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Mittwoch, 26. September 2018
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Das Ziel: Dauerhaft tragfähige Entwicklung

Der heute zentrale Begriff "nachhaltige Entwicklung" ist erst jüngeren Datums (1987) und wurde von der Brundtland - Kommission definiert. Nachhaltige Entwicklung ist die übliche Übersetzung des englischen Begriffes sustainable development (dauerhafte, - tragfähige - Entwicklung).

  1. "Entwicklung zukunftsfähig zu machen, heißt, dass die gegenwärtige Generation ihre Bedürfnisse befriedigt, ohne die Fähigkeit der zukünftigen Generation zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse befriedigen zu können." Diese Definition der intergenerativen ökologischen Gerechtigkeit ist Bestandteil aller danach vereinbarten internationalen Umweltabkommen.

  2. "Eine zukunftsfähige Entwicklung ist ein Prozess der Veränderung, in dem die Nutzung der Ressourcen, die Struktur der Investitionen, die Orientierung des technischen Fortschrittes und die institutionellen Strukturen konsistent gemacht werden mit den zukünftigen und den gegenwärtigen Bedürfnissen." Diese Definition wird seltener zitiert. Sie verdeutlicht die Forderung einer Verhaltensänderung, die deshalb politisch weniger konsensuale Anerkennung findet. (Veit/Lerch 2008),

"to sustain" ist im Wortstamm lateinischen Ursprungs ("sustinere") und umfasst mehrere Bedeutungsebenen, die für nachhaltiges Verhalten wichtig sind.

  1. emporhalten, stützen: Die Funktionsfähigkeit der Ökosysteme muss aufrechterhalten werden, da ohne sie ein Überleben der Menschheit in Zukunft unmöglich ist. Zudem müssen dem Postulat der intragenerativen Gerechtigkeit zufolge auch die sozial und körperlich Schwachen unterstützt werden.

  2. aushalten, ertragen, standhalten, wagen, auf sich nehmen: Diese Bedeutung beinhaltet zum einen Geduld und zum anderen das Eingehen von Risiko. Auch für das Ziel der Nachhaltigkeit muss einiges gewagt und ertragen werden. Viele erforderliche Maßnahmen können nur Erfolg haben, wenn sie langfristig angelegt und durchgeführt werden, wie z.B. ökologische Bildungsprogramme. Ihr Erfolg ist keineswegs gesichert. Auch die Kritik von Seiten derjenigen, die von den derzeitigen Verhältnissen vordergründig profitieren, muss ertragen und erwidert werden.

  3. unterhalten, ernähren, bewahren: Insbesondere geht es beim Nachhaltigkeitsansatz auch um einen pflegenden und fürsorglichen Umgang mit den Mitmenschen und den natürlichen Ressourcen, der im Rahmen des Vorsorgeansatzes von zahlreichen Autoren angeregt wird.

  4. zurück- bzw. anhalten, verzögern: Viele Entwicklungen insbesondere großtechnischer Art müssen im Rahmen einer nachhaltigen Entwicklung entweder gänzlich gestoppt, wie z. B. die Atomkraftnutzung, verzögert (um einen Faktor x) oder zurückgehalten werden, wie z. B. gentechnische Entwicklungen, sofern die Folgen nicht absehbar sind oder den oben genannten Zielen entgegenstehen. (nach: Siebenhüner 2001)

Der verantwortungsbewusste Umgang mit den stofflichen Grundlagen für eine tragfähige Entwicklung (kurz: Sustainabilitiy) ist eine besondere Herausforderung an die Wirtschaft.

  • Kern dieses Leitbildes ist es, dass Probleme und Kosten der Produktion eben nicht in die nähere oder fernere Umgebung oder aber in die Zukunft verlagert werden.

  • Eine funktionierende und zukunftsbeständige Wirtschaft auf der Grundlage von Arbeit für möglichst viele Bürgerinnen und Bürger kommt weitestgehend mit erneuerbaren Rohstoffen und Energie aus.

  • Der Erhalt der Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten und der menschlichen Gesundheit sowie die Sicherung der Luft-, Wasser- und Bodenqualität als Voraussetzung für ein zukünftiges Leben bekommt den erforderlichen Stellenwert.

Die Herausforderung an die Politik besteht darin, die Voraussetzungen zu schaffen, dass auf unserer Erde eine sozial gerechte, friedliche und umweltverträgliche Entwicklung einsetzt.

Die Welt, in der wir leben, ist klein geworden. Die Devise für die Zukunft heißt:

"Global denken - lokal handeln"

Die Städte und Gemeinden der Erde sind wichtige Partner auf dem Weg zu einer globalen, zukunftsfähigen Entwicklung. Sie haben eine besondere Verantwortung, denn sie sind es, die in direktem Kontakt zu ihren BürgerInnen stehen. Alle Kommunen der Welt sind aufgerufen, gemeinsam mit ihren BürgerInnen einen Weg für eine zukunftsfähige Entwicklung einzuschlagen. Bürgerinnen und Bürger, Vereine und Institutionen sollen sich einbringen, sie sollen ihre Meinung äußern und an einer gemeinsamen Vision, wie die Stadt Attendorn in 10, 20, 30 Jahren aussehen soll, mitwirken.