Inhalt
Öffentliche Stadtverordnetensitzung.
Vor Eintritt in die Tagesordnung werden die am 2. April nach einer vorgenommenen örtlichen Besichtigung gefaßten Beschlüsse verlesen. Es handelt sich um verschiedene unbedingt notwendige Anlagen beim neuen Krankenhaus. Für den zu errichtenden Hühnerhof beim Wirtschaftsgebäude sollen einfache 7-Eisen 8er Profil beschafft und auf je 4 m Entfernung eingelassen werden. Die zum Ableiten der Regenwasser unterhalb der Oberförsterei gemachte Kanalanlage wird nachträglich genehmigt. Es wird für notwendig gehalten, vor dem Rondell des Krankenhauses zum Auffangen und Sammeln des Regenwassers 3 Senkschächte anzulegen mit Weiterführung des Wassers in die allgemeine Entwässerungsanlage des Krankenhauses. Nach Aufstellung des Kostenanschlages soll in der nächsten Sitzung darüber beschlossen werden. Die Einfassung des Rondells mit Bordsteinen und einem Rinnenpflaster wird genehmigt und zum Angebotspreise (833 Mk.) an die Firma Köster & Co. in Olpee vergeben. Vor dem Rondell sollen an den Enden der Mauer zwei Masten errichtet und in der Mitte eine elektrische Lampe angebracht werden. Andere kleinere Anlagen, die vom Krankenhaus ausschließlich für erforderlich gehalten wurden, sollen ebenfalls ausgeführt werden, soweit dies noch nicht geschehen ist. Dringend notwendig ist es, die aus der Entwässerungsanlage beim Krankenhause oberirdisch ablaufenden Abwässer unterirdisch weiterzuleiten. Es wird deshalb beschlossen, sofort eine Rohrleitung von der Entwässerungsanlage bis zur Rohrleitung im Wallgraben zu legen mit Einbau eines Schachtes in der unteren Ecke des Grundstücks der katholischen Kirchengemeinde. An dem Schacht vor dem Biekegang soll ein Schieber eingebaut werden, um den Kanal mit dem Wasser des Biekeganges durchspülen zu können. Über die bei der weiteren Besichtigung festgestellten Mißstände im Mühlengraben und Flohsiepen soll in nächster Sitzung beschlossen werden, weil man vorerst einen genauen Überblick über die Kosten erhalten will. Sodann wurde gemäß der Tagesordnung verhandelt.
1. Kollegium beschließt, den bereits begonnenen Wirtschaftsweg beim neuen Krankenhause fertigzustellen und zwar durch städtische Arbeiter, damit der Stadt keine besonderen Kosten entstehen. Da zum Weiterbau des Weges ein Austausch von Grundstücken mit dem Ursulinenkloster notwendig ist, hat der Magistrat mit diesem verhandelt und seine Zustimmung erlangt; we empfiehlt den Tausch der Versammlung. Diese billigt die Lösung. Bedingung ist, daß das Ursulinenkloster das Recht zum Abbrennen des Osterfeuers auf das ausgetauschte Grundstück eintragen läßt.
2. Die Anlage von 3 Senkschächten vor dem Rondell des Krankenhauses wurde nach den vorliegenden Unterlagen beschlossen. Die bereits beschlossene Entwässerung des Krankenhauses von den bestehenden Sickerbrunnen bis zum Wallgraben soll sofort ausgeschrieben werden, damit die Arbeit unverzüglich in Angriff genommen werden kann.
3. Nach längerer Aussprache beschließt Kollegium, die Restkanalisation des Wallgrabens vom Bürohause des Gerlinger Walzwerkes bis zum Hause Schlüter auf dem Ostwall durchzuführen. Die Arbeiten sollen ausgeschrieben werden.
4. Beschlossen wird auch die Reinigung des Flohsiepens vom Meckelschen Hause bis zur Einmündung in den Mühlengraben. Diese Arbeit soll ebenfalls ausgeschrieben werden.
5. Ferner wird grundsätzlich die Reinigung des Mühlengrabens beschlossen. Auch diese Arbeit soll ausgeschrieben werden. Vor Beginn der Arbeit soll mit den Uferanliegern zwecks Beteiligung an den Kosten verhandelt werden. Bei der Übertragung dieser Arbeiten soll den Unternehmern zur Bedingung gemacht werden, daß sie außer den leitenden Angestellten nur hiesige Arbeiter beschäftigen. Sodann wurde über die Deckung der Kosten für die beschlossenen Anlagen beraten. Da etatsmäßige Mittel nicht mehr zur Verfügung stehen, wird beschlossen, die aufgewerteten Sparguthaben der Stadt von zusammen 14.379,78 Mk. für die genannten Zwecke zu verwenden. Nach dem Kostenüberschlag des Stadtbauamtes reicht diese Summe aus.
6. Der Antrag Ferdinand Prentler auf Erwerb einer Wegeparzelle am Hollenloch wird, da die Angelegenheit noch nicht genügend geklärt ist, nochmals der Wege- und Baukommission überwiesen.
7. Es wird noch dringend gefordert, daß der Magistrat baldigst wegen der Ausbesserung des Pflasters in der Niedersten Straße weiteres veranlaßt.
An die öffentliche Sitzung schloß sich eine geheime an.