Historisches Tagebuch
Was passierte wann und wo in Attendorn? Mit dem Historischen Tagebuch möchten wir Sie teilhaben lassen an den vielen kleinen, aber auch einschneidenden Ereignissen der Vergangenheit.
Suchen Sie einfach nach einem Datum oder einem Stichwort.
Es wurden 4678 Einträge gefunden21.06.1913 Badeanstalt hat kaltes Wasser
Selbst an heißen Tagen stieg die Wasserwärme in der städtischen Badeanstalt nur auf 17-18° C, während es früher auf 21-22° stieg. Messungen haben ergeben, daß die Talsperre bei Listernohl dies veranlaßt, da das dort abfließende Wasser nur eine Temperatur von 7° hat.
Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Bd. 1, Seite 279.
11.11.1913 Karnevalistische Sessionseröffnung vor 98 Jahren
Anzeige des karnevalistischen Vereins Immergrün:
"Am 11.11. beginnen die Vorbereitungen für die nächstjährige Fastnacht. Sie beginnen morgen abend mit dem Eintreffen seiner Tollität des Prinzen Karneval mittels Kurierzuges auf hiesigem Bahnhofe Bahnsteig 11. Punkt 11 Uhr 11 Min. 11 Sek. feierlicher Einzug des Prinzen in das Vereinslokal (Peter Rickert) um dort seine Residenz aufzuschlagen. Sämtliche Narren haben, angetan mit dem Abzeichen ihrer Würde, an der Feier teil zunehmen.
Das Narrenkomitee."
"Am 11.11. beginnen die Vorbereitungen für die nächstjährige Fastnacht. Sie beginnen morgen abend mit dem Eintreffen seiner Tollität des Prinzen Karneval mittels Kurierzuges auf hiesigem Bahnhofe Bahnsteig 11. Punkt 11 Uhr 11 Min. 11 Sek. feierlicher Einzug des Prinzen in das Vereinslokal (Peter Rickert) um dort seine Residenz aufzuschlagen. Sämtliche Narren haben, angetan mit dem Abzeichen ihrer Würde, an der Feier teil zunehmen.
Das Narrenkomitee."
Stadtarchiv Attendorn, Attendorner Volksblatt, Nr. 131 vom 11.11.1913.
20.02.1914 Konvikt kauft Sportplatzgrundstück
"Das Collegium Bernardinum kaufte von der Firma A.A.Ursell ein nebenan liegendes Grundstück am Ennesterwege zur Erweiterung des Spielplatzes, während die genannte Firma ein bei der Fabrik derselben gelegenes Grundstück von der Pfarrgemeinde erwarb."
Stadtarchiv Attendorn, Depositum Verein für Orts- und Heimatkunde, Chronik der Stadt Attendorn, Band 1.
12.03.1914 Ausbau der Promenade
Die Chaussierung der Promenade vom Wassertore bis zum Niedersten Tore und von da bis zum Ennestertore wurde dem Pflastermeister Köster in Olpe übertragen.
Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 295.
16.03.1914 Beförderung bei der Post und Reifeprüfung
Herrn Oberpostassistenten Mennekes wurde der Charakter als Postsekretär verliehen . - Heute fand am Gymnasium die mündliche Reifeprüfung statt unter dem Vorsitze des Provinzialschulrats Cramer. Alle 17 Prüflinge bestanden, aus Attendorn W. Knecht.
Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 295.
24.05.1914 Neue Stühle für die Schützenhalle
Protokoll über die Sitzung des Schützenvorstandes, hierzu waren erschienen Hauptmann Otto Kost, Heinrich Nebeling, Franz Schürmann, Josef Heuel, Hermann Schröder, Josef Dünnebacke, Anton Roll, Theodor Bilsing, Josef Hammer, Wilhelm Müller und Carl Hesse.
Die Firma Raphael Lenneberg erhält den Zuschlag zur Lieferung von 123 neuen Stühlen für die Schützenhalle zum Stückpreis von 2,90 Mark.
Die Firma Raphael Lenneberg erhält den Zuschlag zur Lieferung von 123 neuen Stühlen für die Schützenhalle zum Stückpreis von 2,90 Mark.
Stadtarchiv Attendorn, Depositum Schützengesellschaft Attendorn 1222 e.V., Akte Dep. SG 59, Seite 241.
18.07.1914 Schlimmer Unfall
Ein tötlicher Unfall stieß heute nachmittag dem 1 3/4 jährigen Söhnchen des Herrn Fabrikanten August Beul zu. Das Kind fiel durch ein Lichtfenster des Fabrikdaches und erlitt durchtbare Kopfverletzungen. Abends 1/2 10 Uhr wurde es durch den Tod erlöst.
Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 301
20.07.1914 Notlandung in Ewig
Heute morgen gegen 7 1/2 Uhr landete hier im Ewiger Ohl eine Flugmaschine. Insassen waren der Oberleutnant Zanders und der Leutnant Bauer, die in Köln aufgestiegen waren um 5 3/4 Uhr. Der Motor hatte ausgesetzt. Nach einem Probeaufflug am 22., der ergab, daß der Motor nicht die nötige Sicherheit bot, wurde das Flugzeug (Gotha Taube) abmontiert und per Bahn nach Köln gesandt.
Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 301.
28.07.1914 Generalversammlung des Gustav-Adolf-Vereins
Der Gustav-Adolf-Verein der Synode Lüdenscheid hält hier heute seine Generalversammlung ab. Die Versammlung beginnt um 10 Uhr in der alten Kirche. Nach einem Festmahle im Hotel Peiffer wird um 1 3/4 Uhr die neu erbaute evangelische Kirche feierlich ihrer Bestimmung übergeben. Daran schließt sich eine Feier in der Schützenhalle an. Vgl. die Beschreibung der neuen Kirche in Nr. 89 der Attendorner Zeitung, die Einweihung ebenda Nr. 91.
Chronik der Stadt Attendorn, Band, Seite 301
30.07.1914 Stadtverordnete tagen
Stadtverordnetensitzung.
1) Die früheren Schuldeputationsmitglieder aus dem Stadtverordnetenkollegium wurden wiedergewählt, ebenso der Schiedsmann für den Stadtbezirk Attendorn, Herr Josef Keespe.
2) Für die Erweiterung des städtischen Elektrizitätswerkes soll ein Kapital von 13.000 Mark bei der hiesigen Sparkasse angeliehen, mit 4% verzinst und mit 2% amortisiert werden.
3) Die Instandsetzung der Grabstätte der früheren Oberin des hiesigen Krankenhauses (Kosten etwa 200 M) wurde beschlossen.
4) Bei der Schneidemühle soll die schadhafte Holzbrücke durch eine neue ersetzt werden.
5) Der Ankauf von Splißteilen bei der evangelischen Kirche wurde abgelehnt, da für das qm 100 Mark gefordert waren. (Es stellte sich später heraus, dass der Preis für die Rute gelten sollte und wurde dann der Anklauf genehmigt.)
6) Die Fluchtlinie für eine neue Straße unter dem Wulfstein, beim Schützenplatze beginnend bis zum Windhauser Weg, wurde genehmigt bzw. festgelegt.
1) Die früheren Schuldeputationsmitglieder aus dem Stadtverordnetenkollegium wurden wiedergewählt, ebenso der Schiedsmann für den Stadtbezirk Attendorn, Herr Josef Keespe.
2) Für die Erweiterung des städtischen Elektrizitätswerkes soll ein Kapital von 13.000 Mark bei der hiesigen Sparkasse angeliehen, mit 4% verzinst und mit 2% amortisiert werden.
3) Die Instandsetzung der Grabstätte der früheren Oberin des hiesigen Krankenhauses (Kosten etwa 200 M) wurde beschlossen.
4) Bei der Schneidemühle soll die schadhafte Holzbrücke durch eine neue ersetzt werden.
5) Der Ankauf von Splißteilen bei der evangelischen Kirche wurde abgelehnt, da für das qm 100 Mark gefordert waren. (Es stellte sich später heraus, dass der Preis für die Rute gelten sollte und wurde dann der Anklauf genehmigt.)
6) Die Fluchtlinie für eine neue Straße unter dem Wulfstein, beim Schützenplatze beginnend bis zum Windhauser Weg, wurde genehmigt bzw. festgelegt.
Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 301 f.
31.07.1914 Kaiser ruft Kriegszustand aus
Das Deutsche Reich wurde durch Erlass Sr. Majestät des Kaisers in Kriegszustand versetzt wegen der fortgesetzten Rüstungen Rußlands und Frankreichs. Die bis zur Siedehitze politische Lage machte sich wie überall, so auch in unserer Stadt bemerkbar. In Gruppen sieht man die Leute zusammenstehen, um die neuesten Nachrichten zu besprechen. Die auf Urlaub hier weilenden Soldaten wurden am 30. Juli telegrafisch in ihre Garnisonen zurückberufen.
Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 302.
01.08.1914 Rußland wird der Krieg erklärt
Da auf die Anfrage an Rußland wegen der fortgesetzten Rüstungen an der Ostgrenze Deutschlands eine genügende Antwort nicht erfolgte, so hat Seine Majestät der Kaiser Rußland den Krieg erklärt. Die Mobilmachung wurde angeordnet und vom ganzen deutschen Volke mit großer Begeisterung aufgenommen, so auch in unserer Stadt.
Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 302.
04.08.1914 Mobilmachung in Attendorn
Eine große Anzahl Krieger mußte sich heute stellen. Um 11 1/2 Uhr war der Marktplatz schwarz von Menschen. Die Abreisenden hatten sich mit ihren Verwandten, Freunden und Bekannten eingefunden, um unter Vorantritt der Feuerwehrkapelle sich zum Bahnhof zu begeben. Dort hielt Herr Bürgermeister Dr. Laymann eine ergreifende und begeisternde Abschiedsrede.
Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 302.
05.08.1914 Sondersitzung des Rates
Die Stadtverordneten waren am Samstagvormittag 11 Uhr zu einer Sitzung einberufen. Sie galt der vorschußweise zu zahlenden Kosten für die Bewachung der Brücken usw. Der kommandierende General hat wegen des Kriegszustandes die Bewachung der wichtigen Straßen, Brücken, des Wasserwerks usw. angeordnet. Schon in der Nacht zum 1. August wurden Posten aufgestellt und an den Toren wurden Schlagbäume errichtet zur Aufhaltung von Kraftfahrzeugen zwecks Untersuchung nach etwaigen Spionen. Die Posten stellte zunächst der Kriegerverein zu 3,50 M pro Mann und Tag. Später übernahmen verschiedene Bürger das Postenstehen. An den Toren stehen Doppelposten.
Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 303.
08.08.1914 Abiturprüfung am Gymnasium
Am hiesigen Gymnasium begann heute unter dem Vorsitze des Direktors die Abiturientenprüfung. Dieselbe dauert bis zum 10. August abends. Das Resultat wird den Schülern erst mitgeteilt, wenn sie zur Fahne einberufen sind, gilt auch nur für diesen Fall. - In Attendorn hat sich ein Notstandskomitee gebildet zur Unterstützung der Familien der zur Fahne Einberufenen.
Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 303 f.
07.10.1914 Vorbereitung von Rekruten
Infolge des dankenswerten Entgegenkommens der hiesigen Franziskanerpatres war es möglich, für die Rekruten der Stadt und des Amtes einen Vorbereitungskursus, bestehend aus 3 religiösen Vorträgen am 30. September, am 1. und 2. Oktober abzuhalten. Am 5. Oktober sprach Herr Dr. Althoff über beachtenswerte hygienische Grundsätze und Herr Bahnhofsvorsteher Krebs über das Einleben der jungen Rekruten.
Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 310.
20.11.1914 Sitzung des Stadtrates
Zur Ehrung der für das Vaterland gefallenen Söhne der Stadt erhoben sich die Versammelten von ihren Plätzen.
1. Der Plan über die Linienführung des Attendorn-Heldener Weges wurde vorgelegt. Die Linienführung wird so geändert, daß die starke Steigung von 1:10 wegfällt und die höchste Steigung auf 5,5 zu 100 kommt. Der Weg wird dadurch um etwa 100 m länger.
2. Die Westseite der evangelischen Schule soll mit Schiefer bekleidet werden.
3. Bei der Sägemühle soll eine neue Betonbrücke von 1,60 m Breite angelegt werden.
4. Für den Wegebau Attendorn-Helden soll eine Anleihe bis zu 40.000 Mark aufgenommen werden.
5. In den Wahlvorstand für die Stadtverordnetenwahlen werden gewählt die Herren C. F. Kost, C. Pletsch, P. Bieker und Fr. Fecker.
6. Zur Anschaffung von Liebesgaben für unsere Krieger und für das rote Kreuz wurden je 500 Mark bewilligt.
1. Der Plan über die Linienführung des Attendorn-Heldener Weges wurde vorgelegt. Die Linienführung wird so geändert, daß die starke Steigung von 1:10 wegfällt und die höchste Steigung auf 5,5 zu 100 kommt. Der Weg wird dadurch um etwa 100 m länger.
2. Die Westseite der evangelischen Schule soll mit Schiefer bekleidet werden.
3. Bei der Sägemühle soll eine neue Betonbrücke von 1,60 m Breite angelegt werden.
4. Für den Wegebau Attendorn-Helden soll eine Anleihe bis zu 40.000 Mark aufgenommen werden.
5. In den Wahlvorstand für die Stadtverordnetenwahlen werden gewählt die Herren C. F. Kost, C. Pletsch, P. Bieker und Fr. Fecker.
6. Zur Anschaffung von Liebesgaben für unsere Krieger und für das rote Kreuz wurden je 500 Mark bewilligt.
Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 313.
08.02.1915 Sitzung der Stadtverordneten
"Stadtverordnetensitzung.
1) Der wiedergewählte Stadtverordnete Josef Humberg wurde in sein Amt eingeführt.
2) Der Oberförster von Druffel referierte über die landwirtschaftliche Nutzung von Waldgrundstücken. Vom Stadtwalde sollen 40 Morgen auf der Reper Höhe zu 3 Mark für den Morgen in Pacht gegeben werden.
Es soll darauf Bedacht genommen werden, auch für die Stadt die hohen Preise für Eichenlohe nutzbar zu machen durch Schälungen auf der Reper Höhe, in der Engelbocke und im Pilkensack.
3) Die Stadt will der Anschaffung von Speck und Kartoffeln näher treten.
4) Zu Rechnungsprüfern für die Stadtkassenrechnung wurden gewählt C.F. Kost und Albert Ursell.
1) Der wiedergewählte Stadtverordnete Josef Humberg wurde in sein Amt eingeführt.
2) Der Oberförster von Druffel referierte über die landwirtschaftliche Nutzung von Waldgrundstücken. Vom Stadtwalde sollen 40 Morgen auf der Reper Höhe zu 3 Mark für den Morgen in Pacht gegeben werden.
Es soll darauf Bedacht genommen werden, auch für die Stadt die hohen Preise für Eichenlohe nutzbar zu machen durch Schälungen auf der Reper Höhe, in der Engelbocke und im Pilkensack.
3) Die Stadt will der Anschaffung von Speck und Kartoffeln näher treten.
4) Zu Rechnungsprüfern für die Stadtkassenrechnung wurden gewählt C.F. Kost und Albert Ursell.
Stadtarchiv Attendorn, Depositum Verein für Orts- und Heimatkunde, Chronik der Stadt Attendorn, Band 1.
22.02.1915 Sitzung der Stadtverordneten
Stadtverordnetensitzung.
1. Der Haushaltsplan 1914/15 wurde auf das folgende Jahr verlängert.
2. Dem Kreise gegenüber wird die Bürgschaft übernommen, für den auf ihren Bezirk entfallenden Teil der Ersatzfuttermittel, welche der Kreis kommen lässt.
3. Der Vertrag mit der Bahnverwaltung betreffs der nötigen Elektrizitätslieferung zur Beleuchtung des Bahnhofes wird genehmigt. Der Preis für die Kilowattstunde wird auf den niedrigen Preis von 20 Pfg. gestellt mit Rücksicht darauf, daß die dadurch herbeigeführte Verbesserung der Allgemeinheit zu gute kommt.
4. Die Kosten für die Aufstellung eines Höhennetzes für die Stadt Attendorn in Höhe von 1.100 M wurden bewilligt.
1. Der Haushaltsplan 1914/15 wurde auf das folgende Jahr verlängert.
2. Dem Kreise gegenüber wird die Bürgschaft übernommen, für den auf ihren Bezirk entfallenden Teil der Ersatzfuttermittel, welche der Kreis kommen lässt.
3. Der Vertrag mit der Bahnverwaltung betreffs der nötigen Elektrizitätslieferung zur Beleuchtung des Bahnhofes wird genehmigt. Der Preis für die Kilowattstunde wird auf den niedrigen Preis von 20 Pfg. gestellt mit Rücksicht darauf, daß die dadurch herbeigeführte Verbesserung der Allgemeinheit zu gute kommt.
4. Die Kosten für die Aufstellung eines Höhennetzes für die Stadt Attendorn in Höhe von 1.100 M wurden bewilligt.
Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 322.
26.03.1915 Fahrplanänderungen
Auf Veranlassung der Universalträgerfabrik fährt vom heutigen Tage an abends ein Arbeiterzug von Finnentrop nach Attendorn nach folgendem Plan: Finnentrop ab 7.50 Uhr, Heggen 7.56 Uhr, Attendorn 8.06 Uhr. Der Zug ist auch für den allgemeinen Verkehr zugelassen und führt 2.-4. Klasse.
Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 326.
16.07.1915 Hohenzollern-Orden verliehen
Dem Unteroffizier Henze von hier wurde der Hohenzollern-Orden mit Schwertern verliehen.
Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 331.
21.07.1915 Stadtverordnete und Franziskaner
Stadtverordnetensitzung.
1) Bei der Schule an der Kölner Straße wurde der Kessel zur Abfuhr der Fäkalien im Betriebe vorgeführt. Er funktionierte vortrefflich.
2) Vertrag des Herrn Bürgermeisters über Abfuhr und Verwendung der städtischen Fäkalien. Vgl. Attendorner Zeitung Nr. 86.
3) Berichterstattung über den Stand der Angelegenheit betreffs Verkaufs der Klostergebäulichkeiten an das hiesige Franziskanerkloster. - In dem Rechtsgutachten des Königl. Provinzialschulkollegiums vom 12. Mai 1912 wird gesagt, daß das Gymnasium kein Recht habe, die Abhaltung des Gottesdienstes in der Franziskanerkirche zu verlangen, außerdem sei das Gymnasium nicht als die einzig berechtigte Anstalt anzusehen, da auch die anderen Schulen der Stadt dabei interessiert seien. Wegen der schlechten Finanzlage der Stadt sei der Verkauf zu befürworten, da kein anderer Käufer die ursprüngliche Bestimmung des Gebäudes ehren werde. - Es kam daher am 20. Februar 1914 durch Beschluß der Stadtverordnetenversammlung der Verkauf zustande, der durch das Ordensprovinzialat seine Zustimmung erhielt. Infolge weiterer Verhandlungen gab sich das Provinzialschulkollegium am 28. September 1914 mit dem Verkauf zufrieden und sah von einer ausdrücklichen vertraglichen Verpflichtung seitens des Ordens zur Mitbenutzung seitens des Gymnasiums ab; es war mit der Bereitstellung der Hospitalkirche für das Gymnasium zufrieden, wenn das Kuratorium hiergegen keine Bedenken geltend mache. - Durch Beschluß des Kuratoriums vom 13. Oktober 1914 wurden Bedenken nicht erhoben. - Trotzdem veranlasste nachträglich das Provinzialschulkollegium eine Neuverhandlung und sandte zu der am 20. Februar 1915 stattgehabten Sitzung ihren Justitiar, welcher den nunmehr teilweise veränderten Standpunkt des Provinzialschulkollegiums hervorhob. Dieses erblicke in dem Gymnasium die einzig berechtigte Anstalt, halte die Hospitalkirche mit ihren 100 - 120 Sitzplätzen für zu klein, es sei kein würdiger Platz für das Lehrerkollegium vorhanden und die Nähe des Krankenhauses wirke in hygienischer Beziehung unangenehm. Das Gymnasium könne also nicht ohne Not die letztere Kirche gegen die erstere eintauschen. - Durch Verfügung des Provinzialschulkollegiums vom 23. Mai 1915 wurde dann mitgeteilt, daß angesichts der ablehnenden Haltung des Ordens - dieser wollte eine bindende Verpflichtung nicht eingehen, wohl aber die Abhaltung des Gymnasialgottesdienstes dauernd gestatten - der Verkauf nicht befürwortet werden könne. - Der Magistrat hat darauf ein Gutachten des Königl. Hochbauamtes zu Siegen eingeholt. Darnach befindet sich die Hospitalkirche in gutem, baulichen Zustande. Es stellt fest, daß diese Kirche 157 Sitzplätze und 208 Stehplätze enthält und daß durch eine andere Bestuhlung noch mehr Sitzplätze zu erzielen sind. - Nach Prüfung der alten Akten kommt der Magistrat zu der Rechtsauffassung, daß die Stadt unbeschränkte Eigentümerin der Klostergebäulichkeiten ist und darüber frei verfügen kann. Diese Ansicht ist vollkommen unterstützt worden durch das von anderer Seite eingeholte Rechtsgutachten. Die Versammlung nimmt Kenntnis von dem Gutachten, tritt demselben vollständig bei und spricht sich dahin aus, daß der Magistrat die weiteren Verhandlungen im Sinne des Gutachtens führen möge. (Vgl. Attendorner Zeitung Nr. 56, Attendorner Volksblatt Nr. 57).
4) Der Erwerb des Eiskellers des Dr. Drixelius zu Straßburg an dem neuen Wege nach Helden seitens der Stadt wurde nicht für zweckmäßig erachtet, dagegen soll aller Schaden ersetzt werden, der durch den Wegebau daran entsteht.
1) Bei der Schule an der Kölner Straße wurde der Kessel zur Abfuhr der Fäkalien im Betriebe vorgeführt. Er funktionierte vortrefflich.
2) Vertrag des Herrn Bürgermeisters über Abfuhr und Verwendung der städtischen Fäkalien. Vgl. Attendorner Zeitung Nr. 86.
3) Berichterstattung über den Stand der Angelegenheit betreffs Verkaufs der Klostergebäulichkeiten an das hiesige Franziskanerkloster. - In dem Rechtsgutachten des Königl. Provinzialschulkollegiums vom 12. Mai 1912 wird gesagt, daß das Gymnasium kein Recht habe, die Abhaltung des Gottesdienstes in der Franziskanerkirche zu verlangen, außerdem sei das Gymnasium nicht als die einzig berechtigte Anstalt anzusehen, da auch die anderen Schulen der Stadt dabei interessiert seien. Wegen der schlechten Finanzlage der Stadt sei der Verkauf zu befürworten, da kein anderer Käufer die ursprüngliche Bestimmung des Gebäudes ehren werde. - Es kam daher am 20. Februar 1914 durch Beschluß der Stadtverordnetenversammlung der Verkauf zustande, der durch das Ordensprovinzialat seine Zustimmung erhielt. Infolge weiterer Verhandlungen gab sich das Provinzialschulkollegium am 28. September 1914 mit dem Verkauf zufrieden und sah von einer ausdrücklichen vertraglichen Verpflichtung seitens des Ordens zur Mitbenutzung seitens des Gymnasiums ab; es war mit der Bereitstellung der Hospitalkirche für das Gymnasium zufrieden, wenn das Kuratorium hiergegen keine Bedenken geltend mache. - Durch Beschluß des Kuratoriums vom 13. Oktober 1914 wurden Bedenken nicht erhoben. - Trotzdem veranlasste nachträglich das Provinzialschulkollegium eine Neuverhandlung und sandte zu der am 20. Februar 1915 stattgehabten Sitzung ihren Justitiar, welcher den nunmehr teilweise veränderten Standpunkt des Provinzialschulkollegiums hervorhob. Dieses erblicke in dem Gymnasium die einzig berechtigte Anstalt, halte die Hospitalkirche mit ihren 100 - 120 Sitzplätzen für zu klein, es sei kein würdiger Platz für das Lehrerkollegium vorhanden und die Nähe des Krankenhauses wirke in hygienischer Beziehung unangenehm. Das Gymnasium könne also nicht ohne Not die letztere Kirche gegen die erstere eintauschen. - Durch Verfügung des Provinzialschulkollegiums vom 23. Mai 1915 wurde dann mitgeteilt, daß angesichts der ablehnenden Haltung des Ordens - dieser wollte eine bindende Verpflichtung nicht eingehen, wohl aber die Abhaltung des Gymnasialgottesdienstes dauernd gestatten - der Verkauf nicht befürwortet werden könne. - Der Magistrat hat darauf ein Gutachten des Königl. Hochbauamtes zu Siegen eingeholt. Darnach befindet sich die Hospitalkirche in gutem, baulichen Zustande. Es stellt fest, daß diese Kirche 157 Sitzplätze und 208 Stehplätze enthält und daß durch eine andere Bestuhlung noch mehr Sitzplätze zu erzielen sind. - Nach Prüfung der alten Akten kommt der Magistrat zu der Rechtsauffassung, daß die Stadt unbeschränkte Eigentümerin der Klostergebäulichkeiten ist und darüber frei verfügen kann. Diese Ansicht ist vollkommen unterstützt worden durch das von anderer Seite eingeholte Rechtsgutachten. Die Versammlung nimmt Kenntnis von dem Gutachten, tritt demselben vollständig bei und spricht sich dahin aus, daß der Magistrat die weiteren Verhandlungen im Sinne des Gutachtens führen möge. (Vgl. Attendorner Zeitung Nr. 56, Attendorner Volksblatt Nr. 57).
4) Der Erwerb des Eiskellers des Dr. Drixelius zu Straßburg an dem neuen Wege nach Helden seitens der Stadt wurde nicht für zweckmäßig erachtet, dagegen soll aller Schaden ersetzt werden, der durch den Wegebau daran entsteht.
Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 331 ff.
22.07.1915 Wegebau Attendorn-Ennest
Im Hotel Rauch fand eine Zusammenkunft der städtischen Körperschaften und Vertreter der Landgemeinde zur Beratung des Wegeprojektes Attendorn-Ennest statt. Die Wegelinie wurde begangen. Als beste Linienführung wurde der nach Ennest führende Feldweg anerkannt. Die Regelung der Kostenfrage ist in der Weise gedacht, daß Attendorn-Stadt 3/5 und die Landgemeinde 2/5 der Kosten übernimmt. Im Prinzip wurde der Wegebau beschlossen.
Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 333.
24.07.1915 Wallfahrt nach Waldenburg
"Am Sonntag, den 25. Juli veranstaltet der hiesige katholische Gesellenverein zusammen mit dem kath. Männergesangverein Sauerlandia eine Wallfahrt nach Waldenburg. An der Gnadenstätte wird der genannte Gesangverein einige mehrstimmige Lieder singen. An die Wallfahrt schließt sich an ein kleiner Ausflug nach dem benachbarten Helden. Die Teilnehmer versammeln sich punkt 2 Uhr am Attahügel."
Stadtarchiv Attendorn, Attendorner Volksblatt, Nr. 87.
26.07.1915 Heldentod und Orden
Den Heldentod starb der kriegsfreiwillige Unteroffizier Franz Schröder. - Dem Oberarzt Franz Bieker wurde das Eiserne Kreuz verliehen.
Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 333.