Historisches Tagebuch
Was passierte wann und wo in Attendorn? Mit dem Historischen Tagebuch möchten wir Sie teilhaben lassen an den vielen kleinen, aber auch einschneidenden Ereignissen der Vergangenheit.
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Es wurden 4678 Einträge gefunden23.04.1919 Gründung der Baugenossenschaft, Fortsetzung
Heute abend wurde in einer Versammlung die Baugenossenschaft mbH. gegründet. In den Aufsichtsrat wurden gewählt: a) seitens der Stadt Josef Keimer, Rechtsanwalt Dingerkus und Fabrikant Ursell; b) seitens der Arbeiter und Beamten: Walzmeister F. Huhn, Schlosser W. Höffer, Postassistent H. Kölbach (Stellvertreter J. Wacker, A. Trost, W. Zanders); c) seitens der übrigen Gesellschafteer: H. Bethke, H. Nebeling, H. Fischer (Stellvertreter: A. Ursell, H. Weller, Altfinnentrop, A. Kaufmann). Der Aufsichtsrat wählte zu seinem Vorsitzenden Rechtsanwalt Dingerkus (Stellvertreter: H. Kölbach), zum Schriftführer K. Ursell. Es sind gezeichnet worden von der Stadt 51.000 Mark, von der Industrie 38.000 Mark, aus anderen Kreisen der Bürgerschaft 11.000 Mark. Die vorgelegten Satzungen wurden mit geringen Änderungen angenommen. Ferner wurde der Beitritt zur Westfälischen Baugenossenschaft und die Erwerbung eines auf 1.000 Mark lautenden Anteils an der Westfälischen Heimstättengesellschaft beschlossen.
Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 2, Seite 50.
27.04.1919 Erstkommunion im Schneegestöber
Heute, da die Erstkommunionkinder zur Kirche gingen, herrschte starkes Schneegestöber. 77 Knaben und 52 Mädchen wurden von Herrn Pfarrer Dr. Funke zum ersten Male zum Tisch des Herrn geführt.
Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 2, Seite 51.
28.04.1919 Sitzung der Stadtverordneten
1. Wegen des Austausches von Grundstückssplißteilen mit Robert Scherer soll eine Kommission zur nochmaligeen Prüfung gewählt werden. Robert Scherer zieht darauf seinen Antrag zurück.
2. Die Fluchtlinie einer Straße, von der Kölnerstraße in der Nähe des Hopf'schen Hauses ausgehend und bei der Schürmann'schen Fabrik endend, wird festgelegt.
3. Die Regulierung der Spindelburgstraße bei Glasow, Klewes und Nebeling, zu welcher die Anlieger den Grund und Boden frei hergeben wollen, wird beschlossen. Kostenpunkt: 400-500 Mark.
4. Der untere Teil des Kehlbergerweges soll ausgebaut, der obere planieert werden. Kosten etwa 2.000 Mark. Der Ausbau der Schemperstraße, deren Notwendigkeit anerkannt wird, soll wegen der jetzigen Teuerung zurückgesetzt werden.
5. Die Pflegesätze im hiesigen Krankenhause werden wegen der herrschenden Teuerung erhöht: 1. Klasse von 5 Mark auf 7,50 Mark; 2. Klasse von 4,50 auf 5,80 Mark; 3. Klasse von 2,50 Mark auf 3,50 Mark.
6. Zu der vorgeschlagenen Erhöhung der Preise für Abgabe elektrischen Stromes wird beschlossen, eine Kommission zu wählen, die noch mehr Klarheit in die Sache bringt. Gewählt werden Biergans, Prentler, Rustemeyer und W. Scherer.
7. Einem Nachtrage zum Stromlieferungsvertrage mit dem Listertalwerk wird zugestimmt.
8. Herr Kutsch erklärt sich bereit, das Amt eines 1. Beigeordneten bis zum Ablauf der Wahlperiode (Juni) weiter zu versehen.
9. In die Schuldeputation wird statt St. Brake Vigener gewählt, in das Gymnasialkuratorium Dingerkus statt A. Kaufmann.
10. In das Kuratorium der gewerblichen Fortbildungsschule wurden gewählt A. Beul, Mayworm und Plugge, in das der kaufmännischen: Rustemeyer, Ursell, Wessing.
11. Es wird eine Finanzkommission gewählt, bestehend aus den Herren Kutsch, Mayworm, Rustemeyer und Ursell.
2. Die Fluchtlinie einer Straße, von der Kölnerstraße in der Nähe des Hopf'schen Hauses ausgehend und bei der Schürmann'schen Fabrik endend, wird festgelegt.
3. Die Regulierung der Spindelburgstraße bei Glasow, Klewes und Nebeling, zu welcher die Anlieger den Grund und Boden frei hergeben wollen, wird beschlossen. Kostenpunkt: 400-500 Mark.
4. Der untere Teil des Kehlbergerweges soll ausgebaut, der obere planieert werden. Kosten etwa 2.000 Mark. Der Ausbau der Schemperstraße, deren Notwendigkeit anerkannt wird, soll wegen der jetzigen Teuerung zurückgesetzt werden.
5. Die Pflegesätze im hiesigen Krankenhause werden wegen der herrschenden Teuerung erhöht: 1. Klasse von 5 Mark auf 7,50 Mark; 2. Klasse von 4,50 auf 5,80 Mark; 3. Klasse von 2,50 Mark auf 3,50 Mark.
6. Zu der vorgeschlagenen Erhöhung der Preise für Abgabe elektrischen Stromes wird beschlossen, eine Kommission zu wählen, die noch mehr Klarheit in die Sache bringt. Gewählt werden Biergans, Prentler, Rustemeyer und W. Scherer.
7. Einem Nachtrage zum Stromlieferungsvertrage mit dem Listertalwerk wird zugestimmt.
8. Herr Kutsch erklärt sich bereit, das Amt eines 1. Beigeordneten bis zum Ablauf der Wahlperiode (Juni) weiter zu versehen.
9. In die Schuldeputation wird statt St. Brake Vigener gewählt, in das Gymnasialkuratorium Dingerkus statt A. Kaufmann.
10. In das Kuratorium der gewerblichen Fortbildungsschule wurden gewählt A. Beul, Mayworm und Plugge, in das der kaufmännischen: Rustemeyer, Ursell, Wessing.
11. Es wird eine Finanzkommission gewählt, bestehend aus den Herren Kutsch, Mayworm, Rustemeyer und Ursell.
Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 2, Seite 51.
01.05.1919 Maikundgebung
Der sozialdemokratische Kreisverein hatte seine Mitglieder zur Begehung des neueingeführten Nationalfeiertages nach Attendorn entboten. Trotz des denkbar schlechtesten Wetters hatte sich eine recht bedeutende Anzahl von Genossen eingefunden, wie der gegen ½ 4 Uhr durch die Straßen ziehende Festzug mit 2 Musik-kapellen zeigte. Es nahmen daran Parteifreunde aus Heggen, Listernohl, Olpe, Foerde, Grevenbrück, Meggen, Altenhundem und Welschenennest teil. Vorher war Frühkonzert im Brauhaussaale, nach und abends auf dem Himmelreich unter entsprechenden Festreden wiederum Konzert. Über die Feier der christlichen Gewerk-schaften in Olpe vergl[eiche] Sauerländisches] Volksblatt 102.
Verein für Orts- und Heimatkunde Attendorn 1898 e.V., Chronik der Stadt Attendorn, Band 2.
03.05.1919 Hausverkauf Niederste Straße
Das am Niedersten Tore gelegene Hormes'sche Geschäftshaus ging in den Besitz des Sattlermeisters Eckmann über [heute: Modehaus Kohl].
Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 2, Seite 53.
07.05.1919 Statistik des Gymnasiums
Das hiesige Gymnasium besuchen zur Zeit 306 Schüler; davon entfallen auf den Sonderkursus für Kriegsteilnehmer 23; Prima a 15 Schüler, Prima b 18, Sekunda a 30, Sekunda b 46, Tertia a 33, Tertia b 36, Quarta 30, Quinta 38 und Sexta 37 Schüler. Katholisch sind 271, evangelisch 31, jüdisch 4. Aus dem Schulorte stammen 79, von auswärts 226 und ein Schüler ist Ausländer. Von den Auswärtigen kehren 134 täglich heim; 92 Schüler wohnen im Orte. Zu Ostern sind 83 Schüler neu aufgenommen. An dem neueingerichteten Sonderlehrgang in U III nehmen 13 Schüler teil.
Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 2, Seite 52.
11.05.1919 Besitzerwechsel an der Finnentroper Straße
Wie verlautet gingen das Restaurant Brauhaus und das anstoßende Wohnhaus mit Grundstück (Schneidersmann) durch Kauf in den Besitz der sozialdemokratischen Partei über. Das Geld hierzu ist der Sozialdemokratie seitens des Fabrikanten A.A. Ursell zur Verfügung gestellt worden.
Verein für Orts- und Heimatkunde Attendorn 1898 e.V., Chronik der Stadt Attendorn, Band 2.
11.05.1919 Generalversammlung der Schützen
Der Vorsitzende, Herr Fabrikant Schürmann, der während des Krieges die Leitung des Vereins geführt hat, eröffnete die Sitzung mit dem Hinweis auf den schrecklichen Friedensvorschlag der Entente. Die Versammlung beschließt, ein Telegramm an die Reichsregierung zu richten, in dem entschieden Einspruch erhoben wird gegen die Unterzeichnung eines derartigen Friedensvertrages. Der im Felde gefallenen 27 Schützenbrüder und der 22 hierselbst gestorbenen wurde in üblicher Weise gedacht. 9 neue Mitglieder konnten in den Verein aufgenommen werden. Der Rechnungsbericht ergab einen Fehlbetrag von 258,12 Mark. Aus dem Demobilmachungsfonds soll der Verein für Beschädigungen durch Einquartierung 8.464 Mark erhalten. Nach Eingang dieser Summe soll über die Instandsetzung der Schützenhalle Beschluss gefasst werden. Im § 1 der Statuten wurden die Worte "Die Liebe zu König und Vaterland" geändert in "die Liebe für unsere Heimat und Vaterland zu beleben". - Die Wahlen fanden in größter Einmütigkeit statt. Für den auf dem Felde der Ehre gefallenen Hauptmann Otto Kost wurde der Fabrikant Herr Franz Schürmann gewählt. Die weitere Wahl hatte dann folgendes Ergebnis: 1. Zugführer Fabrikant Alex Kaufmann, 2. Zugführer Herr Apotheker Emil Peiffer jr., Schriftführer Hermann Rickert, Hellebardenoffizier Hermann Schröder, begleitende Offiziere: Wilhelm Müller, Heinrich Nebeling. 1., 2. und 3. Stellvertreter: Josef Teipel, Ewald Heiderhoff und Karl Hanz. Der Vorstand soll durch das Los bestimmen, welche Herren im nächsten Jahre als erstes Drittel ausscheiden. - Ein Darlehen des Rentners C.F. Kost in Münster von 1.000 Mark ist gekündigt. Dem Vorstande wurde die Regelung überlassen. Nachdem den beiden Vorstandsmitgliedern Heuel und Schürmann für ihre selbstlose Führung der Geschäfte während des Krieges der Dank der Schützengesellschaft ausgesprochen worden war, wurde die Versammlung geschlossen.
Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 2, Seite 52f.
22.05.1919 Besitzerwechsel in der Brauerei
Die Attendorner Brauerei ging durch Kauf in den Besitz der Firma A.A. Ursell über. Die Firma wird das Gebäude für Arbeiterwohnungen einrichten lassen.
Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 2, Seite 53.
28.05.1919 Missionspredigten in der Pfarrkirche
Die heilige Mission für Männer und Jünglinge der Pfarrei Attendorn nahm heute abend ihren Anfang mit einer Eröffnungspredigt. Die Missionsvorträge werden von 2 Oblatenpatres aus Essen-Borbeck gehalten und zwar morgens um 6 und abends 8 Uhr.
Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 2, Seite 53.
29.05.1919 Einbruch im Haus Weber
In vergangener Nacht wurde wieder ein Einbruch verübt und zwar in das Gustav Weber'sche Geschäftshaus, früher Franz Schürmann [heute: Franz-Josef Karthaus]. Den Dieben fielen zur Beute Lederwaren, Stöcke, Zigarren, Zigaretten, Seife usw., wodurch der Besitzer einen größeren Schaden erlitten hat.
Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 2, Seite 54.
30.05.1919 Sitzung der Stadtverordenten
Stadtverordnetensitzung.
Vor Eintritt in die Tagesordnung wies der stellv. Vorsitzende Vigener auf die harten und unannehmbaren Friedensbedingungen der Feinde hin. Es wurde eine entsprechende Erklärung einstimmig angenommen.
1) Bekanntgabe über Entscheidungen betreffend Gültigkeit von Stadtverordnetenwahlen. Der Stadtverordnetenvorsteher und 1. Beigeordnete Mathias Kutsch hat infol-ge einer ministeriellen Entscheidung, wonach die beiden Ämter nicht in einer Person vereinigt sein dürfen, das erstere Amt niedergelegt. Der Stadtverordnete W. Scherer soll sein Amt als Stadtverordneter (Brüderparagraph) so lange ausüben, bis die vom Minister in Aussicht gestellte anderweitige Regelung erfolgt ist.
2) Zum Stadtverordnetenvorsteher wird Herr Rechtsanwalt Dingerkus mit 12 Stim-men gewählt (5 für Karl Ursell).
...
7) Die beiden Vorsitzenden des Arbeiterrates haben ihr Amt niedergelegt. Die vorgelegte Kostenrechnung von 864 M wird nach einem Abzug von 39 M bewilligt.
Vor Eintritt in die Tagesordnung wies der stellv. Vorsitzende Vigener auf die harten und unannehmbaren Friedensbedingungen der Feinde hin. Es wurde eine entsprechende Erklärung einstimmig angenommen.
1) Bekanntgabe über Entscheidungen betreffend Gültigkeit von Stadtverordnetenwahlen. Der Stadtverordnetenvorsteher und 1. Beigeordnete Mathias Kutsch hat infol-ge einer ministeriellen Entscheidung, wonach die beiden Ämter nicht in einer Person vereinigt sein dürfen, das erstere Amt niedergelegt. Der Stadtverordnete W. Scherer soll sein Amt als Stadtverordneter (Brüderparagraph) so lange ausüben, bis die vom Minister in Aussicht gestellte anderweitige Regelung erfolgt ist.
2) Zum Stadtverordnetenvorsteher wird Herr Rechtsanwalt Dingerkus mit 12 Stim-men gewählt (5 für Karl Ursell).
...
7) Die beiden Vorsitzenden des Arbeiterrates haben ihr Amt niedergelegt. Die vorgelegte Kostenrechnung von 864 M wird nach einem Abzug von 39 M bewilligt.
Verein für Orts- und Heimatkunde Attendorn 1898 e.V., Chronik der Stadt Attendorn, Band 2.
31.05.1919 Das Wetter im Mai
Im Mai waren nur 5 Tage mit Niederschlägen, am 3. Mai 23,9 mm. Gesamthöhe 37,2 mm. Am 11. Mai hatten wir 2 Nahgewitter.
Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 2, Seite 55.
01.06.1919 Allerlei Neuigkeiten
Der bereits seit Jahren am hiesigen Gymnasium wirkende Hilfslehrer Dr. Arens wurde unter Ernennung zum Oberleehrer an genannter Anstalt angestellt.
Die Stadt bietet ausländische Kartoffeln an zu 35 Mark pro Zentner.
Die Männermission, gehalten von den hochwürdigen Oblatenpatres Ashauer und Scherer aus Essen-Borbeck, fand heute abend ihr feierliches Ende. Die Beteiligung seitens der Männer und Jünglinge war während der ganzen Zeit eine sehr rege.
Die Stadt bietet ausländische Kartoffeln an zu 35 Mark pro Zentner.
Die Männermission, gehalten von den hochwürdigen Oblatenpatres Ashauer und Scherer aus Essen-Borbeck, fand heute abend ihr feierliches Ende. Die Beteiligung seitens der Männer und Jünglinge war während der ganzen Zeit eine sehr rege.
Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 2, Seite 55.
02.06.1919 Seelenamt für die Gefallenen
Im Anschluss an die Mission fand heute morgen ein feierliches Seelenamt für die aus der Pfarrgemeinde Attendorn gefallenen Krieger statt.
Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 2, Seite 55.
03.06.1919 Sitzung der Stadtverordneten
1. Zu Kreistagsmitgliedern wurden Herr Bürgermeister Dr. Laymann und Herr Franz Viegener gewählt.
2. Stadtverordneter Ursell brachte die mangelhafte Bahnverbindung zur Sprache. Es sollen alle möglichen Schritte getan werden, um eine Besserung zu erzielen.
3. Zur Hebung der Wohnungsnot sollen von einer verstärkten Kommission alle Möglichkeiten erörtert werden.
4. Von dem Bauunternehmer Marsch werden jetzt für die Bewegung eines cbm Erdmasse 4,75 Mark statt früher 3,60 Mark verlangt. Er behält sich vor, beim Steigen der Löhne den Preis zu erhöhen, beim Sinken will er von dem Preise ablassen. Die Arbeit am Ennesterwege wird ihm zugeschlagen.
5. Bei Besichtigung der Fluchtlinie am neuen Bahnhofswege ergab sich eine überwiegende Mehrheit für die Ausführung des Kaufmann'schen Neubaues gemäß der abgesteckten Fluchtlinie.
2. Stadtverordneter Ursell brachte die mangelhafte Bahnverbindung zur Sprache. Es sollen alle möglichen Schritte getan werden, um eine Besserung zu erzielen.
3. Zur Hebung der Wohnungsnot sollen von einer verstärkten Kommission alle Möglichkeiten erörtert werden.
4. Von dem Bauunternehmer Marsch werden jetzt für die Bewegung eines cbm Erdmasse 4,75 Mark statt früher 3,60 Mark verlangt. Er behält sich vor, beim Steigen der Löhne den Preis zu erhöhen, beim Sinken will er von dem Preise ablassen. Die Arbeit am Ennesterwege wird ihm zugeschlagen.
5. Bei Besichtigung der Fluchtlinie am neuen Bahnhofswege ergab sich eine überwiegende Mehrheit für die Ausführung des Kaufmann'schen Neubaues gemäß der abgesteckten Fluchtlinie.
Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 2, Seite 55f
04.06.1919 Kriegs-Statistik
Nach einer Zusammenstellung im Sauerländischen Volksblatte Nr. 130 sind
in Olpe-Stadt 953 Männer eingezogen, 107 gefallen, 23 gefangen und 8 vermisst; in Attendorn-Stadt sind 605 Männer eingezogen, 86 gefallen, 30 gefangen und 5 vermisst; in Attendorn-Land wurden 805 Männeer eingezogen, 126 sind gefallen, 40 gefangen und 12 vermisst; in der Gemeinde Helden wurden 416 Männer eingezogen, 64 sind gefallen, 27 gefangen und 13 vermisst; im Kreisgebiet wurden 8.073 Männer eingezogen, 1.217 sind gefallen, 383 gefangen und 148 vermisst.
in Olpe-Stadt 953 Männer eingezogen, 107 gefallen, 23 gefangen und 8 vermisst; in Attendorn-Stadt sind 605 Männer eingezogen, 86 gefallen, 30 gefangen und 5 vermisst; in Attendorn-Land wurden 805 Männeer eingezogen, 126 sind gefallen, 40 gefangen und 12 vermisst; in der Gemeinde Helden wurden 416 Männer eingezogen, 64 sind gefallen, 27 gefangen und 13 vermisst; im Kreisgebiet wurden 8.073 Männer eingezogen, 1.217 sind gefallen, 383 gefangen und 148 vermisst.
Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 2, Seite 56.
02.07.1919 Schwierige Lebensmittelversorgung
Eine von den Arbeiterausschüssen der hiesigen Werke heute Vormittag in das Sauerländische Volkshaus einberufene Versammlung nahm Stellung zu den Mißständen in der hiesigen Lebensmittelversorgung. Scharf gerügt wurde die in Aussicht genommene Erhöhung des Rindfleischpreises auf 4 M das Pfund. Ferner wurde einer Kritik unterworfen die Schweinefleischpreise, die mangelhafte Versorgung mit Milch und Butter. Aus dem Kreise Olpe würden Unmengen von Butter nach Siegen und Dortmund durch den Kommunalverband geliefert, während die hiesige Bevölkerung niemals ihre vorgeschriebene Ration von 62 ½ gr. erhalte. Über den städtischen La-gerhalter wurde lebhafte Klage laut wegen unfreundlicher Behandlung der einkaufenden Frauen. Zwecks Abstellung aller dieser Mißstände wurde eine 18gliedrige Kommission gewählt, die im Anschluß an die Versammlung beim Bürgermeister vorstellig wurde. Vor dem Rathause sammelte sich eine große Menge Menschen an. Der Bürgermeister erklärte, alles tun zu wollen, was Abhilfe schaffen könne. Der Ausschuß begab sich dann unter großer Begleitung auch zum Amtshause, wo Amtmann Devens beruhigende Erklärungen abgab. Am Nachmittage begab sich die Abordnung nach Olpe, um auch beim Landrat die Beschwerden vorzubringen.
Verein für Orts- und Heimatkunde Attendorn 1898 e.V., Chronik der Stadt Attendorn, Band 2.
25.07.1919 Sitzung der Stadtverordneten
Der Bürgermeister gab die Erklärung ab, daß die Stadt nicht verantwortlich gemacht werden könne für die Vorkommnisse bei der letzten Kartoffelverteilung seitens des Lagerhalters der Bäuerlichen Bezugs- und Absatzgenossenschaft, Bilsing. Letzterer komme für künftige Verkäufe nicht mehr in Frage. Die Stadtverordneten Biergans und Ursell werden ermächtigt, einen Waggon amerikanisches Schmalz zum Preise von 8,20 M pro Pfund zu besichtigen und eventeuell zu kaufen.
...
Für die Neuwahl eines Magistrates erklärten sich 11 Stadtverordnete, dagegen 5. Die Wahl soll in der nächsten Sitzung stattfinden.
...
Gegen die schlechte Beschaffenheit des Brotes, worauf ein Schreiben des Herrn Dr. Rügenberg hinweist, ist Abhilfe nicht zu schaffen.
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Für die Neuwahl eines Magistrates erklärten sich 11 Stadtverordnete, dagegen 5. Die Wahl soll in der nächsten Sitzung stattfinden.
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Gegen die schlechte Beschaffenheit des Brotes, worauf ein Schreiben des Herrn Dr. Rügenberg hinweist, ist Abhilfe nicht zu schaffen.
Verein für Orts- und Heimatkunde Attendorn 1898 e.V., Chronik der Stadt Attendorn, Band 2.
27.07.1919 Außerordentliche bei den Schützen
Protokoll über die außerordentliche Generalversammlung der Schützengesellschaft Attendorn, zu der 195 Mitglieder erschienen waren.
1) Der Vorstand wird beauftragt, die erforderlichen Instandsetzungen in der Halle und den in dieser vorzunehmenden Ausbau eines zweiten Saales durchzuführen, hierzu sind die vom Stadtbaumeister Stritter kalkulierten Kosten von 24.000 26.000 Mark zu Grunde zu legen. Außerdem wurde eine Baukommission gewählt, bestehend aus den Herren Schreinermeister Theodor Frey, Stadtbaumeister Stritter, Zimmermeister Johann Plugge, Zimmermeister Josef Viegener und Schreinermeister Albert Stinn. 2) Der Beitrag soll von 1920 an von 3 auf 5 Mark und das Eintrittsgeld von 4,50 auf 5,00 Mark erhöht werden. 3) Satzungsänderung: Es wurde besschlossen, die Satzung dahingehend zu ändern, daß der Zwang, die Schelle zu Bekanntmachungen des Vereins zu benutzen, fortfallen soll. Ebenso sollen die Beitragserhöhungen ein-gearbeitet werden.
1) Der Vorstand wird beauftragt, die erforderlichen Instandsetzungen in der Halle und den in dieser vorzunehmenden Ausbau eines zweiten Saales durchzuführen, hierzu sind die vom Stadtbaumeister Stritter kalkulierten Kosten von 24.000 26.000 Mark zu Grunde zu legen. Außerdem wurde eine Baukommission gewählt, bestehend aus den Herren Schreinermeister Theodor Frey, Stadtbaumeister Stritter, Zimmermeister Johann Plugge, Zimmermeister Josef Viegener und Schreinermeister Albert Stinn. 2) Der Beitrag soll von 1920 an von 3 auf 5 Mark und das Eintrittsgeld von 4,50 auf 5,00 Mark erhöht werden. 3) Satzungsänderung: Es wurde besschlossen, die Satzung dahingehend zu ändern, daß der Zwang, die Schelle zu Bekanntmachungen des Vereins zu benutzen, fortfallen soll. Ebenso sollen die Beitragserhöhungen ein-gearbeitet werden.
Stadtarchiv Attendorn, Depositum Schützengesellschaft, Akte SG 59, Seite 304.
01.08.1919 Stadtverordneten tagen
Stadtverordnetensitzung.
1) Für den zurückgetretenen Herrn Kutsch wurde Stadtverordneten Scherer in die Finanzkommission gewählt.
2) Die Neuwahl des Magistrats wurde vertagt, weil laut Antwort des Ministers die neue Städteordnung in kurzem erscheinen wird. Bis dahin soll die Finanzkommission das Recht haben, die Einnahme- und Ausgabeanweisungen zu prüfen.
...
5) Ein Antrag des Stadtverordneten Mayworm, den kleinen Steuerzahlern bis zu 3.900 M Einkommen die Steuern ganz oder zum Teil zu erlassen, wird der Fi- nanzkommission überwiesen.
Die letzthin verausgabten Kartoffeln kosten der Stadt, von Braunschneider geliefert, mit Unkosten 52,50 M per Zentner. Die Lebensmittelkommission hatte beschlossen, die Kartoffeln zum Preise von 14 M an die Bevölkerung abzugeben. Der hierdurch entstandene Fehlbetrag von 1.562,55 M soll auf die Stadtkasse übernommen werden. Wegen verschiedener Beschwerden bei den Kaurtoffelverkäufen soll bei denselben stets ein Mitglied der Lebensmittelkommission anwesend sein.
Quellen: Verein für Orts- und Heimatkunde Attendorn 1898 e.V., Chronik der Stadt Attendorn, Band 2.
1) Für den zurückgetretenen Herrn Kutsch wurde Stadtverordneten Scherer in die Finanzkommission gewählt.
2) Die Neuwahl des Magistrats wurde vertagt, weil laut Antwort des Ministers die neue Städteordnung in kurzem erscheinen wird. Bis dahin soll die Finanzkommission das Recht haben, die Einnahme- und Ausgabeanweisungen zu prüfen.
...
5) Ein Antrag des Stadtverordneten Mayworm, den kleinen Steuerzahlern bis zu 3.900 M Einkommen die Steuern ganz oder zum Teil zu erlassen, wird der Fi- nanzkommission überwiesen.
Die letzthin verausgabten Kartoffeln kosten der Stadt, von Braunschneider geliefert, mit Unkosten 52,50 M per Zentner. Die Lebensmittelkommission hatte beschlossen, die Kartoffeln zum Preise von 14 M an die Bevölkerung abzugeben. Der hierdurch entstandene Fehlbetrag von 1.562,55 M soll auf die Stadtkasse übernommen werden. Wegen verschiedener Beschwerden bei den Kaurtoffelverkäufen soll bei denselben stets ein Mitglied der Lebensmittelkommission anwesend sein.
Quellen: Verein für Orts- und Heimatkunde Attendorn 1898 e.V., Chronik der Stadt Attendorn, Band 2.
01.08.1919 Sitzung der Stadtverordneten
Stadtverordnetensitzung.
1) Für den zurückgetretenen Herrn Kutsch wurde Stadtverordneten Scherer in die Finanzkommission gewählt.
2) Die Neuwahl des Magistrats wurde vertagt, weil laut Antwort des Ministers die neue Städteordnung in kurzem erscheinen wird. Bis dahin soll die Finanzkommission das Recht haben, die Einnahme- und Ausgabeanweisungen zu prüfen.
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5) Ein Antrag des Stadtverordneten Mayworm, den kleinen Steuerzahlern bis zu 3.900 M Einkommen die Steuern ganz oder zum Teil zu erlassen, wird der Fi- nanzkommission überwiesen.
Die letzthin verausgabten Kartoffeln kosten der Stadt, von Braunschneider geliefert, mit Unkosten 52,50 M per Zentner. Die Lebensmittelkommission hatte beschlossen, die Kartoffeln zum Preise von 14 M an die Bevölkerung abzugeben. Der hierdurch entstandene Fehlbetrag von 1.562,55 M soll auf die Stadtkasse übernommen werden. Wegen verschiedener Beschwerden bei den Kaurtoffelverkäufen soll bei denselben stets ein Mitglied der Lebensmittelkommission anwesend sein.
Quellen: Verein für Orts- und Heimatkunde Attendorn 1898 e.V., Chronik der Stadt Attendorn, Band 2.
1) Für den zurückgetretenen Herrn Kutsch wurde Stadtverordneten Scherer in die Finanzkommission gewählt.
2) Die Neuwahl des Magistrats wurde vertagt, weil laut Antwort des Ministers die neue Städteordnung in kurzem erscheinen wird. Bis dahin soll die Finanzkommission das Recht haben, die Einnahme- und Ausgabeanweisungen zu prüfen.
...
5) Ein Antrag des Stadtverordneten Mayworm, den kleinen Steuerzahlern bis zu 3.900 M Einkommen die Steuern ganz oder zum Teil zu erlassen, wird der Fi- nanzkommission überwiesen.
Die letzthin verausgabten Kartoffeln kosten der Stadt, von Braunschneider geliefert, mit Unkosten 52,50 M per Zentner. Die Lebensmittelkommission hatte beschlossen, die Kartoffeln zum Preise von 14 M an die Bevölkerung abzugeben. Der hierdurch entstandene Fehlbetrag von 1.562,55 M soll auf die Stadtkasse übernommen werden. Wegen verschiedener Beschwerden bei den Kaurtoffelverkäufen soll bei denselben stets ein Mitglied der Lebensmittelkommission anwesend sein.
Quellen: Verein für Orts- und Heimatkunde Attendorn 1898 e.V., Chronik der Stadt Attendorn, Band 2.
16.08.1919 Sitzung der Stadtverordneten
1) Kommunalbesteuerung auf Grund des Gesetzes vom 4. Juni 1919. Die Einkom-men bis 1.500 M bleiben steuerfrei, bei 1.500 3.900 M findet eine stufenmäßige Ermäßigung 90% - 10% statt, die Einkommen von 3.900 6.500 M bleiben von der Ermäßigung unberührt. Der Steuerausfall wird durch Zuschläge der höheren Einkommen ausgeglichen. Man vergleiche den Tarif in der Attendorner Zeitung Nr. 96. Vollständig frei werden 630, ermäßigt 833 Steuerpflichtige. Nach längerer Beratung wird der Antrag der Finanzkommission angenommen.
2) Dem Magistrat ist die Ermächtigung der Wohnungsrationierung erteilt worden. Hierzu bemerkt der Vorsteher, daß, weil die Stadt jetzt ohne Magistrat ist, die Wahl desselben notwendig sei. Stadtverordneten Scherer stellt den Antrag beim Wohnungskommissar um Übertragung dieser Ermächtigung auf die Stadtverordneten-versammlung. Die Versammlung erklärt sich gegen diesen Antrag. Von der Er-richtung eines beantragten Wohnungsamtes wird abgesehen.
3) Auf dem Feuerteiche soll ein Schuppen für eine Kreissäge, die zum Zerkleinern des für die Bevölkerung bestimmten Brennholzes dienen soll, sowie ein Lagerplatz für das Holz errichtet werden...
4) Der Vorsteher verliest ein Schreiben des zurückgetretenen Magistrats. Nach längerer Aussprache wird beschlossen, den Magistrat zur schriftlichen Niederlegung der Gründe für seinen Rücktritt aufzufordern.
2) Dem Magistrat ist die Ermächtigung der Wohnungsrationierung erteilt worden. Hierzu bemerkt der Vorsteher, daß, weil die Stadt jetzt ohne Magistrat ist, die Wahl desselben notwendig sei. Stadtverordneten Scherer stellt den Antrag beim Wohnungskommissar um Übertragung dieser Ermächtigung auf die Stadtverordneten-versammlung. Die Versammlung erklärt sich gegen diesen Antrag. Von der Er-richtung eines beantragten Wohnungsamtes wird abgesehen.
3) Auf dem Feuerteiche soll ein Schuppen für eine Kreissäge, die zum Zerkleinern des für die Bevölkerung bestimmten Brennholzes dienen soll, sowie ein Lagerplatz für das Holz errichtet werden...
4) Der Vorsteher verliest ein Schreiben des zurückgetretenen Magistrats. Nach längerer Aussprache wird beschlossen, den Magistrat zur schriftlichen Niederlegung der Gründe für seinen Rücktritt aufzufordern.
Verein für Orts- und Heimatkunde Attendorn 1898 e.V., Chronik der Stadt Attendorn, Band 2.
22.08.1919 Magistratswahl
Neuwahl des Magistrates. Es fand zunächst die Wahl der zwei Beigeordneten statt. Von den 18 abgegebenen Stimmen fielen auf Wahlvorschlag Viegener 11 und auf Wahlvorschlag Epe 7 Stimmen. Gewählt sind zum 1. Beigeordneten Fabrikant Franz Viegener II, zum 2. Beigeordneten Zigarrenfabrikant Gottfried Epe sen.
Verein für Orts- und Heimatkunde Attendorn 1898 e.V., Chronik der Stadt Attendorn, Band 2.
28.09.1919 Schützen kaufen Möbel
Vermerk des Hauptmanns Schürmann über eine Baustellenbesichtigung an der Schützenhalle durch einige Vorstandsmitglieder. Dabei wurde beschlossen, die Beschaffung von 200 Stühlen und 30 Tischen sofort auszuschreiben und zukünftig die Bewirtschaftung von Festlichkeiten jeweils öffentlich zu verdingen.
Stadtarchiv Attendorn, Dep. SG 59, Seite 310