Historisches Tagebuch
Was passierte wann und wo in Attendorn? Mit dem Historischen Tagebuch möchten wir Sie teilhaben lassen an den vielen kleinen, aber auch einschneidenden Ereignissen der Vergangenheit.
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Es wurden 4678 Einträge gefunden05.11.1747 Widerrechtliche Aufforstungen
Christian Franz Dietrich von Fürstenberg befiehlt dem Amtsverwalter Dr. Bresser, unverzüglich zu kontrollieren, in welchem Ausmaß Durchforstungen durchgeführt wurden, die den kurfürstlichen Waldordnungen widersprechen. In illegalen Fällen sind die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen und streng zu bestrafen, das geschlagene Holz zu beschlagnahmen und die Arbeiter zu ermahnen, nicht mehr für den Auftraggeber zu arbeiten.
Archiv des Freiherrn von Fürstneberg-Herdringen, Akte AFH 1722, Blatt 224.
29.11.1747 Fischerei auf der Lenne wird neu verpachtet
Die zum Haus Langenei gehörende Fischerei auf der Lenne wird für die Zeit vom 11.11.1747 bis 11.11.1754 an Johannes Krächter verpachtet. Dieser hat hierfür jährlich 6 Taler zu zahlen und die Häuser Schnellenberg und Adolfsburg mit ausreichend Fisch zu versorgen, falls der Freihrr von Fürs-enberg sich dort aufhält. Ausgefertigt vom Rentmeister Molitor und am 23.12.1747 von Christian Franz Dietrich von Fürstenberg ratifiziert.
Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 1722, Blatt 281.
02.12.1747 Herzlichen Glückwunsch
Brief des Fr. Raymund Strecker, Vicarius (des Franziskanerkonventes) in Attendorn, an Lucia von Fürstenberg zu Köln. Er übermittelt Namenstagsgrüße.
Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 428, Blatt 182.
16.12.1747 Zur Wirtschaftslage der Olper Hütte
Rentmeister Molitor berichtet über die Hütte zu Olpe, "die Gott seye Danck nach Wunsch gehet." Allerdings sei bislang wegen der Flut und mangelnder Handelsleute wenig Eisen verkauft worden. Der Steiger Losmann soll nach Möglichkeit auf der Hütte bleiben. Freiherr von Fürstenberg antwortet dem Rentmeister am 24.12., dass man sich nicht nur auf den Steiger Losmann konzentrieren solle. Vielmehr müssten gleichwertige Steiger auf lange Sicht ausgebildet werden. Wie der Freiherr gehört habe, soll das Guß- oder Stabeisen, das von Meggen und Olpe nach Langenei geliefert wurde, nicht mehr so gut sein wie früher, so die Aussage der Kaufleute. Man möge ein Fuder Eisen nach Herdrin-gen liefern, damit es der eigene Schmied untersuchen könne.
Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 1722, Blatt 285.
10.01.1748 Attendorner Chirurg wird aktiv
Der Chirurg Wilhelm Kreuzkamp aus Attendorn erhält 8 Reichstaler für die Behandlung des verletzten Beines von Steinbrecher Johann Peter Beul.
Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 4052.
16.03.1748 Hespecke bei Ewig
Stellungnahme des Rentmeisters Johann Bernhard Molitor zur Geschichte von Hespecke bei Ewig
"Hesbecke ist ein im Kirspel und Gericht Attendorn an der Seithen des Closter Ewigs gelegener Hoff. Die Rudera und Circumvalationes, welche noch wurcklich zu sehen seynd, zeigen ahn, daß es vor diesem ein adelicher Sitz oder Landsassengut gewesen ist, aber laut Documenten ein Churfürstlich Cölnisches Manlehen, der letztere Lehnträger ist ein Herr von Bockemuhl gewesen, nach wessen Absterben p. mem. L.B. Caspar von Fürstenberg Anno 1581 laut Original Lehnbrief ex nova gratia auff sich und seine Descendenten das Lehn erhalten. Ein Herr von Hanxleden sonst genant vom Coimbach zu Schauenstein, welcher die Schwester des oben ermelten Bockenmuhls geheyrathet, hat 1585 uxorio Nomine furgloß geklagt, ist aber abgewiesen, und die Familie von Fürstenberg bey ihrem Recht und Possession biß an Dato verblieben. Daß Guth ware sonst in zwey Theile getheilet und zwey Colonen übergeben. Nachdem aber das eine Hauß, daß Schulten genannt, abgebrent seyndt dessen Güther bey des Krabben Hauß gezogen und haben die hierunter gesetzte Pfacht biß auff heutigen Tag praestiret.
1747 als wo das letzte Gewinn gehalten, kündigte der nunmehro verstorbene Ferdinand Krabbe den weiteren Gebrauch dieses Guths auff, welches man ad pro[toco]llum genommen und gern acceptirt, hernegst bin auch bedacht gewesen, einen recht duchtigen Haushälter und Pfächtiger zu suchen, aber keinen fähigern unter denen, die sich angemeldet, gefunden als hiesigen Conductor Jaecker, welcher es sich für sich und seine Schwester und deren Kinder um einen bleibenden Platz zu b ehalten, übernehmen wollen, weswegen auchderselbigen das Guth besichtiget, sich hiernegst bey Sr. Excell. Gnädigen Herrn melden und die Jahrfe weiter fortsetzen wollen. Nachdem aber die Frau in der Hesbecke noch nicht abweichen wollen, mit Vorgeben, ihr Mann hette dieses in der Übereylung gethan, wan würde ja so unbarmherzig nicht seyn, da sie so vieles an Haus, Bau, und Güther verwendet, und als alte Leuth so gleich nicht wüßten unter zu kommen, unbarmherziger weiß zu verstoßen, man mögte doch nur mit Ihnen in den noch wenigen Pachtjahren bis ein ander Mittel erfunden, ein christliches Nachdenken haben ...
1747 und 48 wurde einen Tausch mit diesem doppelten Hesbecker Hof gegen zwey Ewiger Höfe, dem Ackerschott, und Bogen zu Dünscheid concertirt, das Kloster Ewig hatte bereits consensum Ihres commissarii, ich bemühte mich zu Bonn bey Patronen auch consensum permutationis zu erhalten, es wurde mir aber eine sonderbahre Beschwerlichkeit gemacht, 1mo die jetzige Umstande weren an der Lehncammer critique 2) dieses Cuhrfürstliche Lehn ut vocant kähme also ad manus mortuas monachorum haec et alia. Endlich das Absterben des vorigen Prioris hat dieses Concept unterbrochen. ...
"Hesbecke ist ein im Kirspel und Gericht Attendorn an der Seithen des Closter Ewigs gelegener Hoff. Die Rudera und Circumvalationes, welche noch wurcklich zu sehen seynd, zeigen ahn, daß es vor diesem ein adelicher Sitz oder Landsassengut gewesen ist, aber laut Documenten ein Churfürstlich Cölnisches Manlehen, der letztere Lehnträger ist ein Herr von Bockemuhl gewesen, nach wessen Absterben p. mem. L.B. Caspar von Fürstenberg Anno 1581 laut Original Lehnbrief ex nova gratia auff sich und seine Descendenten das Lehn erhalten. Ein Herr von Hanxleden sonst genant vom Coimbach zu Schauenstein, welcher die Schwester des oben ermelten Bockenmuhls geheyrathet, hat 1585 uxorio Nomine furgloß geklagt, ist aber abgewiesen, und die Familie von Fürstenberg bey ihrem Recht und Possession biß an Dato verblieben. Daß Guth ware sonst in zwey Theile getheilet und zwey Colonen übergeben. Nachdem aber das eine Hauß, daß Schulten genannt, abgebrent seyndt dessen Güther bey des Krabben Hauß gezogen und haben die hierunter gesetzte Pfacht biß auff heutigen Tag praestiret.
1747 als wo das letzte Gewinn gehalten, kündigte der nunmehro verstorbene Ferdinand Krabbe den weiteren Gebrauch dieses Guths auff, welches man ad pro[toco]llum genommen und gern acceptirt, hernegst bin auch bedacht gewesen, einen recht duchtigen Haushälter und Pfächtiger zu suchen, aber keinen fähigern unter denen, die sich angemeldet, gefunden als hiesigen Conductor Jaecker, welcher es sich für sich und seine Schwester und deren Kinder um einen bleibenden Platz zu b ehalten, übernehmen wollen, weswegen auchderselbigen das Guth besichtiget, sich hiernegst bey Sr. Excell. Gnädigen Herrn melden und die Jahrfe weiter fortsetzen wollen. Nachdem aber die Frau in der Hesbecke noch nicht abweichen wollen, mit Vorgeben, ihr Mann hette dieses in der Übereylung gethan, wan würde ja so unbarmherzig nicht seyn, da sie so vieles an Haus, Bau, und Güther verwendet, und als alte Leuth so gleich nicht wüßten unter zu kommen, unbarmherziger weiß zu verstoßen, man mögte doch nur mit Ihnen in den noch wenigen Pachtjahren bis ein ander Mittel erfunden, ein christliches Nachdenken haben ...
1747 und 48 wurde einen Tausch mit diesem doppelten Hesbecker Hof gegen zwey Ewiger Höfe, dem Ackerschott, und Bogen zu Dünscheid concertirt, das Kloster Ewig hatte bereits consensum Ihres commissarii, ich bemühte mich zu Bonn bey Patronen auch consensum permutationis zu erhalten, es wurde mir aber eine sonderbahre Beschwerlichkeit gemacht, 1mo die jetzige Umstande weren an der Lehncammer critique 2) dieses Cuhrfürstliche Lehn ut vocant kähme also ad manus mortuas monachorum haec et alia. Endlich das Absterben des vorigen Prioris hat dieses Concept unterbrochen. ...
Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte 1196, Blatt 191.
28.07.1748 Eheversprechen Teilcke-Steinberg
Eheversprechen zwischen Valentin Teilcke, aus Benolpe gebürtig, und Anna Maria Steinberg aus Dünschede. Im Todesfall erbt einer das Vermögen des anderen. Zeugen des auf der Pastorat zu Helden abgeschlossenen Ehevertrages sind der Brautvater Henrich Steinberg, Johannes Kayser und Peter Becker aus Dünschede. Unterschrieben von Pastor Voß.
Pfarrarchiv Helden, B 35, Seite 162.
01.10.1748 Lehnstag in Attendorn
Protokoll über den Lehnstag in Attendorn, abgehalten im Beisein des Freiherrn Friedrich Wilhelm Franz Heinrich von Neuhoff, Herrn zu Pungelscheid, und des Lehnsrichters Ferdinand Ludger Anton Bischopinck, Oberkellner zu Arnsberg, sowie dem Lehnsschreiber Johannes Dingerkus. Es erscheint Franz Höffer, Bürger zu Attendorn und legt den Lehnsbrief vom 1.12.1733 vor, mit dem Ludwig Gertmann mit 4 Müddescheid Land auf dem Stürzenberg, stoßend an die Erben Gograf Burghoff, belehnt wurde. Da dieses Land nun von seinem Schwager Ludwig Gertmann ihm übertragen wurde und er das Land namens seines Sohnes Franz Höffer zu recognosciren willens wäre, beantragt er die Belehnung. Dieselbe wird gegen Zahlung der Gebühren ausgesprochen.
Es folgen Heinrich Viegener zu Attendorn, Johannes Zeppenfeld, Gograf Bresser namens des Freiherrn Vogt von Elspe zu Westhemmern, Rector hospitalis Ferdinand Dingerkus, Richter Johann Adolf Freusberg namens der Jungfrau Anna Maria Barbara Burghoff, Conrad Plange (vormals Christian Sasse zu Attendorn), Guntermann Möller zu Oberelspe, Christoph Veerse zu Melbecke, Ferdinand Jochmaring genannt Schulte zu Schliprüthen, Heinrich Rode genannt Winkelmann, Hermann Bernhard von Grimminghausen, Kaspar Dietrich Gertmann von Attendorn, Johannes Kröggel von Meggen, Johannes Contze von Halberbracht, Anna Maria Laymann von Oberelspe, Anton Rost genannt Peckert, Johann Hermann Arens zu Altenvalbert, Johannes Heidschötter zu Kirchhundem, Johann Dietrich Biermann von Oedingen, Johann Hesse genannt Griese zu Altenvalbert, Johannes Möller genannt Wiesemann zu Kückelheim, Adam Rameil von Saalhausen, Gerichtsschöffe Peter Sasse namens seines Enkels Cornelius Isphording in Attendorn, Elisabeth Görgens zu Burbecke, Johannes Thomas zu Bracht, Johannes Fehr zu Attendorn, Christoph Zeppenfeld zu Attendorn, Heimann Henrichs zu Brenschede, Johann Wilhelm Höynck zu Bilstein, Johann Dietrich Viegener zu Attendorn, Johann Jörgen Hesse zu Oberelspe, Johann Eberhard Blester zu Oberelspe, Anton Wiedenhoff von Westenfeld, Kaspar Henrichs von Bracht, Dietrich Koch von Schliprüthen, Johann Emmerling zu Schliprüthen, Heinrich Schledde von Schliprüthen, Jobst Gramann genannt Kramer zu Altenvalbert, Matthias Schulte zum Bruch, Röttger Dietrich Ketteler zu Valbert, Josef Clemens von Plettenberg zu Lenhausen, Ferdinand Fischer zu Attendorn, Wilhelm Karl von Schnellenberg zu Schönholthausen, Johann Eberhard Brögger zu Fretter, Procurator Jakob Gasten von Ewig, Jörgen Tillmann zu Obervalbert, Christoph Veerse zu Melbecke, Heinrich Höve zu Welschenennest, Heinrich Fünkel von Welschenennest, Kaspar Storck zu Welschenennest, Johann Dietrich Göbel zu Oberelspe, Heinrich Figge von Welschenennest, Christian Franz Dietrich von Fürstenberg, Christoph Litius zu Attendorn, Anna Margaretha Sasse namens ihres Sohnes Johannes Kraft.
Es folgen Heinrich Viegener zu Attendorn, Johannes Zeppenfeld, Gograf Bresser namens des Freiherrn Vogt von Elspe zu Westhemmern, Rector hospitalis Ferdinand Dingerkus, Richter Johann Adolf Freusberg namens der Jungfrau Anna Maria Barbara Burghoff, Conrad Plange (vormals Christian Sasse zu Attendorn), Guntermann Möller zu Oberelspe, Christoph Veerse zu Melbecke, Ferdinand Jochmaring genannt Schulte zu Schliprüthen, Heinrich Rode genannt Winkelmann, Hermann Bernhard von Grimminghausen, Kaspar Dietrich Gertmann von Attendorn, Johannes Kröggel von Meggen, Johannes Contze von Halberbracht, Anna Maria Laymann von Oberelspe, Anton Rost genannt Peckert, Johann Hermann Arens zu Altenvalbert, Johannes Heidschötter zu Kirchhundem, Johann Dietrich Biermann von Oedingen, Johann Hesse genannt Griese zu Altenvalbert, Johannes Möller genannt Wiesemann zu Kückelheim, Adam Rameil von Saalhausen, Gerichtsschöffe Peter Sasse namens seines Enkels Cornelius Isphording in Attendorn, Elisabeth Görgens zu Burbecke, Johannes Thomas zu Bracht, Johannes Fehr zu Attendorn, Christoph Zeppenfeld zu Attendorn, Heimann Henrichs zu Brenschede, Johann Wilhelm Höynck zu Bilstein, Johann Dietrich Viegener zu Attendorn, Johann Jörgen Hesse zu Oberelspe, Johann Eberhard Blester zu Oberelspe, Anton Wiedenhoff von Westenfeld, Kaspar Henrichs von Bracht, Dietrich Koch von Schliprüthen, Johann Emmerling zu Schliprüthen, Heinrich Schledde von Schliprüthen, Jobst Gramann genannt Kramer zu Altenvalbert, Matthias Schulte zum Bruch, Röttger Dietrich Ketteler zu Valbert, Josef Clemens von Plettenberg zu Lenhausen, Ferdinand Fischer zu Attendorn, Wilhelm Karl von Schnellenberg zu Schönholthausen, Johann Eberhard Brögger zu Fretter, Procurator Jakob Gasten von Ewig, Jörgen Tillmann zu Obervalbert, Christoph Veerse zu Melbecke, Heinrich Höve zu Welschenennest, Heinrich Fünkel von Welschenennest, Kaspar Storck zu Welschenennest, Johann Dietrich Göbel zu Oberelspe, Heinrich Figge von Welschenennest, Christian Franz Dietrich von Fürstenberg, Christoph Litius zu Attendorn, Anna Margaretha Sasse namens ihres Sohnes Johannes Kraft.
Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 1509.
05.03.1749 Plattdeutsches Lied aus Kirchhundem
Brief des Stephan Dingerkus aus Münster. Dabei gibt er in plattdeutscher Sprache ein Lied wieder, das in seiner Jugend ein Knecht in Kirchhundem überall gesungen habe:
"Henneken Hosten Knecht kam op die See
Hei sah ut asse een verbaselt Rehe,
die Hahne drei kreggete, die wind die weggete,
dat meier was ungehüere,
Hai sprack:
Ies hie dan nit een Schelm bekannt,
die mieck wier brenget int Suerland,
dien wieeg well ieck iemme belohnen,
hei sall heven een Malder hafer satt,
dartei een Schieppel bohnen."
"Henneken Hosten Knecht kam op die See
Hei sah ut asse een verbaselt Rehe,
die Hahne drei kreggete, die wind die weggete,
dat meier was ungehüere,
Hai sprack:
Ies hie dan nit een Schelm bekannt,
die mieck wier brenget int Suerland,
dien wieeg well ieck iemme belohnen,
hei sall heven een Malder hafer satt,
dartei een Schieppel bohnen."
Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 432, Blatt 97.
23.04.1749 Bildhauerarbeiten für Herdringen
Vertrag zwischen F. Placidus Chur als Beauftragter des Freiherrn von Fürstenberg einerseits und Hofbildhauer Joseph Licht zu Wiedenbrück andererseits. Neben zwei bereits gefertigten Statuen sollen noch die Statuen der Heiligen Hubertus und Donatus für Herdringen in Lebensgröße, 6 Fuß hoch ohne Untersatz, gefertigt werden. Dazu kommen Postamente nach Muster der vorhandenen "gleich wie auch das Wapen auff dem Postament, welches M. Axer vor seiner abreise mit hiesigen Steinhauer veraccordiret." Die Aufstellung soll innerhalb von 20 Wochen erfolgen. Es wird ein Honorar von 150 Rtl. vereinbart. Hinzu kommt die Beköstigung an der Tafel der Kammerjungfern, während der Geselle an der Tafel der Laqueien beköstigt wird. Das Steinmaterial ist in Menden zu besorgen.
Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 388, Blatt 441.
07.06.1749 Die Akten bleiben wo sie sind
Rentmeister Johann Bernhard Molitor zu Schnellenberg beklagt sich beim Notar J. F. Tütel, dass dieser Gerichtsakten von Oberkirchen mit nach Attendorn geschleppt habe, um, sie dort vom Gerichtsschreiber Joanvahrs duplizieren zu lassen. Dies sei nicht zulässig und müsse gerügt werden. Der Vorfall steht im Zusammenhang mit der Neubesetzung der Gerichtsschreiber- und Richterstelle in Oberkirchen. Joanvahrs rechtfertigt den Vorgang damit, dass seine eigenen Akten beim Stadtbrand von 1742 vernichtet wurden es deshalb dupliziert werden mussten. Molitor berichtet weiter, dass Tütel, der als Husar gedient habe, in Dorlar geboren sei und sich sehr wohl für eine Gerichtsschreiberstelle empfehle. Der Freiherr von Fürstenberg sieht dies genau so, es soll sich bei Tütel um einen gewickelten Kopf handeln.
Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 1752, Blatt 71.
06.08.1749 Fürstenberg besucht Waldenburg
"Reite ich auff die neuwe Meyrey [Forsthaus Waldenburg] so bey der Capellen zu Waldenburg gebauet wirdt, auff dem Nachmittag bey dem Hospitahl vorbey den Berg herunter undt dan bey dem alten Schloß, durch die Kohlerey den Berg herauff undt durch die Engelmecke herunter wiederumb auff Schnellenberg."
Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 362, Blatt 123 (Rückseite).
19.08.1749 Scheibenschießen auf Schnellenberg
Auf der Burg Schnellenberg fand an diesem Tag ein Scheibenschießen statt. Der Rentmeister Johann Everhard Hallmann hatte anschließend 6 Reichstaler zu zahlen, die aus der Kasse der Freifrau von Fürstenberg gestiftet wurden, um damit eine Uhr als Hauptpreis zu finanzieren.
Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 556.
07.09.1749 Grundstückstausch in Langenei
Tauschvertrag zwischen dem Reichsfreiherrn von Fürstenberg und Caspar Dietrich Kemper zu Langenei, worin letzterer dem ersteren den Hagen auf der Wulfskuhle, Kempers Hölzchen genannt, ein Stück Hochgehölz darunter in der Drübicker Schladen, sowie einen Hagen oben in genannter Schladen oder an der Küchen, nebst darunter liegenden Heideberge überlässt. Ersterer dagegen dem Kemper das Hochgehölz an der Haardt, den Hagen am Taxwerth, das Hochgehölz ober dem Land auf der Klusen samt dem dazwischen liegenden Hägelchen, wie auch den Hagen vor der Haardt abtritt. Ferner erhält Kemper den Hagen auf der Hamicke vor der Haardt, wogegen er dem Voorth seinen Anteil an dem hohen Stück überlässt. Ferner überlässt Kemper dem Freiherrn von Fürstenberg ein Stück Land und Wiesenplatz längs den Hammergraben bis an die Lenne gegen ein Ländchen auf der Kluse.
Ausgefertigt in der Adolfsburg durch den Amtsverwalter Dr. Johann Gottfried Bresser.
Ausgefertigt in der Adolfsburg durch den Amtsverwalter Dr. Johann Gottfried Bresser.
Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 2878.
09.09.1749 Rittergut Schönholthausen soll verkauft werden
Kaufzusage. Damit sagen die Freifrau M. F. A. von Schnellenberg, deren Sohn und Tochter Auguste zu, ihr adeliges Schnellenberger Gut mit sämtlichen Gebäuden, Liegenschaften und Pertinentien in Schönholthausen an den Freiherrn von Fürstenberg, vertreten durch dessen Rentmeister Johann Baptist Molitor, zu verkaufen. Zeuge ist der Pfarrer von Schönholthausen, Adolf Midderhoff.
Siegel: 1. von Schnellenberg, 2. Doppelsiegel Auguste von Schnellenberg, 3. Pastor Midderhoff zu Schönholthausen, 4. von Schnellenberg.
Siegel: 1. von Schnellenberg, 2. Doppelsiegel Auguste von Schnellenberg, 3. Pastor Midderhoff zu Schönholthausen, 4. von Schnellenberg.
Archiv des Freiherrn von Fürstemnberg-Herdringen, Akte AFH 3178.
14.10.1749 Streit unter den Schützenkompanien
Innerhalb der Schützengesellschaft wird ein Streit darüber geschlichtet, wer auf Fronleichnam die Befehlsgewalt haben soll.
"Wir Bürgermeister undt Rath der Stadt Attendorn uhrkunden undt bekennen hiermit, daß vor uns heut unten benenten Dato erschienen seyee an Seithen der alten Schützengesellschafft hieselbsten Ernestus Schmidt undt Christoffel Brunabent alß Bevollmächtigte, undt an Seithen der jungen Schützengesellschafft Joh. Hesse undt Jacobus Potthoff, gleichfalß alß Bevollmächtigte, undt gaben insgesambt coram Protocollo geziemendt ahn, wie daß sie der zeithero wegen Abhohlung undt Wiederbringung der Parole unter beyden Schützengesellschafften obgewolteten sogahr ad appellatorium zu Werll erwacksener Streitigkeithen sich einmahl vor all beständig dahin verglichen hätten, daß künfftighin den Tag vor dem heyligen Fronleichnambsfest die jungen Schützen durch ihren Köning undt Scheffers bey denen alten Schützen die Parole oder ordres, wie sie sich bey der folgenden Tags zu bebstreitender solenner Procession zu verhalten, gebührendt abhohlen, undt den Tag nach besagtem hochheyligen Frohnleichnambsfest denen alten Schützen durch ihren Schreiber, falß aber selbiger in seiner Function straffbahr befunden würde, wiederumb durch vorbesagten Koning undt Scheffers derjenige, welche wieder dieße ordres gefreveldt, des Endts angeben sollen, damit die alten Schützen sowohl dieße, alß die unter ihrer Gesell-schafft befundene Frewelers dem Magistrath zur Bestraffung denunciren können; womit dan der bisheriger Process völlig auffgehoben worden; beyderseithige Comparentes begehrten gleichfalß diesen Vergleich von Ambtswegen zu beestättigen, dem gerichtlichen Protocollo einzuverleiben, undt beyden Theilen hierüber ein glaubhafftes Documentum mitzutheilen; worauff wir Bürgermeister undt Rath sothanen Vergleich (nachdeme Hr. Proconsul Laymann undt Hr. Camerarius Stephan Dingerkus undt unßer Secretarius), welchen wir Commission ertheilt, denen den 12ten hujus versambleten beyden Schützengesellschafften dießen Vergleich zu ihrer Approbation undt Genehmhaltung, so den künfftiger Nachachtung zu verkündigen, de facta publicatione, approbatione et ratificatione ad Protocollum referirt (diesen Vergleich dem Protocollo einverleibt, von Ambtswegen bestättiget, undt jeder Schützengesellschafft ein Exemplar unter unseres zeittlichen Secretarii Handt Unterschrifft außgetheilt).
So geschehen Attendorn den 14ten Octobris 1749
Pro Extractu Protocolli
J. Franciscus Tütell, Secretarius mpp."
"Wir Bürgermeister undt Rath der Stadt Attendorn uhrkunden undt bekennen hiermit, daß vor uns heut unten benenten Dato erschienen seyee an Seithen der alten Schützengesellschafft hieselbsten Ernestus Schmidt undt Christoffel Brunabent alß Bevollmächtigte, undt an Seithen der jungen Schützengesellschafft Joh. Hesse undt Jacobus Potthoff, gleichfalß alß Bevollmächtigte, undt gaben insgesambt coram Protocollo geziemendt ahn, wie daß sie der zeithero wegen Abhohlung undt Wiederbringung der Parole unter beyden Schützengesellschafften obgewolteten sogahr ad appellatorium zu Werll erwacksener Streitigkeithen sich einmahl vor all beständig dahin verglichen hätten, daß künfftighin den Tag vor dem heyligen Fronleichnambsfest die jungen Schützen durch ihren Köning undt Scheffers bey denen alten Schützen die Parole oder ordres, wie sie sich bey der folgenden Tags zu bebstreitender solenner Procession zu verhalten, gebührendt abhohlen, undt den Tag nach besagtem hochheyligen Frohnleichnambsfest denen alten Schützen durch ihren Schreiber, falß aber selbiger in seiner Function straffbahr befunden würde, wiederumb durch vorbesagten Koning undt Scheffers derjenige, welche wieder dieße ordres gefreveldt, des Endts angeben sollen, damit die alten Schützen sowohl dieße, alß die unter ihrer Gesell-schafft befundene Frewelers dem Magistrath zur Bestraffung denunciren können; womit dan der bisheriger Process völlig auffgehoben worden; beyderseithige Comparentes begehrten gleichfalß diesen Vergleich von Ambtswegen zu beestättigen, dem gerichtlichen Protocollo einzuverleiben, undt beyden Theilen hierüber ein glaubhafftes Documentum mitzutheilen; worauff wir Bürgermeister undt Rath sothanen Vergleich (nachdeme Hr. Proconsul Laymann undt Hr. Camerarius Stephan Dingerkus undt unßer Secretarius), welchen wir Commission ertheilt, denen den 12ten hujus versambleten beyden Schützengesellschafften dießen Vergleich zu ihrer Approbation undt Genehmhaltung, so den künfftiger Nachachtung zu verkündigen, de facta publicatione, approbatione et ratificatione ad Protocollum referirt (diesen Vergleich dem Protocollo einverleibt, von Ambtswegen bestättiget, undt jeder Schützengesellschafft ein Exemplar unter unseres zeittlichen Secretarii Handt Unterschrifft außgetheilt).
So geschehen Attendorn den 14ten Octobris 1749
Pro Extractu Protocolli
J. Franciscus Tütell, Secretarius mpp."
Stadarchiv Attendorn, Dep. SG 46, Seite 220.
27.10.1749 Ärger auf dem Schnellenberg
Freiherr von Fürstenberg hat gehört, dass ein Schneidermeister mit seinen sieben Gesellen auf dem roten Turm der Burg Schnellenberg schneidere und dabei die herrschaftlichen Betten benutze. Er befiehlt dem Rentmeister dafür zu sorgen, dass niemand die herrschaftlichen Betten nutze. Dies sei nur auf seinen eigenen oder den Befehl seiner Frau statthaft. Die Schneider sollen sich auf das alte Weib begeben und dort schneidern und schlafen (= Schnellenberg). Fürstenberg habe außerdem vernehmen müssen, dass man ihn vor dem Rentmeister Molitor warne, der das ganze Geld verschleudere. Fürstenberg fordert deshalb jeden auf, ihm persönlich die Kritik über seine Rentmeister mitzuteilen. Er hasst keinen, er liebt aber auch keinen; deshalb wird er neutral den Sachverhalt prüfen und dann eine Entscheidung fällen.
Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 1722, Blatt 350.
17.11.1749 Neuverpachtung der Adolfsburger Güter
Protokoll über die unter die Rezeptur Adolfsburg fallenden Pachtgüter der Häuser Oberkirchen, Adolfsburg und Langenei. Zunächst werden die zum Haus Oberkirchen gehörenden Güter verhandelt, dann folgen die zum Haus Adolfsburg gehörenden Pachtgüter. So erscheint Johann Eberhard Mertens im Namen seines alten und abwesenden Vaters Johann Christ. Mertens zu Oberhundem. Der Großvater Johann Höynck genannt Mertens hatte bereits 1720 das Gut gepachtet. Vosloch, nun Johann Franz Feldhaus. Kemper oder auf dem Kampe modo Johannes. Dessen Schwiegervater Johannes Kemper ist zeitlebens bereits fürstenbergischer Pächter gewesen und hat auf eigene Kosten ein Haus und daneben einen Stall bauen lassen. Cleves modo Anton Hermann Sasse. Baumeisters modo Henrich. Stephan Kremer auf Böhmers Gut. Dieser hat die Pacht vor ungefähr sechs Jahren als Nachfolger seines verstorbenen Bruders übernommen. Das Gut soll nun zunächst besichtigt werden, bevor die Pachtentscheidung getroffen wird. Die Besichtigung ergibt, dass die Gebäude in einem schlechten baulichen Zustand sind, der Hof ist nicht eingezäunt, die Felder sind teilweise wild bewachsen. Ein Acker ist mit viel zu wenig Kartoffeln bepflanzt worden. Rüsper Gut an Johannes Rinschede. Diesem wird vorgeworfen, dass er die Rüsper Wiesen nicht entwässert habe und diese dadurch sauer geworden seien. Da er nun das Gut eher verschlechtert als verbessert habe, bietet Rinschede an, zum 22.2. vom Gut abzuziehen. Das Gut soll das meistbietend neu verpachtet werden. Rinschede erscheint einige Tage später erneut auf der Adolfsburg und bittet, für ihn, seine Frau und vier kleine Kinder eine neue Unterkunft zu finden. Schließlich wird ihm das Böhmers Gut in Oberhundem übertragen, da der Stephan Kremer ohnehin abziehen will. Das Rüsper Gut wird daraufhin am 25.11. meistbietend an Johann Heinrich Carl von Helberhausen, Nassau-Siegen, und Johann Heinrich Scholler aus Helberhausen verpachtet. Schulte zu Stelborn wird an Johannes Schulte verpachtet. Wittemund zu Bomighausen modo Christian Stelling. Christian Contze zu Meggen beschwert sich, dass ihm durch die Anlegung des neuen Hammergrabens großer Schaden entstanden sei. Brinker zu Meggen modo Guntermann Droste beschwert sich ebenfalls wegen des Hammergrabens. Jüngermann der Müller zu Albaum. Anton Grobe und Johann Hermens zu Milchenbach. Franz Beckmann zu Silbecke.
Zum Haus Langenei gehörend werden folgende Pachtverhandlungen geführt: Müllermann zu Langenei, der abwesende Johannes Müllermann wird durch dessen Frau Anna Eva vertreten. Da das alte Backhaus erheblich zu reparieren oder gar neu zu bauen ist, bittet sie um Beibehaltung der Pacht, was auch gewährt wird. Vordes auf der Fohre. Da das Haus in äußerst baufälligem Zustand ist und die minderjährigen Kolonen nicht in der Lage sind, die Kosten für die Reparatur aufzubringen, soll die bisherige Pacht nicht erhöht werden. Außerdem wird ein Zuschuss bewilligt. Christian Kirchhoff. Er erhält die Erlaubnis zum Anbau eines Fruchtschoppens. Brüggemann nunc Anton Gautmann. Er beantragt die Errichtung eines neuen Hauses auf den Platz des abgebrannten Gebäudes. Die Pacht wird daraufhin bis 1752 ermäßigt. Claren vulgo im Ohrte modo Peter. Wegen der kümmerlichen Zeiten wird die Pacht nicht erhöht. Rothen modo Thomas. Auf der Stoppel modo Johannes Plecker. Die Pacht wird ermäßigt, auch wird im Holz zur Reparatur des Hauses zugewiesen. Aus Harbecke erscheinen Dietrich Siberts und Peter Rotgers nunc Hanses. Aus Werpe erscheinen Johann Dioetmann und Johann Friedrich Duwe. Aus Hundesossen erscheinen Heinrich Hellen, Anton Henneken, Anton Stilper und Johann Rickert. Sie verpflichten sich, den Zehnten zu bezahlen wie bisher. Allerdings weigern sich Henneken modo Johann und Rickert modo Johann die Pachtbriefe zu erneuern. Obwohl ihnen die Pachtbriefe von 1724 und 1736 vorgelegt werden, bleiben sie dabei, diese niemals unterschrieben zu haben und dies auch jetzt nicht zu wollen. Es muß in dieser Sache die Entscheidung des Drosten abgewartet werden. Aus dem Dorf Lenne erscheint Johann Jost Schröder. Aus Saalhausen erscheint Johannes Hanses wegen des Zehnten.
Zum Haus Langenei gehörend werden folgende Pachtverhandlungen geführt: Müllermann zu Langenei, der abwesende Johannes Müllermann wird durch dessen Frau Anna Eva vertreten. Da das alte Backhaus erheblich zu reparieren oder gar neu zu bauen ist, bittet sie um Beibehaltung der Pacht, was auch gewährt wird. Vordes auf der Fohre. Da das Haus in äußerst baufälligem Zustand ist und die minderjährigen Kolonen nicht in der Lage sind, die Kosten für die Reparatur aufzubringen, soll die bisherige Pacht nicht erhöht werden. Außerdem wird ein Zuschuss bewilligt. Christian Kirchhoff. Er erhält die Erlaubnis zum Anbau eines Fruchtschoppens. Brüggemann nunc Anton Gautmann. Er beantragt die Errichtung eines neuen Hauses auf den Platz des abgebrannten Gebäudes. Die Pacht wird daraufhin bis 1752 ermäßigt. Claren vulgo im Ohrte modo Peter. Wegen der kümmerlichen Zeiten wird die Pacht nicht erhöht. Rothen modo Thomas. Auf der Stoppel modo Johannes Plecker. Die Pacht wird ermäßigt, auch wird im Holz zur Reparatur des Hauses zugewiesen. Aus Harbecke erscheinen Dietrich Siberts und Peter Rotgers nunc Hanses. Aus Werpe erscheinen Johann Dioetmann und Johann Friedrich Duwe. Aus Hundesossen erscheinen Heinrich Hellen, Anton Henneken, Anton Stilper und Johann Rickert. Sie verpflichten sich, den Zehnten zu bezahlen wie bisher. Allerdings weigern sich Henneken modo Johann und Rickert modo Johann die Pachtbriefe zu erneuern. Obwohl ihnen die Pachtbriefe von 1724 und 1736 vorgelegt werden, bleiben sie dabei, diese niemals unterschrieben zu haben und dies auch jetzt nicht zu wollen. Es muß in dieser Sache die Entscheidung des Drosten abgewartet werden. Aus dem Dorf Lenne erscheint Johann Jost Schröder. Aus Saalhausen erscheint Johannes Hanses wegen des Zehnten.
Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 1680, Blatt 525 ff.
21.01.1750 Zwangsmühlenrecht des Hauses Bruch
Der Freiherr von und zum Bruch beklagt sich erneut darüber, dass die Einsassen von Oberhundem, Marmecke und Rinsecke zur Mühle in Albaum fahren würden, um dort ihr Korn zu mahlen. Richter Johann Adolf Freusberg zu Bilstein stellt daraufhin nochmals fest, dass die Einsassen des Kirchspiels Oberhundem verpflichtet seien, in der Mühle des Hauses Bruch mahlen zu lassen. - Ergänzend hierzu ist ein Urteil des Offizialates zu Werl vom 18.09. desselben Jahres beigefügt. Damit wird das uralte Zwangsmühlenrecht des Hauses Bruch bestätigt.
Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 3711.
20.02.1750 Verpachtung des Jagdhauses in der Rüspe
Pachtvertrag zwischen dem Freiherrn von Fürstenberg und den Pächtern Johann Heinrich Carl und Johann Heinrich Schöller aus der Nassau zu Helberhausen über die Verpachtung des Rüsper Jagdhauses einschließlich den zugehörigen Liegenschaften für die Dauer von 12 Jahren.
Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 1687, Blatt 335.
17.03.1750 Köster soll Gerichtsschreiber in Olpe werden
Christian Franz Dietrich von Fürstenberg teilt dem Kurfürsten mit, dass der Gerichtsschreiber Koch von Olpe verstorben sei. Er schlägt als Nachfolger Johann Heinrich Köster vor, "dessen Capacität und Geschicklichkeit mir sattsahm bekandt ist."
Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 2554.
23.03.1750 Jägerkleidung soll sparsamer ausfallen
Johann Bernhard Höynck, Stallmeister in Herdringen, schreibt an Pastor Molitor in Schnellenberg, dass der Freiherr von Fürstenberg entschieden habe, dass der Schnellenberger Jäger keine neue Montur erhalte. Wenn überhaupt eine neue Montur zu beschaffen sei, dann dürfe das Tuch dafür nicht mehr als 1 Gulden kosten.
Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 433, Blatt 93.
17.05.1750 Pfingstgrüße des Franziskanerkonventes
Fr. Raymund Strecker, Vicarius des Franziskanerkonventes Attendorn, an Lucia von Fürstenberg in Köln. Er bedankt sich für den Brief und wünscht ein frohes Pfingstfest. Den Brief hat ihm Ludwig Joanvahrs überreicht.
Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 433, Blatt 202.
07.09.1750 Auftrag an Maurermeister Frey
Vertrag zwischen dem Rentmeister J. G. Kräling zu Schnellenberg und dem Maurermeister Georg Frey in Attendorn über die Renovierung des Fürstenbergschen Hauses innerhalb der Stadt Attendorn. Frey wird beauftragt, die Küche und 3 Zimmer mit Steinplatten zu belegen. Gleichzeitig beantragt Frey, in einem Viertel des Hauses wohnen zu dürfen. Dies wird genehmigt und die Miete auf 3 ½ Rtl. jährlich festgesetzt.
Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 4088.
17.09.1750 Waldenburg bereitet Sorgen
Der Freiherr von Fürstenberg besichtigt den unterhalb der Waldenburg gelegenen Meierhof. Er bezweifelt, dass dieser Hof bei allen Kosten ihm Vorteile verschaffen könnte. Auch die Einnahmen von Wallfahrern wird diese Situation nicht verbessern. Im übrigen bemerkt er, dass er grundsätzlich nichts mehr gebaut haben möchte, ohne vorher davon zu wissen. Fürstenberg ist nicht der Meinung, dass man für die Kapelle Waldenburg einmal jährlich einen Ablasstag beantragen sollte. Dadurch würde einmal im Jahr so viel Volk nach Waldenburg kommen, dass dadurch die ganzen Waldungen geschädigt würden. Vielmehr solle man versuchen, wie das wohl auch in Werl gehandhabt würde, für die Waldenburger Kapelle einen ganzjährigen Ablass zu gewinnen.
Fürstenberg ist dann nach Langenohl geritten, dann durch die Köhlerei hinauf zum Schloß, alwo der Hardenack annoch hocket, welcher mir wegen seiner beweißlichen Ohntreuwen soll gestraffet, davon dannen absolute weggeschaffet, undt wie ich vermeine, auch das Hauß soll beygeschaffet werden.
Fürstenberg ist dann nach Langenohl geritten, dann durch die Köhlerei hinauf zum Schloß, alwo der Hardenack annoch hocket, welcher mir wegen seiner beweißlichen Ohntreuwen soll gestraffet, davon dannen absolute weggeschaffet, undt wie ich vermeine, auch das Hauß soll beygeschaffet werden.
Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 1722, Blatt 407.