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Historisches Tagebuch

Was passierte wann und wo in Attendorn? Mit dem Historischen Tagebuch möchten wir Sie teilhaben lassen an den vielen kleinen, aber auch einschneidenden Ereignissen der Vergangenheit.

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Es wurden 4678 Einträge gefunden

19.04.1918 Sparkasse, Krankenhaus und Auszeichnungen

Die hiesige städtische Sparkaasse vermittelte 224 einzelne Zeichnungen zur 8. Kriegsanleihe zum Betrage von 365.600 Mark, die Kasse selbst zeichnete 250.000 Mark.

Zum Krankenhausneubau schenkte die Firma Attendorner Kalkwerke 5.000 Mark.

Lehrer Teigler erhielt das Verdienstkreuz für Kriegshilfe, Schütze Anton Mues das eiserne Kreuz.

Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 2, Seite 7.

20.04.1918 Stiftung zum Krankenhausneubau

Zum Krankenhausneubau stiftete Herr Fabrikant Franz Schürmann 1.000 Mark.

Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 2, Seite 7.

24.04.1918 Militärische Ehrungen

Zum Gefreiten ernannt wurde der Schütze Otto Mues, das eiserne Kreuz erhielt der Landsturmmann Fritz Bockelkamp.

Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 2, Seite 8.

15.05.1918 Stiftung einer Fahne für das Gymnasium

Am hiesigen Gymnasium begannen heute die Pfingstferien. Herr Direktor Wibbe überreichte im Festsaale die vom Kuratorium gestiftete Schulfahne, welche in der Bonner Fahnenfabrik angefertigt worden ist. Das Gymnasium war bisher nur im Besitze einer Fahne für kirchliche Zwecke, welche von Herrn Professor Werra gestiftet worden ist.

Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 2, Seite 8.

18.05.1918 Sitzung der Stadtverordneten

Nachdem die auf den 17. Mai einberufene Versammlung nicht beschlussfähig gewesen war, wurde mit abgekürzter Frist für heute eine Sitzung über dieselben Gegenstände einberufen.

1. Der zum Magistratsmitgliede wiedergewählte Karl Josef Isphording wurde in sein Amt eingeführt.

2. Für die Ludendorffspende wurden 5.000 Mark bewilligt.

3. Am Mühlengraben soll eine neue Schleuse angelegt werden. Von den Kosten von 3.500 Mark trägt die Stadt 1.500 Mark, der Mühlenbesitzer Potthoff 1.000 Mark, die Firma Engelbert Isphording ebenfalls 1.000 Mark.

4. Dem Erwerb folgender Grundstücke wurde zugestimmt: Flur III Nr. 302, am Musebieter, 0,5172 ha; Flur III Nr. 303, am Musebieter, 0,6752 ha; Flur III Nr. 308, am Musebieter, 0,6167 ha; Flur III Nr. 309, am Musebieter, 0,5780 ha; Flur III Nr. 307, am Musebieter, 0,4519 ha; Flur III Nr. 706/306, am Musebieter, 0,2055 ha, Flur III Nr. 304, auf den Kämpen, 0,3818 ha = 2412 Ruten = 13,40 Morgen.
Der Preis für die Rute beträgt 20 Mark, Gesamtsumme 48.240,33 Mark. Zur Abrundung ist der Erwerb einiger anderer Grundstücke erforderlich und sollen Verhandlungen eingeleitet werden.

5. Die Firma Charlottenhütte will den zwischen dem Walzwerk und der Eisenbahn gelegenen städtischen Weg erwerben und einen neuen Fahrweg an der Bigge entlang anlegen. Die Versammlung beschließt gemäß dem Magistratsvorschlage gegen grundbuchamtliche Sicherstellung eines etwaigen Bahnanschlusses für die städtischen Grundstücke und eines genügenden Wasserschutzes für den neu anzulegenden Weg.

Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 2, Seite 9f.

21.05.1918 Hospitalrektor Lex verstorben

Nach längerem schweren Leiden starb der hochwürdige Herr Otto Lex, Rektor der Hospitalkirche zu Attendorn, in der Nacht vom 2. zum 3. Pfingsttage gegen 2 Uhr. Der Verewigte war geboren zu Attendorn als Sohn des kommissarischen Bürgermeisters Fraanz Lex am 16. Februar 1864. Sein Großvater war hier seit Mitte des Jahrzehnt 1830 Dirigent des hiesigen Gerichts als Amtmann, Direktor, Kreisrichter und Amtsgerichtsrat, je nach Wechsel der Gerichtsverfassung. Der Sohn Otto verlebte seine Jugendzeeit zu Altenkirchen, Warstein, Steele-Essen und Hamm, wo der Vater als Rechtsanwalt tätig war. Er besuchte die Gymnasien zu Essen und Osnabrück, studierte Theologie zu Freiburg i.Br., Würzburg, Münster und Paderborn, wo er von dem Bischofe Hubertus Simar am 19. März 1888 zum Priester geweiht wurde. Nur kurze Zeit wirkte er als Kaplan zu Wiedenbrück und Hamm und wurde am 1. Oktober 1889 zum Vikar S. Sebastiani nach Attendorn berufen, wo er seitdem segensreich wirkte. Im Nebenamte war er zeitweilig Leiter des kath. Gesellenvereins, Präses im Gymnasialkonvikt Bernardinum II, dann Präses der Jungfrauen-Sodalität. Nach dem Tode des Rektors Papenkordt wurde er zu dessen Nachfolger ernannt. Für die Hospitalkirche und das Krankenhaus war er besonders eifrig tätig. Seine Heimatliebe bekundete er durch verschiedene Artikel in den Tageszeitungen, besonders durch die "Geschichte der Franziskanerkirche" im Sauerländischen Volksblatt. R.i.p.

Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 2, Seite 9.

30.05.1918 Fronleichnamsprozession

Die Fronleichnamsprozession konnte sich unter regster Beteiligung bei herrlichstem Wetter auf das feierlichste entfalten. Die Ausschmückung litt unter dem Mangel an Material wegen des Krieges und statt der üblichen Böllerschüsse wurden beim Segen Zeichen mit der Glocke gegeben.

Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 2, Seite 10.

06.06.1918 Schützenpark verkauft

Der dem Gewerken Carl Pletsch gehörende Park am Himmelsberg wurde von dem Fabrikanten Franz Schürmann käuflich erworben.

Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 2, Seite 11.

03.08.1918 Panik in der Pfarrkirche

Während des Hochamtes entstand in der Pfarrkirche dadurch eine Panik, daß ein junger Mann in Krämpfe fiel und bei der entstandenen Aufregung das Wort "Flieger" ausgerufen wurde. Die Sache lief noch leidlich ab.

Chronik der Stadt Attendorn, Band 2, Seite 14.

12.08.1918 Tragischer Tod

Heute starb hier nach kurzer Krankheit Robert Michels, der kurz nach Kriegsbeginn in das Heer eingetreten war und zwei Jahre für Kaiser und Reich gekämpft hatte. Schwerverwundet geriet er in französische Gefangenschaft. In die Heimat zurückgekehrt, raffte ihn nun im Alter von 23 Jahren eine schwere Krankheit dahin.

Chronik der Stadt Attendorn, Band 2, Seite 14.

14.08.1918 Drei tote Kälber

Beim Landwirt Adolf Hoberg warf eine Kuh drei tote Kälber im Gewicht von 215 Pfund.

Chronik der Stadt Attendorn, Band 2, Seite 14.

09.11.1918 Der Kaiser verzichtet auf den Thron

S[eine] M[ajestät] der Kaiser und König Wilhelm II hat dem Throne entsagt und ist mit einem Gefolge von 10 Herren in Holland eingetroffen. In vielen Städten bilden sich Arbeiter und Soldatenräte. Das deutsche Reich ist zur Republik erklärt. Neuer Reichskanzler ist der Sozialdemokrat Ebert. Mit den feindlichen Ländern ist ein Waf-fenstillstandsvertrag abgeschlossen; unter welchen drückenden Bedingungen sehe man im Sauerl[ändischen] Volksblatt Nr. 264 nach.

Verein für Orts- und Heimatkunde Attendorn 1898 e.V., Chronik der Stadt Attendorn, Band 2.

10.11.1918 Versammlung der Sozialdemokraten

Eine von der sozialdemokratischen Partei einberufene Versammlung im Brauhaus-Saale war so stark besucht, daß der Saal die Besucher kaum zu fassen vermochte. Der ungünstigen Verkehrsverhältnisse wegen hatte der erwartete auswärtige Redner nicht erscheinen können.

Verein für Orts- und Heimatkunde Attendorn 1898 e.V., Chronik der Stadt Attendorn, Band 2.

12.11.1918 Arbeiter- und Soldatenrat gegründet

In hiesiger Stadt hat sich heute nachmittag ein Arbeiter- und Soldatenrat gebildet. Dieser übernimmt die Verwaltung der Stadt und der Ortspolizeibehörde und die damit verbundene Verantwortlichkeit unter Beibehaltung der bestehenden behördlichen Einrichtungen. Allen Anordnungen der Mitglieder und Beauftragten des Arbeiter- und Soldatenrates, die sich durch von zwei Vorstandsmitgliedern unterzeichnete Ausweise und rote Armbinden als solche kenntlich machen, ist unbedingte Folge zu leisten. Unterzeichnet: Josef Mayworm, Bürgerm[eister] Dr. Laymann.
Auf dem Rathause war für kurze Zeit eine rote Fahne gehisst.

Verein für Orts- und Heimatkunde Attendorn 1898 e.V., Chronik der Stadt Attendorn, Band 2.

13.11.1918 Demokratie statt Kaisertum

In einer Volksversammlung, zu der sich eine große Menge eingefunden hatte, sprach der Referent, August Neumann aus Dortmund, über die Entstehung der Arbeiterbewegung und das Fortschreiten derselben. Nun trete an die Stelle des Kaisertums die Demokratie. Jeder müsse jetzt seine Schuldigkeit tun. Der Vorsitzende Josef Mayworm schloß die Versammlung mit einem Hoch auf die junge deutsche Republik.

Verein für Orts- und Heimatkunde Attendorn 1898 e.V., Chronik der Stadt Attendorn, Band 2.

18.11.1918 Rückkehrende Soldaten

Heute sind aus dem Felde Soldaten mit Pferden und Wagen eingetroffen, um auf der Rückkehr in die Heimat bei uns Quartier zu beziehen. Am hiesigen Gymnasium sind aus diesem Anlaß 14 Tage Ferien angeordnet, da das Gebäude zur Unterkunft benutzt wird.
Zahlreiche Flugzeuge sind in den letzten Tagen von der Front zurückkehrend über Attendorn gekommen. Sie kamen aus Südwest und flogen in nordöstlicher Richtung weiter. Einige machten kurze Zwischenlandung und wurden von der Jugend jubelnd begrüßt.

Verein für Orts- und Heimatkunde Attendorn 1898 e.V., Chronik der Stadt Attendorn, Band 2.

21.11.1918 Ergänzungswahlen zum Arbeiterrat

Heute um 9 Uhr begann im Dingerkus’schen Saale die Wahl zur Ergänzung des Arbeiterrates. Es wurden gewählt für den Stand der Industriellen mit allen abgegebenen 12 Stimmen Herr Fabrikant Wilhelm Sohler, für den Stand der Kaufleute mit sämtlichen 13 Stimmen Herr Karl Ursell, für den Stand der Privatangestellten mit allen 27 Stimmen Herr Gustav Rustemeyer, für den Stand der Beamten mit 89 Stimmen Herr Gerichtsrat Dr. Ernst (1 Stimme für Rustemeyer), für den Stand der Bauern mit 1 Stimme Josef Keespe, für den Stand der Handwerker mit 31 Stimmen Herr H. Nebeling (1 Stimme für Karl Schulte), für den Stand der Kleingewerbetreibenden mit sämtlichen 5 Stimmen Herr Franz Böttenberg.

Verein für Orts- und Heimatkunde Attendorn 1898 e.V., Chronik der Stadt Attendorn, Band 2.

25.11.1918 Einquartierung in der Stadt

Heute haben wieder gegen 100 Mann Soldaten mit Pferden und Wagen in unserer Stadt Quartier genommen. Sie sind auf dem Durchmarsch nach Paderborn, von wo sie in die Heimat entlassen werden.

Verein für Orts- und Heimatkunde Attendorn 1898 e.V., Chronik der Stadt Attendorn, Band 2.

02.12.1918 Nachkriegswehen belasten die Bevölkerung

Die Truppendurchmärsche nehmen täglich fast ununterbrochen ihren Fortgang. Heute Nacht betrug die Einquartierung in Attendorn rund 1.400 Mann. Auch alle Ortschaften der Umgegend waren stark belegt. Gestern wurden auf dem Wilhelmsplatze unter Andrang zahlreicher Schau- und Kauflustiger erschöpfte und erkrankte Militärpferde versteigert. Die Tiere wurden zum Preise von 10 bis 31 Mark abgesetzt. Heute erreichte die 58. (sächsische) Division die hiesige Gegend und wird hier für die Nacht Quartier beziehen.

Verein für Orts- und Heimatkunde Attendorn 1898 e.V., Chronik der Stadt Attendorn, Band 2.

03.12.1918 Arbeiterausschüsse tagen in Attendorn

Heute tagten im Dingerkus’schen Saale die Arbeiterausschüsse des Kreises Olpe, um zu den gegenwärtig schwebenden Fragen Stellung zu nehmen. Nach eingehender Aussprache, in der zum Teil recht drastisch der bisherige Standpunkt des Arbeitsgeberverbandes für den Kreis Olpe verurteilt wurde, gelangte folgender Beschluss einstimmig zur Annahme: „Die Arbeiterausschüsse werden beauftragt, am Donnerstag, dem 5. Dezember, bei den einzelnen Arbeitgebern vorstellig zu werden und die zwischen den Spitzenverbänden der Arbeitgeber und den Vertretern der gewerkschaftlichen Organisationen in Berlin vereinbarte Arbeitszeit von täglich 8 Stunden unter Fortzahlung des bisherigen Lohnes auch im Kreise Olpe sofort einzuführen. Die Arbeiterausschüsse sollen ferner beantragen, daß ebenfalls für den Kreis Olpe zentrale Verhandlungen zwischen Arbeitgeberverband und Gewerkschaftsver-tretern, wie solches jetzt an allen Orten geschieht, stattfinden, um alle Fragen der Übergangswirtschaft u.s.w. im beiderseitigen Interesse zu regeln. Auch die Behörden werden in diesen Angelegenheiten um ihre Mitwirkung ersucht.“

Verein für Orts- und Heimatkunde Attendorn 1898 e.V., Chronik der Stadt Attendorn, Band 2.

05.12.1918 Sitzung der Stadtverordneten

Stadtverordnetensitzung.
1) In die Kommission zur Prüfung und Feststellung von Notstandsarbeiten wurden gewählt die Herren Brake und Biergans, vom Magistrat vorgeschlagen H[err] Josef Keimer. Die Kommission soll sofort zusammentreten und der nächsten Stadtverordnetensitzung ihre Vorschläge unterbreiten. Die für Notstandsarbeiten erforderlichen Mittel werden schon jetzt grundsätzlich bewilligt.
2) ... [Wegebauprojekt]...
3) ... [Gratifikation Eheleute Dünnebacke] ...
4) Die Einrichtung der Erwerbslosenfürsorge wird nach Maßgabe der bisher gegebenen Richtlinien grundsätzlich beschlossen. Die anteilmäßigen Kosten werden auf die Stadt übernommen. Als Fürsorgeausschuß wird die für die Verhütung der Arbeitslosigkeit gewählte Kommission bestimmt.
5) Die Stadtverordnetenwahlen werden so lange vertagt, bis die politischen Verhältnisse sich geklärt haben.

Verein für Orts- und Heimatkunde Attendorn 1898 e.V., Chronik der Stadt Attendorn, Band 2.

06.12.1918 Truppen marschieren durch Attendorn

Am 4. Dez[ember] hatten die auf dem Heimmarsche befindlichen Truppen Ruhetag und deshalb waren auch die Straßen von durchmarschierenden Truppen weniger belebt. Nachdem uns die Einquartierung am 5. Schon um 4 Uhr verlassen, setzten die Durchmärsche wieder in verstärktem Maße ein. Es langte die 44. Division hier an und wurde in hiesiger Gegend untergebracht. Heute kamen Teile der 18. Reservedi-vision durch. Ihr Marschziel ist Schmallenberg, wo sie verladen werden sollen.

Verein für Orts- und Heimatkunde Attendorn 1898 e.V., Chronik der Stadt Attendorn, Band 2.

08.12.1918 Sitzung des Arbeiter- und Soldatenrates

In der letzten Sitzung des Arbeiter- und Soldatenrates wurde dringend gefordert, daß die Nationalversammlung sobald als möglich einberufen werde, da der angesetzte Wahltermin, der 16. Febr[uar], viel zu spät sei.

Verein für Orts- und Heimatkunde Attendorn 1898 e.V., Chronik der Stadt Attendorn, Band 2.

09.12.1918 Gründung eines Arbeiter- und Soldatenrates für das Amt Attendorn

Auch für das Amt Attendorn hat sich ein Arbeiter- und Soldatenrat gebildet. Vorsitzender: Gustav Wever, Eichen. Ferner gehören ihm an aus Landgemeinde Attendorn: Fabrikarbeiter Franz Schauerte, Heggen, Fabrikarb[eiter] Anton Hormes, Heggen, Landwirt Franz Rademacher, Heggen, Landwirt Wilhelm Langenohl, Albringhausen, Fabrikarb[eiter] Wilhelm Teipel, Listerscheid, und Fabrikant Heinrich Bock, Weusterhammer. Aus der Gemeinde Helden: Landwirt J. Pulte, Helden, Schreiner-meister Josef Struck, Niederhelden, Bahnarbeiter Hermann Koch, Repe, und Landwirt und Kalkbrenner Heinrich Kirchhoff, Dünschede.

Verein für Orts- und Heimatkunde Attendorn 1898 e.V., Chronik der Stadt Attendorn, Band 2.

10.12.1918 Versammlung der Zentrumspartei

Heute abend fand im Gasthof zum Rauch eine Sitzung des Ortskomitees der Zent-rumspartei statt. Das bisherige Ortskomitee legte sein Amt nieder. Herr Prof. Kalbfleisch, dem die vorläufige Leitung der Geschäfte übertragen wurde, erörterte die Fragen: 1. Wie sollen wir unsere Organisation gestalten? 2. Wahl der Mitglieder. Es wurde volle Übereinstimmung erzielt über Punkt 1. Auf breiter demokratischer Grundlage wählen die einzelnen Stände ihre Vertreter zum Komitee. Diese sollen dann in einer allgemeinen Wählerversammlung zur Wahl vorgeschlagen werden. Betreffs Punkt 2: Die einzelnen Stände verständigen sich bis zur nächsten öffentlichen Versammlung (voraussichtlich nächsten Sonntag) über ihre Vertreter. Die Wahl der Frauen findet in einer besonderen Versammlung statt.

Verein für Orts- und Heimatkunde Attendorn 1898 e.V., Chronik der Stadt Attendorn, Band 2.

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