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Riesen-Adventskranz als Hoffnungsträger für Kinder

Auch in der dritten Adventswoche treffen sich bei Kerzenandachten und Weihnachtsgeschichten am Wicherkranz vor der Erlöserkirche die unterschiedlichsten Menschen. Die Spenden gehen an hilfebedürftige Familien.

Wagenbauer nicht nur für den Karneval aktiv

Zum zehnten Mal hat die evangelische Gemeinde vor der Erlöserkirche Attendorn der vier Meter große Riesen-Wichernkranz aufgestellt. Seit der Kampagne der Evangelischen Kirchen von Westfalen „Lasst uns nicht hängen“ (2008) macht die Gemeinde so auf das Problem wachsender Kinderarmut aufmerksam.

Der von den Karnevals-Wagenbauern gebaute Riesenkranz im Sauerland lädt dazu ein, in die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen zu investieren. Als „Hoffnungsträger“ möchte er gemeinsam mit den nach Attendorner Vorbild gebauten Wichernkränzen der Diakonie Österreich (in Klagenfurt, Wien, Salzburg, Linz, Gallneukirchen und Graz) Licht auf die sozialen Notlagen von Menschen und die vielfach prekäre Situation von Kindern und Jugendlichen werfen.

Illustre Schar von Gästen erwartet

So treffen sich vor der Attendorner Erlöserkirche montags bis freitags um 18.00 Uhr nicht nur „Engel und Bengel“ zu den abendlichen Kerzenandachten am Adventskranz. Gäste aus Öffentlichkeit und Ökumene beteiligen sich mit Liedern, Gebeten, Geschichten und Gedanken zum Advent, um besinnlich mit Klein und Groß Advent zu feiern und dabei nicht die Problematik von Kinderarmut und aktuellen Flüchtlingsschicksalen zu vergessen.

Am Montag (11.12.) hält die Vorsitzende des CVJM Attendorn Melanie Kirchhoff die Kerzenandacht. Am Dienstag (12.12.) kommt der „Nikolaus“ (`Pittjes´ Höffer) an den Wichernkranz. Diakoniepfarrer Dr. Christof Grote erzählt am Mittwoch (13.12.) die Geschichte. Zum Mitsingen lädt am Donnerstag (14.12.) der Landrat des Kreises Olpe, Frank Beckehoff, ein, und am Freitag (15.12.) wird Renate Biecker-Klaas vom Seniorenhaus St. Liborius die Kerzenandacht halten.

Vom Bürgermeister bis zur Feuerwehr

Auch in der dritten Adventswoche soll der Wichernkranz die Wartezeit auf Weihnachten verkürzen. Wieder gestalten verschiedene Gäste aus Ökumene und Öffentlichkeit abends um 18.00 Uhr die Kerzenandachten mit humorvollen und hintergründigen Gedanken zur Adventszeit:

Am Montag (18.12.) hält Iris Jänicke, Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes im Evangelischen Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg, die Kerzenandacht. Am Dienstag (19.12) kommt Bürgermeister Christian Pospischil an den Wichernkranz. Am Mittwoch (20.12.) erzählt Pfarrer Oliver Bretschneider die Geschichte, und am Donnerstag (21.12.) werden die Kinder beim Entzünden der 19. Kerze von Bläsern des Musikzuges der Freiwilligen Feuerwehr Attendorn begleitet. Am Freitag (22.12.) lädt Wendelin Heinemann mit Musik von „Maranatha“ zum Mitsingen ein.

Die Offene Kirche bietet am Mittwoch und Freitag anschließend bis 19.30 Uhr bei Musik und Kerzenschein Raum für Stille und Gebet.

Mit Spenden bedürftige Familien unterstützen

Spenden und Erlöse aus den Aktionen am Wichernkranz unterstützen bedürftige Kinder und Familien vor Ort und ermöglichen zum Beispiel die nächste Gutscheinaktion für kostenlose Schul- und Lernmittel („Diakoniemittel Kinderarmut“).

Der Begründer der Evangelischen Diakonie Johann Hinrich Wichern hatte 1839 den Adventskranz für die Straßenkinder des beginnenden Industriezeitalters „erfunden“. Wichern hatte die Kinder aus ihrem sozialen und seelischen Elend herausgeholt und in den geschützten Raum des „Rauhen Hauses“ vor den Toren Hamburgs gebracht. Da die Kinder während der Adventszeit immer fragten, wann endlich Weihnachten sei, konstruierte er aus einem alten Wagenrad einen Holzkranz mit 20 kleinen und vier großen Kerzen, um ihnen damit die Zeit bis Weihnachten zu verkürzen. Jeden Tag im Advent wurde an dem Kranz eine Kerze entzündet.
11.12.2017