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Große Emil-Schumacher-Ausstellung in Attendorn

Das Südsauerlandmuseum Attendorn präsentiert ab Sonntag, 20. September 2026, die Ausstellung „Sehnsuchtsorte – Das figurative Spätwerk von Emil Schumacher“. Mit einer Vernissage lädt das Museum um 15 Uhr zur Eröffnung ein.

Einer der bedeutendsten Künstler der Nachkriegsavangarde

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht das Thema „Mensch und Tier in der Natur“ im Spätwerk Emil Schumachers. Der Hagener Maler und Grafiker zählt zu den bedeutendsten Vertretern des deutschen Informel und der Nachkriegsavantgarde.

Das Informel löste sich nach dem Zweiten Weltkrieg von der gegenständlichen Darstellung: Statt eines erkennbaren Abbilds eines Menschen, eines Hauses oder einer Landschaft stand der Vorgang des Malens selbst im Vordergrund. Farbe, Material, Bewegung und unmittelbarer Ausdruck bestimmten das Bild. Farbe wurde spontan aufgetragen, und Oberflächen wurden übermalt, aufgekratzt und immer wieder neu bearbeitet.

Auch Emil Schumacher, 1912 in Hagen geboren, beschritt nach Krieg und Nationalsozialismus künstlerisch neue Wege. Seine Malerei ist geprägt von kräftigen Farben, breiten Gesten, dunklen Linien und intensiv bearbeiteten Oberflächen.

In seinem Spätwerk der 1980er- und 1990er-Jahre traten zunehmend gegenständliche Motive hervor. Dabei kehrte Schumacher nicht einfach von der Abstraktion zur Gegenständlichkeit zurück, sondern verband beides miteinander. Ohne die Errungenschaften seiner abstrakten Malerei aufzugeben, verwendete er in seinen Bildern erkennbare Motive: Tiere, menschliche Figuren, Häuser, Räder und Wagen sowie angedeutete Landschaften.

Moderne Form für ein altes Thema

Damit knüpfte Schumacher an sein eigenes Frühwerk an. Gleichzeitig griff er mit der Pastorale ein klassisches Thema der Kunstgeschichte auf. Die traditionelle Vorstellung einer ursprünglichen, von Menschen und Tieren belebten Landschaft verband er mit den Ausdrucksmitteln seiner abstrakten Malerei. Zugleich erhielten die landschaftlichen Assoziationen seiner abstrakten Werke der 1960er- und 1970er-Jahre einen neuen Zusammenhang.

Der Titel „Sehnsuchtsorte“ bezieht sich dabei nicht allein auf schöne oder ersehnte Orte. Hinter dem Titel der Attendorner Ausstellung steht die Vorstellung von Natur als Gegenraum zu einer modernen, technisch geprägten Welt. Der weitgereiste Künstler, der 1999 auf Ibiza starb, fand immer wieder Erholung bei Spaziergängen rund um Hagen und im Sauerland.

Der Sehnsuchtsort wird so zum Bild einer ursprünglichen Verbundenheit mit der Natur, und genau dafür fand Schumacher mit den Mitteln der abstrakten Malerei eine eigene moderne Form. Auf diesen besonderen Aspekt seines figurativen Spätwerks konzentriert sich die Ausstellung im Südsauerlandmuseum.

Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit dem Emil Schumacher Museum in Hagen realisiert. Das Südsauerlandmuseum dankt dem Emil Schumacher Museum für die Unterstützung und die Ermöglichung der Ausstellung.

Vernissage

Sonntag, 20. September 2026, 15 Uhr

Moderation: Monika Löcken (Leiterin Südsauerlandmuseum)

Einführung: Lara Kemler-Pradzinski (Emil Schumacher Museum, Hagen)

Grußwort: Theo Melcher (Landrat des Kreises Olpe)

Musik: Annina Struve