblätter sollen bald aus dem Geschäftszimmer des Kreisverbandes in Olpe den Weg in die Haushaltungen der größeren Orte finden. Auch hierzulande das Thema: "Die Landwirtschaft klärt auf." Willi Engelbertz zitiert Bundesminister Ertl, als er die Unterschiede in der Anhebung der Orientierungs- und Richtpreise verdeutlichte. Die EG-Kommission will global nur 7,5 Prozent anheben; laut Ertl bedeutet das eine Einkommenssteigerung von lediglich 2 Prozent.

Die Vorstellungen des Deutschen Bauernverbandes und die seiner europäischen Partner liegen dagegen bei 12,5 Prozent. Das würde der Deutschen Landwirtschaft sieben Prozent Einkommenssteigerung bringen.

Willi Engelbertz verneint nicht, daß es für die Bauern im Wirtschaftsjahr 72/73 ein günstigeres Ergebnis gab als in den voraufgegangenen Jahren. Mittlerweile aber ist das Preiskarussell wieder kräftig in Bewegung geraten.

Deutschlands Bauern müssen heute 27 Prozent mehr für die Futtermittel, 9 Prozent mehr für Reparaturen, um 20 bis 50 Prozent mehr für Düngemittel und für Dieselöl doppelt soviel zahlen wie noch vor einigen Monaten. Das soll die Flugblattwerbung bewusst machen. Die Konsequenz für den Verbraucher wird dabei so aussehen: Die Verteuerung der Richt- und Orientierungspreise in Europa um mindestens 12 Prozent belastet die Lebenshaltungskosten des einzelnen Verbrauchers mit zusätzlich einem Prozent.