MUBEA
Vom Attendorner Federhersteller zum internationalen Technologiekonzern
Die Geschichte von Mubea beginnt am 1. August 1916 in Attendorn. Mitten im Ersten Weltkrieg gründeten Josef Muhr senior und sein Sohn Josef Muhr junior die Firma „Josef Muhr, Attendorn“. In einer gepachteten, rund 100 Quadratmeter großen Fabrik am Spindelsburggraben wurden zunächst Federprodukte gefertigt – der Grundstein für eine bis heute andauernde Unternehmensgeschichte.
Einen wichtigen Meilenstein markierte das Jahr 1931: Das Reichspatentamt verlieh dem Unternehmen ein eigenes Warenzeichen. Aus den Anfangsbuchstaben der damaligen Inhaber Muhr und Bender sowie dem Firmensitz Attendorn entstand der Name Mubea, der bis heute weltweit bekannt ist.
Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung der Nachkriegszeit begann auch das Wachstum des Unternehmens. 1960 wurde das erste Zweigwerk im rheinland-pfälzischen Daaden eröffnet. Von dort aus setzte Mubea seine Entwicklung kontinuierlich fort und etablierte sich als Spezialist für innovative Feder- und Leichtbautechnologien. Einen technologischen Meilenstein stellte 1980 die Entwicklung des ersten Rohrstabilisators dar, der erstmals im Porsche 928 eingesetzt wurde und durch sein geringes Gewicht neue Maßstäbe setzte.
Ab den 1980er Jahren begann die internationale Expansion. Mit dem ersten Standort in den USA (1981) folgten weitere Werke in Europa, Asien und später weltweit. Gleichzeitig entstanden zahlreiche technische Innovationen, darunter die patentierte Side-Load-Feder sowie neue Fertigungstechnologien für hochfeste und besonders leichte Fahrzeugkomponenten.
Ein weiterer Wendepunkt war die Eröffnung des ersten Werks für Tailor Rolled Blanks in Attendorn im Jahr 2004. Die dort entwickelte Kaltwalztechnologie trug wesentlich dazu bei, den Leichtbau im Automobilbereich weiterzuentwickeln. Parallel dazu eröffnete Mubea seinen ersten Standort in China und setzte damit den Ausbau seiner internationalen Präsenz fort.
Seit den 2010er Jahren hat das Unternehmen seine Kompetenzen kontinuierlich erweitert. Durch Übernahmen und technologische Entwicklungen entstanden neue Geschäftsfelder – unter anderem in der Faserverbundtechnik, der Luftfahrt sowie der Mikromobilität. Gleichzeitig blieb der Stammsitz in Attendorn das historische und strategische Zentrum des Familienunternehmens.
Heute beschäftigt Mubea mehr als 17.000 Mitarbeitende an rund 70 Standorten in 22 Ländern. Aus einer kleinen Federfabrik in Attendorn hat sich innerhalb von über 110 Jahren ein international tätiges Industrieunternehmen entwickelt. Die Geschichte von Mubea steht damit beispielhaft für den industriellen Wandel der Region und die Entwicklung Attendorns zu einem bedeutenden Wirtschaftsstandort.