Historisches Tagebuch
Was passierte wann und wo in Attendorn? Mit dem Historischen Tagebuch möchten wir Sie teilhaben lassen an den vielen kleinen, aber auch einschneidenden Ereignissen der Vergangenheit.
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Es wurden 4678 Einträge gefunden09.01.1908 Einweihung des neuen Gymnasiums
Der heutige Tag war für die Stadt Attendorn von besonderer Bedeutung. Es war der Einweihungstag des neuen Gymnasialgebäudes, der nun vollendet da steht. Morgens 9 Uhr fand, nachdem Böllerschüsse das Fest eingeleitet hatten, in der Gymnasialkirche, der alten Franziskanerkirche, ein feierliches Levitenamt statt. Um 10 3/4 Uhr versammelten sich die Schüler und Festgäste vor dem bisherigen Schulgebäude und nun zog der Festzug unter Vorantritt der bewährten Kapelle des Trainbataillons zu Münster, deren Dirigent Viegener ein Attendorner ist, zum Kölnertore hinaus zu dem neuen Prachtbau, der an der Promenade liegt. Das mächtige Eingangstor zu dem geräumigen Vorplatze trägt die bekannte schöne Devise des alten Gymnasiums: Deo, Musis, Patriae! Vor dem schönen Portale im Renaissancestile, über dem sich in hübschen Verzierungen das Attendorner Stadtwappen erhebt, übergab der Architekt Vorberg dem Herrn Bürgermeister Heim den Schlüssel zu der Tür und dieser nahm nun die Eröffnung des neuen Gebäudes vor. Als erster betrat der Vertreter des Regierungspräsidenten, Herr Oberregierungsrat Givesius aus Arnsberg die geräumige Vorhalle. Zunächst ging es nun zu der prachtvollen großen Aula, die in einfacher aber höchst würdiger Weise dekoriert ist. Bald füllte sich der weite Raum mit den zahlreichen Festteilnehmern aus nah und fern. Der Festakt wurde eingeleitet durch einen Festmarsch von Wiltberger, der von der Schülerkapelle höchst wirkungsvoll vorgetragen wurde und durch den Psalm 100 "Jauchzet dem Herrn alle Welt" von Hecht, vorgetragen von dem Männerchor der Schüler der oberen Klassen. Herr Bürgermeister Heim sprach dann über die Geschichte der Anstalt und des Neubaues, nachdem er die zahlreich erschienenen Festgäste willkommen geheißen. Zum Schlusse überreichte er dem ältesten Oberlehrer der Anstalt, Herrn Professor Ernst, den ihm von Seiner Majestät verliehenen roten Adlerorden 4. Klasse. Die Schülerkapelle trug dann die Ouvertüre zur Oper Martha vor und der Gesangschor, als Einleitung zu dem folgenden Festspiel den "Gesang der römischen Legionen" von Dahn-Kriegeskotten. Als Festspiel wurde von den Schülern aufgeführt: "Szenen aus der Hermannsschlacht" von Kleist, zu welchem der "Siegesgesang der Deutschen nach der Hermannsschlacht" von Abt eine passende und wirkungsvolle Einlage bildete. Es reihte sich an der Krönungsmarsch aus dem Propheten von Meyerbeer, vorgetragen von der Schülerkapelle. Nun nahm der Gymnasialdirektor, Herr Dr. Kaumann, das Wort. Nachdem er einen Rückblick auf die vielhundertjährige Geschichte der Anstalt geworfen, verteidigte er das humanistische Gymnasium gegen die Angriffe der heutigen Zeit. Seine Ansprache klang aus in ein Hoch auf Seine Majestät den Kaiser, dem in üblicher Weise die Nationalhymne folgte. Ein Rundgang durch die Räume des neuen Gebäudes zeigte die zweckmäßige Anordnung der einzelnen Räume und die praktische, allen Anforderungen der Neuzeit entsprechende Ausstattung. Nun ging es zu der festlich geschmückten, geräumigen Turnhalle, wo das vom Herrn Lahr (Gasthof Peiffer) gestellte Festmahl stattfand. Zahlreiche Reden würzten das Mahl, das erst nach 6 Uhr zu Ende ging. Nun folgte eine nochmalige Besichtigung des in elektrischer Beleuchtung erstrahlenden Neubaus. Es schloß sich ein gemütlicher Kommers an, der bis zu später Stunde die Festteilnehmer vereinte.
Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 149.
17.01.1908 Neubau eines Elektrizitätswerkes geplant
Heute verhandelten der Magistrat und die Stadtverordneten über das bei der Listertalsperre zu erbauende Elektrizitätswerk. Der frühere Antrag zur Beteiligung an dem Werke seitens der Stadt Attendorn wurde abgelehnt, dagegen wurde in Aussicht gestellt, der Gesellschaft gegenüber sich zu verpflichten, ihr auf dreißig Jahre das Monopol zur Lieferung elektrischer Kraft zu übertragen, wenn dieselbe die ganze Anlage bis zum Zähler jeden Anschlusses übernehmen will. Alles Weitere bleibt späterer Vereinbarung vorbehalten.
Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 150.
19.01.1908 Feuerwehr feiert Geburtstag
Die hiesige Freiwillige Feuerwehr feierte heute im Dingerkus'schen Saale den Geburtstag Seiner Majestät des Kaisers.
Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 150.
26.02.1908 Sitzung der Stadtverordneten
"Stadtverordnetensitzung.
1.) Die Kinder von Schnellenberg, vom Schnellenberger Hospital, von Waldenburg und Langenohl sind vom Lande zur Schule nach Attendorn überwiesen, die Kinder von Berlinghausen (Rinscheid) nach Helden.
2.) Theodor Isphording wurde als Magistratsmitglied wiedergewählt.
3.) Die Paragraphen der Verhandlung über elektrische Kraft, festgestellt zwischen der Stadtvertretung und der zu errichtenden [Lister] Talsperre, vertreten durch Herrn Landrat Thomé, wurden angenommen. Die besondere Genossenschaft soll am 9. März gegründet werden."
1.) Die Kinder von Schnellenberg, vom Schnellenberger Hospital, von Waldenburg und Langenohl sind vom Lande zur Schule nach Attendorn überwiesen, die Kinder von Berlinghausen (Rinscheid) nach Helden.
2.) Theodor Isphording wurde als Magistratsmitglied wiedergewählt.
3.) Die Paragraphen der Verhandlung über elektrische Kraft, festgestellt zwischen der Stadtvertretung und der zu errichtenden [Lister] Talsperre, vertreten durch Herrn Landrat Thomé, wurden angenommen. Die besondere Genossenschaft soll am 9. März gegründet werden."
Stadtarchiv Attendorn, Depositum Verein für Orts- und Heimatkunde, Chronik der Stadt Attendorn, Band 1.
11.03.1908 Talsperrenbau beschlossen
In einer Versammlung zu Altena, welche unter dem Vorsitze des Herrn Landrats Thomè tagte, wurde die Gründung einer öffentlichen Genossenschaft für Erbauung einer Listertalsperre nach den Plänen des Regierungsbaumeisters Link-Essen beeschlossen. Die Talsperre wird einen Inhalt von 22 Millionen Kubikmeter haben. Die Kosten der Anlage sind zu 3.800.000 Mark veranschlagt.
Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 152.
15.03.1908 Gerberei verkauft
Die frühere Frey'sche Gerberei, die seit mehreren Jahren nicht mehr in Betrieb war, ist von A. A. Ursell angekauft, wie man hört für 21.500 Mark.
Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 152.
17.03.1908 Mündliche Abiturprüfung
Heute begann hier unter dem Vorsitze des Herrn Direktors Kaumann die mündliche Prüfung der Abiturienten. In dieselbe traten 16 Schüler der Oberprima ein. Alle erhielten das Zeugnis der Reife. Aus Attendorn waren darunter drei Schüler: Heinrich Richard, Paul Teigler und Eduard Lenneberg.
Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 153.
24.03.1908 Bürgermeisterwahl
Heute fand seitens der Stadtverordneten die Wahl des neuen Bürgermeisters statt. Alle Stimmen vereinigten sich auf den Amtmann Tück zu Eslohe.
Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 153.
25.03.1908 Katholikenversammlung
Im Dingerkus'schen Saale fand heute eine Katholikenversammlung statt, welche vom Volksverein für das katholische Deutschland eingerufen war. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Versammlung leitete Herr Rektor Lex. Als Redner trat auf Dr. Sonnenschein aus Mönchengladbach. Er sprach über die allgemeine politische Lage. Das Thema des Amtsgerichtssekretärs Bartscher aus Iserlohn war: Rückblick und Ausblick.
Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 153.
03.06.1908 Landtagswahlen
Als Wahlmänner für die Landtagswahlen wurden hier 13 gewählt, die voraussichtlich für Klocke stimmen werden, und 2, die für einen Sozialdemokraten sein werden.
Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Bd. 1, Seite 158.
06.07.1908 Schützenfest 1908
"Das diesjährige Schützenfest wurde würdig eingeleitet durch das von der Kapelle des Infanterie Regiments Nr. 29 aus Trier am Samstag den 4. Juli in der Schützenhalle veranstaltete Konzert, das für Musikkenner ein wahrer Hochgenuß war. Alle Nummern des Programms wurden mit solcher Meisterschaft ausgeführt, daß das zahlreich erschienene Publikum einig in der Ansicht war, ein solch schönes Konzert in Attendorn noch nicht gehört zu haben.
Sonntag früh war musikalischer Weckruf, um 8 Uhr die Schützenmesse, ein feierliches Hochamt, worin die Kapelle ebenfalls 4 Musikstücke spielte. Der Frühschoppen im Zelte von 11 ½ bis 1 Uhr war gut besucht.
Gegen 3 ½ Uhr traten die Schützen auf dem Marktplatze zum ersten Festzuge an, holten Fahnen und Könige ab und marschierten zur Festhalle, die bald bis zum letz-ten Platz besetzt war. Tanz bis 12 Uhr.
Montag traten die Schützen zu einer recht stattlichen Schaar um 7 Uhr auf dem Marktplatze an, holten Fahnen und Könige ab und begaben sich zur Vogelrute; Vo-gelkönig wurde Fabrikarbeiter Franz Frey, Scheibenkönig Zimmermann Johann Brinker junior von hier. Nach dem Festzuge durch die Stadt entwickelte sich in der Festhalle bald ein fröhliches Treiben. Gegen 11 Uhr trat eine Kompagnie gedienter Schützen zusammen, um den mit Blumen reich geschmückten Willkommbecher abzuholen.
Dieselbe Abteilung geleitete zugleich den Königsjubilar Jos. Dingerkus zum Zelt, der im Pletschschen Automobil bis zum Platze gefahren war. Eskorte bildeten die frühe-ren Könige. Der Jubilar wurde zum reich geschmückten Ehrensessel geleitet.
In seiner Festrede hob der Hauptmann Hüttemann die Verdienste der seit 600 Jahren bestehenden Schützengesellschaft um die Stadt Attendorn hervor, wofür sie sogar mit dem eigenen Jagdrechte belohnt wurden.
In einer zweiten Ansprache wandte sich der Hauptmann an den hochbetagten Jubilar, der im Jahre 1858 Vogelkönig und 1869 Scheibenkönig gewesen. Unter Überreichung eines silbernen Ehrenkreuzes mit der Zahl 50 brachte der Hauptmann ein Hoch auf Dingerkus aus. Letzterer bedankte sich und ermahnte die Schützen, stets treu zur Fahne zu stehen.
Eine feuchtfröhliche Begeisterung beherrschte die große Zahl der Festteilnehmer, so daß der erst gegen 2 Uhr erfolgende Aufbruch vielen zu früh kam und manchem Schützen beschwerlich wurde.
Am Nachmittage gab die genannte Militairkapelle wieder ein herrliches Streichconzert.
Kein Mißton hat das schöne Fest getrübt und immer wieder hörte man der allseitigen Meinung begeistert Ausdruck geben, daß das Attendorner Schützenfest das schönste Fest sei."
Sonntag früh war musikalischer Weckruf, um 8 Uhr die Schützenmesse, ein feierliches Hochamt, worin die Kapelle ebenfalls 4 Musikstücke spielte. Der Frühschoppen im Zelte von 11 ½ bis 1 Uhr war gut besucht.
Gegen 3 ½ Uhr traten die Schützen auf dem Marktplatze zum ersten Festzuge an, holten Fahnen und Könige ab und marschierten zur Festhalle, die bald bis zum letz-ten Platz besetzt war. Tanz bis 12 Uhr.
Montag traten die Schützen zu einer recht stattlichen Schaar um 7 Uhr auf dem Marktplatze an, holten Fahnen und Könige ab und begaben sich zur Vogelrute; Vo-gelkönig wurde Fabrikarbeiter Franz Frey, Scheibenkönig Zimmermann Johann Brinker junior von hier. Nach dem Festzuge durch die Stadt entwickelte sich in der Festhalle bald ein fröhliches Treiben. Gegen 11 Uhr trat eine Kompagnie gedienter Schützen zusammen, um den mit Blumen reich geschmückten Willkommbecher abzuholen.
Dieselbe Abteilung geleitete zugleich den Königsjubilar Jos. Dingerkus zum Zelt, der im Pletschschen Automobil bis zum Platze gefahren war. Eskorte bildeten die frühe-ren Könige. Der Jubilar wurde zum reich geschmückten Ehrensessel geleitet.
In seiner Festrede hob der Hauptmann Hüttemann die Verdienste der seit 600 Jahren bestehenden Schützengesellschaft um die Stadt Attendorn hervor, wofür sie sogar mit dem eigenen Jagdrechte belohnt wurden.
In einer zweiten Ansprache wandte sich der Hauptmann an den hochbetagten Jubilar, der im Jahre 1858 Vogelkönig und 1869 Scheibenkönig gewesen. Unter Überreichung eines silbernen Ehrenkreuzes mit der Zahl 50 brachte der Hauptmann ein Hoch auf Dingerkus aus. Letzterer bedankte sich und ermahnte die Schützen, stets treu zur Fahne zu stehen.
Eine feuchtfröhliche Begeisterung beherrschte die große Zahl der Festteilnehmer, so daß der erst gegen 2 Uhr erfolgende Aufbruch vielen zu früh kam und manchem Schützen beschwerlich wurde.
Am Nachmittage gab die genannte Militairkapelle wieder ein herrliches Streichconzert.
Kein Mißton hat das schöne Fest getrübt und immer wieder hörte man der allseitigen Meinung begeistert Ausdruck geben, daß das Attendorner Schützenfest das schönste Fest sei."
Stadtarchiv Attendorn, Depositum Schützengesellschaft, Akte SG 59, Seite 103.
31.07.1908 Josef Dingerkus bestattet
"Heute wurde der am letzten Schützenfeste gefeierte Königsjubilar Josef Dingerkus, der bald nach dem Feste erkrankt und am 27. Juli gestorben ist, zu Grabe getra-gen.
Die ziemlich vollständig erschienenen Mitglieder der Königscompagnie gaben dem Entschlafenen das Geleit und zwar an der Spitze der Leidtragenden resp. vor der Leiche. Der Unterzeichnete hatte sich den Königen angeschlossen. Möge dem ehrwürdigen alten Schützenkönige, der stets großes Interesse für die Schützensache bekundet hat, die Erde leicht sein!
Hüttemann."
Die ziemlich vollständig erschienenen Mitglieder der Königscompagnie gaben dem Entschlafenen das Geleit und zwar an der Spitze der Leidtragenden resp. vor der Leiche. Der Unterzeichnete hatte sich den Königen angeschlossen. Möge dem ehrwürdigen alten Schützenkönige, der stets großes Interesse für die Schützensache bekundet hat, die Erde leicht sein!
Hüttemann."
Stadtarchiv Attendorn, Depositum Schützengesellschaft, Akte SG 59, Seite 106.
10.08.1908 Exertitien im Konvikt
An den Exercitien im Konvikte Bernardinum, geleitet von P. Hülsmann, Rektor des Redemptoristenklosters in Bochum, beteiligten sich 57 Schüler, 42 vom hiesigen Gymnasium.
Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 162.
22.08.1908 Ortsschulinspektor ernannt
Herr Pfarrer Menne wurde zum Ortsschulinspektor ernannt für die Schulen zu Attendorn, Ennest, Hülschotten, Klinke, Lichtringhausen, Listerscheid und Windhausen.
Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 162.
19.09.1908 Unterrichtsbeginn
Heute begann der Unterricht am hiesigen Gymnasium. Wegen der großen Einquartierung waren die Ferien vom 15.-19. September verlängert.
Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 164.
20.09.1908 Hoher Besuch in der Tropfsteinhöhle
Aus dem Mannövergelände traf heute der Prinz Karl von Hessen, der Schwager Seiner Majestät des Kaisers, zur Besichtigung der Attendorner Tropfsteinhöhle hier ein.
Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 164.
30.09.1908 Verabschiedung des evangelischen Pastors
Heute fand im Dingerkus'schen Saale eine Abschiedsfeier statt für den evangelischen Pfarrer Frerich, der mit dem 1. Oktober in den Ruhestand tritt. Herr Pfarrer Frerich war seit dem 17. Juli 1871 hier Verwalter der Pfarrstelle und bei allen beliebt. An dem Festessen beteiligten sich gegen 120 Personen.
Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 165.
05.10.1908 Neuer evangelischer Pastor
Heute fand hierselbst die Wahl eines neuen evangelischen Pastors statt. Gewählt wurde der Konsistorialrat Schulte in Helsen bei Arolsen und zwar einstimmig.
Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 166.
24.10.1908 Neubauten in Attendorn
Mit dem Bau des städtischen Elektrizitätswerkes sowie mit dem von Restaurationsgebäuden bei der Brauerei wurde begonnen.
Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 167.
25.10.1908 Zentrumspartei gegründet
Heute fand im Dingerkus-schen Saale eine Versammlung der Centrumswähler behufs Bilduing eines Kreis- und eines Ortskomitees statt. In das Kreiskomitee wurden gewählt: 1. Schnitzler, Ferdinand, Gerichtsrat, 2. Wilmes, Hosef, 3. Siegfried Hüppe, 4. Carl Josef Isphording, 5. Peter Biecker, 6. Anton Sommer, 7. Felix Hüppe, 8. Josef Hüttemann, 9. Pfarrer Menne, 10. Professor Bruns, 11. Heinrich Mackowiack, 12. Josef Viegener, Funken. Als Vertreter und als Mitglieder des Ortskomitees: 1. Profesor Wilhelm Ernst, 2. Anton Jaeker, 3. Friedrich Belke, 4. Ferdinand Bilsing, 5. Karl Schulte, 6. Karl Meisterernst, 7. Ferdinand Bruse, 8. Franz Biergans, 9. Franz Hormes jun., 10. Johann Schulte, Briefträger, 11. Franz Böttenberg, 12. August Bicher.
Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 167.
16.11.1908 Stadtverordnetenwahl
Im Dingerkusschen Saale fand heeute die Stadtverordnetenwahl statt. In der ersten Klasse wurde Herr Apotheker Peiffer, in der zweiten Herr Kaufmann Josef Humberg und in der dritten Herr Robert Scherer gewählt. Alle drei gehörten schon früher dem Kollegium an.
Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 168.
05.12.1908 Erweiterung des Stadtrates
Der Bezirksausschuss zu Arnsberg hat das am 2. November von der hiesigen Stadtvertretung beschlossene Ortsstatut betreffend Erhöhung der Zahl der Stadtverordneten von 9 auf 12 genehmigt. Zur Vornahme der hiernach erforderlichen Ergänzungswahlen je eines Stadtverordneten für die 1., 2. und 3. Abteilung ist Termin auf den 22. Dezember vormittags 9 Uhr im Dingerkusschen Saale anberaumt.
Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 169.
16.12.1908 Personenstandsaufnahme
Die Personenstandsaufnahme ergab für die Landgemeinde Attendorn 4.076 Seelen (5 weniger als im Vorjahre), für die Gemeinde Helden 2.179 (39 mehr).
Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 169.
18.12.1908 Buchführungskursus - Vereinssparkasse
An einem Buchführungskursus im Gesellenveerein, der jetzt beendigt ist, hatten sich 24 Mitglieder beteiligt.
An der neu eingerichteten Vereinssparkasse beteiligten sich von 43 Mitgliedern 27 als Sparer mit einer Gesamteinlage von 173 Mark.
An der neu eingerichteten Vereinssparkasse beteiligten sich von 43 Mitgliedern 27 als Sparer mit einer Gesamteinlage von 173 Mark.
Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 170.
07.01.1909 Statistik der Katholischen Kirchengemeinde
Im Jahre 1908 wurden in der hiesigen katholischen Gemeinde 207 Kinder geboren, 122 Knaben und 85 Mädchen; 103 gehörten der Stadtgemeinde, 104 der Landgemeinde an. Getraut wurden 47 Paare, darunter kein einziges gemischtes [= in Bezug auf unterschiedliche Religionszugehörigkeit]. Die Zahl der Gestorbenen beträgt 89. Davon starben 1 im Alter von 91 Jahren, 6 im Alter von 80-90 Jahren, 17 im Alter von 70-80 Jahren, 9 im Alter von 60-70 Jahren, 9 im Alter von 50-60 Jahren, 4 im Alter von 40-50 Jahren, 2 im Alter von 30-40 Jahren, 5 im Alter von 14-20 Jahren, 2 im Alter von 7 Jahren, 34 im Alter von unter 3 Jahren. 4 starben an Lungenentzündung, 9 an Tuberkulose, 7 infolge Schlaganfalls.
Stadtarchiv Attendorn, Chronik der Stadt Attendorn, Band 1, Seite 173.