Das ‚Rote Kreuz‘ steht oberhalb von Helden an der Heidenstraße nach Attendorn, direkt am „alten Fuhrmannsweg“, wie man hier sagt. Woher der Name ‚Rotes Kreuz‘ kommt, ließ sich nicht feststellen. Allerdings ist das schon lange eine Art Flurbezeichnung, denn bereits in der Chronik von 1898 beschreibt Dechant Sauer einen Spaziergang „am Roten Kreuz“ vorbei.
Im Heldener Pfarrarchiv findet sich die Abschrift eines Vertrages vom 07. 02. 1844: „Betr. Die Unterhaltung des Kreuzes auf der Höhe zwischen Helden und Attendorn – Zwischen dem Franz Vogt sen. [*17.05.1768 Dahm, † 05.09.1847 Helden] und dem [Neffen] Franz Vogt jun. [*14.11.1803 Dahm, † 19.01.1872 Helden] ist folgende Vereinigung vereinbart: § 1: Franz Vogt sen., gt. Greiten, verpflichtet hiermit seinen Nachfolger Franz jun., das auf der sogen. Heldener Höhe am Fußpfad stehende Kreuz zu unterhalten, derart, dass diese Verpflichtung auf dessen Erben und Nachfolger im Greiten Hause übergeht, welche Verpflichtung der F. Vogt jun. für sich und seine Nachfolger übernimmt ...“
Die erste im Roten Kreuz eingravierte Jahreszahl von 1842 läßt den Schluss zu, dass Franz Vogt sen. das Kreuz in diesem Jahr errichtete und zwei Jahre später seinem Neffen Franz die Pflege dafür übertrug. Anscheinend wurde ein Geldbetrag gezahlt „für Entbehrung und Abnutzens des Raums, worauf das Kreuz steht“. Des Weiteren wurde festgelegt, dass es „der (!) Pastorat und Franz Vogt jun. überlassen bleiben (soll), diese Verpflichtung abzulösen“. 1927 bekam „das sog. Rote Kreuz auf der Attendorner Höhe am 2. Ostertag einen neuen Korpus“. Wer die 175 Mark dafür stiftete, ist unklar.
Der Volksmund kennt eine andere Version: Wegen schlechter Arbeitsmöglichkeiten emigrierten ab 1834 viele Menschen gerade auch aus dem Kreis Olpe in die USA. Das 'Rote Kreuz' soll seine Entstehung einer solchen Auswanderung verdanken. Um 1860 seien die beiden Brüder Vogt aus Niederhelden nach Amerika ausgewandert. Wenn sie dort zu Wohlstand kämen, wollten sie ein Kreuz in der Heimat stiften. Sie hielten ihr Versprechen und überwiesen noch bis 1927 Geld für die Instandhaltung dieses Kreuzes.
„Das schlichte, eher anspruchslos erscheinende Kirchlein bekrönt weithin sichtbar eine Anhöhe.“ Dennoch ist es „keine übliche Dorfkirche“. Im Innern findet sich „Überraschendes, nämlich eine Krypta von sehr altertümlichem Charakter. ... Sie ist als ein jüngerer Nachfahre jenes (spätkarolingischen) Mescheder Typus anzusehen, zu dem übrigens auch die ergrabene Westkrypta des Kölner Domes gehörte“. Im Jahre 1935 entdeckte man im romanischen Gewölbe der Krypta wertvolle Malereien, die wohl aus der zweiten Kirche, um 1150 errichtet, stammen. Der im Fischgrätmuster gelegte Fußboden stammt von 1691.
Das Gotteshaus wurde wie Kloster Grafschaft vom Kölner Erzbischof Anno II. gegründet und 1074 evtl. auch von ihm geweiht. Vielleicht wurde deshalb schon im Mittelalter hier die berühmte Anno-Hymne „Gaude felix agrippina“ während der Kirchweihliturgie gesungen. 1330 erhielt das Gotteshaus seine heutige Gestalt. Ziemlich zeitgleich entstand auch die gotische Apostelserie im Altarraum, zu der auch Jakobus d.Ä. gehört. Der Friedhof ist um die Kirche herum angelegt, damit im Gottesdienst Lebende und Verstorbene verbunden sind. Die einheitlichen Kreuze auf den Gräbern verdeutlichen wie in Wormbach, dass im Tode alle gleich sind.
Quelle: „Wandern und Pilgern auf der Heidenstraße – Auf den Spuren der Jakobuspilger im kurkölnischen Sauerland zwischen Oberkirchen und Attendorn“ (ISBN 3-89710-296-X, Bonifatius-Verlag Paderborn) von Annemarie und Herbert Schmoranzer und Franz-Norbert Scheele, Herausgegeben vom Sauerländer Heimatbund.
Ärztenotdienst für das Wochenende:
11./12. Feb. 2012
» Arbeiten «
» Rathaus «