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Historisches Tagebuch

Was passierte wann und wo in Attendorn? Mit dem Historischen Tagebuch möchten wir Sie teilhaben lassen an den vielen kleinen, aber auch einschneidenden Ereignissen der Vergangenheit.

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Es wurden 4678 Einträge gefunden

05.02.1909 Meisterprüfungen bestanden

"Am Dienstag ging die erste Abteilung der Handwerker, die im katholischen Gesellenverein für die Meisterprüfung vorbereitet worden waren, zum Examen. Alle vier bestanden. Es sind die Herren Metzger Reuber und Klewes und die Konditoren Müller und Oberstadt."

Stadtarchiv Attendorn, Depositum Verein für Orts- und Heimatkunde, Chronik der Stadt Attendorn, Band 1.

09.02.1909 Chinesen in Attendorn

"Heute trafen hier ein S[eine] Bischöfliche Gnaden Monsignore Ephrem Giesen aus Nord-Schantung, China, und P. Wolfgang. Beide gehören dem Franziskanerorden an und kehrten in das hiesige Kloster ein. Am 10. dieses Monats besuchten sie auch die hiesige Tropfsteinhöhle. Am Abend hielt P. Wolfgang im Gasthof zum Rauch einen Lichtbildervortrag über China. Die Sammlung für die Mission ergab 92 Mark. Bei den beiden Herren war auch ein junger Chinese namens Wangtschentig, der für den Verein [für Orts- und Heimatkunde] das Vater unser in chinesischer Sprache und Schriftzeichen aufzeichnete."

Stadtarchiv Attendorn, Depositum Verein für Orts- und Heimatkunde, Chronik der Stadt Attendorn, Band 1.

08.06.1909 Neubau eines Amtsgerichtes

Eine Kommission, bestehend aus dem Oberlandesgerichtspräsidenten Dr. Holtgreven, Oberstaatsanwalt Petersohn und Oberlandesgerichtsrat Niesert aus Hamm weilt gegenwärtig in unserer Stadt behufs Revision der Geschäfte am hiesigen Amtsgericht. Auch zwei Regierungsbauräte sind eingetroffen. Die Kommission hat den Neubau eines Amtsgerichts in den Kreis ihrer Erörterungen gezogen. Beratungen mit den städtischen Behörden sind bereits gepflogen und 8 Stellen der Stadt als Bauplätze besichtigt.

Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Bd. 1, Seite 187.

13.06.1909 Stiftungsfest des Turnvereins

Der hiesige Turnverein feierte heute unter reger Anteilnahme der Bürgerschaft sein diesjähriges Stiftungsfest durch ein wohlgelungenes Schauturnen.

Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Bd. 1, Seite 187.

14.06.1909 Neue Trinkwasserquelle für Attendorn

Die Bohrungen zwischen Bigge und Mühlengraben sind bis zu einer Tiefe von 20 m betrieben. Das Bohrloch liefert anscheinend eine bedeutende Menge Wasser. Man betreibt das Pumpen mittelst einer Lokomobile und liefert die Pumpe in 24 Stunden etwa 175 cbm Wasser. Dasselbe soll später zur Versorgung der Stadt mit gutem Trinkwasser gebracht werden.

Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Bd. 1, Seite 187.

11.07.1909 Schützenfest

Heute begann das diesjährige Schützenfest mit Weckruf, Schützenmesse, Frühkonzert und Ball. - Schützenkönig wurde heute der Buchdrucker Theodor Frey junior, Scheibenkönig der Fabrikant Heinrich Fuhrmann. Das ganze Fest trug wieder den Charakter eines echten Volksfestes.

Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 189.

20.08.1909 Stadtverordnetenversammlung

Stadtverordnetensitzung.
1) Der Hauungs- und Kulturplan der städtischen Waldungen pro 1910 wurde nach dem Vorschlage des Herrn Oberförsters von Druffel genehmigt.
2) Das Armenhaus Flur IV Nr. 1513/641 wurde dem Unternehmer Hermann Sönnecken für 1.600 Mark zugeschlagen.
3) Es wurde beschlossen, ein neues Armenhaus zu bauen, wozu der Bauunternehmer Vigener einen Plan ausarbeiten soll.
4) Der Bremger Weg soll gewalzt werden.

Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 191.

04.10.1909 Lehrer Meisterernst geehrt

Dem Herrn Hauptlehrer a.D. Meisterernst wurde der Rote Adlerorden IV. Klasse verliehen.

Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 195.

05.11.1909 Stadtverordnetensitzung

1. Der Bau der neuen Schule am Ennestertore soll ausgeschrieben werden.
2. Die Wahl des Fabrikarbeiters Karl Höffer zum Stadtverordneten wird gültig erklärt.
3. Der Schützenhofweg soll bis zum altkatholischen Friedhof ausgebaut und die Anlage der Wasserleitung bis dahin ausgeschrieben werden.

Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 196.

12.11.1909 Stadtverordnetensitzung

1. Der neugewählte Stadtverordnete Karl Höffer wurde eingeführt.
2. Der Grafweg soll ausgebessert werden.
3. Der Büroassistent Zanders wird angestellt.
4. Dem Kassengehülfen König wird das Gehalt von 30 auf 40 Mark monatlich erhöht.
5. Den Lehrlingen auf dem Magistratsbüro wird für das 3. Jahr eine Remuneration von 25 Mark monatlich bewilligt. In Betracht kommen Hoberg, Bilsing und Sangermann.
6. Für eine automatische Schaltung beim Elektrizitätswerke sollen Kostenanschläge eingeholt werden.
7. Beim Elektrizitätswerke soll ein Kohlenschuppen erbaut werden.
8. Dem Hermann Sönnecken soll eine Parzelle von 1/2 Rute für 120 Mark verkauft werden.
9. Für ein neues Armenhaus soll ein Bauplan von der Firma Feldberg und Stockert, Elberfeld, eingefordert werden.
10. Zum Magistratsmitglied wurde Herr Fabrikant Franz Fecker gewählt.

Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 197.

17.11.1909 Arbeiterverein gegründet

Im Dingerkusschen Saale fand heeute eine Versammlung zwecks Gründung eines katholischen Arbeitervereins statt. Demselben traten 170 Mitglieder bei.

Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 197.

18.11.1909 Sitzung des Stadtrates

1. Das Pflegepersonal im Krankenhause soll um eine Schwester vermehrt werden, ferner soll daselbst, nach Einholung eines Kassenanschlages, in der 1. Etage eine Spüleinrichtung und ferner eine Räucherkammer eingerichtet werden.
2. Es soll ein neuer Desinfektionsapparat angeschafft werden.
3. Städtische Grundstücke, über welche Zweifel bestehen, sollen vermessen werden.
4. Die Amtszulage des Hauptlehrers Meisterernst wird nach Erfordern der Regierung von 900 Mark auf 700 Mark ermäßigt. Ferner wird demselben pro 1908/1909 eine besondere nicht pensionsfähige Zulage von 300 Mark gewährt.
5. Mit dem Ausbau des Weges Attendorn-Helden ist man einverstanden, wenn derselbe vom Rappelsberge über Klöwers Trift resp. Keller gelegt wird.
6. Die neue Krankenhausordnung soll zuerst von einer Kommission geprüft werden.
7. Das Mauerwerk der hintersten Brücke soll im nächsten Frühjahr instandgesetzt werden.

Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 198.

24.12.1909 Personenstandsaufnahme

Nach der Personenstandsaufnahme in der StadtAttendorn ergab sich eine Bevölkerung von 4.171 Seelen, gegen das Jahr 1908 mit 4.104 Seelen bedeutet dies ein Mehr von 67 Personen.

Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 199.

27.12.1909 Ehrungen und Hausverkauf

Dem Herrn Postmeister Jacobi ist der Charakter als Rechnungsrat verliehen worden, Herrn Gerichtsrat Schnitzler wurde der Kronenorden 3. Klasse verliehen.
Das Freysche Wohnhaus in der Nähe der Brauerei wurde von den Gebrüdern Pottkämper angekauft.

Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 199.

26.01.1910 Atta-Höhle wird geschlossen!

Da die Verhandlungen der Stadtvertretung mit den Höhlenbesitzern wegen der Billetsteuer zu keinem befriedigenden Resultate gelangt sind, wurde die Attendorner Tropfsteinhöhle geschlossen. Die Besitzer hatten eine einmalige Entschädigung von 5.000 Mark angeeboten, die Stadt wollte dafür nur zehn Jahre Steuerfreiheeit gewähren.

Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 202.

19.02.1910 Sonnenschule soll gebaut werden

"In der heutigen Magistratssitzung wurden die Arbeiten zum Schulbau am Ennestertore vergeben. Es wurde beschlossen, 80.000 Mark zu 4% Zinsen und 1 1/2 % Amortisation durch eine Anleihe zu beschaffen."

Stadtarchiv Attendorn, Depositum Verein für Orts- und Heimatkunde, Chronik der Stadt Attendorn, Band 1.

24.02.1910 Attahügel verkauft

"Das Restaurant Attahügel ist durch Kauf in den Besitz der Gebrüder Laymann übergegangen. Vorbesitzer war die Haasbrauerei [Krombach]."

Stadtarchiv Attendorn, Depositum Verein für Orts- und Heimatkunde, Chronik der Stadt Attendorn, Band 1.

21.03.1910 Stadtverordnetensitzung

Stadtverordnetensitzung.
1. Der Pflegesatz im Krankenhause wird für die Mitglieder der Ortskrankenkasse der Landgemeinde von 1,60 M auf 1,50 M herabgesetzt.
2. Der Oberin im Krankenhause wird ein Magistratsbeamter als Schreibhülfe zur Seite gestellt.
3. Die Schulkassenrechnung für 1908 schließt ab mit 35.287,35 M in Einnahme, 34.993,64 M in Ausgabe und mit einem Bestande von 293,71 M.
Für die Fluren Hahnbeul und Kehlberg soll eine Baufluchtlinie für die übrigen Straßen vorgelegt werden.
5. Da die Regierung fordert, daß für einheimische und auswärtige Biere eine gleiche Steuer erhoben werden soll, so wird der Steuersatz des einheimischen Bieres von 50 Pfg. auf 65 Pfg. pro Hektoliter erhöht. Für Jungbier soll der Satz 30 Pfg. betragen.
6. Die Armenkassenrechnung, die geprüft ist, wird festgestellt.
7. Die Gemeinde Helden fordert eine andere Wegelinie. Die Stadtverordneten wollen an der festgelegten Linie festhalten.

Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 205.

03.07.1910 Kaiseradler bewilligt

Protokoll über die Sitzung des Schützenvorstandes; hierzu waren erschienen Hauptmann Hüttemann, Theodor Isphording, Franz Biergans, Emil Peiffer junior, Theodor Bilsing, Kanzlist Josef Beul, Josef Dünnebacke, Josef Heuel, Paul Isphording, Josef Biecker, Heinrich Fuhrmann, Josef Hormes, Hubert Arens, Carl Pletsch und Theodor Frey junior.
1) "Der Hauptmann teilte mit, daß Sr. Majestät der König auf das an ihn gerichtete, in der Vorstandssitzung vom 1. Mai bekannt gegebene Immediatgesuch die erbetene Allerhöchste Auszeichnung bewilligt habe und zwar einen goldenen Adler mit der Kaiserlichen Widmung: „Wilhelm II König von Preußen der Schützengesellschaft zu Attendorn Reg. Bez. Arnsberg zum 500jährigen Bestehen“ und einem schwarz-weißen Bande. Das Allerhöchste Geschenk ist z. Zt. noch im Besitze des Herrn Landrats zu Olpe, bei dem der Vorsitzende solches bereits am 29. Juni in Augenschein genommen hat. Die Photographie dieses Schützenadlers wurde heute vorgelegt. Der Vorstand gab seiner Freude über die Auszeichnung einmütig Ausdruck, wobei noch besonders betont wurde, daß durch die Königl. Widmung das 500jährige Bestehen der hiesigen Schützengesellschaft und deren segensreiche Wirksamkeit Allerhöchste Anerkennung gefunden habe. Es wurde eine Deputation gewählt, bestehend aus den Herren Hauptmann Hüttemann, Theodor Isphording, Karl Pletsch jun. und Apotheker Peiffer sen., welche dem Herrn Landrat für seine erfolgreiche Mitwirkung zur Erlangung der Allerh. Auszeichnung Dank abstatten, sowie das Nähere bezüglich der Übergabe an den Verein mit ihm besprechen soll." – 2) Vergabe der Musikbeköstigung an Anton Schmelter zum Preis von 3 Mark pro Tag und Mann. – 3) Vergabe des Trommelns an die Gebrüder Prentler für 28 Mark. – 4) Vergabe des Böllerschießens für 15 Mark an Karl Fehr. – 5) Zum Festakt sollen eingeladen wer-den der Magistrat und die Stadtvertretung, die Pfarrer beider Konfessionen, der Vikar der Sebastiansvikarie und, dem Wunsche des Herrn Landrats gemäß, auch der frühere Landrat, jetziger Vortragender Rat im Kultusministerium Jos. Freusberg. – 6) Die Eintragung in’s Vereinsregister soll am 5. ds. M. Abends 5 Uhr erfolgen und im Anschluß daran findet weitere Vorstandssitzung statt, zur Besprechung der noch zu erledigenden Angelegenheiten bez. Festvorbereitungen.

Stadtarchiv Attendorn, Depositum Schützengesellschaft, Akte Dep. SG 59, Seite 141.

10.07.1910 Goldener Schützenadler verliehen

Die Feier des 500jährig. Bestehend der Schützengesellschaft zu Attendorn am 9., 10. und 11. Juli 1910.
Schützenfest – welcher Begriff der Freude und des Jubels ist nicht mit diesem Wort verbunden. In allen Städten ist das Fest mehr oder weniger zu einem wahren Volksfest geworden. Wir in Attendorn können es neben der Freude zugleich mit berechtig-tem Stolze feiern, stolz auf die Überlieferungen aus ruhmreicher Vergangenheit, die es uns vermittelt.

Mit dem diesjährigen Feste war die Feier des 500jährigen Bestehens der Schützengesellschaft vebunden, die noch erhöht wurde durch die königliche Anerkennung der Gründung im Jahre 1410, welcher Anerkennung der Kaiser durch Verleihung eines goldenen Schützenadlers auch äußerlich Ausdruck verlieh. Als der Hauptmann der Schützengesellschaft, Herr Stadtkassenrendant Hüttemann, kurz entschlossen und gestützt auf die von neuem erschlossenen geschichtlichen Quellen unseres Historikers, Herrn Gymnasiallehrers H. Forck, eine Immediateingabe an den Kaiser richtete – es war am Karfreitag dieses Jahres – wird er selbst nicht geglaubt haben, daß sein Wunsch so vollkommen erfüllt wurde. –

Mächtige Böllerschüsse verkündeten am Samstag nachmittag den Beginn des Festes. Meister und Gesellen ließen die Arbeit ruhen und zahlreich folgten sie dem Rufe der Trommel zur Formierung des ersten Festzuges, um nach Abholung der Fahnen und der Könige zunächst den Vogel aufzusetzen, wo der Hauptmann Gelegenheit nahm, für die außerordentlich starke Beteiligung zu danken. So begann das Fest mit einem guten Zeichen, dem Beweis der Einmütigkeit und des guten Korpsgeistes, der unsere Schützen beseelt.

Mittlerweile hatten zahlreiche Besucher die Halle gefüllt, die in der Gewißheit auf einen seltenen Genuß den Beginn des Streichkonzertes der Kapelle des 29. Infanterieregiments, welche die Musik zu dem Feste gestellt hatte, erwarteten. Herr Musik-meister Michaelssen, den wir zum erstenmale in Attendorn begrüßten, erwarb sich mit seinen Künstlern im Fluge die Sympathien unseres musikliebenden Publikums durch die ganz vorzügliche Wiedergabe eines vornehmen Programms. Wenn wir zwei Piecen, das Adagio aus der Sonate „Patethique“ von Beethoven und die Fantasie aus der Oper „Faust und Margarethe“ von Gounod, hervorheben, so wollen wir die übrigen Darbietungen durchaus nicht in den Schatten stellen, die sämtlich von einer künstlerischen Durchbildung der Kapelle zeugten. Die Vorträge, die lebhaft applaudiert wurden, hielten bis zum Schluß das Interesse der Zuhörer wach.

Die fröhlichen Weisen des Weckrufs am Sonntag morgen, wobei den beiden Königen, dem Hauptmann und dem Herrn Bürgermeister ein Ständchen dargebracht wurde, kündeten den Beginn des Hauptfesttags an.

Um 8 Uhr begann das Schützenhochamt, das der Vikar der Konfraternität de Sancti Sebastiani, der hochw. Herr Vikar Cordt, zelebrierte. In seiner Predigt wies der Priester auf den tiefen Sinn der alten Attendorner Schützen hin, die bereits im Jahre 1484 den mit den Bildnissen des heiligen Sebastian geschmückten Altar stifteten. Bei allen ihren Handlungen lehnten sie sich an die Religion an, ja auch ihren Festen verliehen sie einen religiösen Hintergrund. Er sprach die Erwartung aus, daß die Christen im-mer gläubige Christen bleiben möchten, was gerade in jetziger Zeit nötiger als sonst sei. Die Militärkapelle trug während des Gottesdienstes herrliche Choräle vor, die den Eindruck der feierlichen Stunde noch erhöhten.

Dann galt es aber für die Schützen, sich zu rüsten für den Glanzpunkt des diesjähri-gen Festes, die Entgegennahme der allerhöchsten Auszeichnung. Schon lange Zeit vorher hielt eine dichtgedrängte Menge die Zugänge des Marktplatzes, den Kirchhof und die Fenster der Gebäude bis unter das Dach besetzt. Mit wehenden Fahnen und klingendem Spiel nahte der imposante Zug der Schützen, der in zwei Treffen vor der Tribüne Aufstellung nahm. Letztere war vor dem Rathause geschmackvoll arrangiert. Die mit dem Lorbeerkranz gekrönte Büste des Kaisers und das darunter befindliche Stadtwappen waren von den deutschen Farben umrahmt, zwischen denen eine 500 in großen Lettern auf die Bedeutung des Aktes hinwies; die in dem Kampfe mit den Schweden erbeuteten Siegestrophäen, die das Podium flankierten, zeugten von den Heldentaten der Vorfahren, desgleichen die drei Iserköppe, deren Träger an den Stu-fen Aufstellung genommen hatten. Nachdem der königliche Abgesandte, der Landrat unseres Kreises, Herr Geh. Regierungsrat Freusberg, in Begleitung der Offiziere die langen Fronten abgeschritten hatte, ergriff derselbe das Wort zu folgender gehaltvol-ler Rede:

„Geehrte Schützenbrüder! In früheren Jahrhunderten war die Bürgerschaft der befes-tigten Städte bei der Ohnmacht der Staatsgewalt und dem Zustande der Rechtsunsi-cherheit genötigt, sich selbst zu schützen und durch eigens gebildete Bürgerwehren die Stadtmauern zu bewachen und den Ort vor feindlichen Überfällen zu bewahren; auch dem in den Städten konzentrierten Handel und Gewerbe bei Überlandtranspor-ten den nötigen Schutz zu gewähren. Diese Aufgabe erfüllten die aus der Bürger-schaft gebildeten Schützengilden, die man als kommunal-militärische Organisationen wird betrachten können. Sie erhielten aber auch meist eine kirchliche Weihe durch Anerkennung als kirchliche Bruderschaften. Die Schützengilden, die sich um das städtische Banner scharten, hatten den Befehlen des Stadtoberhauptes Folge zu leisten. Sie wählten als besonderen Schutzpatron des heiligen Sebastianus und stifteten vielfach Geschenke zu kirchlichen Zwecken, wie die Attendorner Schützenge-sellschaft vor nahezu fünfhundert Jahren die Vikarie Sebastiani fundierten. Vor Beginn der Schlacht pflegten die Schützen ihre Schwerter an den Ecksteinen der Kirchtürme zu schärfen.

Mit der Erstarkung der Staatsgewalt sind Zweck und Bedeutung der Schützengilden zurückgetreten. Sie haben sich jedoch bis in die neueste Zeit meist als gesellige Vereinigungen erhalten und pflegen gern die Erhaltung altertümlicher Veranstaltungen und ihre Übermittelung auf die Gegenwart, wie die Attendorner Schützengilde mit der Aufführung des sogenannten Schweden- oder Trillertanzes. Die Vereine haben aber auch insofern wertvolle Bedeutung, als sie alle Klassen und Schichten der Bürgerschaft, ob reich oder arm, ob hoch oder niedrig, in sich vereinen und dadurch ein soziales Friedensmoment innerhalb der Bürgerschaft bilden.

Durch ihre Eigenart sind sie in der Lage und insonderheit dazu berufen, diese Friedensaufgabe den Bedürfnissen der Gegenwart anzupassen und zu vervollkommnen, sodaß sie als Schutzwehr gegen schädliche Bestrebungen dienen und zur Erhaltung der von den Vätern ererbten schlichten, einfachen Sitten mit Rücksicht auf die Errun-genschaften der Kultur beitragen. Vor allen Dingen wollen sie aber eine festfundierte Grundlage sein für den Glauben an Gott, die Liebe zur Heimat, zum König und zum Vaterlande.

Seine Majestät der Kaiser und König haben stets diesen altehrwürdigen Institutionen weltlichen und kirchlichen Charakters besonderes Interesse gewidmet. Ich darf erinnern an die Hochachtung Seiner Majestät für die altehrwürdige tausendjährige Ge-schichte des Benediktinerordens und die Bestätigung dieser Anteilnahmee durch Schenkung eines Altars an die Benediktinerabtei zu Maria Laach. Gleiches Interesse hat er historischen weltlichen Einrichtungen entgegengebracht und dies hier bestätigt durch die Verleihung eines goldenen Schützenadlers an die Schützengesellschaft zu Attendorn anläßlich der Feier ihres 500jährigen Bestehens.

Mir ist es eine besondere Ehre und Freude, Überbringer dieses königlichen Ge-schenkes sein zu können. Indem ich Ihnen, verehrter Herr Schützenhauptmann, den Beweis königlicher Huld überreiche, gebe ich dem Wunsche und der Erwartung Aus-druck, daß wie Sie auch in ferneren Zeiten würdige und tüchtige Männer berufen sein mögen, diese königliche Auszeichnung zu tragen. Im Namen der Königlichen Regierung und in meinem Namen wünsche ich dem Verein herzlich Glück; möge seine Wirksamkeit alle Zeit eine gesegnete sein!“

Von stolzer Freude bewegt nahm der Hauptmann das Kleinod entgegen. Dasselbe ist am schwarz-weißen Bande zu tragen und stellt einen von der Schützenkette umgebenen Adler mit der königlichen Krone dar; die Inschrift lautet: „Wilhelm II., König von Preußen. Der Schützengesellschaft zu Attendorn (Regierungsbezirk Arnsberg) zum 500jährigen Bestehen 1910.“ Der prächtige Schmuck ist in feinster Ziselierarbeit hergestellt und eine Auszeichnung, auf welche die Attendorner Schützen stolz sein können. Dann dankte der Hauptmann mit folgenden markigen Worten:

„Hochgeehrter Herr Geheimrat! Hochansehnliche Festversammlung! Liebe Schützenbrüder! Die Geschichte der Attendorner Schützengesellschaft ist reich an Ge-denktagen, die in freudiger Erinnerung von Geschlecht zu Geschlecht fortleben. Der denkwürdigste aber von allen ist der heutige Tag, der mit goldenen Lettern in unsere Chronik eingetragen zu werden verdient.

Wahrlich, das Herz eines jeden Schützen muß höher schlagen bei dem Gedanken, daß die Vereinigung, der er angehört, die seit einem halben Jahrtausend segensreich gewirkt hat, heute das Fest ihres 500jährigen Bestehens feiert. Unser Herz muß zum freudigen Aufjubeln gestimmt werden in dieser schönen Festesstunde, wo Sie, Herr Landrat, als der Gesandte Sr. Majestät des Kaisers und Königs, unseres geliebten Landesherrn, eine Allerhöchste Auszeichnung überbracht haben. Fürwahr, eine größere Ehre konnte der Schützengesellschaft nicht zuteil werden. Neben der Freude ist es die Dankbarkeit, welche unser Herz bewegt.

Wir schulden Dank zunächst unseren Vorvätern. Diese haben in sturmbewegter rechtunsicherer Zeit den Schützenbund zum Schutze der Stadt und ihrer Bürger gegründet, glorreiche Waffentaten vollbracht und auch in Friedenszeiten rastlos und erfolgreich dem Wohle der Stadt und des Vaterlandes gedient. Dank schulden wir ferner allen, die zur Erlangung der Königlichen Auszeichnung mitgewirkt haben, zunächst dem Oberhaupt unserer Stadt; Herr Bürgermeister Tück hat das Immediatge-such des Schützenvorstandes mit größter Bereitwilligkeit durch Vervollständigung und Ergänzung der Untelagen sowie seine Berichterstattung und warme Befürwortung tatkräftig und wirksam unterstützt. Unsern Dank hierfür, Herr Bürgermeister! Nicht minder Ihnen, Herr Geheimrat, unseren tiefempfundenen aufrichtigen Dank für das große Interesse, welches Sie unsern Bestrebungen von vornherein entgegenge-bracht. Für die neuen Anregungen, die Sie uns gegeben und die warmherzige Für-sprache, mit der Sie unserm Antrage zum Erfolge verholfen haben. Dank auch für die goldenen und wahrhaft väterlichen Worte, die Sie soeben als Vater des Kreises an uns gerichtet haben.

Dank ferner der Königl. Staatsregierung für die gütige und bereitwillige Mitwirkung sowie den Glückwunsch, den sie uns zugleich mit der Auszeichnung übermittelt hat.

Der größte Dank aber gebührt Sr. Majestät dem König für den der Schützengesellschaft durch Verleihung der Allerhöchsten Auszeichnung gegebenen Gnadenbeweis landesväterlicher Huld und Gunst, für die gnädige Anerkennung des Wirkens unserer Vereinigung in den Jahren 1410 – 1910.

Liebe Schützenbrüder! Lasset uns nun unseren Dank in die Tat umsetzen dadurch, daß wir in den Fußstapfen treuester Pflichterfüllung unserer Väter weiter wandeln. Wir wollen uns das Wort des Dichters zu eigen machen „Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen.“

Wenn wir aber wie unsere Vorfahren gute Bürger und Patrioten sind, wenn wir bei allen unseren Veranstaltungen auf Ordnung, Zucht und Sitte halten, dann erfreuen wir zugleich die gesamte von Gott eingeführte Obrigkeit, nicht zum mindesten aber unseren erhabenen Landesherrn selbst. Die gewissenhafte Erfüllung unserer bürgerlichen und staatsbürgerlichen Pflichten in guten wie in trüben Tagen ist der letzte Weg, unsere Dankesschuld abzutragen und uns des königlichen Geschenkes würdig zu erzeigen.

Der jeweilige Vorsitzende der Schützengesellschaft wird diesen schönen kunstvoll ausgeführten Schützenadler voran tragen, nicht als eine seiner Person, sondern als die dem ganzen Verein Allerhöchst verliehene Auszeichnung. Wir Schützen aber wollen in Eintracht und Liebe zueinander sowie in Treue zu dem Verein und seinen Prinzipien und damit dem Vaterlande und dem Herrscherhause dem Adler als dem Sinnbild der Kraft und Stärke folgen und dabei stets in Dankbarkeit und Verehrung des Allerhöchsten Geschenkgebers gedenken. Fest soll in unseren Herzen die Königstreue wurzeln, so fest wie die Wurzeln der sturmumwehten Eichen in unsere Wälder eingewachsen sind. In diesem Sinne, Herr Geheimrat, bitte ich Sie, Sr. Majestät den alleruntertänigsten Dank der Schützengesellschaft übermitteln zu wollen.

Nach diesen wohl allen Schützen aus dem Herzen gesprochenen Dankesworten for-derte der Herr Geheimrat die Schützen und die ganze Bürgerschaft auf, den Dank an den Kaiser darzubringen durch ein Treugelübde, das sie in einem dreifachen Hoch ausdrücken wolle; der Aufforderung wurde mit Begeisterung nachgekommen, und mächtig hallte der gemeinschaftliche Gesang der Nationalhymne wieder.

Nun traten die Vertreterinnen von Attendorns Frauen und Jungfrauen heran und überreichten die gestifteten prachtvollen Fahnenschleifen. Frau Fabrikant A. Kaufmann heftete an die Fahne des erstes Zuges das Band mit folgenden gewinnenden Worten: „Namens der Frauen der Stadt spreche ich der Schützengesellschaft zu der Feier ihre 500jährigen Bestehens die herzlichsten Glückwünsche aus. Es gab eine Zeit – und die Geschichte unserer Vaterstadt, die Überreste von Wall und Graben, von Mauern und Türmen erzählen davon – wie die Stadt gegen feindliche Angriffe von außen sich selbst zu schützen hatte. Da bildete der Schützenverein den Schutz und Hort unserer Stadt, und wenn er aus siegreichem Kampfe heimkehrend, mit flie-genden Fahnen unter dem Jubel des Volkes seinen Einzug hielt, da waren es sicherlich nicht an letzter Stelle diejenigen, deren Ehre und Leben in diesen unsicheren, gefahrvollen Zeiten am meisten bedroht und die des Schutzes am bedürftigsten wa-ren, die Frauen und Jungfrauen, die den Siegern in dankbarer Freude entgegengejubelt haben. Die Zeiten haben sich geändert und gebessert; die Stadt bedarf zu ihrem Schutze nicht mehr der Schanzen und Mauern, nicht mehr der bewaffneten Bürger-schaft. Denn es ist Ruhe und Frieden im Lande. Heute besteht die ausschließliche, aber nicht minder hohe und bedeutsame Aufgabe des Vereins in der Pflege der Bürgertugenden unter seinen Mitgliedern. Der Verein soll die Bürger der Stadt aus allen Schichten der Bevölkerung friedlich in seinem Schoße vereinen, Achtung vor Recht und Gesetz, Liebe zu König und Vaterland wecken und fördern. Und wer unsern Schützenverein kennt, der weiß auch, daß er diese hohen Aufgaben stets vor Augen gehabt, erstrebt und erreicht hat. Den Dank dafür statten ihm die Frauen Attendorns durch meinn Mund ab. – Und zum bleibenden Andenken an diesen heutigen Tag haben die Frauen der Stadt für die alte ehrwürdige Fahne des ersten Zuges eine Fah-nenschleife gestiftet, welche ich die Ehre habe, der Fahne anzuheften mit dem aufrichtigsten Wunsche, daß diese und der Verein, welchem sie seit Jahrhunderten angehört hat, in unserer lieben alten Vaterstadt nur glückliche Tage sehen möge, daß diese Fahne immer einem Verein angehöre, der treu bleibt seinen hohen Aufgaben, der seine und die Ehre seiner Mitglieder immerdar als eine der höchsten Güter betrachten möge.“

Einen poetischen Gruß entbot Fräulein Olga Wilmes dem Schützenverein bei der Schmückung der Fahne des zweiten Zuges mit dem derselben gewidmeten Bande, indem sie eindrucksvoll das von der westfälischen Dichterin Johanna Baltz für die Feier gewidmete Gedicht vortrug, dessen Wortlaut wir in nächster Nr. bringen werden [siehe oben].

Für diese Huldbeweise aus lieblicher Frauenhand dankte der Hauptmann mit tiefempfundenen Worten. Auch diese Rede werden wir in nächster Nr. bringen.

Jetzt formierten sich die Schützen zum Trillertanz. Nach dem Umzuge um den Marktplatz, wobei an fünf Stellen Fähnriche, Tambours, Iserköppe und Musik aufgestellt wurden, ertönte das Kommando: Fertig zum Trillertanz. Der Trommelschlag setzte ein und Bewegung kam in die lange Reihe der Schützen. Immer schneller wurden die Takte und demgemäß die Schritte, bis die Tour beendet war. Der Tanz, der in ganz Deutschland kein Gegenstück findet, besteht in einem galoppartigen Hüpfschritt, wobei abwechselnd jeder Fuß zweimal den Boden berührt. Die Aufführung, die vier Touren vorsieht, stellte große Anforderungen an die körperlichen Kräfte der Schützen, die aber alle wacker aushielten. Das Schauspiel löste Jubel- und Beifallsrufe des begeisterten tausendköpfigen Publikums aus. Die ganze äußerst wohl-gelungene Feier hatte keinerlei kostspielige Aufwendungen, wie sie sonst bei ähnlichen Anlässen gemacht werden, erfordert. Sie ergab sich sozusagen von selbst und gerade deshalb wird ihr Eindruck ein nachhaltiger sein. Man wird von ihr in Attendorn noch lange als von einem lokalen Ereignis sprechen.

Nach dem Fahnenschwenken wurde der Rückmarsch zur sinnig geschmückten Halle angetreten, wo der Frühschoppen begann. Hier begrüßte der Hauptmann die Festgäste, insbesondere Herrn Landrat Geh. Regierungsrat Freusberg, den früheren Landrat unseres Kreises, Herrn Geh. Vortragenden Rat Freusberg aus Berlin, den Magistrat und die Stadtverordneten, den Vertreter des kath. Pastors Herrn Rektor Lex, den Vikar der Vikarie Sebastiani, Herr Vikar Cordt, Herrn Bürgermeister Sommerhoff aus Olpe und die Vertreterinnen der Frauen und Jungfrauen Attendorns. Der Herr Landrat brachte unter zündenden, mit großem Beifall aufgenommenen Worten ein Hoch auf die Schützengesellschaft zu Attendorn aus. Der Hauptmann Herr Rendant Hüttemann gedachte der Bemühungen des Herrn Bürgermeisters Tück um die Erlangung der königlichen Anerkennung, indem er die Eingaben mit großen Geschick begründete, während Herr Bürgermeister Tück sein Glas dem Herrn Landrat Geh. Regierungsrat Freusberg widmete, der die Begründungen mit großen Interesse unterstützt und ihnen wirkungsvollen Nachdruck verlieh. Es wurde unter großem Beifall beschlossen, an den Kaiser ein Dank- und Huldigungstelegramm abzusenden. Bei den Reden und dem schneidigen Konzert der Militärkapelle verrann die kurze Zeit, die für diese Nachfeier übrig geblieben war. Der übliche Ball am Nachmittag und Abend, der sehr gut besucht war, bildete den Schluß des ersten Tages.

Das Fest war vom Wetter sehr begünstigt. Eine frohbewegte Menge, darunter viele Fremde, belebte am Sonntag die Straßen. Fast jedes Haus zeigt reichen Flaggen-schmuck und hebt damit noch die Anmut unseres Städtchens.

„Attendorner Zeitung“, Nr. 81, Dienstag, 12. Juli 1910. In: Stadtarchiv Attendorn, Depositum Schützengesellschaft SG 36, Blatt 5; Stadtarchiv Attendorn, Dep. SG 59, Seite 149 ff; Stadtarchiv Attendorn, Dep. SG 62, Seite 60.

24.10.1910 Stadtverordnetensitzung

1. In einem Nachtrag zur Besoldungsordnung wird, wie schon im Juni festgesetzt, ausgesprochen, daß das Grundgehalt des evangelischen Lehrers, der zugleich den Organistendienst besorgt, 1.400 Mark und 250 Mark betragen soll.
2. Die vom Amte beantragte Ermäßigung des Gastschulgeldes von 35 Mark auf 25 Mark wird nicht gewährt, da die Kosten für jedes Schulkind sich auf etwa 40 Mark belaufen; es wird vielmehr eine Erhöhung auf die Selbstkosten in Aussicht genommen.
3. Der Mitte November aus dem Sparkassenvorstande ausscheidende Kanzleirat Jaeker wird unter besonderer Anerkennung seiner großen Verdienste um die Sparkasse wiedergewählt.
4. Verschiedene kleinere städtische Grundstücke, die von Privatpersonen benutzt werden, sollen verpachtet oder zu einem angemessenen Preise verkauft werden.
5. Der Verwaltungsbericht soll auch in diesem Jahre gedruckt werden.
6. Zu Revisoren der Stadtkassenrechnung wurden gewählt die Herren C. F. Kost und Eberhard Turwitt, zu Revisoren der Armenkassenrechnung die Herren Humberg, Keimer und Turwitt.

Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 216.

02.11.1910 Prozession ausgefallen

Des schlechten Wetters wegen mußte [gestern] die übliche Prozession zum Friedhofe ausfallen. Dafür wurde in der Pfarrkirche eine Kreuzwegandacht für die Verstorbenen gehalten.

Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 216.

09.12.1910 Stadtverordnetensitzung

[In der Stadtverordnetensitzung wurde folgendes beschlossen:]
1. Die Wahl vom 17. November wurde für gültig erklärt.
2. Die Stadt trat der Josephsgesellschaft, einem Verein für Heilung, Pflege und Ausbildung krüppelhafter Personen, mit einem jährlichen Beitrag von 50 Mark bei.
3. Die projektierte Straße von der Promenade nach der Waldemei soll auf Antrag des Architekten Schneider gerade gelegt werden.
4. Für den Klosterbau der Ursulinerinnen wird seitens der Stadt die Bürgschaft für ein bei der Landesbank aufzunehmendes Kapital von 100.000 Mark übernommen.
5. Gegen die Zeichner von Beiträgen für die neue Bahnhofstraße, welche sich weigern, dieselben zu zahlen, soll klagbar vorgegangen werden.
6. Die Bahnhofstraße soll von der Brücke bis zur Finnentroper Chaussee gepflastert werden.

Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 220.

25.12.1910 Weihnachten in Attendorn

An den beiden Weihnachtstagen regnete es fast unaufhörlich in Strömen. Der Regen war zum Teil mit Schnee gemischt.

Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 220.

09.01.1911 Sitzung der Confraternität St. Nicolai

Sitzungsprotokoll der Nicolai-Confraternität: 1) Wahl von Kreisschulinspektor Frese zum neuen Bruder der Confraternität. – 2) Es wird beschlossen, dass die Witwen der verstorbenen Prinzipale in Bezug auf die Teilnahme an den Vereinsfesten die gleichen Rechte haben sollen wie ihre verstorbenen Ehegatten.
Unterschrieben vom 1. Provisor Siegfried Hüppe sowie den Prinzipalen Theodor Isphording, Alex Kaufmann, Albrecht Neukirch, Josef Wilmes, Josef Humberg, Carl Josef Isphording, Franz Hüppe und Johannes Lahr.

Protokollbuch der Confraternität St. Nicolai, Seite 112.

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