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Samstag, 29. April 2017
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Was tun bei Sirenenalarm?

Die älteren Bewohner Attendorns können sich noch an die alljährlichen Sirenenüberprüfungen bis in die 1990er Jahre erinnern. Etwa viermal im Jahr heulten dann alle Sirenen im Stadtgebiet in den unterschiedlichsten Mustern. Hierdurch war es jedem möglich, die Töne und deren Bedeutung zu beschreiben.

Doch was ist heute? Nach dem Fall des "Eisernen Vorhanges" und dem damit verbundenen Verzicht auf Luftschutzsirenen ertönen die Sirenen im Stadtgebiet immer nur dann, wenn die Freiwillige Feuerwehr alarmiert wird. Aber auch dies lässt zunehmend nach, da die Feuerwehr heute "still" über digitale Meldeempfänger alarmiert wird und die Alarmierung über Sirenen vom Grundsatz her entbehrlich ist.

Wer kennt heute noch den Sirenenton für "Gefahr, Radio einschalten" oder "Entwarnung"? Und wenn jemandem die Töne bekannt sind, wie verhält man sich?

Bei Katastrophen und großen Schadensereignissen können Ihre Sicherheit und die Ihres Eigentums jedoch gefährdet sein.

Um Gefährdungen zu begrenzen, wenn möglich, zu vermeiden, unterhält die Hansestadt Attendorn ein Sirenenwarnsystem, mit dem es möglich ist, Sie zeitnah auf Gefahren aufmerksam zu machen.

Bitte beachten Sie die nachfolgenden Informationen über die Sirenensignale und die Verhaltenshinweise:

 

Sirenensignale

Warnung - auf- und abschwellender Ton

Bedeutung: Gefahr, Radio einschalten, Dauer: 1 Minute

Verhaltenshinweise:

  • Bewahren Sie Ruhe.
  • Suchen Sie geschlossene Räume auf.
  • Gehen Sie bei ungewohnten Gerüchen in der Außenluft in ein oberes Stockwerk, da Gase meist schwerer als Luft sind und am Boden bleiben!
  • Schließen Sie Fenster und Türen und schalten Sie die Belüftung oder Klimaanlage ab. Dies gilt im Übrigen auch dann, wenn Sie sich in einem Fahrzeug befinden.
  • Schalten Sie das Radio (batteriebetrieben) ein. Auf WDR 2 auf UKW 93,5 MHz erfolgt eine umgehende Information über das Ereignis und das richtige Verhalten.
  • Informieren Sie ihre Nachbarn. 
  • Nehmen Sie bitte vorrübergehend Menschen auf, welche sich auf der Straße befinden.
  • Verlassen Sie nicht unaufgefordert das Haus und flüchten Sie nicht zu Fuß oder mit dem Auto! Sie gefährden sich nur selbst. Verkehrswege werden vorrangig von Einsatzkräften benötigt bzw. könnten gesperrt sein.
  • Vermeiden Sie wegen Explosionsgefahr jedes offene Feuer und Funken, rauchen Sie nicht!
  • Achten Sie auf Lautsprecherdurchsagen und leisten Sie den Anordnungen von Polizei und Feuerwehr unbedingt Folge!
  • Telefonieren Sie nicht ohne Not! Blockieren Sie nicht die Notrufleitungen für die Feuerwehr, den Rettungsdienst oder die Polizei!

Nur im Notfall anrufen! Telefon: 110 oder 112

Entwarnung - Dauerton

Bedeutung: Gefahr ist vorüber, Dauer: 1 Minute

Feueralarm

Dauer: 1 Minute, 2 mal unterbrochen

Hinweis: Beim Feueralarm müssen Sie nicht unmittelbar handeln, da es sich hierbei ausschließlich um eine Alarmierung der Feuerwehr handelt.

 

Hörproben

HIER können Sie die Sirenentöne hören.

 

Allgemeine Informationen und Historie

"Wecken & Informieren"

Ein Warnsystem kann nur dann ein wirksames und kalkulierbares Instrument der Gefahrenabwehr sein, wenn es gelingt, möglichst die gesamte betroffene Bevölkerung zu erreichen. Dazu ist es erforderlich, auch die Personen aufmerksam zu machen, welche die Gefährdung nicht wahrgenommen haben oder nicht wahrnehmen können, z.B. Personen im Schlaf. Somit besteht eine Warnung immer aus zwei Phasen:

  • Phase 1: „Wecken“, d.h., Aufmerksamkeit erzeugen / akustische Initialwarnung
  •  Phase 2: „Informieren

Das Wecken erfordert ein eindeutiges akustisches Signal oder aber Ansagen im Klartext, die zum Einschalten von elektronischen Medien auffordern, über die dann nachfolgend die Information erfolgt.

Ein umfassendes Wecksystem, das einen großen Anteil der Bevölkerung im Ereignisfall sicher erreicht, ist ohne Sirenen nicht darstellbar. Nur Sirenen erreichen Menschen, die sich im Freien aufhalten oder sonstige Kommunikationseinrichtungen nicht mitführen bzw. besitzen.

Diese Art der Warnung vor Gefahren ist keineswegs neu. Bis Anfang der 1990er Jahre unterhielt die Bundesrepublik Deutschland auch im Stadtgebiet der Hansestadt Attendorn ein flächendeckendes Netz von Luftschutzsirenen. Nach dem Wegfall des so genannten "Eisernen Vorhanges" sah der Bund keine Notwendigkeit mehr, die Sirenen zu unterhalten und bot sie den Kommunen zur Übernahme an. Im Gegensatz zu anderen Kommunen übernahm die Hansestadt Attendorn die Sirenen teilweise vom Bund und nutzte sie nachfolgend zur Alarmierung ihrer freiwilligen Feuerwehr.

Erfahrungen aus verschiedenen Ereignissen bundesweit haben nun gezeigt, dass man auf die Sirenen als Mittel zur Warnung der Bevölkerung nicht verzichten kann. Die Kommunen, welche damals die Übernahme der Luftschutzsirenen ablehnten, müssen heute unter einem hohen Kostenaufwand bei Neuerrichtung von Sirenen ein Alarmierungssystem komplett neu aufbauen.

Fast flächendeckendes Netz in Attendorn

Die Hansestadt Attendorn hingegen verfügt schon jetzt über ein fast flächendeckendes Sirenennetz im Stadtgebiet. Dort, wo eine Warnung aus dem bestehenden Netz heraus nicht umfänglich gewährleistet ist, werden weiteren Hochleistungssirenen nachgerüstet. Die ersten Erweiterungen wurden durch den Bau von jeweils einer Sirene im Bereich des Industriegebietes Askay sowie der Ortschaft Listerscheid in 2016 vorgenommen. Eine weitere Sirene ist aktuell auf dem neuen Feuerwehrgerätehaus des Löschzuges Repetal in Niederhelden vorgesehen.

Nach endgültiger Fertigstellung des Sirenennetzes verfügt die Hansestadt Attendorn über etwa 20 Sirenen, welche zur Warnung der Bevölkerung eingesetzt werden. Die aus dem Bestand des Bundes übernommenen und noch aktuell vorhandenen Luftschutzsirenen werden nach und nach gegen modernere Hochleistungssirenen ausgetauscht. Hierdurch wird zum einen ein größerer Beschallungsradius erreicht und zum anderen besteht zukünftig die Möglichkeit der Abgabe von Lautsprecherdurchsagen. Diese Durchsagen können zum einen von einem elektronischen Speichermedium abgespielt oder aber zum anderen an der Sirene selbst aufgesprochen werden.

Die modernen Sirenenanlagen sind Alleskönner

Mit modernen Sirenenanlagen wird zum einen ein größerer Beschallungsradius erreicht. Zum anderen besteht zukünftig die Möglichkeit der Abgabe von Lautsprecherdurchsagen über die Sirenenanlage.

Überprüfung der Sirenen: Rückmeldungen der Bürger sind erwünscht

Im Zuge des Aufbaus eines kreisweiten Sirenennetzes werden die Sirenen zukünftig auch wieder in regelmäßigen Abständen überprüft. Mit einer solchen "technischen" Überprüfung können auch noch einmal die verschiedenen Signale in das Bewusstsein der Bevölkerung gerufen werden. Die Rückmeldungen der Bürger, falls sie nichts gehört haben, sind dabei sehr wichtig für die Hansestadt Attendorn. Anhand dieser Meldungen kann die Behörde die Behebung technische Defekte veranlassen und im Weiteren auch das Sirenennetz verbessern und "Beschallungslücken" schließen.

Bei weitergehenden Fragen steht der zuständige Mitarbeiter für den Brand- und Bevölkerungsschutz bei der Hansestadt Attendorn Michael Wojciechowski als Ansprechpartner zur Verfügung.

 

Kontakt

Karl-Josef Hammer »
Telefon: 02722 64-233
Fax: 02722 64-300
E-Mail oder Kontaktformular
Michael Wojciechowski »
Telefon: 02722 64-244
Fax: 02722 64-300
E-Mail oder Kontaktformular