Historisches Tagebuch
Was passierte wann und wo in Attendorn? Mit dem Historischen Tagebuch möchten wir Sie teilhaben lassen an den vielen kleinen, aber auch einschneidenden Ereignissen der Vergangenheit.
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Es wurden 4678 Einträge gefunden12.03.1777 Braukessel aus Olpe
Quittung des Rentmeisters Rigelhoff in Adolfsburg über die Lieferung eines kupfernen Braukessels durch den Kupferschmied Johann Adolf Schmitt aus Olpe. Der Kessel wiegt 499 ½ Pfund.
Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 1801, Blatt 237.
25.03.1777 Zwölf Jahre lang keinen Lohn
Johannes Hecker von Heinsberg beklagt sich beim Baron, dass er vor 12 Jahren als Korporal angestellt wurde, bislang aber noch keinen Lohn erhalten hat. Er bittet den Baron, dafür zu sorgen, dass er die 3 Rtl. pro Jahr nachträglich erhält.
Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 1801, Blatt 243.
27.07.1777 Rentmeister Maiworm meldet sich krank
Vikar Meyworm teilt dem Baron mit, dass er krank werde und keine andere Möglichkeit sehe, als sich zu seinen Eltern nach Olpe zu begeben, um die Krankheit auszukurieren. Die Ökonomie hat er J. A. Hons übergeben. Meyworm kehrt am 08.08. zur Adolfsburg zurück.
Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 1760, Blatt 253.
27.12.1777 Neues aus Varste
Vermerk, dass der Vorsteher Bock aus Varste sich um die Stelle des Gerichtsschöffen bewirbt, die durch den Tod des Stelleninhabers Lingenhoff vakant geworden ist. In einem weiteren Vermerk vom gleichen Tag wird festgehalten, dass sich Bock von Varste & Co. Anbieten, das Bergwerk Bastenberg mit Schmelzhütte und Buchgrube für 500, maximal aber 600 Taler anzukaufen.
Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 1760, Blatt 405.
29.12.1777 Räucherkammer geräumt
Stallmeister Biergans notiert, dass heute von der Rauchbühne auf dem rechten Turm tder Adolfsburg transportiert wurden 34 Saiten Speck, 14 Schinken, 16 halbe Schweinsköpfe und 28 Schafschinken.
Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 1760, Blatt 417.
19.02.1778 Neuer Organist in Rahrbach
Pfarrer Karl Hirsch aus Rahrbach bescheinigt, dass der Johann Bernhard Limper, Sohn des Heinrich Limper, die Kunst des Orgelspielens erlernt hat.
Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 1801, Blatt 331.
19.02.1778 Schwierigkeiten auf Bocks Hof
Schreiben des Heldener Pfarrers Bigeleben an den Rentmeister in Bamenohl mit der Bitte, dem Johannes Bock zu Niederhelden die Haushaltung zu entziehen und sie den Kindern zu übertragen. Durch die Misswirtschaft des Bock wurde die Kinder zum Betteln verurteilt; dieser Missstand muss unbedingt abgestellt werden. Ein Verwandter könne den Hof übernehmen und die vorhandenen Schulden abtragen.
Archiv des Freiherrn von Plettenberg-Bamenohl, Akte 147, Blatt 106.
14.06.1778 Bügeltanz erwähnt
Protokoll über den letzten Generalschnadezug um die Hoheits- und Landesgrenze des Amtes Bilstein. Auf der Seite 38 heißt es:
" Nachdem gestern zu Kirchhelden Rasttag war, erschienen aus der Stadt Attendorn die Junggesellenschützen nach vorgängig eingeholter Erlaubnis und beehrten den Zug mit ihrem Bügeltanz "
Quellen: Kreisarchiv Olpe, Akte A 1294 [A 4416?]; Stadtarchiv Attendorn, Depositum Schützengesellschaft, Akte SG 87.
" Nachdem gestern zu Kirchhelden Rasttag war, erschienen aus der Stadt Attendorn die Junggesellenschützen nach vorgängig eingeholter Erlaubnis und beehrten den Zug mit ihrem Bügeltanz "
Quellen: Kreisarchiv Olpe, Akte A 1294 [A 4416?]; Stadtarchiv Attendorn, Depositum Schützengesellschaft, Akte SG 87.
19.10.1778 Verbrannte Feuereimer sind zu ersetzen
"Wurden dem Oberscheffer der alten Schützen Compagnie Casp. Did. Luxemburg von denen bey jüngerer Feuersbrunst gebrauchten lederen Schützen Eymer fünf Stück extradirt, welche binnen 14 Tagen brauchbahr zu stellen, und die bey der Schützenschafft etwa rückstehende binner 3 Wochen einzutreiben. Er Oberscheffer unter Straf bereeitester Execution angewiesen wird. Signatum Attendorn in Curia An-no et Die quibus supra.
Ex Mdto.
Gertmann, secr. mpp."
Ex Mdto.
Gertmann, secr. mpp."
Stadtarchiv Attendorn, Dep. SG 46, Seite 132
12.06.1779 Hafer soll sofort abgeholt werden
Die Kurfürstliche Kanzlei zu Bonn befiehlt dem Rentmeister zu Bilstein, dem Freiherrn von Fürstenberg den in Bilstein lagernden Bestallungshafer zur Abholung zu offerieren. Sollte der Freiherr von Fürstenberg den Hafer binnen vier Wochen nicht abgeholt haben, so darf dieser meistbietend verkauft werden.
Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 1082.
10.08.1779 Fürstenberg fordert die Instandsetzung der Straße
Erbdroste Clemens Lothar Freiherr von Fürstenberg befiehlt den Einsassen von Oberhundem, Silberg, Rinsecke, Marmecke, Würdinghausen, Herrntrop und Kirchhundem unter Strafandrohung, innerhalb von 3 Tagen den Weg von Oberhundem nach Bilstein so instand zu setzen, dass er problemlos mit Kutschen und Wagen befahren werden kann.
Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 1801, Blatt 561.
23.10.1779 Schnadezug durch die freigrafschaftliche Samtjagd
Protokoll über den Schnadezug der freigrafschaftlichen Samtjagd.
"In Nomine Sanctissima et Individua Trinitatis Amen.
Zufolge des von seiner Excellence Freyherren von Fürstenberg, auch von seiner Excellence Freyher-ren von Schade zu Ahausen alß Sambtjagdts Deputirten abgelassenen Ausschreibens erschienen die zur freygraffschafftlichen Sambtjagd und Fischerey berechtigte Herren an der Lenne und Bigge, theils in Persohn selbsten, theils durch ihre Mandatarien, alß namentlich wegen des Hauses Schnellenberg und Wallenburg Sr. Excellence Freyherr von Fürstenberg in eigener Persohn nebst Sr. Hochwohlerwürden Excellence Marquis von Hoinsbruck, auch Herr Joan Wilhelm Biergans, Richtern zu Oberkirchen und Stallmeister bey hochged. Exce. Freyherr v. Fürstenberg sambt sechs vey sich habender Jägern, nemblich vom Hause Wallenburg Joannes Haber, Joseph Schulte und Frans Nückel, vom Haus Schnellenberg Frans Fischer, Kilian Meister und Christophel Gütz, wegen des Hauses Ahausen Sr. Exce. Freyherr von Schade, Henrich Christophel, auch hochdessen jungen Herrn Baron Maximilian, dan dessen hochw. Herr Vicarius Joan Everhard Balve alß spezial Bevollmächtigter sambt zweyen Jägeren, namentlich Liborius und Emerich Henneman, wegen der Häuser Bamenohl und Borghausen Herr Balthasar Conrad Zahn qua Mandatarius nebst bey sich habenden Conductoren Beck-man und Jägeren Christian Jürgens, auch Joan Diderich Hessen wegen des Hauses Hoerde, Herr Johan Wilhelm Biergans, zeitlicher Richter zu Oberkirchen und Stallmeisteren obgem. qua Mandatarius deren Erbkäufferen Hr. Jois Henrici Kramer, Scheffen zu Ossentrop nebst eines Jägeren J. Moer, wegen des Hauses Schnellenberg zu Schönholthausen Herr Theodor Ferdinand Freyherr von Schade zu Salwey nebst bey sich habenden Jägeren alß Rudolph Weichhaus und Christian Deimel, wegen oberen- und niederen Hauses Lenhausen, so dan des Hauses Frielentrop, der hochw. Herr Joan Henrich Offermans, zeitlicher Vicarius und Rentmeisteren zu Lenhausen als generaliter Bevollmächtigter obgemelten dreyen Häusern, dan Herr Joan Theodor Wilhelm Hüppe, Advocaten und Gerichtsschreiberen zu Attendorn und Lenhausen, auch Hr. Johan Diderich Schulte, Conductoren zu Frielentrop, sambt dreyen Jägeren Joes, Friderich und Henrich Hoffman, auch Casparen Schulte aus Rönkhausen, Holzförstefren. Wegen des obersten Hauses Bamenohl hochwürdig. Herr Pastor zu Elspe, Joan Georg Arens nebst eines bey sich habenden Jägeren J. Dirck Ohl, alle mit Pferden und Hörner auf den 18ten Octobris des tausend siebenhundert siebentzig und neunten Jahres auf der faule Butter zusammen, in Meinung und Willens, vorgedachte freygraffschafftliche Sambtjagd Schnade zu beziehen, mich endes nahmentlich Godfrid Rinschede, Amtbilsteinischer Führer, und Clemens Correck aus Lenhausen ersuchend, diesem actui beyzuwohnen, und selbigen. Wie und was dabey vorgenohmen zu annotiren, darüber zu instrumentiren und ad perpetuam rei memoriam glaubhaffte Scheine davon mitzutheilen, wie ich dan solches ambtshalber auf mich genohmen, so beurkunde hiemit, dass, nachdeme hochgemelte Herren sich sämbtlich unterredet und zu Erhaltung mehrer Zeit vor gut befunden, dass sofort auf dem Pipers Kampe der Anfang gemacht werden solle, wo dan mit Unterblasung der Hörner und gelöseten Flinten die Hunde gelöset, und auf Befehl hochgedachter Herren verschiedene Jäger den Grund herunter bis auf den alten Mahlbaum oder das Ende des Leyerwegs gejaget, auch die hohe Herren Interessenten sich auch alda eingefunden, dieser Mahlbaum dan mit dem Hirschfänger des Freyherrn v. Schade zu Salvey frisch geplacket, und zu mehrer Anmerckung der faule Butter Joan Everhard Struck unter Abblasung der Hörner einen Schußdaran gethan, also weiters der Weg verfolget, wo dan ein ohngefehr an der Landstrasse rechter Hand stehender und linkerseits mit einem x ausgehauener Stein befunden, von welchem die Ecke oder Nase jenseits abgeschlagen gewesen. Von da weiters bis einige Schuß hinaus, wo der Herr Baron de Schade einen Burschen mit Nahmen Joan Peter Oberste Schulte, gebürtig von der Wildenwiese, vor die rothe Sohle bekommen, mit einigen Groschen beschenckt, dimittiret. Den Weg noch verfolget bis an das Creutz, wovon Hagen ein Weg herauf kombt, alwo vor Zeiten eine Buche gestanden haben sol, alhier wurde von anwesenden hohen Herren zur Gedächtnüß mit Unterblasung der Hörner und Lösung der Flinten ein Halt gemacht, unter wehrendem Auffenthalt dan auch von Seiten des Freyherren von Wrede zu Amecke eine Protestation eingelegt wurde wegen der Hagener und Endorffer Marck, so wurde dem Nogtario zur Antwort ertheilt, dass zu allen Zeiten die Endorffer Marck zur Sambtjagd gehörig gewesen und allezeit ruhig bis hiehin durchjaget, auch niemahlen dagegen protestiret worden, so könnte auf die Protestation kein Bedacht genohmen werden, anlangend aber die Hagener Marck, so würde dadurch, nach altem Gebrauch die Schnade genohmen, im Fortgehen wurde von hier der unkündigen Herren die Schnade herunter bis auf die Holtner Beck und von da herauf bis an den obig dem Weg stehenden Marckstein, welcher die Hagener und Endorffer Marck scheidet, gezeigt, wider welches weisen dan der Lehnhausische H. Mandatarius abermahl sein Recht vorbehalten, und diesem aufgegeben worden, das daran habende Recht so bald es möglich denen hohen Herren Sambt-Jagds-Deputirten in copia zuzustellen, wonächst bey diesem Stein auf disseit der Walleshöhe Anton Nog von ungefehr 15 Jahren zum Nachdencken sein Huth und Stecken ins Maul nehmen müssen, dan mit Schenckung einiger Groschen dimittiret. Von da längs der Stockmen Marck hinauf durch das klingende Siepen, worin etliche Schuß nach einem Stein geschehen, herunter bis an ein altes Heiligenhäußgen, welches zeitlicher hochw. Herr Pastor Arens zu Elspe mit den alten darab gefallenen Bretteren wider gedeckt, weiters die Bach verfolget, bis an den dem Voß zu Plettenberg zugehörigen Hammer, wobey dan zur Urkunde mit Abblasung der Hörner die Flinten gelöset, weiters fortgeschritten durch Bönckhausen, woselbst ein Mädgen, welches Cartoffelen gewaschen, ins Wasser geworffen, alda die Compagnie, weil der Tag sich geneigt, in zwey Flügelen zertheilt, ein Flügel auf Endorff, wo auf dessen Feld ein Rfr. Fürstenbergischer Jäger ein Huhn geschossen, der andere sich der Bach herunter geschlagen, woselbst der Herr Stallmeister Biergans zum nachdenken einem Kuhhirten die Kap abgenohmen, auch ein Weibscamisol in die Höhe geworffen, und darnach unter Erschallung der Hörner geschossen, fort durch Recklinghausen kommen, wo einen Bauer mit einem Hund vor der Thüren stehend angetroffen, dieser ndan nach Erfragung seines Nahmens ge-antwortet, er seye der Risman, dan weiters nach dem H. Kalckoffen, wonebst viele starcke Schuß in einen nächst dabey stehenden Eichenbaum ebenfalß mit Unterblasung der Hörner geschehen, auch der Herr Stallmeister einen Schuß Weges hinauf den Notarium Stallman vom Sondern vor die rothe Sohle genohmen, also hat sich dieser Flügel auch auf Endorff gewendet, sich widerum zusammen geschlagen, und daselbst übernachtet. Den andern Tag alß der 19te Octobris vom Aufbruch erschossen ein Ahausischer Jäger obig gemeltem Dorff ein Huhn, hernächst beym Abmarsch wurde die im Feld bey Cartoffelen graben ergriffene M. Catharina Krusen zum beständigen Urkund unter lüstiger Anstimmung der Hörner gebritzet, und sofort mit einiger Beschenckung dimittirt, diesemnach wurde der Kalonberg und sogenanter Dümberg von hochgem. Herren und deren Jägeren abgejagt, und obig Recklinghausen am Kalenberg vom Rfhr. Fürstenbergischen Jägeren ein Hase geschossen, nach Abjagung dieser Bergen stiesse die gantze Compagnie auf dem obig Wenighausen belegenen Feld wider zusammen und erschossen darauf der Herr Stallmeister vorgen. einen dem Lammersman da-selbst zugehörigen Hund. Von da, alß zuvor den unkundigen hohen Herren Jagdtsinteressenten die Schnade unten an der Linnepe hinauf gewiesen, wurde fortgeschritten bis auf das Dorf Linnepe und erschossen daselbst der Freyherr v. Schade zu Salvey auf der dadurch gliessenden Bach 2 Enten, nemblich eine todt, die andere aber nur fluchlahm, da nun letztere vom Ahausischen Jäger Liborio todt geschossen, wurden diese dem Eigenthumbsherren vergütet. Demnach wurde von letztgedachten Herren ein obig bes. Dorff und zwarn nächst am Creutz stehender Eichenbaum angeplackt und darauf unter Abblasung der Hörner viele Schüß gethan, und als demnägst weiters der Bach hinauf bis an den Ramberg fortgeschritten, wurde auch vom Freyherren von Schade zu Salwey so, als auch vom einem Rfhr. Fürstenbergischen Jägeren unter Erschallung der Hörner in einen nächst am Brückelgen stehenden Büchenbaum zum Urkund (dass alda die in der Meinckenbrachter Marck dem Rhfr. V. Fürstenberg und Freyherr v. Schade zu Salwey privative zugehörige Jagdgerechtigkeit anfange) gefeuert. Von da wurde die Schnade über dem sogenannten Meinckenbrachter Creutz, alwo der Rfrh. Fürstenbergische Mandatarius Herr Biergans die im Jahr 1712 eingelegte Protestation wieder einlegen wollte, so wurde von sämbtlichen Herren Cointeressenten aber resolvirt, dass es bey der im Jahr 1712 ertheilten Resolution sein Bewenden haben sollte und thäte man sich auf das damahlige Resolutum beziehen. Von dannen aber nach dem Wieckenbroick gezogen, und alß daselbst bey dem nach der Salwey herabgehenden Fuhrweg Halt gemacht und der Herr Droste von Weichs ver-gebens erwartet wurde, wurde letztgedachter Weg, so zwischen beyden Partheyen bis ans Dorff die Schnade seyn soll, bis dahier verfolget, und sofort, alß auf dem Hause Salwey ein Rendesvous gehalten, und auf jenem adlichen Platz die Anna Maria Gercken unter lüstiger Abblasung der Hörner und Lösung der Flinten vom offtged. Herren Stallmeister Biergans zum Urkund braf was vor die rothe Sohle bekommen, so dass dieser für Freuden der Schwitz abgeronnen, und diese mitt einigen Groschen beschenckt, dimittirt worden. Durch den Garten vor und hinter benenten Hause nach etlichen in einen Eschenbaum zuvor geschehenen Schüssen auf und über die Landstraße, nächst dem Berg bis oben bey das Creutz nach einigen zuvor in eine nächst dabey stehende junge Eiche auf obgemelte lüstige Weuse geschehenen Schüssen der Zug continuiret und beym H. Richteren Höynck zu Bracht übernachtet, gleich nach dem am 20ten Octobris morgens früh von da erfolgten Abmarsch wurde zum Andencken noch beym Dorff Bracht aufm Feld J. Herman Hosang gebritzet und also fortgeschritten bis ans Creutz obig Bracht auf die Landstraße, diese wurde an dem Heistenberg herauf, den Heistenberg zur rechter Hand ligend, nach dem weigen Stenck (wonebst der Herr Stallmeister Biergans eine Junffer mit Nahmen Anna Maria König auf gewöähnliche Weise vor die rothe Sohle be-kommen und alß er diese mit einer Schanckung dimittirt, wurden daselbst einige Hunde gelöset, und rechterseits durchgejagt, und hat der Herr Richter Höynck zu Bracht am Haselberg einen Hasen geschossen) zur Schnade genohmen, und also dem Gericht vorbey in eine nächst am Wege linkerhand stehende junge Buche geschossen, und mit einem Creutz beplacket, dan wurde weiters diesem Weg nach gefolget bis auf die Schöneler Heys bey das Creutz obigf Pickert, woselbst die sämbtliche hohe Herren sich wegen der Cobbenroder Jagt unterredet, und fest dafür hielten, dass auch diese zur Sambtjagd mitgehörig seyn müsse, hernägst wurde bey weiterem Fortgehen obig dem Haus Valbert Jacob Evers von Dornmecke gebritzt und gleich darauff bey dem luchten Bäumen im Dahle vom Herrn Stallmeister ein Bursch namentlich Anton Grewe nicht nur auf den Kopf gesetzt, sondern auch dieser nebst dem Anton Kramer, beyde aus Obervalbert, unter Erschallung der Hörner und Flinten ebenfalß gebritzet, und nachdeme diese sich auch lächerlich geküset, wurden diese nach einer erhal-tenen Schanckung entlassen. Von dannen wurde der Zug gleich linker Hand durch einen blinden Weg der Elsper alter Heiligenweg genant, herunter continuiret bis an das Valberter oder Liedloher Creutz, von ged. Creutz langs dem Mühlenberg (an welchem eionige 40 Schüß geschehen, des Echo oder des doppelten Widerschalles sich sämbtliche hohe Herren sehr erfreueten) hinab bis auf die Ödinger Mühl, wobey der Herr Mandatarius Zahn die Eva Maria Willecken aus der Mühl nicht nur ins Wasser getunckt, sondern auch benebst der Herr Richter Höynck diese immediate vor die rothe Sohle genohmen. Daselbst ließe der Freyherr v. Ketteler von Haus Valbert per Notarium des endts eine Protestation einlegen, dass die sämbtliche hohe Herren der Sambtjagd ihme mit dem Schnadezuge nicht praejudiciren mögten, in so weit sich das freyherrliche Stuhlgericht Ödingen erstreckte; da nun gemelter Herr v. Ketteler gar keinen Antheil an dem Stuhlgericht Ödingen, so viel alß anwesenden hohen Herren wissig, hätte, auch die Protestation und Notarial Requisition voller Fehler befunden, besonders da die Copia mit dem Original nicht einstimmig, auch in Tag und dato dan in Benennung einiger Plätzen eben wenig concordirte, nicht weniger mit keinem gestempelten Bogen geziret wäre, alß acceptirten dxie hohe herren der sambtjagd diese Protestation nicht, sondern wurde der Zug ohnerachtet jener Portestation von da durch das Röbecker Siepen hinauf bis auf die Röbecke bey ein Heili-genpöstgen über die Ebbenrode der Wasserwaage nach den Kuhlen weiters fortgeschritten, alwo der Herr Richter Höynck einen Hund und obig den Kuhlen ein Rfrh. Fürstenbergischer Jäger ein Huhn erschossen. Von hier dan nach dem Hebecker Creutz, weil sich nun der Tag allgemach geneigt, und auch regnerisch Wetter eingefallen, so hat der Hebecker Kopf gemäß letzterem Schnadezuge nicht abgejagt werden können, mithin wurde der Marsch durch die Gleyer bis an den an der Landstraße stehender großer Schnadestein und von da nach Saalhausen genohmen, woselbst allerseits bey Hr. Scheffen Funcke pernoctirten, und nach Jäger Gewohnheit sich erlustigten. Den 21ten Octobris wurde widerum bey letztged. Stein mit der Jagdbeziehung der Anfang gemacht, wobey dan ein vom Freyherrn v. Ketteler abgeschickter Notarius die vorigen Tags gemachte Protestation abermahls von sämbtlichen hohen Herren Interessenten der Sambtsjagd wegen denjenigen in gestrigen Dato schon bemelten und näheren Mängelen nicht angenohmen, sondern de plano rejicirt, dan wurde auch alhi-oer von den hochwürd. Herren Pastore zu Elspe und Vicario zu Lenhausen denen übrigen hohen Cointeressenten Herren bedeutet, dass, wan in Zukunfft wegen des Hebecker Kopfs eine Quaestion gemacht werden sollte, es besser seye, um diesen anjetzo die Schnade zu nehmen, worauf dan der Herr Stallmeister Biergans offtged. geantwortet, dass es gemäß altem Schnadezuge verbleiben sollte. Beym Abmarsch wurde die Lisabeth Plencker unter klingenden Hörner und Lösung der Flinten auf diesen Stein von dem Herrn Mandatario Zahn zum Urkund gestutzelt, und demnach vofr die rothe Sohle bekommen, fort mit einigen Groschen beschenckt, damittirt. Von da den Lennefluß herunter bis nach dem Langeneyer Hammer, woselbst die Angela Gernhord zum Urkund vor die rothe Sohle genohmen und wurde sofort mit einer gnüglichen Belohnung entlassen, gleich unter gen. Brücken wurde aber vom Rfrh. Fürstenbergischen Jägeren ein Huhn erschossen, ferners der Zug diesseits der Lenneflusses herunter continuirend bis an das Dorff Langeney. Kamen Hr. Rentmeister und Jäger vom adlichen Hauß Bruch bis mnitten auf die Langeneyer Brücke, legten hergebrachter Massen daselbst das bey sich gehabte Jagdgewehr nieder und geselleten sich sofort zu denen hohen Herren vor disseits der Brücken, und alß mit dem Zug von da bis Kickenbach weiter geschritten, und der vom Bruchischen Hr. Rentmeisteren und Jägern mit ihrem mit vorherigen Erlaubnüß hinwider auf und zu sich genohmene Jagdgewehr diesen Zug mit continuirt, wurde beym Hr. Kayser daselbst ein Rdendesvous gehalten, und bey weiterm Fortgehen unter gemeltem Dorff aufm Feld ein ohngefehr 14jähriger mit keinem Hembd angethaner Bursch vor die rothe Sohle genohmen, nachdem weiters der Lenneflöuß herunter bis unter dem Dorff Altenhundem fortgesetztem Jagdzug wurden sämbtliche hohe Herren Sambthagds Interessenten von den Bilsteinischen Jägeren dem alten Gebrauch nach aufs feundlichste empfangen. Von dannen auf die Mitte der Meggener Brücken lösete der Herr Mandatarius Zahn dem alten Gebrauch nach sein Jagdgewehr, und nachdem dieser zum Urkund die Lisabeth Brinker auf jener Brücken unter Erschallung der Hörner vor die rothe Sohle genohmen, entliesse er diese mit einer dargereichten Schanckung. Da nun weiters dem Lennefluß herunter der Zug nicht genohmen werden konnte, gleichwohlen die eigentliche und wahre Sambtjagdt Schnade ämgst dem Lennefluß herunter nach einhelliger Aussage sämtlicher Herren Interessenten bis an die sogenannte Grewen Brücke sich erstrecke, so wurde der Zug rechter Hand über den Berg (wo der Herr v. Schade zu Salwey in der Handschlad einen Hund und gleich darauf der Herr Stallmeister an der Steinkuhlen ebenfalß einen Hund erschossen) durch Theten genohmen und auf jenseit im Feld Kösters Engel gebritzet, nachdem bis mitten auf die sogenannte Grewenbrücke continuirten Zug wurden sämbtliche hohe Herren der Sambtjagd von denen auf ben. Platz anwesend gewesenen Bilsteinischen Herren Mandatario Dingerkus und Jägeren abermahls auf höflichste empfangen, und nachdem daselbst gehaltenen Rendesvous erschosse der hochwürd. Herr Vicarius von Lenhausen eine von dem daselbstigen Brückeman erkauffte und mitten auf der sogenanten Brücken hingestelte Bonteille zum Urkund unter Anstimmung der Jagthörner in Stücken, auch der Brückeman wurde daselbst gebritzt. Da nun von dorten durch den Fußpfad herauf der Jagdschnadezug über das Wittfeld nach der Landstraße genohmen wurde, protestirte der Bamenohlische Mandatarius Hr. Zahn dagegen, jene Protestation wurde aber deswegen abgeschlagen, weilen niemahlen dagegen protestiret worden wäre, und wurde sofort der Zug der Landstraße nach alß eine Schnade bey einer Linden vorbey über den Monschein weiter fortgesetzet, woselbst die Hunde gelöset, alß dieser zum Theil rechter Hand abgejagt und wehrend dem Jagen zwey vergebliche Schüsse nach einem Hasen gefallen, hat sich zugetragen, dass ein Bauren Hund, dem Hasen den Paß versperret, wurde aber wehrend dem Nachlauffen von dem Herrn Stallmeister erschossen. Von dem Monschein der alten Landstraße nach wurde mit dem Zug fortgeschritten bis an die Fretter in den hohen Eusteren und weit widerum die Nacht einfiele, wurde beym H. Scheffen Kramer zu Ossentrop eingekehret und pernoctirt. Des anderen Morgens aber den 22ten October erhuben sich sämbtliche hohe Herren Jagdts Interessenten grad nach dem Dorff Fretter, und wurde linkerseits aufm Feld ein Baurenhund erschossen, und wurde vor dem Dorff Fretter denen sämbtlichen hohen Herren Interessenten und Jägeren von dem Herren Stalmeisteren Biergans und hochwürdigen Herr Offermans Vicario zu Lenhausen klar mit Fingern gezeigt, dass die Schnade, alwo man gestern Abend nachgelassen hätte, nemblich an der Fretter in den hohen Eusteren, von da bis an die Siepen Gifelsched und also die Bach Fretter die Scheidung seye. Von da ged. Gifelsched hinauf bis an Sellen Land prosequiret würde, woselbst man den Holthauser Heiligenweg bis auf die Grengelsched und die Grengelsched herunter bis auf dem Mahlbaum, alwo der Anfang gemacht wäre, für die rechte Schnade hielte und allezeit gehalten worden, womit dan für dismahl geschlossen worden. Und da auch von allerseits nötig zu seyn erachtet wurde, daselbst wieder die angegebene verdächtige Wildfrevelere eine Untersuchung anzustellen, wurde Müllers Hauß von denen Jägern umbringet, der darin gefundene Wildfreveler eins mit dem zur Jagt brauchbahren Gewehr und Hunden herfürgebracht, diesen noch mit einem anderen auf der Flucht eingeholten Wildfrevelern denen hohen Herren interessenten zur ferneren Untersuch- und Bestraf-fung übergeben, welche Untersuch- und Bestraffung aber sämbtliche Herren dem anwesenden des Oerts Hr. Richter Höynck mittels Benennung der straffbahren Persohnen überliessen, gleichwohlen wurden die bey jenen vorgefundenen Jagdhunde, ein mit denen zur Jagd brauchbahren Gewehre und Schießgereidschafft auch vorgefundener Fuchsbälgen unter hohen Herren Sambtsjagdts Interessenten in Trappen Hause meistbietend verkauffet, da nun wegen dieser Untersuchung die Tageszeit abgeflossen, so begaben sich die hohen Herren hinwieder nach Ossentrop ins vorige Quartier, woselbst des anderen morgens unter selbigen unanimiter beschlossen als nämblich, dass 1) die gantze Sambtjagd im Frühjahr abgemessen werden solle, 2) gleich nach geschehener Messung sol von dem Landmesseren eine förmliche Chart der sämbtlichen Jagd verfertiget werden, 3) wo so dan auf ge-melte Chart die Theilung vorgenohmen wird von denen Herren Directoren denen übrigen Herren Cointeressenten zugeschicket werden soll, 4) ist von sämbtlichen hohen Herren vereinbahret worden, dass, wan gemelte Jagd auch getheilet wäre, doch allezeit einer dem andern die gehörige Eviction leisten solle, 5) ist verabschiedet, dass die Herren Interessenten, da der Freyherr v. Wrede zu Amecke sich einen Fischerei Theil der Sambtsjagd appropiiren wolle, gleich gegen denselben per viam juris agiren wollen, und zwar sol dieser Process und alle übrige Gegenstände unitis viribus ausgemacht werden, 6) versprechen sämbtliche Herren Interessenten, die bey ihnen vorfindliche in die Sambjagd einschlagende Nachrichten denen Herren Directoribus wenigstens in copia zukommen zu lassen, und allenfalls wan es erforderlich, gerichtlich zu produciren, 7) verspricht der Freyherr v. Schade zu Salwey ad requisitionem sämbtlichen Herren Cointeressenten dem Freyherren v. Wrede zu Amecke seinen demselben antichretive überlassenen Antheil der Sambtjagd binner 14 Täge zu denuntiieren, und da solches geschehen, denen Herren Directoribus davon copiam authenticam zukommen zu lassen, 8) ist von sämbtlichen Herren Interessenten der Sambjagd zur Wahl eines neuen Directoriat geschritten worden und seynd sämbtliche vota auf die hochwohlgeb. Herren Freyherren von Fürstenberg, Schnellenberg und Wallenburg, und Freyherren von Schade zu Ahausen ausbestimmet, welches den Sr. Exc. Freyherren von Schade in eigener Persohn und Nahmens seiner Exc. Freyherr von Fürstenberg dessen Herrn Mandatarius acceptiret haben, 9) ist von sämbtlichen Herren beschlossen, dass, wan auch die Sambtjagd würcklich getheilet, keiner von denen Herren Interessenten befügt seyn solle, seinen Antheil an einen anderen zu verkauffen, es seye dan, er habe es sämbtlichen Herren Cointeressenten zuvor zu wissen gethan, und keiner denselbigen Antheil für den nehmlichen Preiß an sich haben wolle.
Der Herr Mandatarius Zahn wegen der Häuser Unterbamenohl und Borghausen, auch der hochw. Herr Mandatarius wegen der Häuser Ober- und Unterlenhausen, Frielentrop und Hoerde, dan Sr. Exc. Freyherr v. Schade zu Ahausen haben aber schließlich hiebey zu erinneren, dass die Abmessung zwar geschehen könnte, gleichwohlen die Theilungen von ihnen nicht ratificirt würden, bis dahin die pte. Örter per viam jurio ausgemacht seyen.
Daß die vorgeschriebene Sambtjagds-Schnad-Beziehung von denen anfangs benenten hohen Herren interessenten 1779ten Jahrs vorgenohmen und ion obigen Datis in meiner des Notariis und adhibirten Zeugen benentlich Godfrid Rinschede und Clemens Correck Gegenwart vollenzogen worden, attestire hiemit unter eigener Hand und Notariat Siegill.
F. W. Hengesbach, Notarius publicus Bonnae immat. Spezial. Req. Mpp."
"In Nomine Sanctissima et Individua Trinitatis Amen.
Zufolge des von seiner Excellence Freyherren von Fürstenberg, auch von seiner Excellence Freyher-ren von Schade zu Ahausen alß Sambtjagdts Deputirten abgelassenen Ausschreibens erschienen die zur freygraffschafftlichen Sambtjagd und Fischerey berechtigte Herren an der Lenne und Bigge, theils in Persohn selbsten, theils durch ihre Mandatarien, alß namentlich wegen des Hauses Schnellenberg und Wallenburg Sr. Excellence Freyherr von Fürstenberg in eigener Persohn nebst Sr. Hochwohlerwürden Excellence Marquis von Hoinsbruck, auch Herr Joan Wilhelm Biergans, Richtern zu Oberkirchen und Stallmeister bey hochged. Exce. Freyherr v. Fürstenberg sambt sechs vey sich habender Jägern, nemblich vom Hause Wallenburg Joannes Haber, Joseph Schulte und Frans Nückel, vom Haus Schnellenberg Frans Fischer, Kilian Meister und Christophel Gütz, wegen des Hauses Ahausen Sr. Exce. Freyherr von Schade, Henrich Christophel, auch hochdessen jungen Herrn Baron Maximilian, dan dessen hochw. Herr Vicarius Joan Everhard Balve alß spezial Bevollmächtigter sambt zweyen Jägeren, namentlich Liborius und Emerich Henneman, wegen der Häuser Bamenohl und Borghausen Herr Balthasar Conrad Zahn qua Mandatarius nebst bey sich habenden Conductoren Beck-man und Jägeren Christian Jürgens, auch Joan Diderich Hessen wegen des Hauses Hoerde, Herr Johan Wilhelm Biergans, zeitlicher Richter zu Oberkirchen und Stallmeisteren obgem. qua Mandatarius deren Erbkäufferen Hr. Jois Henrici Kramer, Scheffen zu Ossentrop nebst eines Jägeren J. Moer, wegen des Hauses Schnellenberg zu Schönholthausen Herr Theodor Ferdinand Freyherr von Schade zu Salwey nebst bey sich habenden Jägeren alß Rudolph Weichhaus und Christian Deimel, wegen oberen- und niederen Hauses Lenhausen, so dan des Hauses Frielentrop, der hochw. Herr Joan Henrich Offermans, zeitlicher Vicarius und Rentmeisteren zu Lenhausen als generaliter Bevollmächtigter obgemelten dreyen Häusern, dan Herr Joan Theodor Wilhelm Hüppe, Advocaten und Gerichtsschreiberen zu Attendorn und Lenhausen, auch Hr. Johan Diderich Schulte, Conductoren zu Frielentrop, sambt dreyen Jägeren Joes, Friderich und Henrich Hoffman, auch Casparen Schulte aus Rönkhausen, Holzförstefren. Wegen des obersten Hauses Bamenohl hochwürdig. Herr Pastor zu Elspe, Joan Georg Arens nebst eines bey sich habenden Jägeren J. Dirck Ohl, alle mit Pferden und Hörner auf den 18ten Octobris des tausend siebenhundert siebentzig und neunten Jahres auf der faule Butter zusammen, in Meinung und Willens, vorgedachte freygraffschafftliche Sambtjagd Schnade zu beziehen, mich endes nahmentlich Godfrid Rinschede, Amtbilsteinischer Führer, und Clemens Correck aus Lenhausen ersuchend, diesem actui beyzuwohnen, und selbigen. Wie und was dabey vorgenohmen zu annotiren, darüber zu instrumentiren und ad perpetuam rei memoriam glaubhaffte Scheine davon mitzutheilen, wie ich dan solches ambtshalber auf mich genohmen, so beurkunde hiemit, dass, nachdeme hochgemelte Herren sich sämbtlich unterredet und zu Erhaltung mehrer Zeit vor gut befunden, dass sofort auf dem Pipers Kampe der Anfang gemacht werden solle, wo dan mit Unterblasung der Hörner und gelöseten Flinten die Hunde gelöset, und auf Befehl hochgedachter Herren verschiedene Jäger den Grund herunter bis auf den alten Mahlbaum oder das Ende des Leyerwegs gejaget, auch die hohe Herren Interessenten sich auch alda eingefunden, dieser Mahlbaum dan mit dem Hirschfänger des Freyherrn v. Schade zu Salvey frisch geplacket, und zu mehrer Anmerckung der faule Butter Joan Everhard Struck unter Abblasung der Hörner einen Schußdaran gethan, also weiters der Weg verfolget, wo dan ein ohngefehr an der Landstrasse rechter Hand stehender und linkerseits mit einem x ausgehauener Stein befunden, von welchem die Ecke oder Nase jenseits abgeschlagen gewesen. Von da weiters bis einige Schuß hinaus, wo der Herr Baron de Schade einen Burschen mit Nahmen Joan Peter Oberste Schulte, gebürtig von der Wildenwiese, vor die rothe Sohle bekommen, mit einigen Groschen beschenckt, dimittiret. Den Weg noch verfolget bis an das Creutz, wovon Hagen ein Weg herauf kombt, alwo vor Zeiten eine Buche gestanden haben sol, alhier wurde von anwesenden hohen Herren zur Gedächtnüß mit Unterblasung der Hörner und Lösung der Flinten ein Halt gemacht, unter wehrendem Auffenthalt dan auch von Seiten des Freyherren von Wrede zu Amecke eine Protestation eingelegt wurde wegen der Hagener und Endorffer Marck, so wurde dem Nogtario zur Antwort ertheilt, dass zu allen Zeiten die Endorffer Marck zur Sambtjagd gehörig gewesen und allezeit ruhig bis hiehin durchjaget, auch niemahlen dagegen protestiret worden, so könnte auf die Protestation kein Bedacht genohmen werden, anlangend aber die Hagener Marck, so würde dadurch, nach altem Gebrauch die Schnade genohmen, im Fortgehen wurde von hier der unkündigen Herren die Schnade herunter bis auf die Holtner Beck und von da herauf bis an den obig dem Weg stehenden Marckstein, welcher die Hagener und Endorffer Marck scheidet, gezeigt, wider welches weisen dan der Lehnhausische H. Mandatarius abermahl sein Recht vorbehalten, und diesem aufgegeben worden, das daran habende Recht so bald es möglich denen hohen Herren Sambt-Jagds-Deputirten in copia zuzustellen, wonächst bey diesem Stein auf disseit der Walleshöhe Anton Nog von ungefehr 15 Jahren zum Nachdencken sein Huth und Stecken ins Maul nehmen müssen, dan mit Schenckung einiger Groschen dimittiret. Von da längs der Stockmen Marck hinauf durch das klingende Siepen, worin etliche Schuß nach einem Stein geschehen, herunter bis an ein altes Heiligenhäußgen, welches zeitlicher hochw. Herr Pastor Arens zu Elspe mit den alten darab gefallenen Bretteren wider gedeckt, weiters die Bach verfolget, bis an den dem Voß zu Plettenberg zugehörigen Hammer, wobey dan zur Urkunde mit Abblasung der Hörner die Flinten gelöset, weiters fortgeschritten durch Bönckhausen, woselbst ein Mädgen, welches Cartoffelen gewaschen, ins Wasser geworffen, alda die Compagnie, weil der Tag sich geneigt, in zwey Flügelen zertheilt, ein Flügel auf Endorff, wo auf dessen Feld ein Rfr. Fürstenbergischer Jäger ein Huhn geschossen, der andere sich der Bach herunter geschlagen, woselbst der Herr Stallmeister Biergans zum nachdenken einem Kuhhirten die Kap abgenohmen, auch ein Weibscamisol in die Höhe geworffen, und darnach unter Erschallung der Hörner geschossen, fort durch Recklinghausen kommen, wo einen Bauer mit einem Hund vor der Thüren stehend angetroffen, dieser ndan nach Erfragung seines Nahmens ge-antwortet, er seye der Risman, dan weiters nach dem H. Kalckoffen, wonebst viele starcke Schuß in einen nächst dabey stehenden Eichenbaum ebenfalß mit Unterblasung der Hörner geschehen, auch der Herr Stallmeister einen Schuß Weges hinauf den Notarium Stallman vom Sondern vor die rothe Sohle genohmen, also hat sich dieser Flügel auch auf Endorff gewendet, sich widerum zusammen geschlagen, und daselbst übernachtet. Den andern Tag alß der 19te Octobris vom Aufbruch erschossen ein Ahausischer Jäger obig gemeltem Dorff ein Huhn, hernächst beym Abmarsch wurde die im Feld bey Cartoffelen graben ergriffene M. Catharina Krusen zum beständigen Urkund unter lüstiger Anstimmung der Hörner gebritzet, und sofort mit einiger Beschenckung dimittirt, diesemnach wurde der Kalonberg und sogenanter Dümberg von hochgem. Herren und deren Jägeren abgejagt, und obig Recklinghausen am Kalenberg vom Rfhr. Fürstenbergischen Jägeren ein Hase geschossen, nach Abjagung dieser Bergen stiesse die gantze Compagnie auf dem obig Wenighausen belegenen Feld wider zusammen und erschossen darauf der Herr Stallmeister vorgen. einen dem Lammersman da-selbst zugehörigen Hund. Von da, alß zuvor den unkundigen hohen Herren Jagdtsinteressenten die Schnade unten an der Linnepe hinauf gewiesen, wurde fortgeschritten bis auf das Dorf Linnepe und erschossen daselbst der Freyherr v. Schade zu Salvey auf der dadurch gliessenden Bach 2 Enten, nemblich eine todt, die andere aber nur fluchlahm, da nun letztere vom Ahausischen Jäger Liborio todt geschossen, wurden diese dem Eigenthumbsherren vergütet. Demnach wurde von letztgedachten Herren ein obig bes. Dorff und zwarn nächst am Creutz stehender Eichenbaum angeplackt und darauf unter Abblasung der Hörner viele Schüß gethan, und als demnägst weiters der Bach hinauf bis an den Ramberg fortgeschritten, wurde auch vom Freyherren von Schade zu Salwey so, als auch vom einem Rfhr. Fürstenbergischen Jägeren unter Erschallung der Hörner in einen nächst am Brückelgen stehenden Büchenbaum zum Urkund (dass alda die in der Meinckenbrachter Marck dem Rhfr. V. Fürstenberg und Freyherr v. Schade zu Salwey privative zugehörige Jagdgerechtigkeit anfange) gefeuert. Von da wurde die Schnade über dem sogenannten Meinckenbrachter Creutz, alwo der Rfrh. Fürstenbergische Mandatarius Herr Biergans die im Jahr 1712 eingelegte Protestation wieder einlegen wollte, so wurde von sämbtlichen Herren Cointeressenten aber resolvirt, dass es bey der im Jahr 1712 ertheilten Resolution sein Bewenden haben sollte und thäte man sich auf das damahlige Resolutum beziehen. Von dannen aber nach dem Wieckenbroick gezogen, und alß daselbst bey dem nach der Salwey herabgehenden Fuhrweg Halt gemacht und der Herr Droste von Weichs ver-gebens erwartet wurde, wurde letztgedachter Weg, so zwischen beyden Partheyen bis ans Dorff die Schnade seyn soll, bis dahier verfolget, und sofort, alß auf dem Hause Salwey ein Rendesvous gehalten, und auf jenem adlichen Platz die Anna Maria Gercken unter lüstiger Abblasung der Hörner und Lösung der Flinten vom offtged. Herren Stallmeister Biergans zum Urkund braf was vor die rothe Sohle bekommen, so dass dieser für Freuden der Schwitz abgeronnen, und diese mitt einigen Groschen beschenckt, dimittirt worden. Durch den Garten vor und hinter benenten Hause nach etlichen in einen Eschenbaum zuvor geschehenen Schüssen auf und über die Landstraße, nächst dem Berg bis oben bey das Creutz nach einigen zuvor in eine nächst dabey stehende junge Eiche auf obgemelte lüstige Weuse geschehenen Schüssen der Zug continuiret und beym H. Richteren Höynck zu Bracht übernachtet, gleich nach dem am 20ten Octobris morgens früh von da erfolgten Abmarsch wurde zum Andencken noch beym Dorff Bracht aufm Feld J. Herman Hosang gebritzet und also fortgeschritten bis ans Creutz obig Bracht auf die Landstraße, diese wurde an dem Heistenberg herauf, den Heistenberg zur rechter Hand ligend, nach dem weigen Stenck (wonebst der Herr Stallmeister Biergans eine Junffer mit Nahmen Anna Maria König auf gewöähnliche Weise vor die rothe Sohle be-kommen und alß er diese mit einer Schanckung dimittirt, wurden daselbst einige Hunde gelöset, und rechterseits durchgejagt, und hat der Herr Richter Höynck zu Bracht am Haselberg einen Hasen geschossen) zur Schnade genohmen, und also dem Gericht vorbey in eine nächst am Wege linkerhand stehende junge Buche geschossen, und mit einem Creutz beplacket, dan wurde weiters diesem Weg nach gefolget bis auf die Schöneler Heys bey das Creutz obigf Pickert, woselbst die sämbtliche hohe Herren sich wegen der Cobbenroder Jagt unterredet, und fest dafür hielten, dass auch diese zur Sambtjagd mitgehörig seyn müsse, hernägst wurde bey weiterem Fortgehen obig dem Haus Valbert Jacob Evers von Dornmecke gebritzt und gleich darauff bey dem luchten Bäumen im Dahle vom Herrn Stallmeister ein Bursch namentlich Anton Grewe nicht nur auf den Kopf gesetzt, sondern auch dieser nebst dem Anton Kramer, beyde aus Obervalbert, unter Erschallung der Hörner und Flinten ebenfalß gebritzet, und nachdeme diese sich auch lächerlich geküset, wurden diese nach einer erhal-tenen Schanckung entlassen. Von dannen wurde der Zug gleich linker Hand durch einen blinden Weg der Elsper alter Heiligenweg genant, herunter continuiret bis an das Valberter oder Liedloher Creutz, von ged. Creutz langs dem Mühlenberg (an welchem eionige 40 Schüß geschehen, des Echo oder des doppelten Widerschalles sich sämbtliche hohe Herren sehr erfreueten) hinab bis auf die Ödinger Mühl, wobey der Herr Mandatarius Zahn die Eva Maria Willecken aus der Mühl nicht nur ins Wasser getunckt, sondern auch benebst der Herr Richter Höynck diese immediate vor die rothe Sohle genohmen. Daselbst ließe der Freyherr v. Ketteler von Haus Valbert per Notarium des endts eine Protestation einlegen, dass die sämbtliche hohe Herren der Sambtjagd ihme mit dem Schnadezuge nicht praejudiciren mögten, in so weit sich das freyherrliche Stuhlgericht Ödingen erstreckte; da nun gemelter Herr v. Ketteler gar keinen Antheil an dem Stuhlgericht Ödingen, so viel alß anwesenden hohen Herren wissig, hätte, auch die Protestation und Notarial Requisition voller Fehler befunden, besonders da die Copia mit dem Original nicht einstimmig, auch in Tag und dato dan in Benennung einiger Plätzen eben wenig concordirte, nicht weniger mit keinem gestempelten Bogen geziret wäre, alß acceptirten dxie hohe herren der sambtjagd diese Protestation nicht, sondern wurde der Zug ohnerachtet jener Portestation von da durch das Röbecker Siepen hinauf bis auf die Röbecke bey ein Heili-genpöstgen über die Ebbenrode der Wasserwaage nach den Kuhlen weiters fortgeschritten, alwo der Herr Richter Höynck einen Hund und obig den Kuhlen ein Rfrh. Fürstenbergischer Jäger ein Huhn erschossen. Von hier dan nach dem Hebecker Creutz, weil sich nun der Tag allgemach geneigt, und auch regnerisch Wetter eingefallen, so hat der Hebecker Kopf gemäß letzterem Schnadezuge nicht abgejagt werden können, mithin wurde der Marsch durch die Gleyer bis an den an der Landstraße stehender großer Schnadestein und von da nach Saalhausen genohmen, woselbst allerseits bey Hr. Scheffen Funcke pernoctirten, und nach Jäger Gewohnheit sich erlustigten. Den 21ten Octobris wurde widerum bey letztged. Stein mit der Jagdbeziehung der Anfang gemacht, wobey dan ein vom Freyherrn v. Ketteler abgeschickter Notarius die vorigen Tags gemachte Protestation abermahls von sämbtlichen hohen Herren Interessenten der Sambtsjagd wegen denjenigen in gestrigen Dato schon bemelten und näheren Mängelen nicht angenohmen, sondern de plano rejicirt, dan wurde auch alhi-oer von den hochwürd. Herren Pastore zu Elspe und Vicario zu Lenhausen denen übrigen hohen Cointeressenten Herren bedeutet, dass, wan in Zukunfft wegen des Hebecker Kopfs eine Quaestion gemacht werden sollte, es besser seye, um diesen anjetzo die Schnade zu nehmen, worauf dan der Herr Stallmeister Biergans offtged. geantwortet, dass es gemäß altem Schnadezuge verbleiben sollte. Beym Abmarsch wurde die Lisabeth Plencker unter klingenden Hörner und Lösung der Flinten auf diesen Stein von dem Herrn Mandatario Zahn zum Urkund gestutzelt, und demnach vofr die rothe Sohle bekommen, fort mit einigen Groschen beschenckt, damittirt. Von da den Lennefluß herunter bis nach dem Langeneyer Hammer, woselbst die Angela Gernhord zum Urkund vor die rothe Sohle genohmen und wurde sofort mit einer gnüglichen Belohnung entlassen, gleich unter gen. Brücken wurde aber vom Rfrh. Fürstenbergischen Jägeren ein Huhn erschossen, ferners der Zug diesseits der Lenneflusses herunter continuirend bis an das Dorff Langeney. Kamen Hr. Rentmeister und Jäger vom adlichen Hauß Bruch bis mnitten auf die Langeneyer Brücke, legten hergebrachter Massen daselbst das bey sich gehabte Jagdgewehr nieder und geselleten sich sofort zu denen hohen Herren vor disseits der Brücken, und alß mit dem Zug von da bis Kickenbach weiter geschritten, und der vom Bruchischen Hr. Rentmeisteren und Jägern mit ihrem mit vorherigen Erlaubnüß hinwider auf und zu sich genohmene Jagdgewehr diesen Zug mit continuirt, wurde beym Hr. Kayser daselbst ein Rdendesvous gehalten, und bey weiterm Fortgehen unter gemeltem Dorff aufm Feld ein ohngefehr 14jähriger mit keinem Hembd angethaner Bursch vor die rothe Sohle genohmen, nachdem weiters der Lenneflöuß herunter bis unter dem Dorff Altenhundem fortgesetztem Jagdzug wurden sämbtliche hohe Herren Sambthagds Interessenten von den Bilsteinischen Jägeren dem alten Gebrauch nach aufs feundlichste empfangen. Von dannen auf die Mitte der Meggener Brücken lösete der Herr Mandatarius Zahn dem alten Gebrauch nach sein Jagdgewehr, und nachdem dieser zum Urkund die Lisabeth Brinker auf jener Brücken unter Erschallung der Hörner vor die rothe Sohle genohmen, entliesse er diese mit einer dargereichten Schanckung. Da nun weiters dem Lennefluß herunter der Zug nicht genohmen werden konnte, gleichwohlen die eigentliche und wahre Sambtjagdt Schnade ämgst dem Lennefluß herunter nach einhelliger Aussage sämtlicher Herren Interessenten bis an die sogenannte Grewen Brücke sich erstrecke, so wurde der Zug rechter Hand über den Berg (wo der Herr v. Schade zu Salwey in der Handschlad einen Hund und gleich darauf der Herr Stallmeister an der Steinkuhlen ebenfalß einen Hund erschossen) durch Theten genohmen und auf jenseit im Feld Kösters Engel gebritzet, nachdem bis mitten auf die sogenannte Grewenbrücke continuirten Zug wurden sämbtliche hohe Herren der Sambtjagd von denen auf ben. Platz anwesend gewesenen Bilsteinischen Herren Mandatario Dingerkus und Jägeren abermahls auf höflichste empfangen, und nachdem daselbst gehaltenen Rendesvous erschosse der hochwürd. Herr Vicarius von Lenhausen eine von dem daselbstigen Brückeman erkauffte und mitten auf der sogenanten Brücken hingestelte Bonteille zum Urkund unter Anstimmung der Jagthörner in Stücken, auch der Brückeman wurde daselbst gebritzt. Da nun von dorten durch den Fußpfad herauf der Jagdschnadezug über das Wittfeld nach der Landstraße genohmen wurde, protestirte der Bamenohlische Mandatarius Hr. Zahn dagegen, jene Protestation wurde aber deswegen abgeschlagen, weilen niemahlen dagegen protestiret worden wäre, und wurde sofort der Zug der Landstraße nach alß eine Schnade bey einer Linden vorbey über den Monschein weiter fortgesetzet, woselbst die Hunde gelöset, alß dieser zum Theil rechter Hand abgejagt und wehrend dem Jagen zwey vergebliche Schüsse nach einem Hasen gefallen, hat sich zugetragen, dass ein Bauren Hund, dem Hasen den Paß versperret, wurde aber wehrend dem Nachlauffen von dem Herrn Stallmeister erschossen. Von dem Monschein der alten Landstraße nach wurde mit dem Zug fortgeschritten bis an die Fretter in den hohen Eusteren und weit widerum die Nacht einfiele, wurde beym H. Scheffen Kramer zu Ossentrop eingekehret und pernoctirt. Des anderen Morgens aber den 22ten October erhuben sich sämbtliche hohe Herren Jagdts Interessenten grad nach dem Dorff Fretter, und wurde linkerseits aufm Feld ein Baurenhund erschossen, und wurde vor dem Dorff Fretter denen sämbtlichen hohen Herren Interessenten und Jägeren von dem Herren Stalmeisteren Biergans und hochwürdigen Herr Offermans Vicario zu Lenhausen klar mit Fingern gezeigt, dass die Schnade, alwo man gestern Abend nachgelassen hätte, nemblich an der Fretter in den hohen Eusteren, von da bis an die Siepen Gifelsched und also die Bach Fretter die Scheidung seye. Von da ged. Gifelsched hinauf bis an Sellen Land prosequiret würde, woselbst man den Holthauser Heiligenweg bis auf die Grengelsched und die Grengelsched herunter bis auf dem Mahlbaum, alwo der Anfang gemacht wäre, für die rechte Schnade hielte und allezeit gehalten worden, womit dan für dismahl geschlossen worden. Und da auch von allerseits nötig zu seyn erachtet wurde, daselbst wieder die angegebene verdächtige Wildfrevelere eine Untersuchung anzustellen, wurde Müllers Hauß von denen Jägern umbringet, der darin gefundene Wildfreveler eins mit dem zur Jagt brauchbahren Gewehr und Hunden herfürgebracht, diesen noch mit einem anderen auf der Flucht eingeholten Wildfrevelern denen hohen Herren interessenten zur ferneren Untersuch- und Bestraf-fung übergeben, welche Untersuch- und Bestraffung aber sämbtliche Herren dem anwesenden des Oerts Hr. Richter Höynck mittels Benennung der straffbahren Persohnen überliessen, gleichwohlen wurden die bey jenen vorgefundenen Jagdhunde, ein mit denen zur Jagd brauchbahren Gewehre und Schießgereidschafft auch vorgefundener Fuchsbälgen unter hohen Herren Sambtsjagdts Interessenten in Trappen Hause meistbietend verkauffet, da nun wegen dieser Untersuchung die Tageszeit abgeflossen, so begaben sich die hohen Herren hinwieder nach Ossentrop ins vorige Quartier, woselbst des anderen morgens unter selbigen unanimiter beschlossen als nämblich, dass 1) die gantze Sambtjagd im Frühjahr abgemessen werden solle, 2) gleich nach geschehener Messung sol von dem Landmesseren eine förmliche Chart der sämbtlichen Jagd verfertiget werden, 3) wo so dan auf ge-melte Chart die Theilung vorgenohmen wird von denen Herren Directoren denen übrigen Herren Cointeressenten zugeschicket werden soll, 4) ist von sämbtlichen hohen Herren vereinbahret worden, dass, wan gemelte Jagd auch getheilet wäre, doch allezeit einer dem andern die gehörige Eviction leisten solle, 5) ist verabschiedet, dass die Herren Interessenten, da der Freyherr v. Wrede zu Amecke sich einen Fischerei Theil der Sambtsjagd appropiiren wolle, gleich gegen denselben per viam juris agiren wollen, und zwar sol dieser Process und alle übrige Gegenstände unitis viribus ausgemacht werden, 6) versprechen sämbtliche Herren Interessenten, die bey ihnen vorfindliche in die Sambjagd einschlagende Nachrichten denen Herren Directoribus wenigstens in copia zukommen zu lassen, und allenfalls wan es erforderlich, gerichtlich zu produciren, 7) verspricht der Freyherr v. Schade zu Salwey ad requisitionem sämbtlichen Herren Cointeressenten dem Freyherren v. Wrede zu Amecke seinen demselben antichretive überlassenen Antheil der Sambtjagd binner 14 Täge zu denuntiieren, und da solches geschehen, denen Herren Directoribus davon copiam authenticam zukommen zu lassen, 8) ist von sämbtlichen Herren Interessenten der Sambjagd zur Wahl eines neuen Directoriat geschritten worden und seynd sämbtliche vota auf die hochwohlgeb. Herren Freyherren von Fürstenberg, Schnellenberg und Wallenburg, und Freyherren von Schade zu Ahausen ausbestimmet, welches den Sr. Exc. Freyherren von Schade in eigener Persohn und Nahmens seiner Exc. Freyherr von Fürstenberg dessen Herrn Mandatarius acceptiret haben, 9) ist von sämbtlichen Herren beschlossen, dass, wan auch die Sambtjagd würcklich getheilet, keiner von denen Herren Interessenten befügt seyn solle, seinen Antheil an einen anderen zu verkauffen, es seye dan, er habe es sämbtlichen Herren Cointeressenten zuvor zu wissen gethan, und keiner denselbigen Antheil für den nehmlichen Preiß an sich haben wolle.
Der Herr Mandatarius Zahn wegen der Häuser Unterbamenohl und Borghausen, auch der hochw. Herr Mandatarius wegen der Häuser Ober- und Unterlenhausen, Frielentrop und Hoerde, dan Sr. Exc. Freyherr v. Schade zu Ahausen haben aber schließlich hiebey zu erinneren, dass die Abmessung zwar geschehen könnte, gleichwohlen die Theilungen von ihnen nicht ratificirt würden, bis dahin die pte. Örter per viam jurio ausgemacht seyen.
Daß die vorgeschriebene Sambtjagds-Schnad-Beziehung von denen anfangs benenten hohen Herren interessenten 1779ten Jahrs vorgenohmen und ion obigen Datis in meiner des Notariis und adhibirten Zeugen benentlich Godfrid Rinschede und Clemens Correck Gegenwart vollenzogen worden, attestire hiemit unter eigener Hand und Notariat Siegill.
F. W. Hengesbach, Notarius publicus Bonnae immat. Spezial. Req. Mpp."
Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 3175.
08.07.1780 Pferdediebstahl aufgedeckt
Brief des NN. von Stockhausen, Olpe, an den Freiherrn von Fürstenberg, dass Christoph Haggens, ein hiesiger Inquisit, gestanden habe, in der vorigen Woche ein Pferd zwischen Hachen und Hüsten von der Weide gestohlen zu haben. Dieses Pferd befinde sich offensichtlich im Besitz des Freiherrn und könne in Olpe abgeholt werden.
Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 481, Blatt 370.
29.01.1781 Isphording leiht Geld beim Gografen
Gottfried Ludwig Joanvahrs bescheinigt im Namen des Gogerichtes, dass Stephan Isphording von Hofrat und Gograf Bresser 20 Reichstaler geliehen habe, die er mit 1 Rtl. jährlich verzinsen will.
Stadtarchiv Attendorn, Akte B 128, Seite 12.
16.07.1781 Jodocus Schnellenberg will Kohlholz haben
Antrag des Jodocus Schnellenberg von Attendorn, ihm den Anfall des in den Waldenburger Gehölzen anfallenden Kohlholzes zu überlassen.
Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 1801, Blatt 899
27.03.1782 225 Jahre altes Führungszeugnis
Gerichtliches Führungszeugnis für Johannes Stamm zu Alperscheid, ausgefertigt vom Gericht Drolshagen. Demnach ist Johannes Stamm ein ehrbarer Mann, der durch Krankheiten und sonstiges Schicksal, aber auch durch eigenes Betragen in schwere Schulden geraten ist. Dieses wird seinem Sohn Johann Adam Stamm beurkundet.
Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 3295, Blatt 81.
26.10.1782 Spendenbrote müssen abgeliefert werden
Der Heldener Pastor beklagt sich beim Offizialat in Werl über die säumige Brotspende, die von den Eingesessenen des Kirchspiels Helden an gewissen Tagen zu entrichten ist. Das Offizialat ordnet daraufhin die unverzügliche Ablieferung der säumigen Spendenbrote an.
Siegel herausgeschnitten.
Siegel herausgeschnitten.
Pfarrarchiv Helden, Akten A 1, Seite 212.
16.04.1783 Neuverpachtung des adeligen Hauses Langenei
Bedingungen zur Verpachtung des freiadeligen Gutes Langenei. So wird für die Dauer von sieben Jahren der freiadelige Hausplatz, den bisher Christian Friethoff gepachtet hatte, an Adam Kniebe verpachtet. - Krächters Haus und die zwei Gärten pachtet erneut Johann Heinrich Krächter. - Krächters Garten oder Hanfland auf dem Bruggen Stück, wird erneut an den bisherigen Pächter Anton Kirchhoff verpachtet. Ein Garten auf der Hameke bei der Lenne wird erneut an Anton Röthe verpachtet. Der Garten beim obersten Hammer geht erneut an Adam Kniebe. Krächters Garten auf dem alten Hammerplatz geht erneut an Johann Heinrich Krächter. Claren Garten auf der Mark geht erneut an Caspar Dietrich Claren. Die Wiese, das Totenohl genannt, wird nicht verpachtet, da der Graswuchs jährlich meistbietend verkauft wird. Die Wiese bei dem obersten Hammer, Hanses Wiese genannt, hatte bislang Adam Kniebe gepachtet und geht jetzt an Johann Zimmermann aus Saalhausen. Die Bleiweiß-Wiese wird nicht verpachtet, sondern der Graswuchs jährlich meistbietend verkauft. Drei Wiesen in der Truwicke gehen erneut an Johann Heinrich Krächter. Die Wiese der Wint genannt wird nicht verpachtet, sondern das Gras meistbietend verkauft. Drei Wiesen in den Winden hat das Hochwasser weggeschwemmt. Die Wiese auf der Hamicke geht erneut an Johannes Brüggemann. Eine Wiese auf der Mark, die bislang Anton Röthe gepachtet hatte, wird ausgesetzt. Die Wiese in der Stülmecke soll nicht verpachtet, sondern mit Holz bepflanzt werden. Der Hopfengarten ist jetzt eine Wiese und war bislang an Johann Eberhard Siepe verpachtet. Diese wird nun an Johannes Siepe verpachtet. Das Land die Lied wird erneut an Adam Kniebe verpachtet. Das Ländchen auf dem Dürrenacker wurde am 14.03.1762 an Johann Heinrich Krächter verpachtet. Derselbe pachtet das Land nun erneut. Das Rothe Land war bislang an Anton Röthen verpachtet, nun erhält es Heinrich Zimmermann auf dem Langeneier Hammer. Das Land auf dem Kleve geht erneut an Johann Heinrich Krächter, ebenso das Land auf dem Steinknap. Das Land auf der Hamicke pachtet erneut Johannes Brüggemann. Das Land im Gerstenhagen geht erneut an Anton Kirchhoff. Das Ländchen in der Truwicke geht erneut an Johann Heinrich Krächter. Das Land am Truberg geht erneut an Caspar Dietrich Claren. Das Land unten am Truberg und das Land am obersten Truberg war bislang an Adam Kniebe verpachtet und geht nun an Heinrich Zimmermann. Das Land boven dem Ohl war bislang an Anton Kirchhoff verpachtet. Allerdings hat darauf nun der Kaiser seinen neuen Hammer errichtet. Die Wiese in den Winden, die Pferds Hude genannt, pach-tet erneut Anton Kirchhoff.
Insgesamt werden 135 Rtl. 10 Sgr. an Gewinngeld vereinnahmt.
Insgesamt werden 135 Rtl. 10 Sgr. an Gewinngeld vereinnahmt.
Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 2883.
23.05.1783 Sorgen im Hause Platte
Pfarrer Bigeleben zu Helden bittet den Vogt von Elspe um Hilfe für die Witwe Platte. Zeitlebens habe diese auf Platten Hof gewohnt und zu dessen Verbesserung gearbeitet. Bei der Übernahme des Hofes hätte sie ein baufälliges Haus und 200 Rtl. Schulden übernommen. Inzwischen sei ein neues Haus errichtet worden und die Schulden abgetragen. Johann Henrich Eppe habe in Kösters Haus zu Helden eingeheiratet; allerdings sei er ein schlechter Wirtschafter gewesen, so daß man ihm eine Wohnung im Platten Backhaus angewiesen habe; die dafür versprochene Entschädigung sei bis heute nicht bezahlt worden. 1757-1762 habe man manche Lasten aufgrund des Krieges tragen müssen. Mit der Gemeinde Mecklinghausen führt man zur Zeit einen schweren Prozeß wegen allerlei Gerechtigkeiten. Aufgrund von Frühlingsfrost und Dürre habe es in den letzten Jahren einen derartig hohen Ern-teausfall gegeben, an den man sich nicht erinnern könne. Nun sei zu allem
Übel noch ihr Mann verstorben. Die Witwe Platte beantragt daher den Nach-laß einer Jahrespacht. Nun sei auch noch der Sohn Anton am 2. Februar bei Attendorn ertrunken. Da der folgende Sohn sich gegen den Willen der Mutter in Kösters Haus verheiraten will, möge der Witwe Platte die Verwaltung des Hofes überlassen bleiben, bis sie sagen kann, wer der beiden Söhne das Gut übernehmen kann. Bigeleben hält nichts davon, wenn der Platten Sohn die Tochter des Johann Wilhelm Göbel aus Kösters Haus heiraten würde, da die Tochter niemals außer Haus gewesen ist und deshalb nicht im Stande ist, einen Haushalt zu führen, geschweige denn eine Gutswirtschaft. Da außerdem die Familie Platte ständig durch die Familie Goebel verfolgt wurde, würde automatisch der Hausfriede bei Platten gestört werden und der bislang über dem Haus schwebende Segen weichen. Pfarrer Bigeleben erörtert weiter, daß die Witwe Platte sich einen tüchtigen Haussohn aus dem Amte Bilstein aussuchen möchte, um diesen dann auf dem Hof einzusetzen. Sollte Caspar Platte den Vogt von Elspe bitten, ihm den Hof zu überlassen, so möge der Grundherr ihn in schärfster Form auf den Gehorsam gegenüber seiner Mutter aufmerksam machen.
Übel noch ihr Mann verstorben. Die Witwe Platte beantragt daher den Nach-laß einer Jahrespacht. Nun sei auch noch der Sohn Anton am 2. Februar bei Attendorn ertrunken. Da der folgende Sohn sich gegen den Willen der Mutter in Kösters Haus verheiraten will, möge der Witwe Platte die Verwaltung des Hofes überlassen bleiben, bis sie sagen kann, wer der beiden Söhne das Gut übernehmen kann. Bigeleben hält nichts davon, wenn der Platten Sohn die Tochter des Johann Wilhelm Göbel aus Kösters Haus heiraten würde, da die Tochter niemals außer Haus gewesen ist und deshalb nicht im Stande ist, einen Haushalt zu führen, geschweige denn eine Gutswirtschaft. Da außerdem die Familie Platte ständig durch die Familie Goebel verfolgt wurde, würde automatisch der Hausfriede bei Platten gestört werden und der bislang über dem Haus schwebende Segen weichen. Pfarrer Bigeleben erörtert weiter, daß die Witwe Platte sich einen tüchtigen Haussohn aus dem Amte Bilstein aussuchen möchte, um diesen dann auf dem Hof einzusetzen. Sollte Caspar Platte den Vogt von Elspe bitten, ihm den Hof zu überlassen, so möge der Grundherr ihn in schärfster Form auf den Gehorsam gegenüber seiner Mutter aufmerksam machen.
Archiv des Freiherrn von Plettenberg-Bamenohl, Akte 153, Blatt 52.
13.07.1783 Stadtbrand
Der größte Brand der Stadt Attendorn wurde am 13. Juli 1783 durch die geisteskranke Anna Catharina Schnütgen ausgelöst, die ihr Haus in der Nähe der Löwenapotheke anzündete. Innerhalb eines Tages brannte fast die gesamte Stadt ab; hierzu gehörten etwa 260 Häuser, die Pfarrkirche mit Turm und Glockenstuhl, das Rathaus, das nach dem Brand von 1742 neu erbaute Franziskanerkloster, die Klosterkirche samt den darin befindlichen Altären und der Orgel, sowie die gesamte Klosterbibliothek. Neun Menschen fanden in den Flammen den Tod.
Brunabend-Pickert-Boos: Attendorn, Schnellenberg, Waldenburg und Ewig. Münster, 1958.
13.07.1783 Stadtbrand vor 225 Jahren
Heute vor 225 Jahren brannte die gesamte Stadt Attendorn ab [siehe hierzu das Archiv des historischen Tagebuches].
13.08.1783 Genealogische Angaben zur Familie Bredenbrucher
Franz Liese, Pastor in Kohlhagen, bestätigt das am 28. Juni durchgeführte Begräbnis des Witwers Johannes Bredenbrucher. Rotes Lacksiegel des Pastors, das die Kirche zum Kohlhagen zeigt. In einem weiteren Dokument vom gleichen Tage beurkundet der Pastor, dass die Brüder Johannes Jodokus Bredenbrucher und Johannes Bredenbrucher am 26.04.1744 getauft wurden und dass Johannes Jodokus als erster eingetragen wurde.
Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 1171.
15.12.1783 Hofrat Bresser erbittet Bauholz
Brief des Hofrats Gerhard Benedikt Theodor Bresser zu Attendorn an den Freiherrn von Fürstenberg:
"Ew. Reichsfreyherrlichen Excellence ist es ohne meine fernere unterthanige Vorstellung zur gnüge bekannt, wie daß die hiesige entsetzliche feursbrunst mich meines vor wenig jahren neu erbauten Hauses dergestalten beraubet, und aller meubles dermaßen entblöset habe, daß mir nichts, als ein Kleydt, und das Hembd am leib übrig geblieben, es rucket die Zeit mit vollen Schritten an, das zum neuen Haus erforderliche Gehöltz anzuschaffen, und abzupfälen, ich bin mit gar keinem hierzu brauchbaren versehen, maßen durch den noch in jüngeren jahren aus ebenselbiger feuersnoth neu errichteten ziemlich geräumigen Bau eines neuen Hauses all mein Geholtze also darauf gegangen, daß ich zum jetzigen Hausbau nichts, als nur das nach der Zeit wieder aufgewachsenes junges Gehölz vorräthig behalten, gelanget derowegen meine gehorsahmste Bitte, Ew. Excellence zu diesem nothränglichen Hausbau mir mit einigen Bauholtz aus hochdero hiesigen benachbarten, reichlich damit versehenen Waldungen zu Hülf zu kommen, und desfals das benöthigte Befehl an dero Rentmeisteren zu Schnellenberg ergehen zu laßen, gnädig geruhen wollen, welche hohe gnad lebenslänglich möglichst wieder abzudienen, nicht ermangelen werde, der mit tiefster Ehrfurcht stets harre.
Ew. Hochwolgebohren Reichsfreyherrlichen Excellence unterthanig gehorsamster
Gerhard Benedikt Theodor Bresser."
Im Antwortschreiben vom 17.12. wird das Gesuch abgelehnt.
"Ew. Reichsfreyherrlichen Excellence ist es ohne meine fernere unterthanige Vorstellung zur gnüge bekannt, wie daß die hiesige entsetzliche feursbrunst mich meines vor wenig jahren neu erbauten Hauses dergestalten beraubet, und aller meubles dermaßen entblöset habe, daß mir nichts, als ein Kleydt, und das Hembd am leib übrig geblieben, es rucket die Zeit mit vollen Schritten an, das zum neuen Haus erforderliche Gehöltz anzuschaffen, und abzupfälen, ich bin mit gar keinem hierzu brauchbaren versehen, maßen durch den noch in jüngeren jahren aus ebenselbiger feuersnoth neu errichteten ziemlich geräumigen Bau eines neuen Hauses all mein Geholtze also darauf gegangen, daß ich zum jetzigen Hausbau nichts, als nur das nach der Zeit wieder aufgewachsenes junges Gehölz vorräthig behalten, gelanget derowegen meine gehorsahmste Bitte, Ew. Excellence zu diesem nothränglichen Hausbau mir mit einigen Bauholtz aus hochdero hiesigen benachbarten, reichlich damit versehenen Waldungen zu Hülf zu kommen, und desfals das benöthigte Befehl an dero Rentmeisteren zu Schnellenberg ergehen zu laßen, gnädig geruhen wollen, welche hohe gnad lebenslänglich möglichst wieder abzudienen, nicht ermangelen werde, der mit tiefster Ehrfurcht stets harre.
Ew. Hochwolgebohren Reichsfreyherrlichen Excellence unterthanig gehorsamster
Gerhard Benedikt Theodor Bresser."
Im Antwortschreiben vom 17.12. wird das Gesuch abgelehnt.
Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 481
24.12.1783 Das Totenohl wird verpachtet
Johann Eberhard Maiworm, Rentmeister und Bevollmächtigter zu Adolfsburg, verpachtet die Langeneier Hude, genannt das Totenohl, für die Dauer von sechs Jahren an den Brückengeldpächter Hermann Harde.
Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 2886.
17.01.1784 Die Rechte des adeligen Hauses Bruch
Aufstellung des Freiherrn Heinrich Christoph von Schade zu Ahausen über den Status des Hauses Bruch.
Nach dem am 30.04.1768 erfolgten Tod der Freifrau von Bruch geborene von Amecke wurde das adelige Haus und Gut Bruch an Gerhard Liedhegener verpachtet. Er zahlte 1769 in seinem 1. Pachtjahr 110 Rtl., im 2. Jahr 120 Rtl. und im 3. Jahr 130 Rtl. Letzter Betrag blieb dann gültig.
Die Mahlmühle dort ist anfänglich, da sie völlig ruiniert war, dem Johannes Neurath aus Rinsecke für 95 Rtl. verpachtet worden. Vom 04.06.1769 bis 05.01.1770 konnte die Mühle lediglich für 34 Rtl. verpachtet werden, da der Pächter einen neuen Mühlstein anschaffen mußte, der incl. Transport 46 Rtl. kostete. Ab 5.1.1770 wurde vereinbart, dass die Hälfte des Multers zum Hause Bruch bezahlt werden sollte, die andere Hälfte war zum Unterhalt des Müllers bestimmt. Somit hätten 134 Rtl. 26 Groschen 3 Pfennige vereinnahmt werden müssen, allerdings waren es nur 40 Rtl. 26 Groschen, da erhebliche Reparaturen durchzuführen waren (neuer Mühlstein, Mühlenteich entschlammen, Schmiedearbeiten, neue Brücke zur Mühle). In der Zeit vom 05.12.1770 05.12.1771 betrugen die Einkünfte der Mühle 273 Rtl. 6 Gr. 12 Pfg., davon hätte die Hälftge zu 136 Rtl. 12 Gr. 6 Pfg. abgeführt werden müssen, allerdings waren dies aufgrund erneuter Reparaturen nur 71 Rtl. Da der Müller daraufhin den völligen Neubau der Mühle übernommen hat, stand ihm für die Zeit vom 05.12.1771 05.12.1776 der vollständige Genuß der Einkünfte zu. Außerdem war ihm das Bauholz kostenfrei zu überlassen. 1777/78 lag der Mühlenertrag bei 75 Rtl. 9 ½ Gr. Hiervon war die Beschaffung eines Mühlsteins für 29 Rtl. abzuziehen, sodaß lediglich ein Gewinn von 46 Rtl. 9 Gr. 9 Pfg. verblieb. Derzeit ist die Mühle seit 05.12.1778 für die Dauer von 5 Jahren für 95 Rtl. verpachtet.
Die beiden Küster zu Oberhundem und Kirchhundem haben alljährlich zum Osterfest je 120 Eier zu liefern. Dies rührt aus dem ius patronatus über beide Kirchen.
Die Bilsteinischen Kolonen liefern jährlich 1 Malter Hafer aufgrund der Tatsache, dass das Haus Bruch ein Afterlehen des Burglehens Bilstein ist.
Das adelige Haus Würdinghausen hatte Christoph Hammel gepachtet; dieser ging aber in Konkurs. Ab 1770 wurde das adelige Haus an Heinrich Stahl von Hünsborn verpachtet, der jährlich 30 Rtl. Pacht zahlt.
Der Hammer zu Würdinghausen und das Gut Eckelscheid wurden zusammen für eine jährliche Pacht von 110 Rtl. 1769 und 1770 an Röttger Hengstebeck aus dem Olpischen verpachtet. 1771-1783 hatte es Thomas Berg für jährlich 115 Rtl. gepachtet. Abzuziehen sind in dieser Zeit die Beschaffung einer Hammerachse zum Preis von 24 Rtl., eines großen Schlaghammers und eines Ambosses für insgesamt 60 Rtl.
Nach dem am 30.04.1768 erfolgten Tod der Freifrau von Bruch geborene von Amecke wurde das adelige Haus und Gut Bruch an Gerhard Liedhegener verpachtet. Er zahlte 1769 in seinem 1. Pachtjahr 110 Rtl., im 2. Jahr 120 Rtl. und im 3. Jahr 130 Rtl. Letzter Betrag blieb dann gültig.
Die Mahlmühle dort ist anfänglich, da sie völlig ruiniert war, dem Johannes Neurath aus Rinsecke für 95 Rtl. verpachtet worden. Vom 04.06.1769 bis 05.01.1770 konnte die Mühle lediglich für 34 Rtl. verpachtet werden, da der Pächter einen neuen Mühlstein anschaffen mußte, der incl. Transport 46 Rtl. kostete. Ab 5.1.1770 wurde vereinbart, dass die Hälfte des Multers zum Hause Bruch bezahlt werden sollte, die andere Hälfte war zum Unterhalt des Müllers bestimmt. Somit hätten 134 Rtl. 26 Groschen 3 Pfennige vereinnahmt werden müssen, allerdings waren es nur 40 Rtl. 26 Groschen, da erhebliche Reparaturen durchzuführen waren (neuer Mühlstein, Mühlenteich entschlammen, Schmiedearbeiten, neue Brücke zur Mühle). In der Zeit vom 05.12.1770 05.12.1771 betrugen die Einkünfte der Mühle 273 Rtl. 6 Gr. 12 Pfg., davon hätte die Hälftge zu 136 Rtl. 12 Gr. 6 Pfg. abgeführt werden müssen, allerdings waren dies aufgrund erneuter Reparaturen nur 71 Rtl. Da der Müller daraufhin den völligen Neubau der Mühle übernommen hat, stand ihm für die Zeit vom 05.12.1771 05.12.1776 der vollständige Genuß der Einkünfte zu. Außerdem war ihm das Bauholz kostenfrei zu überlassen. 1777/78 lag der Mühlenertrag bei 75 Rtl. 9 ½ Gr. Hiervon war die Beschaffung eines Mühlsteins für 29 Rtl. abzuziehen, sodaß lediglich ein Gewinn von 46 Rtl. 9 Gr. 9 Pfg. verblieb. Derzeit ist die Mühle seit 05.12.1778 für die Dauer von 5 Jahren für 95 Rtl. verpachtet.
Die beiden Küster zu Oberhundem und Kirchhundem haben alljährlich zum Osterfest je 120 Eier zu liefern. Dies rührt aus dem ius patronatus über beide Kirchen.
Die Bilsteinischen Kolonen liefern jährlich 1 Malter Hafer aufgrund der Tatsache, dass das Haus Bruch ein Afterlehen des Burglehens Bilstein ist.
Das adelige Haus Würdinghausen hatte Christoph Hammel gepachtet; dieser ging aber in Konkurs. Ab 1770 wurde das adelige Haus an Heinrich Stahl von Hünsborn verpachtet, der jährlich 30 Rtl. Pacht zahlt.
Der Hammer zu Würdinghausen und das Gut Eckelscheid wurden zusammen für eine jährliche Pacht von 110 Rtl. 1769 und 1770 an Röttger Hengstebeck aus dem Olpischen verpachtet. 1771-1783 hatte es Thomas Berg für jährlich 115 Rtl. gepachtet. Abzuziehen sind in dieser Zeit die Beschaffung einer Hammerachse zum Preis von 24 Rtl., eines großen Schlaghammers und eines Ambosses für insgesamt 60 Rtl.
Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 1185.