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Historisches Tagebuch

Was passierte wann und wo in Attendorn? Mit dem Historischen Tagebuch möchten wir Sie teilhaben lassen an den vielen kleinen, aber auch einschneidenden Ereignissen der Vergangenheit.

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Es wurden 4678 Einträge gefunden

31.10.1737 Attendorn brennt ab

" ...ich schreibe einige brieffe. Unterdeßen brennet schier gantz attendorn ab [notiert Christian Franz Dietrich von Fürstenberg in Herdringen. Während er sich sonst mehrmals jährlich auf Burg Schnellenberg aufhält, besucht er die Burg nach diesem Ereignis erst wieder am 23.5.1739. Besteht hier ein Zusammenhang, um möglicherweise dem unmittelbar einsetzenden ungeheuren Bittstellertum zu entgehen?].

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 362, Blatt 74 (Rückseite).

08.11.1737 Sturmschaden in Waldenburg

Rechnung über die Reparatur des Viehhauses in Waldenburg, das im Frühjahr 1737 durch das Umstürzen eines großen Baumes stark beschädigt worden war. An der Reparatur haben gearbeitet Hermann Dingerkus, Jakob Lutzenberg und Johannes Hartnacke.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 1747.

05.12.1737 Attendorn abgebrannt

Brief der Witwe Freyling geborene Burghoff zu Attendorn an den Freiherrn von Fürstenberg.
"Ew. Hochwürd. und hochfreyherrl. Gnaden wirdt leider nicht unbewußt sein, waßgestalten Sambstag den 26ten verflossenen monaths Octobris, und zwahren morgens frühe zwischen 5 undt 6 Uhren allhier eine so grausahme Feuersbrunst (weiß Gott wo von) entstanden, daß schier zwey dritte Theile dieser Stadt dardurch in die Äsche verlegt worden, anbey mich dieses Unglück also mit betroffen, daß gleichfals mein mit viellen Kösten von mir undt meinem Ehemann seel. erbauetes Haus, sambt unterschiedlichen Mobilien dardurch verzehret, und Ich, jedoch obzwahren eine betrangte Wittib mit meinen dreyen Töchtern, das Hauß wieder aufzubauen mich höchstens genötiget befinde, solcher Baw mir aber sehr beschwärlich fallen wirdt: Alß muß zu Ew. hochwl. M. gnädigen Herrn die Zuflucht nehmen, demüthig fußfallig bittendt, mir als einer verlassenen Wittiben zu diesem meinem Vorhaben aus Gnaden einige Beysteur zu verleihen, ich indessen nie ermangeln werde, Gott den Allmächtigen inständig anzurufen, daß er von dergleichen Unglück die sämtliche hohe Familie befreyen möge. [= Stadtbrand 1737]

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 458, Blatt 505.

23.01.1738 Fischerei auf der Bigge

Im folgenden Text wird ein Vergleich wiedergegeben, der 1738 zwischen dem Kloster Ewig und der Stadt Attendorn abgeschlossen wurde. Darin geht es um die Wahrung der beiderseitigen Fischereirechte auf der Bigge.

"Zu wißen sey hiermit, demnach zwischen der Canonie Ewig, und Stadt Attendorn wegen der Fischerey auf der Biggen so an Seithen wohlgedachter Canonie bis an den Fuß des Dünneckenberges, die Stadt Attendorn aber bis oben an daß Eichen Bäumbgen, aufm Oel an Höffers Wieße praetendiret, und dieserthalb beye Theile in Streit und Process gerathen, so am Churfürstl. Gogericht zu ermelten Attendorn ein Zeit lang getrieben, daselbsten pro et contra ein und andere Schrifften gewechselt, und gehandelt, endlich aber besagte Canonie per sententiam in possessorio salvo petitorio bis an Scheffers Kumpff sive Pful inclusive manuteniret, wovon die Stadt an daß Churfürstl. Offizialath Gericht binnen Werll appellirt, woheselbsten dann die Sache annoch oneröthert rechtshängig ist; dieses Streits aber dermahlen eins abzukommen, und in Betracht wohlgemelter Canonie der Stadt viele Gutthaten erwiesen, und ein so ansehentliches Baugehöltz zu wieder Auferbauung deren durch den in der Stadt den 26ten Octobris 1737 entstandenen grosser Feuersbrunst eingeäscherten, so vielen bürgerlichen Häußer geschenket, daß dahero zu Verhütung aller Weitläufigkeit und Kostsplittrung mahrgemelte Stadt auf die appellation mit gutem vorbedacht und reiffem Rath renutyret, und bei der in Possessorio abgesprochener Urthel es allerdings sein Verbleiben haben, mithin die Canonie Ewig bei ihrer lang und wohlhergebrachter Fischens Gerechtigkeit auf der Biggen von oben bis unten an den Fuß des Dönnekenberges ohngekränket belaßen werden, die Stadt aber nicht weiter bis ahn besagten Scheffers Kumpf sive Pfuel exclusive, woheselbsten ein Scheide Stein hingesetzet zu fischen mit berechtiget seyn solle, und wolle alles ohne einige exception und Einrehde, deren sich beyde Theile per Expressum begeben, Uhrkundtlich ist dieses allerseits eigenhändig unterschrieben, in duplo ausgefertigt, und jedem Theil ein Exemplar darab mitgetheilet.
So geschehen Attendorn den 23ten Januarius 1738.
Johann Bernhard Hirsch, Secretarius G. Mollerus zu Ewigh; J.E. Tütel, Bürgermeister; J. E. Zeppenfeld, Obercamerarius; Ferdinand Greve Unterkämmer; Ratsverwandte Johannes Dingerkus, Anton Verrenholt, Johann Wilhelm Wiesemann, Johann Frantz Vigener, Ferdinand Keimmer; Ferdinand Leiemann von der Gemeine; Antonius Dingerkus für die neun Zünfte.

Am 02.04.1738 wurde der Grenzstein aufgesetzt. Die Abschrift des Vergleichs fertigte am 19.02.1803 der fürstlich-hessische Gogreve und Richter Joanvahrs. Rotes Lacksiegel mit dem hess. Löwen und Umschrift "Amtssiegel von Attendorn-Valbert".

Stadtarchiv Attendorn, Akte B 112, Seite 1ff.

30.01.1738 Hofschreiner Zeppenfeld ergänzt das Inventar

Rechnung des Schnellenberger Hofschreiners Johann Eberhard Zeppenfeld, u.a. für einen neuen Backtrog und eine neue Tür zum Backhaus, für einen Zaun um das Wasserhäuschen.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 1747.

21.03.1738 Niederheldener werden vorgeladen

Amtsverwalter Bresser in Attendorn lädt unter Strafandrohung den Kremer und Henning Pflug zu Niederhelden nach Attendorn vor, um sich wegen des illegal gehauenen Holzes zu rechtfertigen.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 2222.

09.04.1738 Auf Schnellenberg gibt es 252 Schafe

Im Beisein des Vikars König, des Amtsverwalters Dr. Johann Gottfried Bresser und der Gerichtsschöffen Henning Dingerkus und Johannes Haufnagel werden die Schafe bewertet, die sich auf Schnellenberg befinden: 1. Klasse = 73 Schafe, 2. Klasse = 107 Schafe, 3. Klasse 72 Schafe.

06.05.1738 Schnellenberger Molkereigeräte

An diesem Tag übergibt die Haushälterin zum Schnellenberg die folgenden Molkereigerätschaften:
1 Butterfaß umb zu kernen
1 Stracke Butter Kern
3 Milch Bütten, 2 große und 1 kleine
4 Butterstangen und 1 Schmaltzstange
7 Milcheymers
68 Milch Stuetzen und 1 Pfanne zum böken

Davon wurde der Haushälterin zur Durchführung der kleinen Haushaltung zurückgegeben:
1 stracke Butterkerne
3 Milchbütten, 2 große, 1 kleine
6 Butterstangen
2 Milcheymer
24 Milch Stuetzen
1 Pfanne zum böken

Weil nun diese übriggeblieben Gerätschaften nicht nach Herdringen gebracht werden konnten, da sie ohnehin nicht mehr lange benutzbar sein dürften, weil sie ganz verschlissen sind, so wurden dem ammodiatori folgende Gerätschaften überlassen:
20 Milchstuetzen
2 Butterstangen
5 Eymers

Von dem Rest wurden nach Herdringen gebracht:
17 Stuetzen
1 Butterstange
1 Faß umb Butter zu kernen.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, AFH 1069, Seite 325.

08.05.1738 Apotheker Bachmann plant Hausbau

Friedrich Bachmann, im hohen Alter, mit Frau und Kindern, beantragt beim Freiherrn von Fürstenberg die Zuteilung von Bauholz, um ein neues Haus errichten zu können. Das alte Haus ist durch den Stadtbrand 1737 vernichtet worden. - Er erhält einen Baum im Wert von 3 Rtl.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg, Akte AFH 4814, Blatt 621

17.05.1738 Mineralwasser geliefert

Daniel Struck zu Mecklinghausen bittet den Vikar König zu Schnellenberg um Abrechnung der 120 bis 127 Krüge Mineralwasser, die er nach Herdringen geliefert hat.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, AFH 402, Blatt 107.

29.06.1738 Der Begriff "Kattfiller" taucht auf !

Der aus Attendorn stammende Priester Stefan Dingerkus war im 18. Jahrhundert Vikar an der Domkirche zu Münster. Er pflegte einen engen Kontakt zum Hause Schnellenberg und zur Familie von Fürstenberg. Von ihm haben sich zahlreiche Briefe erhalten. Mit Familienmitgliedern der freiherrlichen Familie korrespondierte Dingerkus grundsätzlich in lateinischer Sprache; schrieb er einem Bediensteten auf Schnellenberg, so bediente er sich zuweilen auch der plattdeutschen Sprache. So hat sich ein plattdeutscher Brief erhalten, in dem er sich selbst als Kattfiller bezeichnet. Es handelt sich hierbei um eine der ältesten bislang bekannt gewordenen Überlieferungen dieses Begriffes.

... Mi geht iet an, bringer dieses alt Cattfiller niemmet tem wenigsten dien breif met, afer die dose weet ieck noch niett, ieck well mien beste daun...

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, AFH 402, Blatt 293.

30.06.1738 Wilddiebe geschnappt

Von der Adolfsburg wird mitgeteilt, dass die Jäger Ebert und Wilhelm zwei Wilddiebe ertappt hätten und in der Adolfsburg gefangengesetzt hätten. Sie seien bei Wasser und Brot zu halten und gehörig zu verhören.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 458, Blatt 35.

31.08.1738 Pachtbedingungen bei Kaisers in Dünschede

Vergleich zwischen dem Kolon und Hausvater Johann Kayser, fürstenbergischer Pächter des Kaisers Pachthofes in Dünschede, und Maria, seiner Hausfrau einerseits und den bei ihnen beiliegenden Eidam Johannes König aus Biekhofen und dessen Ehefrau Catharina. Zwischen beiden Parteien war es zu handfesten Streitigkeiten gekommen, die nun im Beisein des Notars Johann Bernhard Voß aus Helden beigelegt werden. Es wird festgelegt, dass Johann Kaiser, solange er dies möchte, die Pachtung des Hofes beibehalten darf. Alle übrigen Bewohner des Hofes, insbesondere der Eidam und seine Familie, Knechte und Mägde, haben sich dem Willen des Pächters zu beugen, gehorsam zu sein und keine Meuterei anzuzetteln. Der Eidam verpflichtet sich, nur noch zum Besten des Hofes zu arbeiten und das unverzüglich und ohne Aufschub. Die Verpflegung wird anschließend ebenso festgesetzt wie der Erbfall.
Zeugen sind Peter Hauffnagel, Peter Japes und Henning Drüeke.
Siegel des Johann Bernhard Voß

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 3148.

02.09.1738 Geldgeschäfte bei Dingerkus

Anton Dingerkus, Bürger in Attendorn, und Eleonore Tütel, seine Frau, legen dem Gogericht in Attendorn in Gegenwart der Schuldner Christoph und Heinrich Höffer folgende Schuldverschreibungen vor:
1) die des Wilhelm Badtschütz, Müllers, für Roserus Viegener und Anna Witte über 20 Taler, angefertigt 1700 November 5 vom Sekretär des Johann Bernhard Hirsch, in der der Garten bei der Spülbrücke unten am Steinmetzgers Garten und am Mühlengraben verpfändet ist.
2) ein Rentenkauf, aufgenommen von Notar Bachmann 1757 Dezember 11 und 1738 Februar 2, durch den die Schuldner insgesamt 30 Taler den obigen Gläubigern verschreiben und dafür ihr Land auf dem Ohle, an des Ratsdieners Dietrich Potthoff Wiese anstoßend, und ihr Land auf der Berndschlade beim Notweg, an Catharinas und Anna Catharina Isphordings Land stoßend, verpfänden,
3) ein Rentenkauf von 1738 März 26, aufgenommen durch Notar Bachmann, in dem die Schuldner Heuwachs auf dem Ohl unter Erben von Nierhofs Wiese, über Dr. Bischopincks Land und Hude, neben Erben Anton Sassen Land und Caspar Dietrich Höffers Wiese, der nur mit zwei Petermännchen und einem Deut jährlich für die Heldener Kirche belastet ist, verpfänden.
4) desgleichen eine Verpfändung ihres Bleichgartens hinter der niedersten Mühle, an Adam Rademacher und Peter Caspar Höffer anstoßend und am Fahrweg gelegen, ferner der Garten am Himmelsberge bei der Stadtwaldemei zwischen den Besitzungen des Gografen Burghof, des Gerichtsschreibers Joanvahrs und ihres Vetters Christoph Höffer; ferner ihre Hausstätte am Graben, einerseits an Husen Haus, hinten an Schnütgens Hof und Caspar Schötelers Haus gelegen.
Sie leihen zu den hier verbrieften 80 Talern noch weitere 20, so dass die Schuldner für den Bau ihres Hauses am Graben zusammen hundert Taler erhalten haben. Gograf und Schöffen zu Attendorn lassen die Urkunde unter dem Gerichtssiegel durch den Gerichtsschreiber Joanvahrs ausfertigen.
Dessen Unterschrift. Siegel.

Am 18.01.1741 (laut Rückvermerk) ist das Geld an die Eheleute Anton Dingerkus und Eleonora Tütel ausgegeben worden, damit sie das Neuhaus Gut zu Windhausen ankaufen können.

Pfarrarchiv Helden, Akten A 3, Seite 36

13.10.1738 Das Wort "Kattfiller" wird erwähnt

Bei den monatlichen Forschungsarbeiten im Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen konnte im Frühjahr 2003 ein Brief des Attendorner Vikars Stefan Dingerkus [späterer Domvikar in Münster]entdeckt werden, in dem das Wort "Kattfiller" erscheint. Es handelt sich dabei um einen der ältesten Nachweise für diesen Begriff.

So stand Stefan Dingerkus in einem regen Schriftwechsel mit dem Freiherrn von Fürstenberg: Während er mit dem Baron selbst ausschließlich in lateinischer Sprache korrespondierte, schrieb er seinem Rentmeister oder anderen untergeordneten Angestellten in plattdeutsch. So sind aus dieser Zeit seltene plattdeutsche Briefe erhalten geblieben.

In diesem Zusammenhang schreibt er auch am 13.10.1738 an den Schnellenberger Rentmeister und bezeichnet sich in diesem Brief selbst als alter Kattfiller. Ansonsten ging es in diesem Brief um die Suche einer alten Silberdose. Dingerkus schrieb:

"... Mi geht iet an, bringer dieses alt Cattfiller niemmet tem wenigsten dien breif met, afer die dose weet ieck noch niett, ieck well mien beste daun..."

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte 402, Blatt 293.

15.10.1738 Reparatur des Schnellenberger Wasserhäuschens

Rechnung des Wassermeisters Christian Spengeler, der mit seinem Sohn und einem Gesellen am Wasserhäuschen des Schlosses Schnellenberg gearbeitet hat.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 1747.

11.11.1738 Kattfiller !

Der 11.11. ist im Kirchenkalender traditionell der Gedenktag des Heiligen Martin. Er ist aber auch seit dem 19. Jahrhundert der Tag, an dem die Karnevalisten die neue Session eröffnen.

In diesem Zusammenhang wird es am heutigen Tage sicherlich interessieren, wie es zu dem Namen "Kattfiller" gekommen ist. Hierzu gibt es zunächst eine Sage, die den meisten Attendornern schon in der Schulzeit vermittelt wurde:

Es war im Jahre 1583, als der Kölner Erzbischof und Kurfürst Gebhard Truchseß von Waldburg sein gesamtes katholisches Erzbistum Köln zur Annahme des protestantischen Glaubens zwingen wollte. Viele Städte folgten auch seinem Aufruf, nicht aber das „erzkatholische“ Sauerland.

So blieb Truchseß nichts anderes übrig, als persönlich mit einer Streitmacht ins Sauerland zu reisen, um die Bürger zu zwingen, dem katholischen Glauben zu entsagen. Er kam so auch nach Attendorn, gelangte durch eine List in die Stadt und zerstörte sämtliche Kunstgegenstände in der Pfarrkirche.

An dieser Stelle setzt nun die Sage ein: Die Attendorner hätten, so berichtet sie, den weiterziehenden Erzbischof in äußerster Wut zur nahegelegenen Burg Bilstein verfolgt. Eines Mittags habe einer der belagernden Schützen den vermeintlich schlafenden Erzbischof im Fenster der Burg gesehen. Er habe die Armbrust genommen, gezielt und ... getroffen. Heruntergefallen sei aber nicht der tötlich verwundete Erzbischof, sondern eine schlohweiße Mauerkatze.

Die Bilsteiner hätten daraufhin spöttisch hinter den abziehenden Attendorner hergerufen: „Dort ziehen sie hin, die Kattfiller (= die Katzenmörder)!“

Seit dieser Zeit heißen die Attendorner mit Beinamen „Kattfiller“; der Schlachtruf zu Karneval heißt dementsprechend: „Ein dreifaches Katt-filler, Katt-filler, Katt-filler!“

Wie lange dieser Beiname bereits üblich ist, war bislang nur schwer zu fassen. Nun tauchte im Herdringer Archiv kürzlich ein Brief des Attendorner Vikars Stefan Dingerkus auf, der in seinen späten Jahren Dombikar in Münster war. Immer dann, wenn er mit seinen früheren Freunden in Attendorn korrespondierte, bediente er sich fast ausschließlich der Plattdeutschen Sprache.

So schreibt Dingerkus 1738: "... Mi geht iet an, bringer dieses alt Cattfiller niemmet tem wenigsten dien breif met, afer die dose weet ieck noch niett, ieck well mien beste daun...".

Damals ging es darum, dass auf der Burg Schnellenberg eine Briefdose gesucht wurde; in diesem Brief bezeichnete sich Dingerkus dann selbst als "alten Kattfiller".


Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akten AFH 402, Blatt 293.

15.11.1738 Kopfgeld auf die Ergreifung von Wilddieben ausgesetzt

Christian Franz Dietrich von Fürstenberg lässt öffentlich bekannt machen, dass aus den Städten Schmallenberg und Winterberg Wilddiebe in den Oberkirchischen, Grafschafter und Bilsteiner Waldungen ihr Unwesen treiben. Diese sind durch die Bevölkerung möglichst schnell dingfest zu machen. Hierzu wird ein Kopfgeld von 5 Rtl. ausgesetzt.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 2709, Blatt 105.

08.12.1738 Maler Harnischmacher bemalt die Tapeten auf Schnellenberg

Maler Johann Peter Harnischmacher quittiert den Empfang von 2 Rtl. 45 Schillinge als Lohn für die Bemalung der Tapeten für die Freifrau von Fürstenberg.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 4613, Blatt 379

02.07.1739 Waldenburger Schnadezug

Schnadezug (Grenzbegehung) entlang der Waldenburger Jagdgrenzen. Es nehmen teil Notar Ferdinand Bachmann, kurfürstlicher Richter Gottfried Laurenz Joanvahrs zu Schmallenberg, Gerhard Benedikt Bresser aus Attendorn, der Schnellenberger Rezeptor Bernhard Heinrich König, der Sekretär Bruno Wildhelm, die Schnellenberger Jäger Daniel Dörrenbach und Johann Hermann Laes, der Herdringer Jäger Hermann Korte, die Adolfsburger Jäger Arnold Laes von Fleckenberg, Johann Eberhard Rinschede von Oberhundem und die Jägerburschen Franz, Wilhelm Schmidt aus Saalhausen, Jost Voss von Heinsberg und dessen Sohn Thomas Voss, Jakob Dörrenbach aus Heidschott, die Herdringer Bedienten Kammerdiener Ferdinand Teipel, Stallknecht Peter Biggener, Vorreiter Tönnes, Lakai Christoffel, früherer fürstenbergischer Bedienter Johannes Kramer genannt Timmermann, früherer Schnellenberger Jäger Johannes Dörrenbach.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 3271.

05.07.1739 Ablassfeier in Waldenburg lockt 1.200 Gläubige

Abrechnungen über die Kosten für die feierlichen Gottesdienste am Fest Mariä Empfängnis. In der Ausgabeliste werden unter anderem 1.200 Hostien erwähnt „pro solemnitate indulgentiarum in Wallenburg.“

[Das bedeutet, dass zu einer feierlichen Ablassfeier in Waldenburg 1.200 Gläubige erschienen.]

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 3943.

10.07.1739 Pistolen und Gewehre

Verzeichnis der Gewehre, die von Schnellenberg nach Herdringen gebracht wurden: 41 Saltzburger teutsche Buchßen, 30 teutsche Schlößer, 2 Pulver Probierschlösser, 27 Schellen, 1 Paar Pistohlen mit teutschen Schlößer, und Silberbeschlag, 1 Paar doppelte lange Pistohlen, wovon eine zerbrochen ist, 7 ½ Paar Pistohlen mit eißernen und Stahlenbeschlag, worunter 5 ½ Paar mit teutschen Schlösser seind, 2 Bandelier mit 2 Pallästen, 1 Paar Pistohlen Leuff, 1 Bandelier von schwartzen Leder mit einem höltzernen Pulverhorn alles mit Silber beschlagen, 1 Hirschfänger, Kuppel darzu auch mit Silber beschlagen, 17 höltzerne Lathstöcke
129 Kugelformen, 25 Bögels zu den Buchßen, 3 Bandeliers mit höltzernen Pulverhörnern mit stahlenem Beschlag.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 1069, Blatt 363.

19.07.1739 Eheversprechen Scholle-Rumpf

Eheversprechen zwischen Christoph Scholle und Clara Rumpf, beide aus Oberveischede; dabei wird folgendes vereinbart: 1. Stirbt einer vor dem anderen ohne leibliche Erben, so erhält die Braut 12 Rtl., der Bräutigam die Hälfte zu 6 Rtl.; 2. Der Vater des Bräutigams erklärt sich damit einverstanden, daß im Todesfall des Bräutigams die Braut den Besitz des Hauses erbt mit dem Recht, sich ein weiteres Mal zu verheiraten, vorbehaltlich grundherrlicher Genehmigung. Zeugen des auf der Pastorat zu Helden abgeschlossenen Ehevertrages sind Jobst Rump, Jakob Lingenhoff und Caspar Rademacher als Nachbarn und Verwandte. Unterschrieben von Johann Bernhard Voß, apostolischer Protonotar.

Pfarrarchiv Helden, B 35, Seite 101.

31.07.1739 Joanvahrs übel beschimpft

Brief des Gografen Gottfried Laurenz Joanvahrs zu Attendorn in Sachen des Landknechts Johann Schulte zu Winkhausen, der in Bilstein im Gefängnis sitzt. Dessen Bruder habe Joanvahrs in Atten-dorn vor dem Haus des „Rockes Berndts“ [heute: Hotel Rauch in der Wasserstraße] übel beschimpft.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 1436, Blatt 113.

03.10.1739 Verbesserung der Wasserversorgung auf Schnellenberg

Rechnung des Hofschreiners Johann Eberhard Zeppenfeld, u.a. für Verbesserung der Wasserversorgung, dabei hat der Zimmermann Heinrich Höffer 10 Tage lang geholfen. So wurden zum Beispiel hölzerne durch steinerne Wasserhäuschen ersetzt.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 1747.

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