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Dienstag, 04. August 2020
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Historisches Tagebuch

Was passierte wann und wo in Attendorn? Mit dem Historischen Tagebuch möchten wir Sie teilhaben lassen an den vielen kleinen, aber auch einschneidenden Ereignissen der Vergangenheit.

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Es wurden 4678 Einträge gefunden

31.12.1973 Landrat Horst Limper zum Jahreswechsel

Liebe Mitbürger!
Die Gemeinsamkeit aller, die in unserem Kreis, in unseren Städten und Gemeinden politische Verantwortung tragen, lassen, so meine ich, das Weiterbestehen des Kreises Olpe als sicher erscheinen. Ungeachtet aller parteipolitischen Gegensätze und der vielartigen Interessenlage stand das Gemeinsame im Vordergrund. Dies und die Kraft der besseren Argumente geben dem zurückliegenden Jahr diesen guten Abschluß und lassen uns zuversichtlich in das kommende neue Jahr blicken.

Gelassenheit haben die Bürger dieses Kreises bei der Bewältigung all der Schwierigkeiten bewiesen, die sich aus der erschwerten Energieversorgung ergaben. Sie, liebe Mitbürger, haben damit wesentlich dazu beigetragen, daß eigentlich keine Krise - wie leichtfertig das Wort auch immer gebraucht wurde - entstand. Und Gemeinsamkeit zeigten alle Sauerlandkreise, als es darum ging, die schwierige Situation für unsere "weiße Industrie", das steil aufstrebende Fremdenverkehrsgewerbe, zu mildern und zu meistern.

Diese Gemeinsamkeit sollte auch unser Handeln im neuen Jahr bestimmen. Das Trennende, die unvermeidlichen und wohl auch unverzichtbaren Unterschiede sollen dabei nicht übersehen werden. Wichtiger aber ist all das, was unser gemeinsames Anliegen ist: Den Lebensraum unserer engeren Heimat zu erhalten und zu entwickeln, allen Beschäftigten ihren Arbeitsplatz zu sichern, die der Hilfe Bedürftigen materiell und menschlich zu betreuen, die Bildungschancen unserer Jugendlichen zu steigern, das Verständnis zwischen den Generationen zu fördern und all denen, die bei uns zu Gast sind, Erholungssuchenden wie ausländischen Arbeitnehmern, mit Freundlichkeit und Verständnis zu begegnen.

Wenn wir auf diesem gemeinsamen Weg nur ein Stück weiterkommen, muß es ein gutes neues Jahr werden, für das ich Ihnen, liebe Mitbürger, Gesundheit, Glück und Gottes Segen wünsche.

gez. Horst Limper
Landrat

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfalenpost Nr. 301, Silvester-/Neujahrsausgabe 1973/74.

01.01.1974 Frohes neues Jahr!

Allen Leserinnen und Lesern des Historischen Tagebuches der Stadt Attendorn wünsche ich ein frohes neues Jahr! Mögen all Ihre Wünsche in Erfüllung gehen bei guter Gesundheit und Wohlergehen. Dazu möge auch unser Tagebuch wieder beitragen - mit Auszügen aus den Zeitungen von 1974. Attendorn vor 40 Jahren eben.

Mit herzlichen Grüßen
Ihr Stadtarchivar Otto Höffer

02.01.1974 SPD: Signale für den Kreis Olpe stehen gut

Für den Kreisvorstand der SPD übermittelt uns der SPD-Kreisvorsitzende Rudolf Purps zum Jahreswechsel das nachstehende Grußwort:

Mancher Bürger unseres Kreises mag in der Silvesternacht dem neuen Jahr 1974 skeptisch entgegenblicken; das Wort von Öl- und Energiekrise wirft seine Schatten voraus. In dieser Situation sind weder Dramatisierung noch Verharmlosung am Platze, hier heißt es für alle demokratischen Kräfte, in gemeinsamer Anstrengung alle Aspekte nüchtern zu erörtern und nach bestmöglichen Lösungen zu suchen.

Ich bin sicher, daß die Bürger unseres Kreises ihren Teil dazu beitragen und nicht auf die Parolen jener Gruppen eingehen werden, die aus Gerüchten Profit zu ziehen suchen.

Über die Gegensätze der Tagespolitik hinweg zeigte sich 1973, daß Zusammenarbeit der politischen Parteien in übergreifenden Fragen Vorteile für alle bringen kann. Ich meine die Bemühungen um den Erhalt eines selbständigen Kreises Olpe. Schon am 28. April 1973 faßte die SPD - und mit ihr alle SPD-Fraktionen - den einstimmigen Beschluß, sich weiterhin für den Erhalt des Kreises Olpe einzusetzen. Die Gründe dafür sind so ausführlich in der Presse erläutert worden, daß ich nicht weiter auf sie eingehen will.

In dieser Frage zogen die Kreisparteien von CDU und SPD symbolisch gesehen an einem Strick. Glaubten im Sommer noch viele, der Zug sei für den Kreis abgefahren, so kann man zum Jahreswechsel mit Optimismus in die Zukunft sehen; die Signale stehen gut, ein Kreis Olpe wird mit einiger Sicherheit bestehen bleiben. Wir Sozialdemokraten haben uns für 1974 vorgenommen, dieses Ziel zu erreichen.

Im Namen des Kreisvorstandes der SPD wünsche ich Ihnen allen ein gesundes und erfolgreiches 1974!

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfalenpost Nr.1 vom 02.01.1974.

03.01.1974 CDU-Vorsitzender Schauerte: Für humane Gesellschaft

Das Jahr 1973 hat viele Menschen in unserm Land nachdenklich gemacht. Als die Hektik des Wahlkampfjahres 1972 verpflogen war, sah manch einer die Dinge wieder nüchtern. Niemandes Bäume wachsen in den Himmel. Das gilt für den öffentlichen wie für den privaten Bereich. Augenmaß und Entschlossenheit tuen not, um eine allen dienende Fortentwicklung unseres Landes und unserer Gemeinden zu garantieren.

Wer diese Gesellschaft sprengen will, sprengt die Hoffnung der Menschen auf eine glückliche Zukunft. Wir wollen diese Gesellschaft hier und heute verbessern. Wir wollen die Freiheit und den Wohlstand aller Menschen in unserem Land. Wir wollen das Erreichte stärken und sichern, wo es bedrängt ist. Die CDU hat das auf ihrem großen Parteitag in Hamburg am 20.11.1973 in klaren und eindeutigen Beschlüssen zum Ausdruck gebracht.

Unsere Vermögenspolitik stärkt die wirtschafltiche Freiheit unserer Bürger. Sie macht aus Abhängigen Teilhaber.

Unsere Mitbestimmungspolitik erweitert die Verantwortung vieler Millionen Arbeiter und Angestellten. Sie macht aus Arbeitnehmern Partner.

Unsere Bodenrechtspolitik sichert humanere Lebensbedingungen in den Gemeinden. Sie macht aus Bewohnern Bürger.

Unsere Berufsbildungspolitik schafft der heranwachsenden Generation Chancen für ihr Leben. Sie macht aus Lehrlingen und Gesellen selbstbewußte kritische junge Bürger.

Dies alles wollen wir nun anpacken, dazu brauchen wir ihr Vertrauen, Ihre Mitarbeit und auch Ihre Kritik im neuen Jahr. Wir fühlen uns verpflichtet, die weitschauende Politik von Helmut Kumpf, dessen zu früher Tod uns alle betrift, für den Kreis und seine Bevölkerung in seinem Sinne fortzusetzen.

Im Namen der CDU des Kreises Olpe wünsche ich Ihnen und Ihren Familien die Zufriedenheit des Herzens, Gesundheit sowie ein erfolgreiches neues Jahr.

Ihr Hartmut Schauerte
Kreisvorsitzender der CDU

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfalenpost Nr. 1 vom 02.01.1974.

04.01.1974 Neubau Hoffmann an der Ennester Straße eingeweiht

Nach zweijähriger Bauzeit eröffnete Innenarchitekt Paul Hoffmann sein neues Einrichtungshaus an der Ennester Straße. Das Geschäfts- und Wohnhaus verfügt über eine Straßenfront vom 25 m. Der neue Baukörper trägt wesentlich zur Verbesserung des Stadtbildes in diesem Teil Attendorns bei. Zwei baufällige Fachwerkhäuser, die teilweise auch den Straßenverkehr stark behinderten, mußten dem Neubau weichen. Damit ist auch an dieser Stelle die Sanierung ein Stück vorangekommen. Gerade in der Ennester Straße hat sie im Gegensatz zu anderen Teilen der wieder aufgebauten Innenstadt bisher kaum Fortschritte verzeichnen können.

Den Plan für den fünfgeschossigen Baukörper mit 5.000 Kubikmeter umbauten Raum schuf H. W. Thesing (Düsseldorf), die Bauleitung lag in den Händen des Attendorner Architekten Rudolf Keimer. Die Verkaufsfläche des Möbelhauses wurde von 130 auf 600 qm vergrößert. In den oberen Stockwerken wurden acht Appartment-Wohnungen und drei große Wohnungen eingerichtet.

Während der Eröffnungsfeier wies Toni Schulte (ein Sohn des Attendorner Heimatdichters) in einem in Versmaß gegossenen Prolog auf das stattliche Bündel von Schwierigkeiten hin, das beim Bau zu überwinden war. Am Eröffnungtermin waren auf den Tag genau dreizehn Jahre verstrichen, seit Paul und Dietlinde Hoffmann im elterlichen Haus in der Ennester Straße 16 ihr Geschäft gründeten (= 1961).

Zur Eröffnung gratulierte dem Inhaber-Ehepaar auch der frühere Bundestagsabgeordnete Franz Lenze.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfalenpost Nr. 2 vom 03.01.1974.

05.01.1974 Pfarrkirche wurde jetzt zur Baustelle

In der Pfarrkirche St. Johannes Baptist begannen umfangreiche Restaurierungsarbeiten, die etwa drei Monate dauern werden. Es werden neue Bodenplatten verlegt und ein neues Heizsystem gebaut. Während der Dauer der Bauarbeiten haben die evangelische Gemeinde die Erlöserkirche und die Franziskanerpatres ihr Gotteshaus zur Verfügung gestellt. Die neue Gottesdienstordnung ist wie folgt: An Sonn- und Feiertagen 7.00 Uhr Franziskanerkirche, 8.15 Uhr evangelische Kirche, 8.30 Uhr Josefskirche, 9.00 und 10.00 Uhr Franziskanerkirche, 10.15 Uhr Josefskirche, 11.00 Uhr Hospitalkirche, 11.15 Uhr Josefskirche, 17.00 Uhr Josefskirche. Die Vorabendmesse bleibt, wie bisher, samstags 19.00 Uhr in der Josefskirche. Tauffeiern sind sonntags, 14.30 Uhr in der Josefskirche. An Werktagen sind folgende Gottesdienste: 8.00 Uhr Franziskanerkirche, 9.00 Uhr Mädchenbildungsstätte, 9.00 Uhr Josefskirche.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfalenpost Nr. 3 vom 04.01.1974.

06.01.1974 Gut Ewig soll künftig mit 450 Strafgefangenen belegt werden

Vorwiegend Gemeinschaftszellen sehen die Neubauentwürfe vor, die NRW-Justizminister Dr. Diether Posser bei seinem Besuch in Gut Ewig am Biggesee-Staudamm vorlegte. Anstelle der Baracken, die teilweise bereits 20 Jahre alt sind, sollen in aufgelockerter Bauweise neue Gebäudekomplexe entstehen, die künftig eine Belegung bis zu 450 Gefangenen ermöglicht. Bis 1976 - zu diesem Zeitpunkt läuft die Ausnahmegenehmigung für die Nutzung der Baracken ab - oder "etwas später" sollen die umfangreichen Baumaßnahmen abgeschlossen sein. Der Architekt wurde erst vor zwei Wochen mit der Ausarbeitung der Entwürfe beauftragt, so dass konkrete Pläne noch nicht vorgelegt werden konnten. Eines steht jedoch fest: Die Vollzugsanstalt hat sich mit diesem Neubauobjekt für alle Zeiten im Kreis Olpe etabliert. Auch die "offene Anstalt" so Minister Posser zur Westfalenpost, wird als ständige Einrichtung in Gut Ewig erhalten bleiben. Die Bauarbeiten sollen in Teilabschnitten durchgeführt werden, sodaß der Anstaltsbetrieb nicht eingestellt werden muß.

Die seinerzeit gemachten Versprechen, nach denen in Gut Ewig nur Kurzstrafen verbüßt werden sollten, sind durch die Justizreform längst überholt. Zur Zeit verbüßt der Großteil der 342 Gefangenen Strafen zwischen drei und 18 Monaten (Erstbestrafte). Ein weiterer Teil kommt im Wege des progressiven Strafvollzuges nach Gut Ewig. Täter, die lange Freiheitsstrafen verbüßen, werden über ein Auswahlverfahren zur Verbüßung der restlichen Freiheitsstrafe Gut Ewig zugewiesen. Vor ihrer Entlassung werden diese Gefangenen in das sogenannte "Übergangshaus" übernommen, das besondere Vergünstigungen für die Gefangenen vorsieht. Wie freie Arbeitnehmer dürfen die Gefangenen - Zur Zeit in Gut Ewig 28 - ihren Arbeitslohn für sich behalten.

Um den Sicherheitsbedürfnissen der Bevölkerung Rechnung zu tragen, so der Minister in dem Pressegespräch - können nur ein Teil der Gefangenen eine Arbeitsstelle außerhalb des Hauses aufsuchen. Zur Zeit sind es in Gut Ewig 141, während 28 weitere Gefangene im Haus von fremden Firmen beschäftigt werden. Der Rest wird für den eigenen Betrieb benötigt.

Die verständnisvolle und aktive Arbeit des Beirates der Justizvollzugsanstalt Gut Ewig unter der Regie der Landtagsabgeordneten Rickers fand die volle Anerkennung des Ministers: "Dafür möchte ich Ihnen Dank sagen - sie versehen eine Gesellschaftsaufgabe ersten Ranges." Gleichzeitig hob Dr. Posser hervor, daß in Gut Ewig bisher keine Straftaten festgestellt wurden..

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfalenpost Nr. 4 vom 05.01.1974.

07.01.1974 Statistik der katholischen Pfarrgemeinde

Ein Rekordergebnis erbrachte die Adveniatkollekte der katholischen Kirchengemeinde mit 46.476 DM. Das sind 16 Prozent mehr als im Vorjahr. Eine 20prozentige Steigerung war auch bei den Kollekten für Hunger und Krankheit in der Welt und für Katastrophen zu verzeichnen. Etwas mehr als 50 Prozent der Gläubigen besuchten die sonntäglichen Gottesdienste. An Feiertagen nahmen 90 Prozent der Gläubigen daran teil. Die Geburtenziffer geht weiter zurück. Ein Drittel der getauften Kinder sind Ausländer. In Klammern die Zahlen des Vorjahres: Taufen 153 (153), davon 49 (43) Ausländer; Beerdigungen 91 (96); Trauungen 106 (104); Kirchenaustritte: 5 (1); Konversionen 5 (4); Kommunionen: 175.680 (183.180). In Ennest wurden folgende Zahlen registriert: Taufen 21 (19); Beerdigungen 8 (9); Trauungen 9 (5); Kommunionen 23.000 (25.000).

08.01.1974 Goldene in Dünschede

Das Fest der Goldenen Hochjzeit feiern am heutigen Tage bei guter Gesundheit Anton Böhmer (75) und Ehefrau Hedwig Böhmer geborene Plaßmann (73), Zur Leye 32. Guter Musik und Büchern gilt das Interesse des Goldpaares. Frau Böhmer ist seit sechs Jahren blind. Weite Spaziergänge unternimmt der Jubilar auch heute noch. Sieben Kinder und 19 Enkel werden am heutigen Tage in der ersten Reihe der Gratulanten stehen.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfalenpost Nr. 7 vom 09.01.1974.

09.01.1974 Insterburg & Co in der Stadthalle

"Herzlichen Glückwunsch zur Eintrittskarte" heißt das neue Programm von Insterburg & Co, jenem bekannten Berliner Pop-Kabarett, das am Dienstag, dem 29. Januar, in der Attendorner Stadthalle gastieren wird. Vier Tage zuvor sind Karl Dall, Peter Elebracht, Jürgen Barth und Ingo Insterburg wieder einmal auf der Mattscheibe zu sehen. Dies Mal bei Manfred Sexauer im ARD-Musikladen. Um 20 Uhr beginnt in Attendorn das Konzert mit den komischen Liedern. Zwei Stunden wird die Veranstaltung etwa dauern. Nach Schobert & Black ist dies nun in Attendorn der zweite sogenannte Liederabend. Damals konnte ein "volles Haus" verbucht werden. Sicher wird das bei dem Auftritt von Insterburg & Co ebenfalls so sein, denn bisher waren sämtliche Vorstellungen im Rahmen ihrer Deutschland-Tournee ausverkauft.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfalenpost Nr. 7 vom 09.01.1974.

10.01.1974 Westdeutsche Tennismeisterschaften in Milstenau

"Weil es ihnen im vergangenen Jahr so gut gefallen hat, kommen sie wieder", so Walter Viegener, Besitzer der supermodernen Tennishalle im kleinen Milstenau zwischen Attendorn und Heggen. Und so wird es dann auch werden: am 25., 26. und 27. Januar finden hier die zweiten Westfälischen Hallen-Tennismeisterschaften statt. Die gesamte Elite wird dabei sein. Favoriten sind bei den Herren Rolf Pinner, Uwe Gottschalk und bei den Damen Birgit Wegemann (RW Hagen). Sie wurde im vergangenen Jahr mit Rolf Pinner (Blau Weiß Soest) Hallenmeister 1973.Rund 500 Zuschauer verfolgten damals spannende Begegnungen.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfalenpost Nr. 8 vom 10.01.2014.

11.01.1974 Vorgänger des Sauerländer Domes entdeckt

Bekanntlich ist seit Jahresbeginn die katholische Pfarrkirche Attendorn Baustelle geworden. Jetzt wurde im "Sauerländer Dom" ein Zeugnis für die geschichtsreiche Vergangenheit der alten Hansestadt im wahrsten Sinne des Wortes freigelegt. Entdeckt wurde das Fundament der romanischen Kirche, die früher einmal am gleichen Platz die Vorgängerin der heutigen frühgotischen Hallenkirche war. Aus der romanischen Zeit stammt noch der heutige Turm.- Für das gefundene Mauerwerk zeigt auch der Landeskonservator Interesse. Er wird nach einer Besichtigung weitere Untersuchungen vornehmen.

Die alten Mauern geben darüber Auskunft, daß die romanische Kirche eine Länge von 40 m hatte. Der später Kirchenbau wurde 1350 konsekriert. Nach Auffassung von Pfarrer Klinkhammer sind es möglicherweise Attendorner Kaufleute gewesen, die sich damals den Wunsch erfüllen konnten, das alte Gotteshaus durch eine größere und modernere Kirche zu ersetzen.

Daß aber der Bau damals in jedem Falle eine bemerkenswerte Leistung war wird deutlich, wenn man sich vergewissert, daß die Einwohnerzahl der Stadt und ihrer Umgebung sich im Vergleich zu heute bescheiden ausnahm. So hatte z. B. noch 1872 die Gemeinde Attendorn - dazu gehörte die heutige Großgemeinde außer Helden - noch nicht einmal 1800 Seelen.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfalenpost Nr. 9 vom 11.01.1974.

12.01.1974 Südumgehung Attendorns mit viel Lärm im Bau

Die Arbeit der mächtigen Explosionsramme ist im weiten Umkreis nicht zu überhören. Sie leistet am Ufer der Bigge in Höhe der Firma Hoesch beim früheren Walzwerk die Vorarbeiten für die südliche Umgehungsstraße Attendorns. Auf einem 450m langen Stück werden Stahl-Spund-Bohlen in den Boden gerammt. Sie machen den Verlauf der künftigen Straße, die eine Breite von 8.50 m haben wird, sichtbar. Gleichzeitig wird eine Regulierung des Flußlaufes vorgenommen. Die neue Umgehungsstraße wird an einer Stelle bis zu fünf Meter in das Biggebett gezogen.

Eine Bochumer Firma führt diese Arbeiten im Auftrag des Straßenneubauamtes Siegen aus. Sie sollen in drei Monaten abgeschlossen sein, sodass dann mit dem Anfüllen des Bodens begonnen werden kann.

Die südliche Umgehungsstraße Attendorns wird wie folgt verlaufen: Bei Ewig erfolgt der Abzweig von der L 539. Unter der Bahnlinie weitergeleitet, führt die Straße hinter dem Werk Muhr & Bender über die Schlachtwiesen hinter der Firma Hoesch, entlang der Bigge bis zum Stellwerk. Mit einer Hochbrücke überquert die neue Straße Bundesbahn und Landstraße. An der Böschung oberhalb der Bundesbahnlinie weitergeleitet führt sie hinter dem Belgischen Depot wieder auf die L 539.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfalenpost Nr. 10 vom 12.01.1974.

14.01.1974 Attendorner von Interpol gejagt

Offensichtlich scharf auf Publicity ist der wegen mehrfachen Bankraubs von Interpol gesuchte Friseur Joachim Elmar Burghaus, der - so die "Quick" - aus Attendorn stammen soll. Der 25jährige hatte sich mit der Redaktion der Illustrierten in Verbindung gesetzt. An einem geheimgehaltenen Ort in Holland erzählte er dem Reporter seine heiße Story: "Ich habe mehr Banken ausgeraubt, als die Polizei weiß." Seit fünf Monaten wird Joachim Burghaus nun vergeblich gesucht. Wie die Illustrierte zu berichten weiß, soll der Attendorner dicke Konten in Zürich, Liechtenstein und New York haben. Nach der Sendung "Aktenzeichen XY-ungelöst" wurde er am 16. Februar 1973 in Liechtenstein von der Polizei verhaftet, nachdem über den Bildschirm die Fahndung ausgelöst worden war. Doch Burghaus gelang es später, aus dem Untersuchungsgefängnis in Bonn über den Blitzableiter zu entkommen. Seitdem ist er auf der Flucht und schreibt u.a. in der "Quick": ... wie kann er (Red. gemeint ist Eduard Zimmermann) vor Millionen Fernsehzuschauern behaupten, ich würde von der Schußwaffe Gebrauch machen? Ich habe noch nie auf Menschen geschossen. Das ist die Wahrheit."

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfalenpost Nr. 11 vom 14.01.1974.

15.01.1974 Zahl der Jubilare wächst stetig

Die große Zahl der noch aktiven Jubilare bei der Firma Muhr und Bender erhöhte sich im zweiten Halbjahr 1973 gleich um zehn. Firmenchef Josef Muhr ehrte Alfred Brinker, Attendorn, und Johannes Witte aus Heggen. Sie sind bereits 40 Jahre bei der Firma tätig. Für je 25 Jahre Betriebszugehörigkeit wurden geehrt: Frau Margarete Borlinghaus, Helden, Frau Lene Hesse, Attendorn, Richard Franke, Bamenohl, Karl Puwalski, Attendorn, Hubert Haase, Illeschlade, Walter Hoppe, Attendorn, Werner Schröder, Heggen und Josef Dudek aus Attendorn.

In Anwesenheit einer großen Anzahl älterer Jubilare und Mitarbeiter wurden den Jubilaren während einer Feierstunde außer dem Geschenk der Geschäftsleitung auch Geschenke der Mitarbeiter überreicht. Ebenfalls erhielten sie als Erinnerung neben der Urkunde der Industrie- und Handelskammer eine besondere Firmenurkunde. Josef Muhr hob in seiner Ansprache die Leistung der Jubilare hervor und wies darauf hin, daß durch die immer größer werdende Zahl der Betriebsjubilare die gute Atmosphäre zwischen Firmenleitung und Belegschaft besonders deutlich wird.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfalenpost Nr. 12 vom 15.01.1974.

16.01.1974 Sauerlandia baut 25 Jahre Karnevalswagen

Das soeben begonnene Jahr 1974 bringt für den MGV "Sauerlandia" Attendorn erneut ein Jubiläum: Bei den Wagenbauern der Attendorner Karnevalsgesellschaft ist der MGV in diesem Jahr 25 Jahre mit von der Partie. Dieses Jubiläum wurde in der Jahreshauptversammlung besonders herausgestellt.

Als Senior des Vereins wurde Ernst Graf (76) für 60jährige Vereinstreue mit dem goldenen Ehrenabzeichen des Deutschen Sängerbundes ausgezeichnet. Das Geschenk des MGV Sauerlandia: Ein Frühstückskorb.

Für 45jährige Vereinstreue erhielt Ewald Harzheim die DSB-Nadel, für 25jährige Mitgliedschaft Walter Schirmeyer und Walter Keseberg die Silbernadel. Weil sie bei jeder Chorprobe im vergangenen Jahr dabei waren, gab's ein Präsent für Willi Krämer, Werner Keseberg und Walter Stinn.

Aus dem umfangreichen Geschäftsbericht von Hans Brinker ging hervor, daß der MGV zur Zeit über 106 Mitglieder verfügt und im letzten Jahr 42 Chorproben durchgeführt wurden. Für weitere vier Jahre im Amt bestätigt wurden von der Versammlung: Schriftführer Hans Brinker, Leiter des Knabenchores Peter Isphording, Beisitzer Walter Schirmeyer und Jugendwart Franz Ludwig Peer.

Auch für 1974 erwartet den MGV ein umfangreiches Programm. An zahlreichen Freundschaftssingen will man ebenso teilnehmen wie am Chorfest "Bigge-Lenne" in Olpe. Ein Konzert mit Orchester ist in der Attendorner Stadthalle geplant. 1975 wird der Verein an einem Wettstreit teilnehmen. Die Veranstaltung am 9. Februar in der Attendorner Stadthalle steht unter dem Motto "Gemütlich war's doch allemal im Kreis der Sauerlandia", ein bunter Abend für Jedermann.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfalenpost Nr. 13 vom 16.01.1974.

17.01.1974 Eiszeitliche Funde in einer Höhle bei Biggen

Häftlinge der Justizvollzugsanstalt haben das Loch mit Bohlen verrammelt. Doch der Einstieg in die "Fledermaushöhle" neben der Landstraße am Ahauser Stausee soll nicht auf Dauer verschlossen bleiben. Das Landesmuseum für Vor- und Frühgeschichte in Münster hat einen Schutzbau angekündigt. Damit steht drei Jahre nach ihrer Entdeckung fest: Diese 1971 bei Straßenbauarbeiten lautstark mit Dynamit aus ihrem Dornröschenschlaf geweckte und freigesprengte Höhle wird nicht verplompt wie die fünf Eingänge der unweit gelegenen "Bärenhöhle" oder gar verfüllt.

Zwar muß noch manches Detail geklärt werden - so z.B. die Frage: Wer zahlt den elektrischen Strom? Wer hat einen Schlüssel zum Schutzbau und wer gibt Erläuterungen? Doch der Bau mit einer in die Höhle hineingeschobenen Aussichtskanzel, mit Schautafeln, evtl. auch mit Tonbändern ist beschlossene Sache. Kosten: 30.000 Mark.

Für Professor Dr. Wolfgang Schirmer vom geographischen Institut (Abt. Geologie) der Universität Düsseldorf ist das nicht gerade ein umwerfender Betrag, wenn man weiß, daß der Straßenbau an dieser Stelle allein für die Gestaltung der Felswand eine etwa siebenstellige Summe verschlungen hat. Der Professor hat mit Frau und Freunden von Februar bis in den Juli 1972 hinein samstags und sonntags hier gegraben. Ein Raum über dem Kuhstall des benachbarten Gutshofes von Spee wurde zum Behelfsquartier.

Der Wissenschaftler zum Aussehen seines Forschungsprojektes: "Es ist keine Höhle zum A-Sagen." Entdecker-Erwartungen, die auf eine Neuauflage der "Atta"-Höhle oder auf eine Verbindung zum unterirdischen Rennomierstück der benachbarten Hansestadt spekulierten, wurden enttäuscht. Es bedurfte auch des Einsatzes von Beziehungen zur oberen Naturschutzbehörde, ehe sich seinerzeit die Auffassung durchsetzte: diese Höhlenforschung sollte auch finanziell gefördert werden.

Und das wurde nun gefunden: schlecht erhaltene Knochenfragmente, die nur durch weitere Präparation in einen erkennbaren Zustand versetzt werden können. Skeletteile von Klein- und Großsäugern - so z. B. von den mindestens seit 10.000 Jahren ausgestorbenen Höhlenbären, Reste von Steinwerkzeugen und Holzkohle. Dr. Schirmer: menschliche Spuren etwa ab 8.000 vor heute. In den z. T. auch ortsfremden Steinen liest der Geologe von Wanderungen und Entwicklungen. Der Professor: "Unsere Steine leben."

Höher noch als solche Details aber bewertet er die Tatsache, daß hier erdgeschichtliche Zusammenhänge mit den verschiedenen Phänomenen von Warm- und Kaltzeiten über einen Zeitraum von einigen hunderttausend Jahren hinweg an einer Wand überschaubar werden. Das scheint Grund genug für die Erhaltung.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfalenpost Nr. 14 vom 17.01.1974.

18.01.1974 5jährige Simone lag tot vor ihrem Bettchen - Wohnung brannte total aus!

Den Tod eines fünfjährigen Mädchens forderte gestern im Attendorner Schwalbenohl ein Wohnungsbrand. Gegen 8.30 Uhr war das Feuer in einem 16-Familien-Haus in der Magdeburger Straße ausgebrochen. Ursache dürfte die Explosion eines Ölofens sein. Rettungsfahrzeuge aus Attendorn, Olpe und Lüdenscheid waren im Einsatz.

Um Sturmschäden zu beheben, fuhren gestern Morgen der Attendorner Dachdeckermeister Theo Bilsing und seine Leute zum "Schwalbenohl". Durch eine aufsteigende Rauchwolke in der Magdeburger Straße wurden die Arbeiter von ihrem Vorhaben abgelenkt. "Das Wohnzimmer brannte lichterloh", so Theo Bilsing gestern zur WP. Ihm und seinen Männern war es nicht möglich, zu dem Zeitpunkt Rettungsversuche anzustellen. Selbst der unmittelbar darauf eintreffenden Feuerwehr gelang es nicht sofort, in die Wohnung einzudringen, da die Gesichtsmasken wegen Rauch und Kälte beschlugen. Stadtdirektor Sperling: "Uns fehlt ein Kriechgang für schweren Atemschutz."

Tot hinter einer Tür vor ihrem Bettchen fanden dann die Wehrmänner die fünfjährige Simone Endrejat zusammengekauert. Ihre Eltern, der 33jährige Kfz-Mechaniker Günther Endrejat und dessen Frau Gabriele, sowie der zweijährige Bruder René konnten lebend geborgen werden.

Der sofortige Einsatz der Feuerwehr konnte ein Ausbreiten des Brandes auf die umliegenden Wohnungen verhindern. Neben sämtlichen Attendorner Fahrzeugen wurde auch die Drehleiter aus Olpe eingesetzt. Die in Attendorn stationierte hydraulische Drehleiter kam nicht früh genug zum Einsatz, da sich das schwere Fahrzeug auf dem durch Nässe aufgeweichten Boden festgefahren hatte. Unaufhörlich heulten die Sirenen von DRK und Krankenwagen durch die Stadt.

Während die Feuerwehrleute die durch Rauchvergiftung bewußtlose Gabriele Endejat, Mutter der fünfjährigen Simone, bewußtlos auf den Stufen des Treppenhauses fanden und nach draußen transportierten, gelangte deren Mann Günther Endrejat nur dürftig bekleidet über die Leiter nach draußen. Seine Frau wurde von dem 37jährigen DRK-Ausbilder Josef Eisenburger mit Sauerstoff versorgt. Die Wohnung der Familie Endrejat brannte total aus.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfalenpost Nr. 15 vom 18.01.2014.

19.01.1974 Bellachini hat Geburtstag

Gestern wurde er 78 Jahre alt. Er ist eher jung als alt, denn Auto fahren wird bei ihm genauso großgeschrieben wie etwa "Spazierengehen". Theodor von Schledorn, bekannt als Bellachini. Doch Meister "Abrakadabra" reiste ab. In seinem Häuschen einsam am Waldesrand in Rieflinghausen war er an seinem Ehrentag nicht anzutreffen. So berichteten es die Nachbarn. Gestern war deswegen auch nicht festzustellen, ob sich in den letzten Jahren wieder Damen für die Rolle als "schwebende Jungfrau" empfohlen haben. Zu seinem 70. Geburtstag waren es immerhin fünfzig.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfalenpost Nr. 15 vom 18.01.1974.

20.01.1974 Attendorner Kirchenfunde sollen der Bevölkerung gezeigt werden

Großes Interesse zeigt die Bevölkerung für die bei Bauarbeiten in der katholischen Pfarrkirche freigelegten Funde. Mauerreste verschiedener Bauperioden, Grabplatten und ein mittelalterliches Schwert zählen dazu. Um nach der völlig freigelegten im Boden befindlichen Substanz eine Zeichnung anzufertigen, hat das Landesamt für Denkmalpflege Dr. Lobbedey (Münster) nach Attendorn beordert. Die Historiker vermuten, daß die vorromanische Kirche, welche heute vor der frühgotischen Hallenkirche an gleicher Stelle gestanden hat, um das Jahr 800 erbaut wurde. Um die Arbeiten nicht zu stören wird die Bevölkerung aufgefordert, die Kirche nicht zu betreten. Unter der sachkundigen Leitung des Archäologen Dr. Lobbedey werden in Kürze Führungen durchgeführt, bei denen jedem Bürger Gelegenheit gegeben wird, sich über die Vergangenheit zu informieren.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfalenpost Nr. 17 vom 21.01.1974,

21.01.1974 Georg Lütticke gewann nach Punkten

Ein guter Erfolg war für die Boxer der ABV Plettenberg/Attendorn der Zwischenrundenkampf um die Südwestfalenmeisterschaft. Vier Kämpfer qualifizierten sich für die Teilnahme am Endkampf, der am 15. Februar in Hagen-Haspe ausgetragen wird. Durch Losentscheid wurden bereits vor dem Boxkampf 4 heimische Boxer für den Endkampf bestimmt.

Die Zuschauer in der bis auf den letzten Platz besetzten Mehrzweckhalle in Neu-Listernohl geizten nicht mit Anfeuerungsrufen und Applaus für die Akteure. Unter ihnen der Schirmherr der Veranstaltung, Bürgermeister Hammer, Stadtdirektor Sperling, und Stadtoberamtmann Schmelzer. Die Münze der Stadt Attendorn erhielt als kampfstärkster Boxer des Abends der 12jährige Frank Weißheim (Attendorn). Im Schwergewicht kämpften Georg Lütticke (Attendorn) und Buhre (Iserlohn). Lütticke zeigte überraschend gute Leistungen und wurde Sieger nach Punkten. Westfalenmeister Möbus (Senioren Schwergewicht) aus Hagen zwang seinen Gegner Lamm (Iserlohn) zweimal auf die Bretter und gewann nach Punkten.
Mit Spannung verfolgten die vielen Spanier den Einlagekampf ihrer Landsleute Frias und Wlasso (beide ABV Plettenberg/Attendorn) im Senior-Leichtgewicht. Der Kampf endete remis. Fritsch (Iserlohn) siegte im Jugend-Bantamgewicht gegen Schaft (ABV Plettenberg/Attendorn). Der Ringrichter beendete den Kampf nach der zweiten Runde wegen technischer Überlegenheit. Markus Viegener, Attendorn (Jugend-Bantamgewicht) blieb nur einen Punkt hinter seinem erfahrenen Gegner Martin (Iserlohn). Di Giosia (Menden) und Vey (Arnsberg) standen sich im Senior-Halbmittelgewicht gegenüber. Vey nutzte konsequent die körperlichen Vorteile und gewann den Kampf nach Aufgabe des Gegners in zweiter Runde.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfalenpost Nr. 17 vom 21.01.1974.

22.01.1974 Rainer Bruse jetzt an der TV-Vereinsspitze

Der TV Attendorn, mit weit über 1.000 Mitgliedern die größte Sportgemeinschaft im Kreis Olpe, wählte auf Vorschlag des bisherigen 1. Vorsitzenden Adolf Reinen einstimmig Rainer Bruse an die Spitze des Vereins. Auf die aktive Mitarbeit von Adolf Reinen, der seit 1945 im Vorstand tätig ist, wollten die Mitglieder nicht verzichten und bestimmten ihn zum stellvertretenden Vorsitzenden.

Nach den Neu- bzw. Wiederwahlen gehören folgende Mitglieder dem Vorstand an: Geschäftsführer Toni Sangermann, Kassierer Willy Voß, Beisitzer Dr. Merschkötter, Sozialwart Toni Bilsing,die Abteilungsleiter Karl-Heinz Wörenkämper (Schwimmen), Erich Roll (Turnen), Rudi Krahn (Tischtennis), Werner Albrecht (Ski), Rudolf Erwes (Judo), Christel Hoffmann (Frauenabteilung und Mutter und Kind), Manfred Hennes (Radsport), Leichtathletikwart Ernst Roll, Oberschwimmwart Götz Volkmann, Wasserballwart Gerd Stoehl.

Zu stellvertretenden Abteilungsleitern wurden gewählt: K. J. Wurm (Tischtennis), Alfons Kraume (Ski), Günter Fechner und Elmar Keseberg (Judo). Dem neu gewählten Jugendausschuß gehören an: Luzie Habbel, Bernd Niederhagen, Klaus Hamers, F. J. Teipel, Jutta Arens.

1.000 Turnstunden wurden von 350 Turnern und Turnerinnen absolviert. Trotz größter Konkurrenz aus dem Siegerland erreichte Thomas Geisel bei den Gau-Meisterschaften Platz 1. Bei den Schüler-Mannschaftskämpfen in Grevenbrück waren die Jahrgänge 59 und 61 erfolgreich.

Bei den Westdeutschen Skimeisterschaften (Alpin) wurde Bernd Greitemann zweimal Westdeutscher Jugendmeister. Sein Bruder Markus belegte bei den Schülern Platz 1; Silvia Albrecht in der Sparte "Nordisch" Platz 4.

Bei einem Pokalturnier der Judokas belegte auf Bundesebene Rudolf Erwes Platz 2. Ebenfalls einen zweiten Platz errang Heike Henning bei den "Westdeutschen". Von den 230 Mitgliedern der Judo-Abteilung wurden 100 Gürtelprüfungen abgelegt. Vier 1. und zwei 2. Plätze wurden bei der Bezirksmeisterschaft errungen.

Der Nachwuchs der Radsportabteilung kam u.a. bei Rennen in Köln, Bonn, Wuppertal, Gladbeck und Herten unter die ersten zehn. Die Prüfung als Übungsleiter legten ab: Helga Hoffmann, Theo Hoffmann, Erhard Töllner, Günter König, Gerd Heimes, Luzie Habbel und Peter Roll.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfalenpost Nr. 18 vom 22.01.1974.

23.01.1974 Oberkreisdirektor verabschiedete Dr. König

Im Rahmen einer Gesellschafterversammlung der Biggesee GmbH verabschiedete Oberkreisdirektor Dr. Grünewald den Geschäftsführer des Ruhrtalsperrenvereins und des Ruhrverbandes, Baudirektor Bauassessor a. D. Dr.-Ing. h.c. Hans Werner Koenig (65) als Mitglied der Gesellschafterversammlung. Dr. Koenig, der seit 1955 alleiniger Geschäftsführer der beiden Ruhrverbände war und mit Ablauf des vergangenen Jahres in den Ruhestand trat, gehörte mit Oberkreisdirektor a. D. August Zimmermann und dem Ersten stellvertretenden Landesrat a. D. Dr. Naunin zu den Gründern der Gesellschaft. In seiner Dankesrede hob Dr. Grünewald vor allem hervor, daß Dr. Koenig trotz seiner vielen beruflichen Verpflichtungen im In- und Ausland sich persönlich für die Planung und die Durchführung der Anlagen eingesetzt habe. OKD a. D. Zimmermann erinnerte an die Ursprünge der Gesellschaft und hob die persönliche Verbundenheit Dr. Koenigs mit dem Kreis Olpe hervor, in dem er vor dem Kriege längere Zeit gelebt hatte.

Nachfolger von Dr. Koenig ist Dr. Fritz Bergmann (MdL), der mit den Verhältnissen der Biggesee GmbH als früherer Kämmerer der Ruhrverbände bestens vertraut ist. Dr. Koenig und Dr. Bergmann haben ebenso wie Landesrat Brauner, der heute den Landschaftsverband in der Gesellschaft vertritt, verdienstvollen Anteil daran, daß sich die Biggesee GmbH zu einem bedeutenden Unternehmen in unserer Freizeitgesellschaft fortentwickeln kann.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfalenpost Nr. 19 vom 23.01.1974.

24.01.1974 Ein neues Fahrzeug für die Attendorner Wehr

Ein neues Löschgruppenfahrzeug "LF 8" im Wert von 70.000 Mark übergab Bürgermeister Hammer in Anwesenheit von Stadtdirektor Sperling und Stadtoberamtmann Schmelzer der Löschgruppe Attendorn. Pfarrer Klinkhammer gab dem Fahrzeug die kirchliche Weihe. Bürgermeister Hammer dankte den Wehrmännern für ihren selbstlosen Einsatz und gab der Hoffnung Ausdruck, daß sie auch weiterhin zum Wohle der Bevölkerung zur Stelle sein würden. Abschließend wurde mit dem neuen Fahrzeug eine Schaumübung vorgeführt. Das Fahrzeug besitzt eine Vorbaupumpe, dessen offene Bauweise eine einfache Wartung und Bedienung gewährleistet; ferner eine eingeschobene Tragkraftspritze und die Ausrüstung für neun Personen. Für die musikalische Umrahmung sorgte der Musikzug der Attendorner Wehr unter der Leitung von Hauptmusikzugführer Rudi Wurm.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfalenpost Nr. 20 vom 24.01.1974.

25.01.1974 Ehrennadel für Christel Hoffmann

Die Ehrennadel des Deutschen Turnerbundes überreichte das Vorstandsmitglied Alois Braunschneider vom Turngau Siegerland der Abteilungsleiterin des TV Attendorn Christel Hoffmann aufgrund ihres vielseitigen Einsatzes im TV (sie leitet die Abteilungen der Turnerinnen, Schülerinnen, Mutter und Kind und erteilt auch im Lehrschwimmbecken Schwimmunterricht) erhielt sie diese Auszeichnung als erste Turnerin des TV Attendorn. Braunschneider erwähnte, daß dieser Einsatz nicht als Selbstverständlichkeit angesehen werden darf. Der TV Attendorn sei ihr zu Dank verpflichtet.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfalenpost Nr. 21 vom 25.01.1974.

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