Chronik des Zweiten Weltkriegs
Zur Zeitgeschichte des Zweiten Weltkriegs in Attendorn1)
1. September 1939
Ausbruch des Zweiten Weltkriegs durch den deutschen Überfall auf Polen. Zu diesem Zeitpunkt hat die Stadt Attendorn 6.403 Einwohner.
8. September 1939
Die Kellerräume unter dem Kreuzbündnis am Klosterplatz, dem Gymnasium und unter den Häusern der Witwe Viegener am Wassertor, Kersting und Harnischmacher auf der Niedersten Straße, unter der früheren evangelischen Schule am Südwall und unter dem Haus Cohn in der Wasserstraße werden als öffentliche Luftschutzräume eingerichtet.
29./30. Juli 1940
Feindliche Flieger werfen beim Ortsteil Mühlhardt Sprengbomben ab, die aber keine größeren Schäden verursachen. Auch im September fallen feindliche Sprengbomben, durch die aber lediglich Wald- und Flurschäden angerichtet werden.
9. Juni 1941
Auf dem Platz der Oberschule wurden zur Belehrung der Bevölkerung original englische Brandbomben entzündet. Es sollte deren Wirkung und Bekämpfung kennengelernt werden.
18. Juli 1941
An diesem Tag erhält die Grausamkeit des Krieges einen Namen. So ist mit dem Tod des Soldaten Georg Hanz der erste Gefallene aus der Kernstadt zu beklagen. Bis zum Ende des Krieges treffen wöchentlich neue Schreckensnachrichten ein.
22.-24. Oktober 1942
Man beginnt damit, für Kriegszwecke die Bronzeglocken aus dem Turm der katholischen Pfarrkirche herunterzuschaffen.
1. Mai 1943
Mit diesem Tag wird die Verwaltung des Amtes Attendorn mit der Stadtverwaltung für die Dauer des Krieges zusammengelegt. Gemeinsamer Bürgermeister wird Josef Schütte. Gleichzeitig wird die Amtssparkasse mit der Stadtsparkasse vereinigt.
31. Dezember 1943
Zum Ende des Jahres zählt die Stadt Attendorn 6.896 Einwohner, davon sind an die 600 zur Wehrmacht eingezogen. Außerdem lebten am Ende des Jahres am Orte 1.080 Ostarbeiter, 520 Kriegsgefangene und etwa 400 Bombenflüchtlinge und Evakuierte.
27. Oktober 1944
Versammlung zwecks Entgegennahme von Anmeldung Freiwilliger für den „Volkssturm“. Es meldete sich niemand.
16. Februar 1945
Der Zug Finnentrop-Olpe wurde gegen 10 Uhr mit Bordwaffen beschossen. Es wird von 16 Toten und vielen Verwundeten gesprochen.
21. März 1945
Es fiel in Attendorn die erste Bombe. Eine Stabbombe schlug durch das Dach der Fabrik M. Kutsch bis in den Kellerraum, ohne zu zünden.
Quellen:
1) Sämtliche Quellen entnommen aus: Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Bände 3 und 4. – Das Schema zum Anflug alliierter Luftstreitkräfte stammt im Original von Dr. Manfred Schöne, Düsseldorf und ist dem Buch von Hermann Hundt, Bomben auf Attendorn, entnommen.