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"Walk & Pray" von Elspe nach Attendorn

70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem Kreis Olpe und darüber hinaus machten sich Anfang September 2026 auf den heimischen Jakobsweg. Eingeladen hatten die SGV-Abteilung Attendorn und der Verein für Orts- und Heimatkunde Attendorn zur gemeinsamen Ein-Tages-Pilgerwanderung "Walk & Pray" von Elspe nach Attendorn. Auch fünf Hunde waren mit ihren Herrchen und Frauchen dabei und hielten die anspruchsvollen 20 Kilometer tapfer durch.

70 Pilgernde erlebten einen bemerkenswerten Tag

Der Tag begann dort, wo für viele Pilgerwege im Sauerland ein besonderer Bezug zu Santiago de Compostela besonders spürbar wird: an der Kirche St. Jakobus der Ältere in Elspe, dem "Santiago des Sauerlandes". Ein besonderer Auftakt war der Pilgersegen von Pfarrer im Ruhestand Dieter Koke in der St.-Jakobus-Kirche. Koke, der den Jakobusgedanken in Elspe seit vielen Jahren mit großem Engagement lebendig hält, gab den 70 Pilgerinnen und Pilgern seinen persönlichen Segen mit auf den Weg.

Von Elspe führte der Weg zunächst über Grevenbrück – mit einer ersten Pause an der dortigen SGV-Hütte – ins Repetal. Über Dünschede, Niederhelden und Helden ging es schließlich in Richtung Attendorn. Dabei machten die Wanderer immer wieder an Kirchen und Kapellen Station: in Dünschede an der St.-Martinus-Kirche, in Niederhelden an der St.-Sebastianus-Kapelle und in Helden an der St.-Hippolytus-Kirche mit ihrer bekannten Krypta.

Geschichte(n) und Traditionen auf dem Jakobsweg

Unterwegs sorgten Ronald Kablitzki von der SGV-Abteilung Attendorn und Tom Kleine vom Heimatverein Attendorn für interessante Einblicke in Geschichte und Tradition des Jakobsweges. Tom Kleine ist seit einigen Wochen zugleich offizieller Pilgerpate des Jakobsweges für den Bereich Attendorn. Die beiden Wanderführer hatten zahlreiche Geschichten und Anekdoten im Gepäck. So ging es unter anderem um den Brückenheiligen Nepomuk in Grevenbrück und die Bedeutung der bekannten gelben Pilgermuschel auf blauem Grund. Und wer hätte gedacht, dass selbst der Köbes im rheinischen Brauhaus etwas mit dem Jakobsweg zu tun haben könnte?

Neben der geistigen war auch für die leibliche Stärkung gesorgt. In Dünschede empfing die pilgererfahrene Tina Kleeschulte die Gruppe zu einer besonderen Pause. Kleeschulte, die demnächst ein Buch über ihre eigenen Pilgerreisen nach Santiago de Compostela veröffentlichen wird, hatte zusammen mit Tom Kleine einen unter Pilgern bekannten Likör aus Navarra im Norden Spaniens vorbereitet. Später überraschte die SGV-Abteilung Attendorn die Wanderer im Repetal mit einer weiteren Rast und einem kühlen Pilgerbier.

Pilgerstempel zur Belohnung

Eine weitere Besonderheit begleitete die Teilnehmer den gesamten Tag: Jeder erhielt zu Beginn einen eigenen Stempelpass. Bis zum Ende der Wanderung füllte sich dieser mit insgesamt sechs Pilgerstempeln – eine kleine Erinnerung an einen außergewöhnlichen Wandertag auf dem heimischen Jakobsweg.

Nach dem Regen der vergangenen Tage zeigte sich auch das Wetter von seiner pilgerfreundlichen Seite. Fast durchgehend schien die Sonne, und auch die Stimmung in der Gruppe war hervorragend. Der Pilgertag erwies sich allerdings als durchaus ausgedehnt: Von der Abfahrt in Attendorn um 9.30 Uhr bis zum Abschluss in Attendorn um etwa 18.30 Uhr war die Gruppe unterwegs. Die Rückmeldungen der Teilnehmer waren überwiegend sehr positiv; vereinzelt wurde allerdings auch angemerkt, dass der lange Veranstaltungstag eine Herausforderung gewesen sei.

Abschluss im "Sauerländer Dom"

Zum Ende wartete noch ein besonderer Höhepunkt auf die Pilgergruppe: Im "Sauerländer Dom", der Pfarrkirche St. Johannes Baptist in Attendorn, spendete Pastor Jan Eike Welchering den Abschlusssegen. Damit schloss sich der Pilgerweg, der am Morgen mit dem Segen in der Jakobuskirche in Elspe begonnen hatte, nach einem abwechslungsreichen Tag in Attendorn.

Die große Resonanz hat die Organisatoren sehr gefreut. Die Verbindung aus Wandern, Pilgern, Geschichte und Gemeinschaft schien den Nerv vieler Menschen getroffen zu haben – und eine Fortsetzung ist bereits ins Auge gefasst. Voraussichtlich in zwei Jahren soll der nächste Abschnitt des heimischen Jakobsweges gemeinsam unter die Wanderschuhe genommen werden: von Attendorn nach Valbert.

"Der Jakobsweg beginnt vor der eigenen Haustür!"

Tom Kleine blickt zufrieden zurück: "Pilgern bedeutet vor allem, sich bewusst auf den Weg zu machen – und dafür muss man nicht unbedingt nach Santiago de Compostela. Der Jakobsweg beginnt vor unserer eigenen Haustür. Wer sich darauf einlässt, kann selbst auf kurzen oder eintägigen Etappen ganz besondere Erfahrungen machen, interessante Menschen treffen und seine Heimat noch einmal mit ganz anderen Augen entdecken. So wie wir von Elspe nach Attendorn."