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Historisches Tagebuch

Was passierte wann und wo in Attendorn? Mit dem Historischen Tagebuch möchten wir Sie teilhaben lassen an den vielen kleinen, aber auch einschneidenden Ereignissen der Vergangenheit.

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12.07.1973 Keine Frage nach dem Parteibuch der Eltern

Sehr zünftig soll es für 40 Jungen im Alter von 10 bis 14 Jahren am letzten vollen Ferienwochenende werden, die die ganze Ferienzeit keine Gelegenheit hatten, von zu Hause wegzukommen. Für diese Jungen organisiert die CDU-Ortsunion Attendorn ein Zeltlager-Wochenende in der Zeit vopm 20.-22.07 in der Rüspe. Unter der Leitung von erfahrenem Personal sollen dort einige Tage verlebt werdedn, die den Jungen aus der Hansestadt als Entschädigung für die Urlaubsreise dienen sollen. Kostenlos und unabhängig von der Parteizugehörigkeit der Eltern und den Konfessionen wird ein richtiges Zeltlager entstehen mit allem, was dazugehört: Lagefeuer, Braten, Wandern, Spielen. Für die Eltern sei gesagt, daß die Ortsunion für alle Fälle eine Unfall- und eine Haftpflichtversicherung für alle Kinder abgeschlossen hat. Auch für Schlafsäcke und Eßgeschirr ist gesorgt.

Die Eltern, die ihre Söhne an diesem Lager teilnehmen lassen wollen, werden gebeten, diese bis zum 14. Juli bei der Kreisgeschäftsstelle der CDU in Olpe oder bei Reinhard Henze, Attendorn, Nordwall, persönlich, schriftlich oder telefonisch anzumelden. Die Berücksichtigung erfolgt nach dem Eingang der Anmeldung.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfalenpost Nr. 157 vom 11.07.1973.

13.07.1973 Fahrradtour mit Pastor Klinkhammer

Rund 100 Jungen folgten dem "Ferienaufruf" von Pastor Klinkhammer, der an zwei Tagen zu einer Radtour in die nähere Umgebung einlud. Nach der Messe in Waldenburg setzte sich die radfahrende Kolonne unter der Leitung des Pastors in Bewegung. Rund 65 km wurden täglich zurückgelegt. Die Jungen kehrten müde, aber dennoch begeistert in ihre heimatlichen Gefilde zurück.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfalenpost Nr. 159 vom 13.07.1973.

14.07.1973 Selbst im Ruhrgebiet läuft die Werbung für Biggesee in Flammen

Die Vorbereitungsarbeiten beim Verkehrsverein laufen auf vollen Touren: Der "Biggesee in Flammen" soll auch in diesem Jahr zu einer echten Attraktion werden. Noch intensiver als bisher wird die Werbetrommel gerührt, schließlich wollen die Unkosten (man spricht von annähernd 14.000 DM) gedeckt werden.

Über 20.000 Handzettel werden in diesen Tagen im Ruhrgebiet, im Siegerland, im Bergischen und im Hochsauerland verteilt. 600 Plakate künden die Großveranstaltung vom Samstag, dem 21. Juli, nicht nur in Attendorn an: "Großfeuerwerk am Biggesee". In diesem Jahr sind einige Änderungen eingetreten: Nicht wie in den Vorjahren wird das Feuerwerk (es dauert über eine halbe Stunde) aus der Waldenburger Bucht, sondern von einem Ponton aus geschossen, der genau zwischen dem Hauptdamm und der Waldenburger Bucht auf dem Wasser liegt. Er misst eine Länge von 18 Metern.

Verantwortlich für das Gelingen der bunten Feuerwerksattraktion ist das Ehepaar Prinz aus Essen, zwei bekannte Pyrotechniker. 100 Feuerwehrleute wollen zusammen mit der Polizei für einen reibungslosen Ablauf sorgen. An den Randwegen vom Hauptdamm bis zur Waldenburger Bucht werden Würstchen- und Bierstände aufgestellt sein. Musikalisch unterhalten der Fanfarenzug Lichtringhausen und die Feuerwehrmusiker aus Ennest bereits um 19.30 Uhr. Das Feuerwerk steigt um 21 Uhr.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfalenpost Nr. 150 vom 14.07.1973.

15.07.1973 Jubiläum: Vogel kurz und klein geschossen

Kaiser der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Helden wurde am Samstag Manfred Rinscheid (52) aus Berlinghausen. Als Prokurist der Firma Franz Hüttemann (Attendorn), Kassierer des SV 04 und eifriges Mitglied des Sportschützenclubs Mooskamp ist er in Stadt und Land ein bekannter Mann, dem zahlreiche Glückwünsche übermittelt wurden.

Am Kaiserschießen nahmen alle bisherigen Könige der Schützenbruderschaft Helden teil, die in diesem Jahr zum 25. Mal ihr Schützenfest feiert. Im ersten Durchgang wurde mit leichtem Schrot geschossen - anschließend mit Brennecke-Munition. Eineinhalb Stunde strotzte das stolze Wappentier in luftiger Höhe den gezielten Schüssen der ehemaligen Könige. Dechant Becker behielt mit seiner Behauptung "Der Vogel wird kurz und klein geschossen" recht. Alfons Seidel schoss die Krone, Bruno Belke (Köln) den Kopf, je einen Flügel Josef Sauerländer und Dr. Robert Rüenauver (Wiesbaden), während Josef Kleine (Repe) den größten Teil des Rumpfes von der Stange holte. Nur ein Rest blieb Manfred Rinscheid, der ihn mit geschultem Auge anvisierte und von der Stange holte.

Erster Brudermeister Josef Rüenauver überreichte Manfred Rinscheid die Kaiserkette, die künftig von den Königen getragen wird. Im Festzelt erfolgte die Kaiserproklamation. Der neuen Majestät und der Schützenbruderschaft galten die Glückwünsche des Bürgermeisters Hammer. Für die Vereine des Repetales gratulierte der Vorsitzende des Sportvereins Helden, Franz Köper. Der Bezirks-Bundesmeister der Bruderschaften, Demmerling, nahm zahlreiche Ehrungen vor. Geehrt wurde der Präses Dechant Becker. Siebzig Mitbegründern der Bruderschaft wurde die silberne Verdienstnadel überreicht.

Der Kirchturm der 900 Jahre alten Hyppolitus-Pfarrkirche war von Scheinwerfern angestrahlt, als zum Ausklang des Tages der Große Zapfenstreich, ausgeführt von den Musikern aus Helden und Heggen, ertönte. Am großen Festzug am Sonntagnachmiuttag beteiligten sich auch die Schützen aus Attendorn, Listerscheid, Neu-Listernohl, Windhausen, Dünschede, Biekhofen und Oberveischede.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfalenpost Nr. 161 vom 16.07.1973.

16.07.1973 Helfer aus Attendorn

Zum Internationalen "Wachtturm-Kongress" der "Zeugen Jehovas" im Düsseldorfer Rheinstadion werden 60 von 60.000 erwarteten Besuchern aus Attendorn anreisen. Die Attendorner Versammlung delegiert auch sieben Helfer in die Landeshauptstadt.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfalenpost Nr. 161 vom 16.07.1973.

17.07.1973 Rezepte

Am Nebentisch im Gasthaus wurde lebhaft diskutiert. Die Damen der vorwiegend älteren Runde waren in der Überzahl und überdies in ihrem Element, denn es ging ums Kochen und Essen und die Kehrseite dieser Medaille, die sich auf Gewichtsskalen und an Bundweiten zeigt.

"Alles, nur keine Pillen!" erklärte die Dame mit der modischen Kappe. "Die können ja so gefährlich sein. Das reinste Gift, sage ich euch!" - "Jawohl", bekam sie Schützenhilfe von der Nachbarin, "das sagt unser Hausarzt auch, daß es nicht jeder verträgt. Besser sind schon Naturprodukte, Kräutertees zum Beispiel."

"Wenn die nur besser schmeckten", sagte ein Herr und seufzte. "Aber irgend etwas muß man doch tun, Übergewicht ist zweifelsohne auch gefährlich." - "Der Fehler ist", sprach darauf ein anderer, "daß man erst hinterher etwas tut. Vorher muß man handeln, meine Freunde, vorher! Vor jeder Mahlzeit die Kalorien berechnen und nie sein Maß überschreiten. Das ist die Lösung!"

"Vor allem nicht so viel Kartoffeln essen", behauptete eine weitere Diskussionsteilnehmerin. "Aber nicht doch, Kartoffeln sind absolut harmlos!" widersprach sofort jemand. Unterschiedliche Auffassungen wurden auch zu Butter und Pflanzenfett, zu Reis und Milch laut, der guten Ratschläge war schier kein Ende, und das war auch einzusehen, denn von keinem in der Runde hätte ich sagen können, er sei ein sogenannter dürrer Hecht. Die Debatte endete freilich abrupt, als die Serviererin ein Tablett mit hochbeladenen Platten herbeitrug. Der Kalorienberechner erhielt und verzehrte (ohne zu rechnen) ein reich garniertes Schnitzel mit einem ansehnlichen Berg Pommes frites.

Ich zahlte meinen Schoppen und ging schmunzelnd meiner Wege. So ist das halt mit den Schlankheitsrezepten. Die Botschaft hört man wohl ...

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfalenpost Nr. 162 vom 17.07.1973.

18.07.1973 Attendorns Feuerwehr hatte viele Gäste

Trotz des regnerischen Wetters fand das Sommerfest der Freiwilligen Feuerwehr großen Zuspruch. Die vor dem Feuerwehrhaus aufgestellten Tische und Stühle waren bei der Bierprobe am Samstagabend restlos besetzt. Der Regen am Sonntag konnte das Fest nicht beeinträchtigen. Die Einsatzwagen der Wehr wurden auf den Vorplatz gefahren, so fanden die zahlreichen Gäste im Feuerwehrhaus ausreichend Platz. Die Männer im blauen Rock hatten keine Mühe gescheut ihren Gästen einen angenehmen Aufenthalt zu bieten. Reißenden Absatz fand die schmackhafte Erbsensuppe aus der Gulaschkanone. Heiße Würstchen und kühle Bierchen waren auch nicht weniger gefragt. Auch die Kinder kamen zu ihrem Recht. Sie hatten ihre Freude an den süßen Sachen, dem eigens für sie aufgebauten Karussell oder an den Fahrzeugen der Wehr, denen sie ihre besondere Aufmerksamkeit schenkten. Für gute Unterhaltung sorgte der Musikzug der Wehr.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfalenpost Nr. 162 vom 17.07.1973.

19.07.1973 30 Nachwuchs-Interpreten in Attendorn

Das verspricht ein echter Knüller zu werden: die erste Probe der Mini-Heinos, Peter Alexanders und Manuelas, die sich am 1. September im "Talentschuppen" der Stadthalle Attendorn ein Stelldichein geben werden, verlief so überzeugend, daß es schon den ersten Applaus auf offener Szene gab"! Etwa 30 Nachwuchsinterpreten trafen sich am Sonntagvormittag auf der Bühne der Stadthalle mit dem Leiter des Verkehrsbüros, Klaus Böhler, und einem Vertreter der Kapelle Jaspers. Die Band wird am 1. September für die musikalische Begleitung sorgen. Bis dahin muß noch hart geprobt werden. Angekündigt haben sich bereits Produzenten von namhaften Schallplattenfirmen.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfalenpost Nr. 163 vom 18.07.1973.

20.07.1973 Unser Dorf soll schöner werden: Bewertungskommission unterwegs

An zwei Tagen weilte die Landeskommission des Wettbewerbs "Unser Dorf soll schöner werden" im Kreise Olpe. Mit den teilnehmenden Orten Neu-Listernohl, Oberhundem, Saalhausen und Wirme stellte der heimische Kreis die größte Teilnehmerzahl in Westfalen.

Ob eine Gold- oder Silbermedaille "drin ist", kann noch nicht gesagt werden, schließlich werden innerhalb von 14 Tagen 41 Ortschaften von der Kommission bereist. Zu den Bewertern zählen Gartenbaudirektoren, Architekten und ein Gärtnermeister. Kommissionsleiter Joachim Klingbeil bezeichnete die Teilnehmer-Bereitschaft aus dem Kreis Olpe als eine erfreuliche Entwicklung, die ein Verdienst von OKD Dr. Grünewald und von Kreisheimatpfleger Theo Hundt sei.

In Neu-Listernohl erinnerte Pastor Müller an die Schwierigkeiten, die von der Bevölkerung für die Dorf-Neugründung zu überwinden waren. Vorbildliche Anlagen seien hier aufgrund mancher Eigeninitiative geschaffen worden. Den Dank dokumentierten heute viele Urlauber oder Feriengäste durch Bewunderung. Ein Lob zollte der Pastor auch dem RTV, der seinerzeit in Neu-Listernohl für eine ordentliche Ortsbepflanzung gesorgt hat.

Wird es im Jahre 1973 ein Ort im Kreis Olpe schaffen? Das ist die große Frage. 1972 hießen die Sieger Altastenberg (Kreis Brilon), Bockhorst (Kreis Halle) und Stockum (Kreis Lüdinghausen). Bekanntgeben wird das Ergebnis der Präsident der Landwirtschaftskammer am Mittwoch, dem 1. August, in Seppenrade, dem "Gold-Dorf" von 1969. Drei Orte werden jedenfalls Westfalen-Lippe im Bundeswettbewerb vertreten. Aus insgesamt 422 Dörfern muß, wie man so schön zu sagen pflegt, "gesiebt" werden.

Die fünfzehnköpfige Bewertungs-Kommission hat nicht gerade eine leichte Aufgabe zu erfüllen. Um ein möglichst gerechtes und umfassendes Urteil zu fällen, steht am Ende eines jeden Besichtigungs-Tages eine Besprechung an, bei der das "Gesehene" eingehend diskutiert wird.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfalenpost Nr. 165 vom 20.07.1973.

21.07.1973 Schützenfest in Dünschede

Die St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft feiert an diesem Wochenende ihr Schützenfest. Es beginnt am heutigen Samstag um 20 Uhr mit einem Platzkonzert auf dem "Rötheplatz". Am Sonntag geht es um 9 Uhr mit dem Schützenhochamt weiter. Der Festzug beginnt um 14.30 Uhr. Ab 18.30 Uhr Konzert und Schützenball. Der Montag beginnt um 8.30 Uhr mit dem Vogelschießen. Danach Königsproklamation und Frühschoppen. Der Festzug beginnt um 16 Uhr. Um 19 Uhr geht es dann mit dem Schützenball weiter. Die Musik wird ausgeführt vom Musikverein Grevenbrück und Tambourkorps Dünschede.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfalenpost Nr. 166 vom 21.07.1973.

22.07.1973 Biggesee in Flammen

Neuer Rekord beim halbstündigen großen Feuerwerk "Biggesee in Flammen". Auf 40.000 Besucher schätzt die Polizei die Schar der Neugierigen, die sich dieses bunte Spektakulum nicht entgehen lassen wollten. Rund 10.000 Fahrzeuge waren auf den üblichen und den zusätzlich bereitgestellten Parkplätzen abgestellt. Ein Lob für die Beamten: Sie steuerten den Strom der Blechkarossen mit so viel Überblick und Elastizität, daß es keine größeren Staus und keine Unfälle gab.

Meinung im Publikum dort, wo man den Vergleich zu 1971 und 1972 zog: Schöner als alles, was bisher geboten wurde. In der Tat: Das Feuerwerk war - so Vorsitzender Helmut Hohage von veranstaltenden Verkehrsverein - durch etliche weitere "Pracht-Bomben" umfangreicher gestaltet. Eine wesentliche Verbesserung bedeutete die neue Abschussstelle auf dem vom Ruhrtalsperrenverein zur Verfügung gestellten Ponton.

Neben dem verstärkten Aufgebot der Polizei waren Feuerwehrleute aus Attendorn, Neu-Listernohl und Gerlingen im Einsatz. Dabei waren auch der Malteser-Hilfsdienst und das THW, dessen Leute für die Beleuchtung am Neu-Listernohler Übergang sorgten.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfalenpost Nr. 167 vom 23.07.1973.

23.07.1973 Dieter Hundt besorgte Treffer zum Ausgleich

Leichte Mittelfeldvorteile für die Hansestädter bestimmten die erste Halbzeit beim Freundschaftsspiel gegen die SpVg Plettenberg am Samstag auf dem Sportplatz an der Kölner Straße. Mit einem 1:1 (0:0) Unentschieden trennte man sich schließlich.

In der ersten Hälfte gab es drei Höhepunkte zu verzeichnen: zum einen die Glanzparade von Plettenbergs Torwart Vogler nach einem harten Schuss von Manfred Klein aus der Drehung, zum anderen das knappe Verfehlen des Ziels durch einen Schrägschuss von Dieter Hundt, sowie die freistehende Vergabe von Manfred Klein nach einem mustergültigen Pass von seinem Brunder Bernd.

In der 71. Minute ging Plettenberg durch den Halblinken Feldmann mit einem Treffer unter den Querbalken in Führung, Genau zehn Minuten später wurde Dieter Hundt von Karl Zeller angespielt und markierte den Ausgleich, nachdem er zwei Abwehrspieler ausgeschaltet hatte.

Die Chance zum Siegestor für Attendorn vergab vier Minuten vor Schluß Hartmut Kolisch: sein Schuss aus ca. fünf Metern wurde von Keeper Vogler pariert.

Eine tolle Parade bot auch Attendorns Schlußmann Ochel in der 62. Minute, als er eine Granate von dem Halblinken Feldmann souverän entschärfte.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfalenpost Nr. 167 vom 23.07.1973.

24.07.1973 Raubüberfall in Dünschede

Opfer eines Raubüberfalls wurde in der Nacht zum Montag gegen 2.45 Uhr ein 41jähriger Mann in der Nähe der Schützenhalle in Dünschede, wo bekanntlich das Schützenfest gefeiert wurde. Zwei unbekannte Männer schlugen ihn nieder. Anschließend tasteten sie die Kleidung des Überfallenen ab. Dabei wurden sie vermutlich gestört und rannten in Richtung Dorfmitte davon.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfalenpost Nr. 168 vom 24.07.1973.

25.07.1973 Schützenoberst überreicht Orden in Biekhofen

Beim Schützenfest der "St.-Hubertus-Schützen" Biekhofen ehrte Kreisoberst Willi Kemmerich 17 Schützenbrüder für 25jährige Vereinszugehörigkeit. Willi Kemmerich würdigte ihre Bemühungen um den Aufbau des Vereins. Hier die Namen der Jubilare: August Bender, Siegfried Bäcker, Alfred Becker, Franz Cramer, Heribert Höffer, Berthold Keseberg, Karl Luke, Hubert Luke, Franz Lütticke, Ernst Lorenz, Richard Springob, Willi Sangermann, Erich Stumpf, Theo Stumpf, Leo Stumpf, Alfred Stumpf, Helmut Stumpf.
Für besondere Verdienste um den Spielmannszug wurde Franz Lütticke der St.-Hubertus-Orden verliehen.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfalenpost Nr. 168 vom 24.07.1973.

26.07.1973 Ältester Bürger der Stadt

Heute wird Theodor Hesse, ältester Bürger der Großgemeinde Attendorn, 96 Jahre alt. Als junger Mann übernahm er mit 17 den Hof in Rieflinghausen und hat dort länger als ein normales Menschenalter gearbeitet. Arbeit und Alter haben ihm aber bis vor kurzer Zeit die Gesundheit nicht nehmen können. Manch heitere Anekdote weiß er zu berichten und schätzt auch heute noch ein Gläschen Bier und den "blauen Dunst" einer guten Zigarre. Mit 90 ist er noch zur Jagd gegangen. Noch heute wird sein fachmännischer Rat nicht überhört, wenn es um die Fragen der Waldbewirtschaftung geht. Ein begnadetes Alter erreicht haben auch seine in Attendorn lebende Schwester Bernhardine Vigener (92) und der in den Vereinigten Staaten lebende Bruder des Jubilars (90).

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfalenpost Nr. 169 vom 25.07.1973.

27.07.1973 Kirchenvorstand Lichtringhausen zurückgetreten

"Den Kopf hat man uns weggenommen", so kommentiert der Jugendliche Peter Lübke die in Lichtringhausen herrschende Misere. Mit ihm sauer sind nicht nur die Jugendlichen des Dorfes, sondern auch die Erwachsenen: Weil Franziskanerpater Bernhard (er war als Seelsorger für Lichtringhausen tätig) ohne Grund vom Ordensoberen versetzt wurde, trat selbst der Kirchenvorstand aus Protest zurück.

Gerade bei der Jugend war der Pater beliebt. Nicht umsonst nahmen die Mädchen und Jungen an einer Demonstration vor dem Franziskaner-Stammhaus in Werl teil. Zusammen mit der Dekanatsjugend protestierten sie gegen die Versetzung. Von einem Pater wurden sie dabei komischerweise als "Kommunisten" ausgeschimpft.

Schlimmer jedoch ist es, daß durch die Versetzung Probleme entstanden. Noch mitten in den Verhandlungen, die in Lichtringhausen leerstehende Kapelle aus dem Jahre 1788 als Jugendraum auszubauen, wurde Pater Bernhard abgezogen. Aufgrund seiner Initiative liegt der Kostenvoranschlag vor: 36.000 DM sollen für den Umbau aufgebracht werden.

Die Lichtringhausener Jugendlichen wollen die aufgegriffene Initiative fortsetzen. Sie wählten einen Vorstand und arbeiten mehr denn je zusammen. Neben Zuschüssen wollen sie so viel wie möglich an Eigenleistung aufbringen. 5.000 leere Weinflaschen wurden an einem Samstagmorgen in Lichtringhausen gesammelt. 650 DM zahlt ein Weingut an der Mosel dafür. Darüber hinaus werden Haussammlungen durchgeführt. Die moderne Rhythmusgruppe macht in der Umgebung Kirchenmusik und gibt den Erlös für die gemeinnützige Sache her. Veranstalten wird man am 18. August eine Kinder- und Meßdienerkirmes. Für den September ist ein Altennachmittag geplant.
Die Kapelle soll als ein Haus der "teiloffenen Tür" hergerichtet werden. Bis Weihnachten möchte man alles "auf dem Stracken" haben. Über 70 Quadratmeter ständen dann zur Verfügung: ob als Beat-Schuppen oder Tagungsort.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfalenpost Nr. 170 vom 26.07.1973.

28.07.1973 Neue Geschäftsstelle eröffnet

Eröffnen wird am heutigen Samstag die Westfalenpost ihre neue Geschäftsstelle in Attendorn, pünktlich um 10 Uhr. Jedermann ist willkommen, auch wenn er dort nichts zu erledigen hat. Alle Besucher (ausgenommen Kinder) erhalten in der Zeit von 10 bis 12 Uhr kostenlos und völlig unverbindlich ein Los, solange der Vorrat reicht. Damit hat man die Chance, noch eine Eintrittskarte für den "Abend beim Äppelwoi" heute um 20 Uhr in der Stadthalle zu erwischen. Schließlich ist die Veranstaltung schon so gut wie ausverkauft, Heinz Schenk & Co. werden für Stimmung sorgen. Veranstalter ist neben dem Verkehrsverein der Hansestadt auch die Westfalenpost.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfalenpost Nr. 172 vom 28.07.1973.

28.07.1973 Poppig-bunte Schulranzen

Poppig-bunt mit Abziehbildern von Donald Duck und Mickymaus präsentieren sich die neuen Schulranzen der 73er I-Dötze. Ob gelb, orange oder mit reflektierenden Rückenstrahlern: Hauptsache Farbe!

Für die Eltern dürften die popfarbenen Ranzen ein wesentlicher Beitrag zur Sicherheit ihrer Kinder sein. Praktische Verkehrstests haben inzwischen längst erwiesen, dass die bunten Tornister von den Autofahrern bei Nebel oder Dunkelheit frühzeitiger erkannt werden als die klassischen braunen Schulranzen. "Bei der Auswahl", so ein Fachhändler, "bevorzugen die Mädchen lieber lustig-bunte, mit Tierbildern geschmückte Tornister, als die Jungen."

Um Haltungsschäden zu vermeiden, hat die Industrie Schulranzen mit Tragegriffen auf den Markt gebracht. Außerdem bestehen die neuen Tornister in erster Linie aus pflegeleichtem Kunststoffmaterial. Umhängetaschen mit aufwändigem Adressenaufdruck spielen, wie der Fachhändler weiter meint, für die I-Männchen "eine unbedeutende Rolle." Die älteren Schüler benutzen sie als Zweittasche. Ob bunt oder braun, die Preise für die Ranzen liegen im Fachhandel zwischen 20 und 50 DM.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfalenpost Nr. 172 vom 28.07.1973.

30.07.1973 Eltern aus dem Repetal am Ziel

Der durch die Initiative der Eltern ins Leben gerufene Kindergarten-Verein Repetal hat sein vorläufiges Ziel erreicht: In der ehemaligen Hauptschule Röllecken werden künftig in einer Vor- und Nachmittagsgruppe 60 Kinder betreut.

Jetzt wurden die Räumlichkeiten in Anwesenheit der Eltern und ihrer Kinder, die künftig hier Unterkunft finden, sowie zahlreicher Gäste ihrer Bestimmung übergeben. Der Vorsitzende des Kindergartenvereins, Johannes Blümer, dankte der Stadt Attendorn, die in der Sitzung am 21. Mai die Räumlichkeiten für diesen Zweck zur Verfügung stellte, und 16.500 DM bewilligte. Dafür wurden Mobiliar und Spielmaterial angeschafft. Ferner galt sein Dank den Vereinen und Geschäftsleuten, die dieses Vorhaben unterstützten. Ihre Spenden reichten aus, um den Spielplatz zu gestalten und Geräte zu beschaffen. Kleinere Umbauarbeiten wurden von den Eltern in Eigenarbeit ausgeführt. Die Glückwünsche von Rat und Verwaltung überbrachte stellvertretender Bürgermeister Luke.

Auf den neuen Lebensabschnitt, der jetzt für die Kinder beginnt, wies Pastor Kaiser (Dünschede) hin. Kreisjugendpfleger Hunold teilte mit, daß mit dem neuen Kindergarten jetzt 420 Kindergartenplätze im Raum Attendorn vorhanden sind. Betreut werden die Kinder von drei ausgebildeten Kräften: Gertrud Stumpf, Christa Hesse und Monika Witte. Die Eltern der Kinder blieben zum Abschluss der Feier noch in gemütlicher Runde zusammen. Ihr Ziel ist nach wie vor, im Repetal einen neuen Kindergarten zu bauen.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfalenpost Nr. 174 vom 31.07.1973.

31.07.1973 Picknick statt Brandwache

Zum Picknick trafen sich die aktiven Wehrmänner, die Altersabteilung und der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Attendorn am Gerätehaus mit ihren Angehörigen. Die Löschgruppe hatte für diesen Tag die Brandwache übernommen, sodass die Attendorner unbeschwert in gemütlicher Runde feiern konnten. Bei sommerlichem Wetter, kühlen Blonden und heißen Würstchen stieg die Stimmung. Auf die Kinder warteten zahlreiche Überraschungen. Bei ihnen waren Würstchen und Sprudel besonders gefragt.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfalenpost Nr. 174 vom 31.07.1973.

01.08.1973 Nach zehn Jahren in Attendorn Sportfest

Nach genau zehnjähriger Unterbrechung veranstaltet der SV 04 Attendorn von Freitag, den 3., bis Sonntag, den 5. August, wieder ein Sportfest. Eröffnet wird die dreitägige Veranstaltung am Freitag, 17 Uhr, mit dem Spiel der D-Jugend-Mannschaften des SV 04 und des TuS "Jahn" Werdohl.

Im Anschluss daran stehen sich die beiden Altligamannschaften des SV 04 und des RSV Meinerzhagen gegenüber (18.15 Uhr). Auf besonderen Wunsch des SV 04 ist für dieses Spiel Bundesligaschiedsrichter Dr. Gerd Siepe angesetzt worden.

Das Programm am Samstag wird um 14.30 Uhr mit dem Schülerspiel SV 04 Attendorn gegen SV Heggen eröffnet. Um 15.30 Uhr treffen die beiden A-Jugend-Mannschaften von Attendorn und Meinerzhagen aufeinander. Sportlicher Höhepunkt des Tages ist das um 17.15 Uhr beginnende Freundschaftsspiel des SV 04 Attendorn gegen die Verbandsligaelf des SSV Hagen. Da die Hanseaten gegen starke Mannschaften immer gut mitmischen, so dürfte auch in diesem Spiel die Spannung nicht fehlen. Der Sonntag gehört den Pokalspielen. Um die begehrten Pokale kämpfen in zwei Gruppen: Oestertal, Windhausen und Rhode, sowie Allendorf, Olpe II und Dünschede. Die Spiele beginnen bereits am Vormittag um 10.30 Uhr. Das Pokal-Endspiel wird um 17.15 Uhr ausgetragen.

Für Musik wird am Samstag und Sonntag der Spielmannszug des Schützenvereins "St. Hubertus" Biekhofen sorgen.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfalenpost Nr. 175 vom 01.08.1973.

02.08.1973 Eine Stadt, die hält, was sie verspricht

Herausgegeben hat die Stadt einen neuen Übersichtsplan mit Straßenverzeichnissen in einer Auflage von 20.000 Stück. "Attendorn, eine Stadt, die hält, was sie verspricht", steht auf dem Titelblatt, das darüber hinaus den Brunnen vor dem Museum und dahinter den "Sauerländer Dom" in blauem Farbdruck zeigt. Die Karte enthält u. a. alle Hauptwanderstrecken, Rund- und Bezirkswege. Sie wurde von Spenden der Geschäfte finanziert. Kostenpunkt: 25.000 DM. Erstellt wurde der Übersichtsplan zum erstenmal nach der kommunalen Neugliederung. Jede Straße ist mit Namen eingezeichnet.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfalenpost Nr. 176 vom 02.08.1973.

03.08.1973 Vereine sind schwer aktiv

Madrigalchor: Erste Probe nach den Ferien am heutigen Freitag um 20 Uhr im Musiksaal des städtischen Gymnasiums.

Osterfeuerverein: Die Poskebrüder der Niedersten Poorte treffen sich am Samstag 15 Uhr auf dem Koppe zu einem Picknick. Gläser bitte mitbringen.

SGV: Wanderung am Sonntag (5. August) um 7 Uhr über Hambeul, Windhausen, Deimelshardt, Beukenbeul zurück nach Attendorn (5 Std.). Treffpunkt: Am Feuerteich.

Kolping: Ferienfahrt vom 25. August bis zum 11. September nach Bruneck im Pustertal. Noch zwei Doppelzimmer sind frei geworden. Interessenten melden sich bei Josef Lohölter (02722) 50100 bis zum 8. August.

Heimatverein: Fahrt am Sonntag, den 12. August ins Mäckingerbachtal bei Hagen zum Besuch des Westfälischen Freilichtmuseums. Anmeldungen, auch für Nichtmitglieder, im Kreisheimatmuseum zu den Öffnungszeiten. Abfahrt: 11 Uhr ab Rathausvorplatz.

Stadtarchiv, Zeitungssammlung, Westfalenpost Nr. 177 vom 03.08.1973.

04.08.1973 Kolpingsfamilie verabschiedete Vorderwülbeke

Der Kolping-Berzirksverband Bigge-Lenne hatte seine Mitglieder am Donnerstagabend in den Gasthof Sangermann in Oberveischede eingeladen. Wichtigster Punkt der Tagesordnung war die Verabschiedung des Bezirkspräses Vikar Vorderwülbeke (Attendorn). Sein Amt übernimmt Vikar Reinhold Theune (Attendorn), der am Vortag auch zum Präses der Attendorner Kolpingsfamilie bestimmt wurde. Bezirks-Senior Friedhelm Zeppenfeld und Bezirks-Altsenior Herbert Burghaus würdigten den Einsatz des scheidenden Präses Vorderwülbeke, der sich insbesondere für das erstmals aufgestellte Winterprogramm des Bezirksverbandes eingesetzt hat.

Eine Bronzeplastik Adolf Kolpings, die Friedhelm Zeppenfeld dem scheidenden Präses überreichte, wird ihn künftig an die gute Zusammenarbeit im Bezirksverband Bigge-Lenne erinnern. Vikar Vorderwülbeke bekleidete eineinhalb Jahre das Amt des Bezirkspräses. Fünf Jahre war er als Vikar in Attendorn tätig und bekleidete gleichzeitig das Amt des Präses der örtlichen Kolpingsfamilie. Die herzlichen Worte waren ein Beweis dafür, dass man Vikar Vorderwülbeke ungern scheiden sieht. Sein neuer Wirkungsort ist Löhne.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfalenpost Nr. 178 vom 04.08.1973.

05.08.1973 Feinkost Gante in Attendorn feiert Jubiläum

Aus Anlass der Geschäftsgründung vor 25 Jahren veranstaltete die Firma Elisabeth Gante, Feinkost und Lebensmittel, eine Jubiläumswoche. Zahlreiche Sonderangebote sorgten für echte Überraschungen. Die Kunden wurdne mit Wein bewirtet. Am Freitag und Samstag spielte aus Anlaß des Jubiläums der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr. Abschluss der Jubiläumswoche war ein gemütlicher Abend, die die Firmeninhaberin mit ihrer Familie und Angestellten im Restaurant Kost feierte.

Das erste Geschäftslokal befand sich vor 25 Jahren im Haus Ennester Straße 19. Nach dem Erwerb des Hauses Müller, Ennester Straße 21, wurde dieses zunächst umgebaut und fünf Jahre später abgebrochen. In zwei Bauabschnitten wurde das heutige Geschäftshaus errichtet. Aus kleinsten Anfängen heraus hat sich die Firma Elisabeth Gante zu einem Spezial- und Feinkostgeschäft entwickelt, das im ganzen Raum Attendorn eine beachtliche Stellung einnimmt.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfalenpost Nr. 179 vom 06.08.1973.

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