Banker trifft "Bänker"
Ob jung oder alt – jeder nutzt die "grüne Lunge" Attendorns zur Erholung oder in der Freizeit. Zum Problem kommt es jedoch, wenn in den Wäldern medizinische Hilfe benötigt wird und der genaue Standort benannt werden muss. Der Seniorenrat und einige Rentner aus Attendorn gründeten das Projekt "Ruhebank als Rettungsinsel" um dieses Problem zu lösen.
Sparkasse belohnt Senioren für vorbildliche Arbeit
In einer Pressemitteilung der Sparkasse Attendorn-Lennestadt-Kirchhundem heißt es:
"Attendorner Senioren kümmern sich auf Initiative des Seniorenrats ehrenamtlich um die Instandhaltung von über 500 Ruhebänken. Diese wurden in den letzten 12 Jahren von den Rentnern zu Rettungsinseln umfunktioniert. Dirk Stenger, Marktbereichsleiter Vermögensmanagement der Sparkasse Attendorn Lennestadt Kirchhundem besuchte die Gruppe bei einem ihrer Treffen. Er bedankte sich für die wertvolle Arbeit und lud im Namen der Sparkasse zu alkoholfreiem Bier und Fleischwurst ein.
Ruhebänke als Rettungsinsel
Die Senioren statten die Ruhebänke im Attendorner Stadtgebiet mit einem kleinen wetterfesten Resopalschild aus, auf dem neben einem "A" (für Attendorn) eine Zahl eingefräst ist. Diese Zahl kann Leben retten, sobald es zu einem Notfall kommt. Für jede Bank erstellen die Rentner ein Datenblatt. Dieses enthält allgemeine Informationen, ein Foto, eine Lage- und Zufahrtsbeschreibung sowie ein Satellitenbild mit GPS-Daten. Die Rettungsleistellen in Olpe und Lüdenscheid verfügen über diese Datenblätter und können in Notfällen bei Durchgabe der Bank-Nummer schnelle Hilfe leisten.
Viele Bänke bereits erfasst
Viele, aber noch nicht alle Bänke sind im Rahmen der Aktion des Seniorenrats mittlerweile erfasst. Dazu erklärt Walter Müller, Vorsitzender des Seniorenrats: „Wenn eine Bank noch keine Nummer hat, haben wir sie noch nicht gefunden. Wir müssen also einerseits die registrierten Ruhebänke kontrollieren, aber auch die ohne Nummer zu einer Rettungsinsel umfunktionieren.“
"Bänker" aus Leidenschaft
Regelmäßig kontrollieren die Rentner die Bänke und nehmen bei Bedarf Reparaturarbeiten vor. Eine enge Zusammenarbeit besteht hier mit dem Baubetriebshof, der den Senioren entsprechende Hilfsmittel und Werkzeuge zur Verfügung stellt. Damit werden vorhandene Bänke repariert oder neue Bänke aufgestellt. Die "Bänker" füllen nach getaner Arbeit Kontrollzettel aus und leiten sie an den Bauhof weiter. "So behalten wir alle den Überblick und erbringen einen Nachweis für die Kontrollarbeiten", verdeutlicht Uli Lingemann, der das Projekt ursprünglich im Seniorenrat initiiert hat.
Auch Senioren der Dörfer helfen
Neben den Attendornern engagieren sich auch Senioren der "Gruppe Wir" aus Lichtringhausen und der Dorfgemeinschaft Neuenhof. Sie setzen sich ebenfalls dafür ein, dass in ihren Wäldern entsprechende Bänke aufgestellt und mit einer Nummer versehen werden. Die Bänker im Ruhestand teilen die Leidenschaft und das Engagement, sich für die Gesellschaft einzusetzen. Walter Müller betont: "Die Arbeit macht uns Spaß und gleichzeitig tun wir etwas Gutes. Besser geht es ja gar nicht."