Die Hanse-Collage von Marlies Backhaus
Mit einer beeindruckenden Fotocollage der Künstlerin Marlies Backhaus hatte sich die Hansestadt Attendorn im Juni 2018 an der Internationalen Hanse-Ausstellung zum 38. Internationalen Hansetag in Rostock beteiligt.
Die Hansestadt Attendorn auf fünf Tafeln
Zu diesem Internationalen Hansetag entstand eine vielfältige und weltoffene Ausstellung, welche die Verbindungen der Hansestädte in Handel, Kultur und Politik widerspiegelte und somit die vielfältige Geschichte der Hanse und die Perspektiven des Internationalen Hansetages aufzeigte.
Die hansischen Überlieferungen wurden durch die Attendorner Künstlerin Marlies Backhaus in einer digitalen Collage aus eigenem Fotomaterial und Vorlagen aus dem Stadtarchiv Attendorn, bestehend aus 5 Einzeltafeln, wie folgt zusammengefasst:
Tafel 1
Tafel 1 zeigt einen Auszug aus einem Manuskript des Stadtarchivs Lübeck über die Lübecker Ratsfamilien. Dazu gehörte die Familie „von Attendorn“, deren Mitglieder Ratsherren in Lübeck waren und sogar das dortige Bischofsamt bekleideten. Noch heute gibt es auf Grund einer Stiftung in Lübeck die Attendorner Straße. Darüber liegt die Darstellung des hl. Christophorus, stellvertretend für die zahlreichen Kunstwerke, die durch den Wohlstand Attendorner Hansekaufleute nach Attendorn kamen. Darunter der Ausschnitt eines Gemäldes des mittelalterlichen Wassertors und die Marktplatzansicht des gotischen Rathauses. Abgeschlossen wird diese Tafel mit dem gotischen Stadtsiegel, dessen Silbertypar heute noch im Attendorner Südsauerlandmuseum gezeigt wird.
Tafel 2
Tafel 2 zeigt oben das spätmittelalterliche Siegeltypar, das in der Siegelumschrift auf die Stiftung eines Chorkapitels durch den Hansekaufmann Johann von der Becke 1396 verweist. Darunter das gotische Altarkreuz der Pfarrkirche St. Johannes Baptist, das den im hansischen Ostseeraum weit verbreiteten Triumphkreuzen nachempfunden ist. Daneben ein barocker Löwenkopf, Synonym für zahlreiche Steinskulpturen der Hansezeit, die sich in Attendorn noch erhalten haben. Darunter der Turm des „Sauerländer Domes“ aus der Zeit um 1220, an den sich ursprünglich eine romanische Dreikonchenanlage anschloss. Diese wurde ab ca. 1330 durch eine gotische Hallenkirche ersetzt, eine Stiftung des Hansekaufmanns Robert von der Becke.
Tafel 3
Tafel 3 zeigt im oberen Segment Laterne und „Ochsenauge“ der vor den Toren der Stadt gelegenen Burg Schnellenberg, deren Ursprünge bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen. Darunter das Hauptportal des Rivius-Gymnasiums, dessen Ursprünge auf eine mittelalterliche Lateinschule zurückgehen. Das „Attendorn Hensebuch“ verbindet die Tafeln 2 und 3 und weist auf das Recht der Attendorner Schmiedezunft hin, auf allen Märkten Westfalens Qualitätskontrollen durchführen zu dürfen. Rechts daneben der Eingang zum Pulverturm, darunter der neuzeitliche „Hansebrunnen“ des Attendorner Bildhauers Carl-Josef Hoffmann mit stilisierten Segeln einer Hansekogge von 1970.
Tafel 4
Tafel 4 zeigt oben die Gründungsurkunde der Nicolaikonfraternität von 1328, der heute noch existierenden Kaufmannsbruderschaft. Darunter eine moderne Bronzeplakette des Attendorner Bildhauers Carl Josef Hoffmann mit der Darstellung einer Hansekogge. Es folgt die mittelalterliche „Lavabonische“ aus dem historischen Rathaus und der moderne Brunnen „Geben und nehmen, strömen und ruh‘n“ der Sauerländer Bildhauerin Anneliese Schmidt-Schöttler. Abgeschlossen wird die Tafel durch die Giebelansicht des mittelalterlichen Rathauses und die aktuelle Version eines Stadteingangsschildes.
Tafel 5
Tafel 5 zeigt oben ein Detail aus dem/einen Gemälde der aus dem 13. Jahrhundert stammenden Burg Schnellenberg, größte Burganlage Südwestfalens und einstiger Stammsitz der Freiherren von Fürstenberg. In dieses Motiv ragt ein Ausschnitt des aus Tournai stammende mittelalterliche Altarretabels des vor Attendorn gelegenen Augustinerchorherrenstifts Ewig, gestiftet 1420 durch die Hansekaufleute Heinrich und Dietrich Weke. Darunter sieht man das alte und neue Logo des Westfälischen Hansebundes, der von Attendorn 1983 mitbegründet wurde. Der Internationalen Hanse der Neuzeit trat Attendorn im Jahre 2000 bei. Den Abschluss dieser Tafel bildet ein Relief des Wappens der Hansestadt Attendorn über dem Portal des Rivius-Gymnasiums mit dem kurkölnischen Kreuz und dem Halbmond als Symbol für den Stadt- und Kirchenpatron Johannes Baptist.