Das Verbot der freien Meinungsäußerung
Am 31. Mai 1941 erschien die letzte Ausgabe des Attendorner Volksblatts. Neu erlassene Gesetze aufgrund der Machtergreifung ermöglichten diesen Einschnitt in die Meinungsäußerung.
Machtergreifung
Mit der Vereidigung der Präsidialregierung Hitler/Papen am 30. Januar 1933, der sogenannten "Machtergreifung", wurden zahlreiche Gesetze auf den Weg gebracht, die der neuen Regierung allumfassende Machtbefugnisse einräumte. Dies vollzog sich in zwei Schritten: Der Griff nach den demokratischen politischen Institutionen und der Griff nach den Menschen.2) Städte und Gemeinden sowie Verbände und Vereine jeglicher Art wurden gleichgeschaltet und der absoluten Verfügungsgewalt von Staat und Partei unterstellt. Als Konsequenz wurden dann auch in Attendorn die politischen Parteien aufgelöst und die Vereinsvorstände neu besetzt,3) dabei wurden vor allem SPD- und KPD-Anhänger massiv verfolgt. Mit dem Erlass einer neuen Gemeindeordnung zum 1. Januar 1934 wurde am 22. Januar 1934 der nationalsozialistische Bürgermeister Josef Schütte ernannt, der dafür sorgte, dass der Rat der Stadt neu besetzt wurde.4) Die so ausschließlich aus Nationalsozialisten bestehende Stadtverordnetenversammlung trat am 22. Juni 1934 erstmals zusammen.5) – Auch die lokale Presse wurde gleichgeschaltet: Während die Attendorner Zeitung schon 1931 ihr Erscheinen einstellte, erschien die letzte Ausgabe des von Theodor Frey herausgegebenen Attendorner Volksblatts am 31. Mai 1941.6)
Politisch Verfolgte
Als politisch Verfolgte sind in Attendorn bekannt: Wilhelm Balzer, Richard Becker, Hugo Berg, Johanna Berg, Ursula Berg, Erich Berghoff, Karl Beul, Ferdinand Buss, Peter Buss, Else Dinger, Alexander Döring, Fanny Döring, Angela Friedrich, Stanislaus Gajewski, Gerhard Gimborn, Ronislaus Gratt (Hespecke), Karl Heinze (Heggen), Emil Henn, Johann Hesse, Heinrich Höhn, Klara Hufnagel (Dünschede), Maria Hufnagel (Dünschede), Arthur Janz, Wilhelm Jochheim, Arthur Jung, Josef Keseberg, Walter Klewes, Paul Kliche (Biggen), Josef Kliemann (Papiermühle), Franz König, Johann König, Franz Kronenberg, Otto Kronenberg, Hedwig Mayworm, Josef Mayworm sen., Wilhelm Mayworm, Erwin Mondabon, Günther Muckenhaupt, Josef Niemiec, Eduard Pitschner (Beukenbeul), Theodor Platte (Niederhelden), Elisabeth Quinker, Johann Quinker, Ferdinand Rauterkus, Franz Rauterkus, Willi Roll, Leo Sarin, Josef Schauerte (Heggen), Ernst Scherer, Leonhard Schmidt (Altfin- nentrop), Ludwig Schmidt (Merklinghausen), Josef Schmitt, Martha Schoppe, Jonas Schramm, Max Schürer, Richard Schwunk, Heinrich Selter, Otto Selter, Gottfried Springob, Maria Springob, Martha Steffen, Willi Steffen, Aloys Stein, Otto Stein, Anita Stelzenau, Manfred Stelzenau, Renate Stelzenau, Günther Stumpf, Wilhelm Wagner, Franz Weber, Fritz Weber.
Von diesen Personen wurden 13 in ein Konzentrationslager gebracht.7) Zwischen dem 1. März und 8. August 1933 wurden insgesamt 35 Personen in Schutzhaft genommen. Dabei handelte es sich vorwiegend um Angehörige der Kommunistischen Partei Deutschlands.8)
Quellen:
2) Entnommen dem Artikel „Machtergreifung“ im Internetportal Wikipedia.
3) Stadtarchiv, Chronik der Stadt Attendorn, Bände 3 und 4.
4) Desgl. und Entschlussbuch des Rates der Stadt Attendorn, 1934.
5) Stadtarchiv, Ratsprotokoll vom 22.06.1934.
6) Hermann Hundt: Bomben auf Attendorn. Ein Beitrag zur Geschichte der Stadt At
tendorn 1930-1986. Attendorn, Verlag Theodor Frey, 2. Auflage 1986.
7) Stadtarchiv, Akten E 151, E 156, E 159, E 166, E 5146.
8) Stadtarchiv, Akte E 151.