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Historisches Tagebuch

Was passierte wann und wo in Attendorn? Mit dem Historischen Tagebuch möchten wir Sie teilhaben lassen an den vielen kleinen, aber auch einschneidenden Ereignissen der Vergangenheit.

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28.06.1972 Attendorner Handballtalent will in die Bundesliga

Tagsüber sitzt er an der Schreibmaschine, heftet Unterlagen in der Registratur ab und geht seinen Pflichten als kaufmännischer Lehrling bei der Firma "Atta-Armaturen" in Attendorn nach. Seine Freizeit verbringt der 17jährige Karl Heinz Nolde aus Attendorn, leidenschaftlicher Handballspieler und erstes Rad am Wagen im Jugend Team des VFB.
Nicht mehr lange wird Karl-Heinz Nolde dort weilen. Der VFL Gummersbach zeigte bereits interesse und der Tus Wellingho-fen auch. Zum letzteren wird Nolde in Kürze überwechseln und wenn alles gut geht, 1973 dort in der Bundesligamannschaft mitmischen.
Der Attendorner ist ein Talent. Beim Freundschaftsspiel gegen Gummersbach schaffte er drei Treffer. "Das war zu wenig" sagte er selbstbewußt.
Der eigentliche Knüller steht dem freundlichem jungen Mann noch bevor: Im Rahmen des olympischen Jugendlagers wird er mit im Aufgebot der westdeutschen Handballjugendauswahl sein, die in Augsburg jedes Spiel vor den Begegnungen der Nationalmannschaft bestreiten wird. Gegner ist jeweils das Land, das auch gegen die Senioren antreten wird.
Das Aufgebot jener westdeutschen Handballjugend besteht aus 9 Spielern von Westfalen, 4 Spielern vom Mittelrhein und 2 Spielern vom Niederrhein. Unter anderem schicken Vereine wie Dankersen, Wellinghofen und Dortmund ihre Spitzen - Asse.
Für Karl-Heinz Nolde bedeutet die Teilnahme an Olympia eine dicke Chance: Zeigt er wahres Können, ist es möglich, daß er sich für die deutsche Jugend-Nationalmannschaft qualifiziert.

Stadtarchiv Attendorn, Chronik 1972.

29.06.1972 180 Jungen beim Attendorner Meßdienertreffen

Rund 180 Jungen aus Attendorn, Ennest, Lichtringhausen und Windhausen betei-ligten sich am Meßdienertreffen, zu dem die Pfarrei "St. Johannes Baptist" anläßlich ihres 900jährigen Jubiläums eingeladen hatte. In der Hospitalkirche begann der ereignisreiche Tag. Eine Wanderung über Waldenburg, eine Big-geseefahrt und ein Fußballturnier in Sondern waren der Höhepunkt des Tages. Sieger beim Fußballturnier wurden die Meßdiener der Pfarrkirche, gefolgt von Lichtringhausen und Windhausen. Auch für das leibliche Wohl wurde hervorragend gesorgt: Küster Paul Maiworm und Josef Hormes reichten eine kräftige Erbsensuppe. Ein Film über die Jubiläumsfeierlichkeiten Attendorns beendete den Tag.

Stadtarchiv Attendorn, Chronik 1972.

30.08.1972 Industrie-Ausstellung zum Stadtjubiläum

Als Beitrag der Attendorner Industrie zum Jubiläum der Stadt verstanden werden soll die Ausstellung der Industrie, die am heutigen Samstag um 10 Uhr in der Stadthalle eröffnet wird. Sie dauert bis zum 10. September. Eintritt wird nicht verlangt.
Attendorns Industrie prägt weitgehend das Leben in der Stadt. Sich hier Informationen aus erster Hand zu besorgen und einen Blick auf jene Produkte zu werfen, die von der Hansestadt aus den Weg in mehr als 100 Länder finden, ist sicherlich auch eine Bereicherung des Wissens und der Kenntnisse über den heimatlichen Lebensraum. Auf rund 750qm Ausstellungsfläche beteiligen sich folgende Firmen: August Beul, Gebrüder Beul, Josef Bilsing, Gebr. Bruse, Cordes-Heseler, Gebrüder Dingerkus, Heinrich Dröge, Hoesch-Siegerland Werke, Franz Hüttemann, Aloys König, Theodor Kröger, M. Kutsch, Lehrwerkstatt, Muhr und Bender, Muhr und Söhne, Theodor Schemm, Gebrüder Teipel, Franz Viegener II.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung,

31.08.1972 Metallwarenfabrik Kutsch zieht um

Die Metallwarenfabrik M. Kutsch, seit 1828 im Stadtkern Attendorn ansässig, wird im Oktober in den neuerrichteten Berieb in der Stesse übersiedeln. Nach jahrelangen Bemühungen um eine Verlagerung des Betriebes begannen binnen dieses Jahres die Bauarbeiten. Neben der 70x80 Meter großen Werkshalle wächst ein dreigeschossiges Bürohaus. Für eine spätere Erweiterung ist genügend Gelände hier vorhanden. Der nach modernsten Gesichtspunkten errichtete Betrieb bietet die Möglich-keit, die Zahl der rund 200 Beschäftigten nach Bedarf zu erhöhen.
Die Baumaßnahme wurde dringend erforderlich, da das Gelände zwischen Turmstraße, Klosterplatz und Schüldernhof keine Ausdehnungsmöglichkeiten bot. Außerdem wirkte der Industriebetrieb störend im Wohngebiet der Innenstadt. Zudem machte ein Betriebsbrand den Neubau dringend erforderlich. Das im Stadtkern Attendorns gelegene 6.000 Quadratmeter große Gelände, wurde von der Stadt Attendorn erworben.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung.

06.09.1972 Umbau der Post

Umfangreiche Bauarbeiten werden im Augenblick im Attendorner Postamt durchgeführt. Wie Postamtmann Arno Ziermann mitteilte, wird der behelfsmäßige Betriebsablauf noch bis Ende Oktober dauern. Dann sollen für die Angestellten und Kunden wieder geregelte Verhältnisse herschen.
Das Postamt war seit langem den Ansprüchen nicht mehr gewachsen. Nach der Kommunalen Neugliederung und der damit verbundenen Zentralisierung der Zustellung wurde das ganze offensichtlich. Die Umbauarbeiten im Postamt sind deswegen so schwierig, da der Dienstbetrieb auf vollen Touren weiterlaufen muß.

Die für den Besucher augenfälligsten Neuerungen werden fünf moderne Schalter, ein Paketschalter und drei Fernsprechzellen im Schalterraum sein. Um wichtige Angelegenheiten zu regeln, die nicht am Schalter besprochen werden können, steht dem Kunden künftig der Weg zum Amtszimmer offen, ohne daß der Gang durch andere Betriebsräume notwendig wird. Auch sollen zweckmäßig eingerichtete Diensträume künftig einen rationellen Arbeitsablauf gewährleisten.
Postamtmann Ziermann ist der Überzeugung, daß die Post ihre Aufgabe in den neuen Räumen besser, schneller und sicherer erfüllen kann.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung.

08.09.1972 Stadtfahnen gestohlen

Zum Stadtjubiläum der Hansestadt wurden in Attendorn in Dreiergruppen Fahnen aufgestellt, die während der Festveranstaltung beflaggt wurden. Seit Ende Mai wurden von diesen Masten drei Bundesfahnen und drei Stadtfahnen (rot-weiß-rot mit dem Stadtwappen) gestohlen. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, handelt es sich um 4 mal 1,50 m große Bannerfahnen. Eine von ihnen wurde in Oberelspe auf dem Flugzeug eines Unbeteiligten gefunden. Es wird vermutet, daß weitere Fahnen auf Privatgrundstücken abgelegt wurden.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung.

14.09.1972 75 Jahre Firma Kemmerich

Bei einem Empfang zum 75jährigen Bestehen der Firma Gebrüder Kemmerich auf Burg Schnellenberg würdigte Landrat Limper die Bedeutung des Unternehmens für die Hansestadt und für den Kreis Olpe. Auch der unermüdliche Einsatz von Wilhelm Kemmerich für den Kreisschützenbund, dessen Vorsitz er inne hat, wurde herausgestellt. Den Ausbau des Unternehmens, insbesondere der Maschinenbauabteilung, bezeichnete der Vertreter der Industrie- und Handelskammer als beispielhaft. Für den Sauerländer Schützenbund würdigte Paul Mertens die Verdienste Wilhelm Kemmerichs, der neben seiner vielseitigen Beanspruchung Zeit für die Sache der Schützen finde. Dem ge-schichtlichen Überblick ist zu entnehmen, daß die Firma im Jahre 1897 durch Albert Kemmerich gegründet und später durch den Eintritt von Wilhelm Kemmerich die Bezeichnung Gebrüder Kemmerich erhielt. Im elterlichen Hause an der Breiten Straße 69 wurden Bijouterie Artikel gefertigt. Die Energie lieferte ein Diesel-Aggregat, welches erst 1930 durch Stromlieferung der Stadt Attendorn ersetzt wurde. Platzmangel machte eine Verlegung des Betriebes in der Schemperstraße erforderlich.
Der Familienbetrieb hatte Höhen und Tiefen zu überwinden. Eine ständige Aufwärtsentwicklung machte eine erneute Betriebserweiterung erforderlich. Im Jahre 1964 wurde der moderne Neubau am Heggener Weg bezogen. Das Fertigungsprogramm wurde erweitert und hochwertige Stanz-, Preß- und Ziehteile aus Stahl und anderen Metallen mit in die Fertigung aufgenommen.
Im Burghotel Schnellenberg fanden sich neben Landrat Limper, Bürgermeister Hammer, MdB Franz Lenze, Vertreter der IHK, der AOK, des Arbeitsamtes, der Post, Bundesbahn und zahlreiche Kunden sowie Bedienstete des Unternehmens ein.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung.

15.09.1972 Höhlenführer-Jubiläum

Als Fremdenführer in der Attendorner Tropfsteinhöhle hat Johannes Hamers (58) rund 50.000 Führungen unternommen. Er kann am heutigen Freitag auf eine 25jährige Tätigkeit zurückblicken. Im Hotel Himmelreich wird Dr. Alfred Böhmer im Namen der Verwaltung seine Glückwünsche aussprechen und dem langjährigen Mitarbeiter Urkunde und Geschenk überreichen.
Von Jugend an ist Johannes Hamers mit der Höhle eng verbunden. Bereits als Schuljunge betätigte er sich schon als Schlußführer. In- und ausländische Besucher führt er alljährlich in gro-ßer Zahl durch die unterirdische Wunderwelt. Dazu zählt u.a. die Handballnationalmannschaft aus Kenia und ein Weizenkönig Süd Amerikas. Die Mitglieder der ausländischen Botschaf-ten in Bonn sind oftgesehene Gäste, dazu zählen insbesondere die Japaner und Inder.
Auch das Aufnahmeteam des Westdeutschen Fernsehens führte Johannes Hamers in die Atta-Höhle. Ein Versandhaus wählte die Tropfsteingebilde als Hintergrund für ihre Modeneuheiten. Mannequins posierten in der Zentralhalle.

Stadtarchiv Attendorn. Zeitungssammlung.

25.09.1972 Chor- und Orchesterkonzert des MGV Sauerlandia

Im Rahmen der Veranstaltungen zur 750-Jahr-Feier der Stadt Attendorn war am heutigen Sonntagabend in der Stadthalle ein Chor- und Orchesterkonzert zu erleben, zu dem eine große Hörerschar erschienen war. Ausführende waren der MGV Sauerlandia Attendorn unter der Leitung von Johannes Schmidt und die von Fritz Straub dirigierte Kölner Orchestergesellschaft. Das Programm war von jener volkstümlichen Art, die bei ausführenden und breiten Publikum einen gewissen Erfolg garantiert: Werke von Franz Schubert und eine bunte Folge von Opernchören.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung.

27.09.1972 65 Jahre Frauengemeinschaft

Seine Freude in der Freude des anderen zu finden - das war das Thema des Vortrages von Schwester Mediatrix (Vinzentinerinnen Paderborn) bei der Feier der Frauengemeinschaft anläßlich des 65jährigen Bestehens am heutigen Mittwoch in der Attendorner Stadthalle. Auch Präses Klinkhammer trat vors Mikro-phon. Er berichtete über seine nunmehr siebenjährige Tätigkeit in Attendorn.
1.000 Mitglieder zählt die Frauengemeinschaft. 760 waren zur Feierstunde gekommen. Das war beachtlich. Ihren Gruß sprach die Vorsitzende, Frau Köhler, den Kolleginnen aus. Begrüßen konnte sie auch die Dekanatsleiterin Frau Huberta Gräfin von Spee, die Caritas-Dekanatsleiterin Anni Hoffmann sowie sieben Schwestern des Attendorner Krankenhauses. Die Theatergruppe führte Sketche auf, und die Hausfrauenabteilung des Attendorner Turnvereins (Ltg.: Christel Hoffmann) zeigte ebenfalls ihr Können. Schließlich trat Manfred Flötenstein mit seinen Mannen auf und spielte vom Wienerlied bis zum heißesten Beat so ziemlich alles. Zur Freude der Frauengemeinschaft heizte er die Stimmung auf Hochtour.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung.

30.09.1972 Modenschau zum Stadtjubiläum

Ein glanzvoller gesellschaftlicher Modeball, an den man sich in Attendorn noch lange erinnern wird. - Auf dem langen Laufsteg Manneqins mit Herz.
Mit charmanten und einladenen Worten empfing der Conferencier Otto Kohl, Chef des bekannten Modehauses Kohl KG., Könner aber auch auf dem Saalpodest, mit Freddy Brock und seinem Show- und Tanzorchester, denen das Etikett film- und funkbekannt zusteht. Und zu den erfrischenden Klängen und schwungvollen, flotten Manneqins und modebewußten Herren, ein Publikum, das sachkundig und anerkennend reagierte.
Anerkennend reagierten die über 1.200 Besucher in der Attendorner Stadthalle bereits zu Beginn der Veranstaltung auf die farbiglaunige Dekoration im Saal. Die Dekorateure der Jubiläumsfirma Mode und Heim Kohl KG hatten hier selbst Hand angelegt. Geschmackvoll, bezogen auf die bunte Mode im anbrechenden Herbst.
Bevor die lauschigen Melodien die hübschen Mannequins aus Düsseldorf, Köln und Berlin auf den Laufsteg begleiteten, wußte Modekaufmann Otto Kohl in einem Rückblick die 25jährige Geschichte der Modefirma, den stetigen Aufstieg, interesant darzustellen. Immerhin begann er mit seiner Ehefrau Hertha und einem Lehrling im Jahre 1947 in einem kleinen Miniladen. Aber alle Tüchtigen haben einmal klein angefangen. Im Jubiläumsjahr 1972 beschäftigt das in Westfalen bekannte Fachgeschäft 130 Mitarbeiter, eingeschlossen die 1971 in Siegen eröffnete Filiale. Die individuelle Bedienung, Qualität und günstige Preise, und das freundschaftliche Verhältnis zum großen Kundenkreis zeichnet die Firma aus.
Die Mode-Revue der Firma Kohl zeigte einmal mehr die ganze junge Mode, mit frechen Farben, wobei gelb, blau, leuchtendes rot, giftgrün und lindgrün vorherrschen. Otto Kohl plauderte da-zu: Farben, wie wir sie im Winter noch nie hatten. Auch schwarze Farbe für die junge modebewußte Dame. Und die Manneqins zeigten, wie man diese beschwingte Mode, die in den Schultern und Büste eng getragen und unten leicht wie ein Windstoß auseinandergeht, mit Charm und Geschmack tragen kann. Die vielen hundert Augenpaare bewunderten ebenso die reichhaltige, damenhafte, modebewußte, klassische, weiche Linie. Gerade auch bei diesem Moderhythmus kommt der natürliche Charme der Frau zur Geltung. Eine Kombination von Farben und Stoffen und eleganten Schnitt - eingeschlossen die reitzvollen Hosenanzüge.
Während Unterhaltungskünstler Freddy Brock mit seinen Einlagen das Publikum im überfüllten Saal mit seinen Späßen unterhielt, selbst auf dem Laufsteg unter stürmischem Beifall auftrat, hatte Attendorns Modeschöpfer Otto Kohl große bunte Herbststräuße für die Mannequins. Diese und ihre männliche Begleitung erfreuten dann im Saal die anwesenden Damen mit der Überraschung einer Rose. Es war der freundliche Übergang zum Modeball. Freddy Brock sorgte mit seiner Musikschau, daß es auch zu einem beschwingten Tanz- und Unterhaltungsabend wurde - bis früh in die Morgenstunden des Sonntags. Der har-monische Ablauf von Modeschau und Modeball, das außergewöhnlich große gesellschaftliche Ereignis fügte sich glänzend ein in das diesjährige Stadtjubiläum Attendorn. Ein gelungener Modeball - selbst der verwöhnte Freddy Brock antwortete: Vorzüglich. Note 1 an das Modehaus Kohl und an das Attendorner Publikum.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung.

19.11.1972 Cäcilienfest in Attendorn

Musik und Gesang sind in der Hansestadt fest verwurzelt. Darauf verwies Bürger-meister Karl Hammer, der jetzt eimal mehr seinen Pflichten als Ratsvorsitzender der Jubiläumsstadt in einer Gemeinschaft von passionierten Freunden des Gesangs wahrzunehmen hatte. Aus den Dekanaten Attendorn, die Pfarrei kann bekanntlich das 900jährige Bestehen im gleichen Jahr wie die Stadt ihr 750jähriges Bestehen feiern, aus Elspe und Olpe waren die Kirchenchöre zum "Cäcilienfest" in die Jubiläums-stadt gekommen. Ihr Auftritt wurde zu einer Demonstration des im sakralen Bereich verankerten Liedgutes.
Das wurde sichtbar während der Eucharistiefeier in der St. Jo-sefskirche. Chorleiter Paul Maiworm dirigierte vor dem Chor von "St. Josef" drei selbst vertonte Lieder. Franz Josef Breuer (Weidenau) begleitete eindrucksvoll an der Orgel. Bezirksprä-ses Pfarrer Klinkhammer skizzierte Anlaß und Bedeutung dieses Tages, eröffnete in der Stadthalle das Freunschaftssingen, und der Gemeinschaftsvortrag von Bläsern und Chor fand vor ebenso sachkundigem wie beifallsfreudigem Publikum kräftigen Applaus. Chorgemeinschafts-Vorsitzender Johannes Haupt konnte insgesamt 600 Sänger und als Gäste außer dem Bezirk-spräses und dem Bürgermeister auch die Bürgerausschuß-Vorsitzenden Günther Kaltemorgen und Heinz Becker sowie den Pfarrgemeinderats-Vorsitzenden Heinz Halberstadt und Vorsitzenden Robert Schmidt vom Sängerkreis Bigge/Lenne willkommen heißen.
Heinz Halberstadts Wunsch: das Treffen soll den Sängern für ihre Aufgaben neue Kraft geben. Die gesanglichen Darbietun-gen waren im ersten Teil ganz der "musica sacra" gewidmet, im zweiten Teil kamen dann weltlich orientierte Kompositionen zum Zuge.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, WP 19.11.1972.

20.11.1972 Entlastung für Attendorns Straßenverkehr

Die katastrophalen Verkehrsverhältnisse in der Attendorner Innenstadt sollen durch einen Ringverkehr mit Einbahnstraße verbessert werden. Insbesondere in den Verkehrs-Spitzenzei-ten brach im "Nadelöhr" des Stadtkerns mit seinen 5,5 m (Ennester Straße ) und 6,5 m breiten Straßen der Verkehr wiederholt in sich zusammen. Da die geplanten Umgehungsstraßen noch weiter auf sich warten lassen, will die Stadt Attendorn mit der Einführung eines Ringverkehrs ab Samstag 9. Dezember, eine Verbesserung des innerstädtischen Verkehrs herbeiführen.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, WP 20.11.1972.

22.11.1972 Evangelische Gemeinde ohne Pfarrer

Nach über 17jähriger Tätigkeit verabschiedet sich der Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Attendorn, Pfarrer Klaus Peters. Er wurde im August dieses Jahres zum Pfarrer der Justizvollzugsanstalt Attendorn ernannt und wird ab Dezember dieses Jahres die Seelsorge der Gefangenen der Anstalten Siegen, Olpe und Attendorn übernehmen.
Durch den Abschied von Pfarrer Peters ist die evangelische Gemeinde Attendorn zunächst ohne Pfarrer; denn seit fast einem Jahr ist auch die Pfarrstelle des Pfarrbezirks I verwaist. Wie verlautet, werden beide Stellen wieder besetzt. Der Zeitpunkt ist jedoch noch ungewiß.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, WP, 22.11.1972.

24.11.1972 Skilift in Neuenhof ist fertig

1.300 Arbeitsstunden schafften die Mitglieder der TV Ski-Abteilung am vereinseigenen Skihang in Attendorn Neuenhof. Die Anschaffung des Liftes ermöglichte die Spendenfreudigkeit der Attendorner Bürger. Zur Installierung des Liftes und der Lichtanlage wurde die Straße auf einer Länge von 18 Metern mit einer "Rakete" durchschossen. So war es möglich, die Versorgungsleitungen durchzuziehen, ohne die Straßendecke zu beschädigen und den Verkehr zu behindern. Die Fördergeschwindigkeit des Liftes beträgt 1,8 Meter pro Sekunde. 550 Personen befördert der elektrische Motor in der Stunde bei einer Schlepplänge von 190 Metern. Der Hang weist eine Gesamtlänge von 250 Metern auf.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, WP 24.11.1972.

09.12.1972 Unbehagen der ländlichen Bevölkerung wächst

Der heute in der WP erschienene Artikel drückt das Unbehagen der Bevölkerung aus bei der wachsenden Benachteiligung des ländlichen Raumes, die sich vor allem in den Flächennutzungsplänen und Bebauungsplänen widerspiegelt.

Andererseits wächst der Fremdenverkehr im Repetal besonders stark, und es wird alles getan, um den Gästen in Gasthäusern, in Privat- und Bauernhofspensionen die Erholung zu bieten, die sie wünschen.

Schulchronik Helden, Band 4, Seite 48.

01.01.1973 Finale zur 750-Jahr-Feier

Beim "Finale 72" zum Attendorner Stadtjubiläum durfte sie nicht fehlen: die gebürtige Attendornerin Cilli Hauck geborene Kleine, die seit 18 Jahren in Krugersdorp (Südafrika) beheimatet ist.

Wie sie, so verbringen auch Hans Herma und Gattin Jutta aus Windhuk Ferien in ihrer sauerländischen Heimat. Seit rund 20 Jahren ist für sie die Westfalenpost das wichtigste Verbindungsstück zur Heimat. Auf diese Weise, werden die Aussiedler auch im Süden Afrikas über das Geschehen in der Heimat regelmäßig informiert.

Cilli Hauck, die zusammen mit ihrer 13jährigen Tochter Ursula Attendorn besucht, zeigte sich gut informiert über die Geschehnisse zum Jubiläum der Stadt. Der Josef Hauck, der in Krugersdorp ein Industrieunternehmen gründete, informierte sich täglich über die Westfalenpost im Süden des Schwarzen Erdteils.

Die Brüder Ernst und Hans Herma haben in Windhuk ein Straßenbauunternehmen gegründet, in dem heute mehr als 500 Betriebsangehörige arbeiten. Ihre Verbindung zur Heimat geben sie nicht auf. Alljährlich steht ein Heimaturlaub auf dem Programm. Zwölf Attendorner Freunde waren bereits Gäste auf der 70.000 Morgen großen "Sauerland-Farm" der Hermas. Bon ihnen wurden insbesondere die vielseitigen jagdlichen Möglichkeiten geschätzt. Jagden auf Kudus, Orixantilopen, Warzenschweine und Elans sind an der Tagesordnung.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfalenpost Nr. 2, 03.01.1973.

02.01.1973 Schwergewicht Georg Lütticke aus Attendorn boxt mit um den Titel

Erwin Kulms, mehrfacher Boxer der deutschen Nationalstaffel, will sich die Athleten anschauen,die am 5. Januar in der Albert-Schweitzer-Schule (Hohler Weg 21) erstmals um 18.30 Uhr Boxhandschuhe überstreifen, um mit dem Training zu beginnen. Den Attendorner Boxinteressenten gibt bekanntlich der Amateur-Boxverein Plattenberg Hilfestellung. Dazu sind alle Interessenten - ob aktiv oder nur passionierte Freunde dieses Kampfsports - gleichermaßen willkommen.

Vom Vorstand der Trainingsgemeinschaft Attendorn/Plettenberg ist zu hören, dass Geschäftsführer Albert Hunfeld in Kürze einen weiteren Boxgroßkampf in Attendorn zu präsentieren beabsichtigt.

Für die Südwestfalenmeisterschaft 1973 wurden folgende Kämpfer gemeldet: Federgewicht Hans Dankert (2. Westfalenmeister), Leichtgewicht Helmut Kretler (biermal Südwestfalenmeister), Halbwelter Frank Schulte (2. Westfalenmeister), Weltergewicht Helmut Wozns (mehrfacher Südwestfalenmeister), Mittelgewicht Gunter Schulte (Ex-Westfalenmeister), Schwergewicht Georg Lütticke, Nachwuchsboxer aus Attendorn. Die Kämpfe um die Südwestfalen-Msiterschaften beginnen bereits im Januar.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfalenpost Nr. 2, 03.01.1973.

03.01.1973 Handelsregister-Veränderung

Gebr. Kemmerich-Attendorn. Der Fabrikant Wilhelm Kemmerich ist nicht mehr Firmeninhaber. Mit Wirkung vom 28. Dezember 1972 Kommanditgesellschaft. Persönlich haftende Gesellschafterin ist die Firma Kemmerich Verwaltungsgesellschaft mit beschränkter Haftung Attendorn. Es sind zwei Kommanditisten vorhanden. Der Ehefrau Annemarie Kemmerich geb. Greitemann, Attendorn, ist Einzelprokura erteilt.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfälische Rundschau Nr. 2, 03.01.1973.

04.01.1973 Gala-Abend als

Glitzerglanz vieler hundert silbrig-schimmernder Paletten als Bühnendekor, festlich-bunte Roben der Damen und vornehm-dunkle Herrengarderobe. Dazu ein Programm mit viel Farbe und Schmiß und manche Flasche mit gutem Tropfen - das war das äußere Bild bei "FInale 72". Attendorns Stadthalle wurde zur Feierstunde einer Bürgerschaft, die hier aktiv und fröhlich ein Stück Silvesterfeier vorweggenommen hatte, um so mit einem Gala-Abend den Ausklang eines Jahres zu feiern, das ihrer Vaterstadt das Jubiläum der vor 750 Jahren verliehenen Stadtrechte und eine lange Kette voller Ereignisse beschert hat.

Am weitesten angereist: Cilli Hauck (geb. Kleine, Kampstraße) aus Krugersdorp in Südafrika. Rund 14.000 Kilometer hatte sie zurückgelegt, nicht sehr viel weniger Hans Herma und Gattin Jutta aus Windhoek im südwestlichen Teil des schwarzen Kontinents. Sie erlebten diesen Schlußpunkt des Attendorner Jubiläumsjahres ebenso mit wie Landrat Limper und Kreisdirektor Dr. Jürgens von der Kreisverwaltung.

Vor Bürgern und Gästen ließ Bürgermeister Hammer noch einmal die Höhepunkte des Jubiläumsjahres Revue passieren. Sein Dank galt allen, die zum Gelingen ihren Anteil beisteuerten.

Conferencier Harro Helms steuerte die Künstler, die längst dank Funk, Fernsehen und Schallplatte einen anerkannten Namen haben, durch das Programm: die Hamburger "Deern" Hedi Hondra mit dem Akkordeon, die "Cherry Cats", nett anzuschauendes Tanz- und Gesangs-Duo aus München und Edy Börners Show-Orchester mit dem Gitarristen Gonzales von Radio Madrid. Radio Bremen hatte für eine spätere Sendung einen Übertragungswagen geschickt und machte eine Aufzeichnung.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfalenpost Nr. 1, 02.01.1973.

05.01.1973 Dankplakette für Heinz Viegener

Seit nunmehr 18 Jahren läuft die Patenschaftsaktion für Berliner Jäger. Heinz Viegener, Vorsitzender des Deutschen Jagdschutzverbandes und Kreisjagdberater, zählt zu jenen Waidmännern, der in dieser Zeit Berliner Jägern die Möglichkeit gaben, in hiesigen Revieren jagdliche Freuden auszukosten. Für die gastfreundliche Haltung gegenüber den Berlinern verlieh ihm der Präsident des Landesjagdverbandes Berlin, Theel, die Dankplakette. Leider ist noch nicht abzusehen, wann sich die noch verschlossenen Reviere für Berliner Nimrode wieder öffnen werden, doch Heinz Viegener erhielt schon jetzt die Einladung zu einem fröhlichen "Halali" in der geteilten Stadt.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfälische Rundschau Nr. 4, 05.01.1973.

06.01.1973 Kattfiller Hirling live über den Äther

Beim Büttenredner-Wettbewerb des Westdeutschen Rundfunks innerhalb der Karnevalistischen Hitparade 1973 haben 173 Büttenrednerinnen und -Redner aus allen Teilen der Bundesrepublik Tonbänder mit Proben ihres Könnens eingesandt. So auch der Attendorner Fritz Hirling (26), der seiner Produktion den Titel "Besoffener Blödsinn" gab.

Der "Kattfiller" hatte sein Band bereits Anfang Oktober nach Köln eingeschickt. Jetzt erhielt er die erfreuliche Nachricht, daß seine Büttenrede unter den 173 Tonbändern neben elf weiteren Aufnahmen durch die Jury ausgewählt wurde. Das bedeutet: Teilnahme an der Vorrunde mit den Chancen für die Zwischen- und für die Endrunde.

Am Freitag, dem 12. Januar, ist es soweit: Um 20.15 Uhr wird im zweiten Programm des WDR jene "Karnevalistische Hitparade" live aus der Stadthalle in Erkelenz übertragen. Dort ist der WDR Gast bei der "Erkelenzer Karnevals-Gesellschaft 1842". Im Rahmen dieser Veranstaltung wird der "Kattfiller" Hirling, Mitglied der Roten Funken, zum ersten Mal eine Büttenrede im Rundfunk halten. Neben ihm treten alte Hasen auf wie Lotti Krekel, Jupp Schmitz, Toni Steingass, das Eilemann-Trio, Bing Wittkamp u.a. Für den Büttenmarsch sorgt Harald Banter mit seiner Media-Band.

Sollte der Attendorner den Sprung in die Endrunde schaffen und möglicherweise als Sieger hervorgehen, so wird ihm vom WDR als Prämie der "Goldene Kölner Dom" überreicht. Vielleicht winkt dann auch irgendwoher ein Plattenvertrag.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungssammlung, Westfalenpost Nr. 4, 06.01.1973.

07.01.1973 Jubilarehrung beim MGV Sauerlandia

Vorsitzender Ludwig Hoffmann gratulierte Chorleiter Johannes Schmidt zum 25jährigen Chorleiterjubiläum. Er ist ein Jahrzehnt als Kreischorleiter tätig und seit 45 Jahren Vereinsmitglied. Für 50jährige aktive Mitgliedschaft wurden Heinrich Hesse und Fritz Weber zu Ehrenmitgliedern ernannt. 40 Jahre sind Otto Prentler und Alfred Brinker dabei, der den Verein 13 Jahre als 1. Vorsitzender geleitet hat. 25 Jahre Sauerlandiasänger sind Walter Stinn und Heinrich Bock.

Stadtarchiv Attendorn, Zeitungsausschnittsammlung, 1973.

08.01.1973 Dünschede-Attendorn: 1:1

Zur Pause stand es noch torlos. Dann hatten die Gäste in der 55. Minute Glück, als Schloßmacher eine Rückgabe ins eigene Tor von Dünschede fabrizierte. Püttmann war schnell dazwischengesprungen. Die Gastgeber waren aber unbeeindruckt und lieferten ein gleichwertiges Spiel.Ihre Bemühungen wurden in der 70. Minute mit dem Ausgleich belohnt, den Günther Ax erzielte. Es war ein gutes und faires Spiel, in dem besonders Roland bei den Gastgebern beeindrucken konnte.

Stadtarchiv Attendorn, Westfalenpost Nr. 6, 08.01.1973.

09.01.1973 Auszeichnungen in Neu-Listernohl

Mit Gedenkmünzen in Gold zeichnete der Sportverein verdiente Mitglieder aus. Frau Erika Fricke, Leiterin der Frauengruppe, sowie Gerd Hennemann und Hans Bauer, Betreuer bzw. Trainer der ersten und der Jugendmannschaft, wurden mit dieser Auszeichnung bedacht.

Stadtarchiv Attendorn, Westfalenpost Nr. 7, 09.01.1973.

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