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Historisches Tagebuch

Was passierte wann und wo in Attendorn? Mit dem Historischen Tagebuch möchten wir Sie teilhaben lassen an den vielen kleinen, aber auch einschneidenden Ereignissen der Vergangenheit.

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Es wurden 4678 Einträge gefunden

12.09.1808 Belehnung des Freiherrn von Fürstenberg

Lehnbrief des Großherzogs Ludwig von Hessen für den Freiherrn Friedrich Leopold von Fürstenberg über die Bilsteiner Splisslehen.

Siegel der großherzoglich-hessischen Regierung in Arnsberg auf Papier.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Urkunde 23710.

10.07.1809 Blitzeinschlag im Turm der Burg Schnellenberg

Bericht des Vikars Nückel an den Baron von Fürstenberg:
Am verflossenen Sambstag Nachmittags um 1 Uhr hat das Donnerwetter unter einer Eskorte eines Dragonerregimens in den mittelsten Turm auf dem Schnellenberg eingeschlagen, sowohl an Zimmerarbeit, als Leyendach und Fenstern hat es ziemlichen Schaden verursacht. Der Schlag ist bald durch das ganze Haus gekommen. Auf dem Knop des Turms muß derselbe sich wohl in 8 Theile getheilt haben. Am Ende dieser Woche hoffe ich Ew. Gnaden hievon mündliche Explikation geben zu können. Schriftlichen Bericht darüber abzustatten, erforderte wohl halb Buch papier. Ich habe die Tage meines Lebens so was nicht gesehen und gehört – Padberg wäre auf ein Haar unglücklich gewesen. – So viel will ich Ew. Gn. vorläufig melden, daß ein Blitz vom Knop des Turms durch alle Gewölbe neben dem Altar bis unten neben dem Adler auf die Felsen geschlagen ist – auf beiden Küchen ist der Schlag ge-schehen – auf der kleinsten ist aber der mehrste Schaden an den fenstern geschehen – sogar ist der Schlag wüthend herumgrassierend auf den Felsen, bis in die Tiefe des Wasserkellers gekommen und hat zum letzten wahrscheinlich seinen Lauf den Wasserröhren nach genommen, weilen gleich darauf das Wasser ausgeblieben ist.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akten 5949.

30.03.1810 Stadtbrand in Fredeburg

Mitteilung des Rentmeisters Morsey, dass vor drei bis vier Tagen die gesamte Stadt Fredeburg einschließlich Kirche abgebrannt sei. „Heute wurde mir gesagt, es wären 54 Häuser. Dieser Brand soll durch einen Schmied angegangen seyn, welcher Räder hat beschlagen wollen, und bey diesem Beschlagen ist in hiesiger Gegend der Gebrauch, dass der Schmied auf öffentlicher Straße vor der Schmiede ein großes Feuer von Kohlen und Holz macht, um die Radschienen darinnen glüend zu machen, und dieses war bey dem starcken Wind alda geschehen. Ein Kind von 3 Jahren ist ganz verbrandt, viele Leuthe sind starck beschädiget, Pferde, Kühe und allerhand Vieh ist im Feuer geblieben seyn, es soll beynahe nichts gerettet seyn.“

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 1854.

12.06.1810 Schenkung des kleinen silbernen Schützenvogels

Josef Neukirch "schenkt den alten Schütten einen kleinen silberen Vogel 4 Loth schwehr mit Forbehalt, wan sich die Kompany sollte aufheben oder obrigkeitlich aufgehoben werden, so will Joseph Neikirg oder seine Nachfolger als ein Eigendum auf rücknehmen. Dieses wirdt von Köning und Schäffers eigenhändig unterschriben.
Christopfel Hundt als König
Filip Koch als Oberschefers
Johannes Flusche als Unterscheffer"

Stadtarchiv Attendorn, Depositum Schützengesellschaft, Akte SG 46, Seite 219.

07.01.1811 Waldverkauf bei Bürberg

Gerichtliches Protokoll über den Verkauf eines Berges, das 4. Teilstück genannt, eines Waldes auf dem Drumerkershagen und eines Hagens auf dem Löheberge, so früher dem Rinscheid in Bürberg gehörig gewesen, durch die Eheleute Gaudenz Stuttmann und Anna Elisabeth Stuttmann geborene Gipperich in Arnsberg an den Freiherrn von Fürstenberg.
Die Quittung der Eheleute Gaudenz Stutmann über den Empfang des Kaufpreises von 45 Rtl. ist beigefügt.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 3646.

21.01.1811 Rente für Kirchenangestellte

Die Kirchjungfrau Anna Elisabeth Grewe, die seit 1777 im Amt an der Hospitalkirche für Reinigungsarbeiten, die Herstellung von Kerzen und das Backen der Hostien eingesetzt war, und der Küster Franz Fecker quittieren den Empfang einer Rente in den Jahren 1793-1806.

Stadtarchiv Attendorn, Akte B 272, Seite 69.

08.04.1811 Aufruhr in Oberhundem

In Oberhundem kommt es zu einem Aufstand gegen den Rentmeister der Adolfsburg, da dieser drei Kühe hatte pfänden lassen. Die Kühe waren noch nicht im Schlosshof, als die Einwohner von Oberhundem, durch den Pastor aufgewiegelt, mit Knüppeln erschienen, und unter größten Drohungen die Kühe wieder abgeholt haben.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg_Herdringen, Akte AFH 1854

06.07.1811 Niederstes Tor abgerissen

Abrechnung des Straßenbaus in Attendorn. Begonnen wurde am 4. Juli 1811 mit dem Abriss des Niedersten Tores, hierfür bekamen folgende Arbeiter 20 Stüber pro Tag: Steffen Schotte, Josef Graf, Bernd Isphording, Engelbert Schmelter, Johannes Hoff, Peter Roll, Ferdinand Hage. Die Arbeiten waren innerhalb von drei Tagen abgeschlossen.

Stadtarchiv Attendorn, Akten B 758.

11.07.1811 Bittere Beschwerde der Witwe Kneer

Die Witwe Anton Kneer aus Oberhundem beklagt sich bitterlich beim Reichsfreiherrn von Fürstenberg über ihre Lage. Sie habe fünf unerzogene Kinder, davon seien zwei mangelhaft. Rentmeister Hesse habe zwei Kühe von ihr bekommen, die bis jetzt nicht vergütet wurden. – Rentmeister Bock habe ihr gewaltsam 5 Kühe aus dem Hause geholt, davon hat er 3 verkauft, die übrigen zurückgebracht. – Ihr Mann habe 30 Jahre lang in der Adolfsburg als Schmied gearbeitet. Bislang seien diese Arbeiten noch nicht vergütet worden. – Beim Antritt des Gutes sei dieses total verwüstet gewesen. Kein Fenster und keine Tür seien im Hause gewesen, man habe alles auf eigene Kosten repariert und das Haus verbessert. Auch dies sei bislang nicht erstattet worden. Sie bittet aufgrund ihrer misslichen Lage um Unterstützung.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 1690.

09.02.1812 Schnee-Katastrophe

Rentmeister Morsey, Adolfsburg, berichtet, dass die ältesten Leute des Kirchspiels sich nicht erinnern könnten, jemals so viel Schnee gehabt zu haben. Zu Weihnachten sei nicht einer aus der Rüspe in der Kirche gewesen.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 1855.

29.10.1812 Hochzeit mit Behördenkram

Caspar Stamm von Oberveischede heiratet mit Dispens des Generalvikars zu Deutz und Bestätigung der Regierung in Arnsberg vom 27.10.1812 wegen Verschwägerung im dritten Grade, Anna Eva Weber, Witwe des Caspar Sieler genannt Hacke. Zeugen sind Küster Caspar Rosducher aus Helden und Franciscus Schneider genannt Kinn zu Oberveischede.

Pfarrarchiv Helden, B 41, Seite 21.

02.02.1813 Testament gesucht

Bericht des Justizamtmanns Joanvahrs an Hofgericht zu Arnsberg über das Testament des Vikars Eberhard Bonacker. Vikar Bonacker war Rektor der Nikolauskapelle und 1715 Senior des Chorkapitels. Er hat ein Testament zu Gunsten der Armen errichtet, was daraus hervorgeht, dass heute noch [1813] Grundrenten bestimmter Personen entrichtet werden. In letzter Zeit wollen die Pächter ihren Grundzins aber nicht mehr entrichten, so daß Joanvahrs als Direktor der Armenkommission gezwungen ist, das Testament Bonackers beizubringen. Nach Auflösung des Offizialats Werl sind sämtliche Dokumente zum Hofgericht gekommen. Joanvahrs bittet um eine beglaubigte Abschrift.

Stadtarchiv Attendorn, Akte B 272, Seite 1.

11.02.1813 Olper Kaufmann verkauft Wiesen

Gerichtlich bestätigter Kaufkontrakt über drei von den Eheleuten Kaufhändler Josef Engelhard zu Olpe dem Reichsfreiherrn von Fürstenberg verkaufte Wiesen a) bei der Eicher Wiese, b) unter Eichen und c) auf Theilen Schlacht.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 3648.

05.06.1813 Großauftrag für die Attendorner Tuchindustrie

Der Hauptkriegsmagazinverwalter Lange zu Darmstadt beauftragt die Attendorner Armenindustrie mit der Produktion von 1.500 Ellen blauem Montierungs-Tuch. Pro Elle Tuch werden 1 Florin 32 Kreuzer gezahlt.

Stadtarchiv Attendorn, Akten B 772.

09.06.1813 Protest gegen den Verkauf des Weingäßchens

Protest des Gemeinderates gegen den geplanten Verkauf des Weingäßchens. Unter anderem wird bemerkt, daß die Löschwasserleitung, die durch das Weingäßchen läuft, im Fall des Verkaufs völlig neu durch die Wasserstraße geleitet werden müsse, dies würde aber unübersehbare Kosten mit sich bringen. Einen Tag zuvor hatte bereits der Rechtsanwalt Franz Anton Plange gegen den Verkauf des Weingäßchens protestiert, da dadurch das Bressers Haus nach Süden hin nicht mehr verlassen werden könne. Sollte aber einmal ein Brand ausbrechen, so könne man die Sachen nicht mehr durch den rückseitigen Eingang retten. Dies wäre dann auch bereits der Fall gewesen, wenn der am 31. Mai in den Kirchturm geschlagene Blitz gezündet hätte. Schließlich sei der Besitz städtischer Stiftungsbesitz der Jungfrau Bresser, der nicht ohne weiteres zerstückelt werden dürfe.

Stadtarchiv Attendorn, Akten B 90.

30.08.1813 Heroldscher Gesangbuchstreit

Im Zusammenhang mit dem Heroldschen Gesangbuchstreit berichtet Pfarrer Petri, dass die Personen Anna Maria Metz, Anna Maria Neukirch, Catharina Laymann, Theresia Meyer, Frau des Franz Viegener, Catharina Schrage, Maria Elisabeth Bruse und Maria Anna Viegener ermahnt worden seien, künftig nicht mehr den deutschen Gesang zu stören.

Pfarrarchiv Attendorn, Akte A 18, Seite 644.

21.09.1813 Neue Hebamme in Attendorn

Justizamtmann Joanvahrs teilt dem Stadtschultheißen Goebel mit, dass die Ehefrau Franz Rinschede am 14.8. durch Verfügung der Regierung in Arnsberg als Hebamme angestellt wurde. Am 30.8. wurde sie durch das Amt Attendorn verpflichtet. Normalerweise müsste die Stadt ihr Ackerland zur Verfügung stellen oder eine freie Wohnung besorgen; da dies nicht möglich ist und die Ehefrau Rinschede bereits eine Wohnung hat, wird vorgeschlagen, ihr ein jährliches Gehalt von 8 Rtl. auszuzahlen.

Stadtarchiv Attendorn, Akten B 770, Seite 367.

22.10.1813 Saaltür wurde gesprengt

Rentmeister Morsey zu Adolfsburg berichtet dem Baron, dass eine Besichtigung der Burg durch Amtmann Freusberg von Bilstein, Medizinalrat Stoll und Wegebaumeister Schwarz stattgefunden habe, um die Frage von Einquartierungen zu erörtern. Da man im Haupthaus mit Dietrichen die Türen nicht habe öffnen können, habe man die Saaltür gesprengt. Allerdings habe man eingesehen, dass man in derart schön ausgestatteten Räumen keine Soldaten unterbringen könnte. Morsey bittet um Anweisung, was mit der Bibliothek und den guten Weinen geschehen soll.

QArchiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 1855.

09.11.1813 Drohende Einquartierung in Bilstein

Morsey teilt mit, dass an das Magazin in Bilstein 623 Pfund Hafer, 1.245 Pfund Heu und 1.245 Pfund Stroh zu liefern seien. Nach Altenhundem müsse man liefern 584 Pfund Hafer, 1.167 Pfund Heu und 1.167 Pfund Stroh. Vor einigen Tagen wären zwei Russen mit Lanzen in Bilstein gewesen, um ihrer Forderung nach mehr Fourage Nachdruck zu verleihen. Daraufhin habe Morsey unverzüglich Karren beladen lassen, um guten Willen zu zeigen. Er sei aber hierüber überrascht worden durch russische Soldaten, die in Würdinghausen Station machten, um für 1.000 Soldaten Quartiere zu beschaffen. Weitere 6 seien dazu gekommen. Morsey bittet um Anweisung, wie er im Einquartierungsfall verfahren soll.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 1855.

29.11.1813 Drohende Truppendurchmärsche

Rentmeister Morsey berichtet, 40.000 Mann alliierter Soldaten von der oberen Armee würden durch das Siegerland und Olpe herunter an den Rhein marschieren. Deshalb sei mit erhöhten Fouragelieferungen zu rechnen. Man habe allerdings noch keine Russen gesehen.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 1855.

09.12.1813 Alliierte überqueren den Rhein

Rentmeister Morsey berichtet, dass die alliierten Truppen bei Koblenz über den Rhein gegangen seien. Der Großherzog von Hessen sei durch die in Frankfurt anwesenden beiden Kaiser nicht empfangen worden. Nun drohe eine große Fleischabgabe auf Befehl des Generals Blücher.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 1855.

11.12.1813 Gewehre müssen abgegeben werden

Rentmeister Morsey informiert den Baron über eine hessische Verfügung, nach der alle Gewehre zur Landesverteidigung abzugeben seien. Er bittet um Instruktion, wie zu verfahren sei.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 1855

15.02.1814 Schneiderei von Russen besetzt

Bürgermeister Plange teilt dem Oberregierungsrat Balser in Darmstadt mit, dass die städtische Armenindustrie nun schon seit vier Wochen von russischen Schneidern besetzt werde. Da nicht abzusehen ist, wann die Russen abziehen, und außerdem die städtische Walkemühle noch eingefroren ist, kann die zugesagte Lieferung noch nicht erfolgen. Zukünftig wäre es ratsam, wenn alljährlich im Juni und Juli eine bestimmte Menge in Auftrag gegeben werden könnte. Der Sommer könnte dann zum Walken und Färben, der Winter zum Spinnen genutzt werden.

Stadtarchiv Attendorn, Akte B 772, Seite 50.

07.03.1814 Verpflegung russischer Truppen

Zur Versorgung durchziehender russischer Truppen werden in das Magazin zu Kirchhundem 611 ¼ Pfund Hafer, 611 ¼ Pfund Heu und 305 2/3 Pfund Stroh geliefert. – Am anderen Tag werden nach Bilstein geliefert "wegen Langenei und Saalhausen" 578 Pfund Hafer, 578 Pfund Heu und 289 Pfund Stroh.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 1855.

14.04.1814 Franz Keseberg will nach Ackerschott

Korrespondenz mit Franz Keseberg wegen Abtretung des Hofes Biggen, da er kinderlos ist und die Möglichkeit hat, das väterliche Gut in Ackerschott zur Hälfte zu erwerben.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 1333.

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