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2. Attendorner Wirtschaftsgespräch

Foto - Matthias Horx

Keine Zeit für Ausreden!

Zukunftsforscher fordert Neuanfang

Matthias Horx, einer der einflussreichsten Trendforscher im deutschsprachigen Raum, begeisterte am 21. Mai 2003 mehr als 300 Besucher in der Attendorner Stadthalle mit provokanten Thesen.

Unter dem Motto "Die Zukunft von Wirtschaft und Gesellschaft" zeigte der Berater großer europäischer Unternehmen anschaulich die Trends auf, die unser Leben in der Zukunft beeinflussen werden.

Dazu zähle unter anderem der Bildungsanstieg der Frauen. Schon jetzt gäbe es unter den Abiturienten und Studenten mehr Frauen als Männer, Tendenz weiter steigend. Damit zähle nicht mehr körperliche Überlegenheit, sondern Bildung und Wissen. "Arbeitslosigkeit wird zu einem Problem der Männer", so Horx. Gleichzeitig sei ein signifikantes Ansteigen des Lebensalters festzustellen. So nehme die Lebenserwartung zurzeit pro Jahr um drei Monate zu. "Dennoch bekommen wir keine vergreiste Gesellschaft", weil die Menschen immer gesünder würden. Alte Menschen werden nicht "vor sich hin siechen", sondern vermögend und aktiv am Leben teilnehmen. Zwei weitere Megatrends sind nach Auffassung von Matthias Horx die Individualisierung sowie das Thema Gesundheit. Daraus resultiere ein verändertes Konsumentenverhalten, was wiederum nicht ohne Auswirkungen auf die Wirtschaft bliebe. "Immer mehr Menschen geben immer mehr in Billig-Läden aus". Das so ersparte Geld würde dann für hochwertige Produkte verwendet. Das ginge zu Lasten des mittelpreisigen Segments, der "toten Mitte", wie es Horx nannte. Die individuellen Erwartungen und Ansprüche an die Produkte werden nach Ansicht des Zukunftsforschers zur Abkehr von einer globalen Produktion hin zu einer wieder mehr regionalen Tätigkeit führen.

"Wir leben in einer Zeit des Umbruchs, in der uns die alten Denkmuster nicht mehr helfen", beschrieb Horx den Wandel von der Industrie- zur Wissensgesellschaft. Begriffe wie Rechts und Links sind für ihn als Überbleibsel aus der industriellen Gesellschaft Zeichen einer Verkrustung. "Wir brauchen keine Prophezeiungen sondern eine Auseinandersetzung mit dem Wandel", machte Horx Mut für die Bewältigung der Probleme.

Um der durchaus lebenswerten und auch wirtschaftlichen Erfolg versprechenden Zukunft entgegenzutreten, müsste aber zunächst die innere Grundhaltung geändert werden, so Horx: "Hören wir auf zu Jammern und nutzen unsere Chancen!". Dies sei besser als in der Krise zu verharren und immer nur zu klagen, denn "wenn man sich einer Krise nicht stellt, wird sie chronisch." Und mit Blick auf die vielen Vertreter aus Industrie, Handel, Banken, Handwerk und Gewerbe: "Lassen Sie sich nicht anstecken vom allgemeinen Gejammer, Sie müssen die Zukunft selbst gestalten!"

Matthias Horx traf mit seiner Botschaft den Nerv der Anwesenden, die den Blick nach vorne richten wollen. So wurde nicht nur im anschließenden Talk, sondern auch beim gemütlichen Beisammensein lebhaft über seinen Vortrag diskutiert. Viele schienen von den Thesen und Prognosen geradezu beflügelt, die Anregungen in die Tat umzusetzen.

Pressespiegel

Die Presseberichterstattungen über das 2. Attendorner Wirtschaftsgespräch bieten wir Ihnen hier im PDF-Format an:

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