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Mit einem Vorgriff auf den Etat 1975 in Höhe von 900.000 DM versucht die Stadt Attendorn mit ihrer Finanzmisere fertig zu werden. Bei zwei Enthaltungen verabschiedete der Rat der Stadt am Montagabend den ersten Nachtragsetat der Hansestadt, der im Verwaltungshaushalt für 1874 eine Verminderung von über 1 Mio. DM und im Vermögenshaushalt eine Verminderung von fast 1,5 Millionen DM vorsieht. Er schließt nunmehr im Verwaltungsteil mit 20,569 Mio. DM und im Vermögensteil mit 10,826 Mio. DM ab.

Stadtdirektor Sperling rechnete dem Rat vor, daß wegen der zu erwartenden Mindereinnahmen, bedingt durch die wirtschaftliche Lage und Kurzarbeit, "rigorose Kürzungen" vorgenommen wurden. Um einen Ausgleich des Nachtragsetats zu erreichen, mußten beim Grunderwerb für die Kürzungen eine Verpflichtungsermächtigung über 200.000 DM für 1975 vorgemerkt werden, eine weitere beim Bau der Großturnhalle in Höhe von 700.000 DM. Damit wird der Etat 1975 um 900.000 DM vorbelastet. Aus der allgemeinen Rücklage der Stadt wurden weitere 455.000 DM für den Ausgleich des Nachtragsetats entnommen, so daß die Rücklagen bis auf die Pflichtrücklagen fast ganz erschöpft sind.

Der Finanz-Experte der CDU-Fraktion, Roll, malte ein noch schwärzeres Bild der Zukunft als es die Verwaltung tat. Roll bezifferte den Einnahme-Rückgang im Verwaltungsetat auf 1,2 Mio. DM und im Vermögensetat wegen der zum Teil ausfallenden Landesmittel auf rund 1,9 Mio. DM. Kritik übte Roll an einigen Haushaltsüberdeckungen (Mittel für die Stadthalle, Abrechnungen Finnentroper Straße und Schuletat), die künftig nicht mehr hingenommen werden sollen. Gleichzeitig appellierte er an die Verwaltung, Stellenanhebungen und -ausweitungen mit äußerster Vorsicht anzugehen.