Schützenbaum
Vor dem Bürogebäude am Westwall steht eine Skulptur mit dem Namen Schützenbaum. Rudolf Heller war im Jahr 1975 Schützenkönig, genauer gesagt Vogelkönig. Zu seiner Königin erwählte er seine Gattin Karola.
Die Skultpur wurde von Karl-Josef Hoffmann entworfen und mithilfe des Metallbauern Geschwinde umgesetzt.
Im Jahr 2000 feierten die Beiden ihr 25-jähriges Königsjubiläum. Als Erinnerung daran stiftete Rudolf Heller den Schützenbaum und ließ ihn vor seinem Bürohaus am Westwall errichten. Die Stange wird bekrönt mit dem Schützenvogel als Zeichen der Vogelkönige. Darunter befindet sich die Zielscheibe als Symbol für die Scheibenkönige.
In der Schützengesellschaft 1222 gibt es von alters her den Vogel und den Scheibenkönig. Das resultiert aus den zwei mittelalterlichen Bruderschaften St. Sebastian (1. Kompanie) und Mutter Anna (zweite Kompanie). Unter der Zielscheibe sind eiserne Helme, Iserköppe, und ein Harnisch angebracht. Sie erinnern an die drei noch existierenden Eisenköpfe und Harnische, die der Überlieferung nach die Attendorner Schützen den schwedischen Angreifern im dreißigjährigen Krieg abgenommen haben. Die Originale befinden sich im Südsauerlandmuseum. Nachbildungen werden jedes Jahr zu den Schützenumzügen mitgetragen. Es folgen zwei Bartisanen, in Attendorn „Helebarden“ genannt. Sie werden dem Schützenzug vorangetragen und kündigen den herannahenden Schützenzug an, um symbolisch den Weg freizumachen.
Darunter ist ein Kranz springender Schützen angebracht. Sie stehen als Sinnbild für den Trillertanz, einem spätmittelalterlichen Hüpftanz, den die Attendorner Schützen alle fünf Jahre, oder zu besonderen Anlässen auf dem Marktplatz aufführen. Dazu gehört auch der sogenannte Bügeltanz der jungen Schützen, einem Tanz der an die süddeutschen Böttcher und Scheffler Tänze erinnern. Am unteren Ende befindet sich eine Plakette mit einer Taube, Zeichen der Heimatverbundenheit.
Inschrift
DER HWL (heißt= hochwohllöblichen) SCHÜTZENGESELLSCHAFT
ATTENDORN 1222
RUDOLF UND KAROLA HELLER
JUBELKÖNIGSPAAR
A.S. 2000
Die Form der Plakette erinnert an die Königsplakette von Vogelkönig
Josepf Viegener 1840. Die Plakette befindet sich im Südsauerlandmuseum.
Zum Künstler
Carl-Josef Hoffmann, auch Karl-Josef Hoffmann genannt (*16.03.1925, † 28.04.2017) wurde als ältester Sohn des Dachdeckers Karl Hoffmann in Attendorn geboren. Er besuchte das Rivius-Gymnasium und studierte an den Kölner Werkschulen.
Als Bildhauer fertigte er häufig klare Formen aus Bronze, Holz und Stein. Die meisten seiner Motive widmeten sich der belebten Natur.
Im Jahr 1959 erhielt er den August-Macke-Preis des kurkölnischen Sauerlandes.
Spuren des künstlerischen Schaffens Karl-Josef Hoffmanns sind vor allem in Attendorn reichlich vorhanden. An den vier Stadttoren, aber auch auf dem jüdischen Friedhof (1982), am Nachfolgegebäude des jüdischen Bethauses (1988) und vielen weiteren Stellen finden sich Bronzetafeln mit Motiven und Texten aus seiner Werkstatt. Auch der Brunnen auf dem Alten Markt (1970), Putzreliefs am Kindergarten St. Josef und der Firma Mubea, das Kreuz, der brennende Dornenbusch mit Tabernakel und Ambo aus Bronze, die lange die Pfarrkirche St. Johannes Baptist schmückten, sowie die Figuren ihrer Krippe (1959).
Herr Hoffmann erhielt zahlreiche Aufträge aus Wettbewerben, insbesondere für öffentliche Bauten, Brunnen und Gedächtnisstätten. Darüber hinaus wurden mehrere Einzelausstellungen realisiert und Beteiligungen an Landesausstellungen im In- und Ausland verzeichnet. Im Jahr 1992 wurde der Kulturpreis des Kreises Olpe verliehen. Zudem besteht eine Mitgliedschaft im Berufsverband Bildender Künstler (BBK).