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Siegessäule

Die Errichtung der so genannten Siegessäule wurde am 13. Mai 1895 in der Stadtverordnetenversammlung beschlossen und am 10. Mai 1896 auf dem Himmelsberg (heutiger Standort Stadthalle Attendorn) durchgeführt. Sie sollte an den für Deutschland erfolgreichen Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 und die Gründung des Deutschen Kaiserreiches erinnern und bildet damit eine Reihe von vielen bis heute bekannten Siegessäulen in deutschen Städten, von denen die bekannteste die Siegessäule in Berlin sein dürfte.

Einweihung der Siegessäule am 10. Mai 1896 

Eine Anzahl hiesiger Bürger hatte sich vereinigt, den Kriegern von 1870/71 ein Denkmal zu setzen, die Kosten desselben sollten aus freiwilligen Beiträgen aufgebracht werden. Als Standort für das Denkmal wurde der Himmelsberg ausersehen und der Tag der Enthüllung auf den 10. Mai 1896 festgesetzt, an welchem Tage die Siegessäule auch fertig aufgestellt und eingeweiht wurde. An der Einweihung beteiligten sich sämtliche Volksschulen, die Gymnasiasten, Magistrat und Stadtverordnete, Herr Landrat Freusberg aus Olpe, der Kriegerverein, die Feuerwehr und das Schützencorps in vollem Wichs mit Eiserköpfen. Vier Musikchöre spielten im Festzuge. Die Weiherede hielt Herr Bürgermeister Heim.
Die Leitung des Festes in der Schützenhalle übernahm die Schützengesellschaft. Das ganze Fest verlief in schönster Weise. Der Überschuss der Festeinnahme mit 123 Mark wurde dem Denkmal-Comité vom Schützencorps übermittelt.


Das Denkmal trägt die Inschrift:
„Zur Erinnerung an die glorreiche Zeit 1870/71. 10. Mai 1896.“
Der Schützen-Vorstand.
C. Jos. Isphording,  Jos. Keespe,   Wilh. Hesse, W. Laymann,    Friedrich Bischoff E. Epe, F. Böttenberg,   Frd. Bruse,   Keimer, Th. Frey Buchb.,  C. Sasse, Fr. Klewes

Stadtarchiv Attendorn, Dep. SG 58, Seite 116 

Die heute auch wegen der NS-Zeit nur schwer verständliche Begeisterung für das Militärische und für Denkmäler muss vor dem Hintergrund der damaligen Zeit gesehen werden. Damalige Zeitgenossen kannten noch eine Vielzahl zum Teil kleinster deutscher Gebiete (vor allem im süddeutschen und thüringischen Gebiet), die alle ihre eigene Politik, Währung, Uhrzeit, Maße, Gewichte, Zölle etc. hatten. Angeischts der Erleichterung des Handels und eines Deutschlands ohne innere Grenzen waren auch in Attendorn viele Menschen begeistert von der deutschen Einigkeit. Zudem waren viele Attendorner in den so genannten Einigungskriegen gefallen und so sollten mit der Siegessäule die verstorbenen Söhne, Brüder und geehrt werden.

Da der Fabrikant Carl Pletsch das Grundstück am Himmelsberg im Jahr 1912 anderweitig benötigte, beschloss die Stadtverordnetenversammlung am 27. September 1912 eine Versetzung des Denkmals vom Himmelsberg ins Niederste Tor.

Der Wortlaut des Beschlusses hielt folgendes fest: „Die Versetzung des Kriegerdenkmals auf Kosten des Herrn C. Pletsch wird beschlossen und als Entschädigung für die Kosten des Herrn Pletsch soll die der Stadt gehörende Parzelle Flur V, Nr. 641/30, worauf das Denkmal jetzt steht, unentgeldlich überlassen werden.“

(Quelle: Stadtarchiv Attendorn, Protokolle der Stadtverordnetenversammlung, 27.09.1912)

Seit dem 09. Mai 1913 steht die Siegessäule nun am Niedersten Tor in Sichtweite des Bahnhofs.

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