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Historisches Tagebuch

Was passierte wann und wo in Attendorn? Mit dem Historischen Tagebuch möchten wir Sie teilhaben lassen an den vielen kleinen, aber auch einschneidenden Ereignissen der Vergangenheit.

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Es wurden 4678 Einträge gefunden

23.11.1742 Bauholz für die abgebrannte Franziskanerkirche

Der Franziskanerkonvent beantragt wegen des „catarrho totum“ Bauholz. - Da das Gewölbe Schutz braucht, will Freiherr von Fürstenberg 30 Bäume hergeben, um das Dach der Franziskanerkirche zu bauen.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 4814, Blatt 849.

10.12.1742 Attendorner Stadtbrand 1742

Blatt 859
[1742 Dezember 10]
Gottfried Laurenz Joanvahrs klagt dem Freiherrn von Fürstenberg sein Leid. 1730, kurz nach dem Tode seiner Eltern, seien ihm zwei Häuser mit Scheune in Schmallenberg verbrannt. Allein die juristische Bibliothek, die von Eltern und Großeltern stammte, habe einen Wert von 400 Rtl. gehabt. - 1737 seien in Attendorn erneut juristische Bücher und Briefschaften verbrannt. - Nun, am 12.11.1742, seien wieder zahlreiche private und dienstliche Dinge eingeäschert worden. Die Schatzgelder habe er retten können. Er beantragt die Zuteilung von Bauholz, da von der Stadt kein Holz zu erwarten ist. Dies sei 1737 beim letzten Wiederaufbau verbraucht worden.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 4814, Blatt 859.

18.12.1742 Neue Wasserleitungen für die Adolfsburg

Rechnung des Caspar Dietrich Höffer aus Attendorn, der 10 Tage lang mit zwei Knechten Wasserröhren für die Adolfsburg gebohrt hat. Er bekommt dafür 13 Rtl. 50 ß.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 1747.

19.01.1743 Regulierung von Brandschäden

Georg Hunoldt beantragt die Zuteilung von Bauholz, um sich "ein kleines Hüttlein" zu bauen, worin er mit seiner steinalten Schwiegermutter leben und seinen Beruf ausüben will. - Bekommt einen Zuschuss wie jeder andere Brandgeschädigte auch.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 4814, Blatt 881.

22.01.1743 Stadtbrand 1742

Christian Franz Dietrich von Fürstenberg notiert, dass er das Bauholz zum Wiederaufbau des Daches der Franziskanerkirche gestiftet habe. Er könne aber nicht auch noch die übrigen Kosten bestreiten; die Patres wüssten schon, wie sie das Geld zusammenbringen könnten.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 877.

06.02.1743 Wittemunds Land

Johann Adolf Freusberg, Richter des Amts oder Gerichts Bilstein, und die Schöffen Caspar Dietrich Becker und Heinrich Annen, stellen folgendes fest: Der frühere Richter des Amts Bilstein Martin Schöneberg von Kirchhundem, hatte durch Urkunde vom 25.01.1621 von den Wittemunds Gütern zu Bömighausen ein Kapital von 100 Rtl. zu fordern, dafür war ihm das Wittemunds Land unter dem Kirchweg verpfändet worden. Nach dem Tode des Richters erbte seine Tochter Elisabeth Schöneberg genannt Müller zu Bömighausen dieses Dokument. Nach deren Tod erbte deren Tochter Eva Müller das Dokument. Als nun Eva nach dem Tode ihres ersten Ehemanns Peter Cordes eine zweite Ehe mit Heinrich Schulte zu Langenei einging, hat dieselbe durch testamentarische Verfügung vom 04.07.1698 das Dokument an den Vikar Heinrich Schlegtenthal überschrieben. Als auch der vorgenannte Heinrich Schulte starb (die Ehe mit Eva Müller blieb kinderlos), erbten dessen Geschwister Johannes, Hermann, Caspar, Hans Hermann, Peter, Margaretha und Anna Margaretha Schulte das Dokument. Da die Geschwister das verpfändete Land nun nicht bewirtschaften konnten und dadurch verödete, kam es zu einer Vereinbarung zwischen Johann Heinrich Schulte genannt Lysen, Sohn des Hans Hermann Schulte, wonach dieser den Onkel und Tanten ihren Anteil auszahlte. Als nun Christian Stelling genannt Wittemund selbst das verpfändete Land nutzen wollte, hat er die darauf lastende Schuld in Höhe von 100 Rtl. an Johann Heinrich Schulte bezahlt.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 1687, Blatt 267.

04.03.1743 Schnellenberger Jagdschnadezug

Protokoll über den Schnadezug durch die jenseits der Bigge liegenden Jagd, die sowohl vom Haus Schnellenberg als auch von der Stadt Attendorn benutzt wird. Teilgenommen haben der Bürgermeister von Attendorn, Johann Eberhard Zeppenfeld, nebst einen jagd- und schnadekundigen Bürgern, sowie die beiden Schnellenberger Jäger Johann Hermann Laes und Franz Dörrenbach.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 3165, Blatt 205.

10.05.1743 Verpachtung der Rüspe

Christian Franz Dietrich von Fürstenberg verpachtet dem Johannes Rinschede genannt Schlösser die sogenannten Rüsper Wiesen einschließlich dem dort zu erbauenden Haus für die Dauer von drei Jahren, beginnend am 22.02.1746. Unterschrieben von Johann Gottfried Bresser, Amtsverwalter, unter Beidrückung des uralten Siegels von Friedrich von Fürstenberg, Sohn des Drosten Caspar von Fürstenberg.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 1687, Blatt 303.

13.07.1743 Die zweite Garde reicht nicht

Die Rump’sche Lehnkammer teilt den Vertretern des Freiherrn von Fürstenberg, Gerhard Benedikt Theodor Bresser aus Attendorn, Sohn des Amtsverwalters Dr. Bresser, und Vikar König zu Schnellenberg mit, dass man sich wegen der Abwesenheit des Freiherrn auf einen eigenen Termin verstän-digen wolle, um Lehnsangelegenheiten zu besprechen

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 3473.

26.07.1743 Eheversprechen Springmann-Feldmann

Eheversprechen zwischen Johannes Sprinckmann aus Oberveischede und Anna Christina Feldmann aus Kirchveischede. Stirbt der Bräutigam vor der Braut ohne leibliche Erben, so erhält die Braut Wohn- und Besitzrecht auf dem Springes Gut zu Oberveischede, vorbehaltlich grundherrlicher Genehmigung. Im umgekehrten Fall erhält der Bräutigam das Gesamtvermögen der Braut. Zeugen des auf der Pastorat zu Helden abgeschlossenen Ehevertrages sind die Brauteltern Johannes Junge und Elisabeth Saure, Johannes Hacke und Christoph Wüsthoff. Unterschrieben von Pastor Voß.

Pfarrarchiv Helden, B 35, Seite 125.

29.07.1743 Reparatur der Schnellenberger Wasserleitungen

Rechnung des Hofschreiners vom Schnellenberg, Johann Eberhard Zeppenfeld. Darin beschreibt er die Arbeiten an den Wasserröhren während des Sommers. So mussten einige eiserne Röhren verlegt und mit Blei vergossen werden. Außerdem stand eine Reparatur des Wasserhäuschens in der Engelbocke an. Die Röhren im neuen Weg wurden tiefergelegt.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 1747.

08.09.1743 Hesselenwiesenkamp

Johann Heinrich Haake aus Oberveischede stellt fest, dass er das sogenannte Singer- und Hesselenwiesenkamp gepachtet hat. Diese Tatsache wird durch den Notar Johann Bernhard Voß aus Helden bestätigt.

Pfarrarchiv Helden, Akten A 1, Seite 270.

06.10.1743 Pater Placidus Chur vermisst die Rüspe

Abrechnung über die Verzehrkosten des Paters Placidus Chur, der auf der Adolfsburg weilte, um unter anderem die Rüspe zu vermessen.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 1726.

01.11.1743 Molitor wird Rentmeister

"Im Novembris reißet der Lotharius [= Sohn] mit dem Hr. Ferrenholtz [= Vikar in Attendorn] wiederumb auff Collen. Etliche Tage darauff stirbt der Herr König [Rentmeister], qui requiescat in pace, weßen Stelle ich an den Pastorem zu Rahrbach Hr. Molitor übergeben, undt mir von selbigem viele gute Dienste verspreche."

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 362, Blatt 99.

12.11.1743 Umbauten auf Schnellenberg

Anweisung über vorzunehmende Umbauten und Reparaturen auf Burg Schnellenberg
1) Soll neben dem Saal die Saalkammer, wo der Brunnen im Turm ist, rein gemacht, das darin befindliche Holz ganz herausgebrochen, und die zugemauerte Tür wieder ausgebrochen, demnächst dieses für die Herrschaft zur Plunderkammer gebrauchet werden. Hiermit wird der Brunnenturm, welcher nun zu einer Plunderkammer dient, gewonnen. Unser hinter Herr Wilhelms Kammer allezeit gewesener Speckvorrat kann dann auf der Saalkammer oder sonst wo sein.

2) Soll der alte Turm nit auf einmal, sondern von Jahren zu Jahren stückweis, nachdem man die Steine andewärtig im Hause gebrauchen könnte, heruntergebrochen werden, gleichwohl aber also, daß der Brunnen nicht voller Steine geworfen werde.

3) Sollen auf dem alten Weib die zwey nämlich erstere die sogenennete Herrn Wilhelm Kammer zur Schlafung für Bediente aptiret werden. Der holzerne Zuschlag muß aber auch verändert und von steinerner Mauer mit einem Fenster gemacht werden. Hierzu können die Steine vom Turm zur Ersparung der Kosten gebraucht werden.

4) Die letztere Kammer an der Wendeltreppen, so Herr König seine Plunderkammer ist gewesen, soll auch zur Schneiderei aptiret werden, und müßte allda auch oder ein Camin, auch wohl zur Ersparung der Kosten nur ein Windofen dorthin gesetzet werden. Hiermit wird der Porzellinen Turm salviret, welcher nun zu einer Schneiderei dienet, und kann darauf geschlafen werden.

5) Soll die Wendeltreppe allda hinweggebrochen und oben auf diesen Balken Turm gebrochen werden, damit man auf die andere Balken von dieser Seite auch kommen könne.

6) Könnte ein zeitlicher Ökonomus auf dem anderen Balken sich des daselbsten befindlichen Türchen über dem roten Turm zu seiner Käse- oder Fleischbühne, zu seiner Plunderkammer, nach seinem Wohlgefallen bedienen.

7) Müßte der bei der Wendeltreppe auf den alten ganz an der Mauer unterstützeten Balken auch nachgesehen, und dasselbe geändert werden, welches bei Abbrechung der Treppe in einer Arbeit geschehen kann.

8) Möchte Exc.mus gern sehen, daß oben auf dem Hause die Schlüsselen alle miteinander inwändig in die Türen eingesteckt oder an die Schlösser gehängt würden, um etwa bei einem entstehen könnenden Unglück, quod superi avertant, gleich auf alle Zimmer kommen zu können.

9) Oben dem blauen Turm wollte Ex. Das Zimmer auch wohl zum Schlafzimmer aptiret, mit Schildereien behängt und einen Ofen dorthin gesetzet haben, welches zu überlegen wäre.

10) Wo Fenster gemacht werden, müßte gesorgt werden, daß man ein gutes breites Fensterblei, wenn man auch die Formen hierzu kaufen sollte, bekomme, item Kasten mit Glas, um selbige allhier auf dem Haus bei Taglohn gemacht werden.

11) Wo absolut keine großen Fenster nötig sind, können es mittelmäßige Fenster tun, und der Rest mit Holz zugemacht werden. – [Randvermerk: factum est.]

Des Herrn Königs sein Quartier soll wieder ausgeweißelt, und die hölzerne Wand auf dem großen [Saal?] wieder hinweggebrochen werden. NB: das große Schranck vor dem Keller wäre wohl nötig von Tannen zu machen, wozu ein Platz auch allenfalls oben beim alten Weibe anzusehen wäre.

12) Hätten der Herr Bürgermeister mit Herrn Pastor zu überlegen, ob und wie man die Treppe vor dem herrschaftlichen Zimmer verlegen könne und wolle [Randvermerk: factum est.]

13) Auf dem Heubalken nachzusehen, daß der Vorrat des alten Heus umgeschlagen, auch, wan es zu verkaufen wäre, versilbert werde, gleichwohl aber also, daß ein solche Quantität in Vorrat sei, daß die gn. Herrschaft alle Zeit auf 6 Wochen finden und haben könne. [Randvermerk: factum est.]

14) Hat der Bürgermeister und der Herr Pastor im Tummel Haus und auf dem Balken nachzusehen, wo das Sincken herkommen ist, welches auch geändert werden müßte, in summa, wo im Hause ein nachdenklicher Fehler ist, selbiger muß geändert werden.

15) Möchte nun wohl zu überlegen sein, wie man die Brücke, so auf das obere Schloß geht, könne weiter senken, einige Veränderung sowohl etwas kostbar sein sollte, in dem mittelsten Platze machen, und also mit Kutschen und Pferden auf den obersten Platz konnte kommen. Dieses ist aber eine Sache, welche nicht eilet, und bin ich zum anfang mit Gedanken, mit einem gutemn Abriß zufrieden. Ich recommendire dem Herrn Pastori alle mögliche menage, sich an keine Handwerksleute in individuo, an keine alten Gebräuche zu binden, und die Leute zu gebrauchen, welche die bescheidensten seyn, welche am wohlfeilsten, gleichwohl aber so sauber und standhaftig arbeiten.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 418.

06.12.1743 Über das Schnellenberger Archiv

1743 Dezember 6
Verordnung des Freiherrn Christian Franz Dietrich von Fürstenberg schreibt u.a. über das Archiv:
„Die original obligationes und brieffschafften selbige vicariam angehend, welche der Herr Konig seelig, seiner sonsten achtsamer gewohnheit nach, wie sie ihm seindt überlieffered worden, sorgfältig wirdt beyeinander verwahret haben, bleiben dan also an einem sicheren ohrt zum Schnellenberg woll verwahret, bis wir sie auff ein anderes jahr nach Adolphsburg wieder mitt zurück nehmen und daselbsten an den vorigen alten platz reponiren. Nachdem alleige die vicariam angehenden obligationes und brieffschaften von Adolphsburg auff schnellenberg seindt transferirt und dem herren Konig also daß er alles auch beytreiben und emoniren konnte, allige solche brieffschafften und obligationis sandt extradiret worden.“

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 877.

15.07.1744 Bau eines Eisenhammers in Fretter

Betracht und Anschlag wegen Erbauung eines Eisenhammers zwischen Fretter und Müllen auf dem erbeigenen Grund, ausgefertigt von Johann Baptist Molitor. – Christian Franz Theodor von Fürstenberg bittet zu prüfen, ob es Probleme mit den Nachbarn geben könne.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 411, Blatt 129.

27.07.1744 Neues Jägerhaus in der Rüspe

Bericht des Amtsverwalters Dr. Bresser über die Besichtigung des neuen Jägerhauses in der Rüspe. Es wird vorgeschlagen, durch Anlegung von Teichen die Rüsper Wiesen gezielt zu bewässern. Es wird davon abgeraten, Eisen zu schmelzen, da wegen der nahen Grenze zu Berleburg und Nassau allen Dieben Tür und Tor geöffnet würden, auch würde man durch den Abbau von eisenhaltigem Gestein die Jagd zerstören. Es wird abgeraten, den Lehm zum Ziegelbacken zu verwenden, da dieser zu fett ist.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 1687, Blatt 299.

10.08.1744 Eheversprechen Cordes-Sauerländer

Eheversprechen zwischen Henrich Cordes aus Helden und Catharina Sauerländer aus Niederhelden. Im Todesfall erbt einer das Vermögen des anderen.
Zeugen des auf der Pastorat zu Helden geschlossenen Ehevertrages sind Brautvater Peter Sauerländer, Peter Hacke und Henrich Schlüngermann.
Unterschrieben von Pastor Voß.

Pfarrarchiv Helden, B 35, Seite 131.

09.09.1744 Waldenburger Küchenplatz in Olpe

Johann Josef von Stockhausen, Richter zu Olpe, teilt dem Reichsfreiherrn von Fürstenberg mit, dass sein Vater Johann Dietrich von Stockhausen am 27.11.1739 verstorben sei. Dieser habe den sogenannten Waldenburger Küchenplatz, innerhalb der Stadt Olpe gelegen, zu Lehen getragen. Johann Josef von Stockhausen beantragt die Belehnung mit dieser Parzelle. Da er zum Lehnstag auf der Burg Schnellenberg nicht persönlich erscheinen kann, bevollmächtigt er seinen Vetter Franz Josef von Stockhausen, seine Interessen zu vertreten.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 3288, Blatt 154.

14.09.1744 Konzept zum Bau des Schnellenberger Hospitals

Konzept des Rentmeisters Molitor zur Errichtung eines neuen Hospitals für die fürstenberg’schen Armen. Dabei nimmt er Bezug auf die grundsätzliche Frage, ob das Hospital innerhalb oder außerhalb der Stadt errichtet werden sollte. Da bereits zweimal das jetzige Hospital durch Feuer in Mitleidenschaft gezogen wurde, sei es ratsam das Gebäude außerhalb der Stadt auf halbem Wege zur Burg Schnellenberg zu errichten. Außerdem habe es den Vorteil, dass man dem zwangsläufig sich innerhalb der Stadt entwickelnden Klüngel zwischen Bürgerschaft und Armen wirksam begegnen könne. Die bereits angekauften Grundstücke innerhalb der Stadt könnte man sicherlich wieder ver-kaufen; besser wäre es aber wegen der komplizierten Brunnenrechte, diese in Gärten umzuwandeln. – Molitor selbst empfiehlt sich und insbesondere seine medizinischen Kenntnisse für das neue Hospital, so, wie er dies bereits in der Stadt Halle einbringen konnte.
Christian Franz Dietrich von Fürstenberg begrüßt die Vorschläge mit Vermerk vom 14.09.1744.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 4080.

18.09.1744 Hilfegesuch der Witwe Hoff

Die Witwe Urban Hoff, Maria geborene Timmermann, wendet sich an den Freiherrn von Fürstenberg mit der Bitte, eine zusätzliche Armenpräbende zu gewähren. Sie hat ihr Haus zwei Mal beim Stadtbrand verloren; ihr Sohn ist durch das Feuer an Armen und Beinen derart verletzt, dass er nie wieder arbeiten kann. - Freiherr von Fürstenberg lehnt den Antrag nach sorgfältiger Prüfung ab und stellt fest, dass die Witwe Hoff eine gesunde Verwandtschaft habe, die sie ernähren könne.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akten AFH 4082.

20.10.1744 Schnellenberger Hospital braucht Werkzeug

Zum Bau des Schnellenberger Hospitals wird für die Steinbrecher folgendes Werkzeug beschafft: 2 Stickel, 14 Eisenpfähle, 3 Steinbohrer, 1 schwerer Hammer. Die Hersteller dieser Werkzeuge sind die Schmiede Franz Beste und Eberhard Korte.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 4051.

24.10.1744 Bau eines Eisenschmelzofens in Meggen

Dr. Johann Eberhard Funke, Bürgermeister Bernhard Liese zu Olpe und die übrigen Interessenten der Hütte zu Meggen teilen dem Freiherrn von Fürstenberg mit, dass sie beabsichtigen, unweit Meggen eine Eisenschmelzhütte anzulegen. Hiervon ist das Grundstück des fürstenbergischen Kolonen Contze betroffen, da hierdurch der Hüttengraben verlaufen müsste. Es wird daher beantragt, diesen Graben über das fürstenbergische Grundstück anlegen zu dürfen.

Archiv des freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 1727.

29.10.1744 Hospitalbau verzögert sich

Die Kalkbrenner Christoph Goebel, Antonius Dämer, Henning Drüeke und Consorten beginnen mit ihren Arbeiten; weil diese aber nicht so zügig vorangingen wie geplant, wurden noch 34 Fuder Kalk von Brinker zu Silbecke angekauft. Hierzu mussten 10 Öfen gebrannt werden.
Nach Ratschlag der Kalkfachleute wurde auch Kalk nahe beim Bauplatz des Schnellenberger Hospitals und hinter der Burg in der Hollerbrink gewonnen und gebrannt. Zuvor wurde aber der bereits gelöschte Kalk, der noch vom geplanten Hospitalbau innerhalb Attendorns lagerte und für gut befunden wurde, zum Bauplatz gebracht und verarbeitet.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 4051, Seite 30 ff.

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