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Historisches Tagebuch

Was passierte wann und wo in Attendorn? Mit dem Historischen Tagebuch möchten wir Sie teilhaben lassen an den vielen kleinen, aber auch einschneidenden Ereignissen der Vergangenheit.

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Es wurden 4678 Einträge gefunden

20.12.1744 Maurerarbeiten vergeben

Kontrakt zwischen Christian Franz Theodor von Fürstenberg und dem Maurermeister Wilhelm Schmitt zu Schoneberg, Amt Schwarzenberg, über den Bau des von dem Franziskaner Pater Placidus Chur entworfenen Schnellenberger Hospitals.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 6864.

18.03.1745 Misswirtschaft durch die Rentmeister

Freiherr von Fürstenberg bemängelt, daß der verstorbene Rentmeister König viele Leute im Hause hatte, die untereinander verwandt und auf unterstem Niveau waren. Er hofft, daß Molitor dies anders machen werde. Er müsse vertrauenswürdige Jäger anstellen, dies sei abhängig von einer Veränderung in Waldenburg, die Attendorner Handwerker seien bislang viel zu hoch bezahlt worden. Die Verkohlung des Holzes sei zu verbessern. Auch die übrige Bewirtschaftung der Forsten müsse viel besser beaufsichtigt werden. Die gesamte Schnellenberger Receptur müsse neu organisiert werden. Eine Holzordnung sei aufzustellen.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 418, Blatt 1

08.04.1745 Führungszeugnis für Johannes Clemens aus Olpe

Führungszeugnis für Johannes Clemens, Bürger in Olpe, der laut Aussage des Stadtsekretärs J. Gontermann (rotes Lacksiegel) in der Lage wäre, das Waldenburger Gut in Osterseifen bei Olpe zu bewirtschaften. Er habe sich in der Vergangenheit stets gut geführt und habe auch das Vermögen, das Gut zu führen.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 3278.

17.06.1745 Pfarrerwechsel auf dem Kohlhagen

An diesem Tag stirbt der Pfarrer Paul Laymann. – Am 06.07.1745 präsentiert Christian Franz Theodor von Fürstenberg als Nachfolger Heinrich Anton Arnoldi. – Dieser stirbt 1775, wodurch die Pfarrei erneut vakant wird.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 3934, Blatt 87.

22.08.1745 Eheversprechen Graunert-Erlhoff

Eheversprechen zwischen Peter Graunert aus Heggen, Pfarrei Attendorn, und Anna Elisabeth Erlhoff aus Helden. Stirbt einer vor dem anderen ohne leibliche Erben, so erhält die Braut 50 Rtl., der Bräutigam die Hälfte zu 25 Rtl. Zeugen des auf dem Pastorat zu Helden geschlossenen Ehevertrages sind Everhard Erlhoff, Antonius Fernholz aus Attendorn, Antonius Dähmer, Jodocus Köster und Caspar Platte. Unterschrieben vom Pastor Voß.

Pfarrarchiv Helden, B 35, Seite 64.

05.10.1745 Nachbarschaftsstreit in Hebberg

Vergleich über die Hebberger Güter zwischen dem Schnellenbergischen Rezeptor Oberkellner Bischopink und den Erben Gertmann. Auf der einen Seite stehen der Kolon Johannes Schulte auf dem Hebberg einerseits und Franz Peters und Erben Gertmann und Co. auf der anderen Seite. Dabei geht es um nachbarschaftlichen banalen Streit, z. B. um das Drüppeln von Regenwasser auf das Grundstück des anderen, um Grenzverletzungen beim Pflügen der Äcker usw.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 4101.

05.11.1745 Testament von Kaspar Platte in Helden wird eröffnet

Der Notar Johann Bernhard Voß aus Helden eröffnet nach dem Tode des Kaspar Platte (+ 21. Oktober 1745) dessen Testament. In diesem Zusammenhang werden zahlreiche Namen der Familie Platte genannt.
So waren anwesend die Witwe Anna Catharina Clövers; Jobst Platte, jetzt Herder, zu Tecklinghausen; Meister Johannes Platte, jetzt Dorfschmied zu Niederhelden; Bernd Platte, jetzt Greiten zu Helden; Johann Marcus Platte, jetzt Clöver zu Repe; Christi-na Platte, jetzt Bürgerin zu Attendorn; Catharina Platte, jetzt Krachtische aus Elspe; die Kinder der längst verstorbenen Brüder Wilhelm und Johannes Platte: Bernhard Platte, Schneidergeselle in Helden; Caspar Platte und dessen Vormünder Anton Bock und Wilhelm Schulte. Hinzu treten die Zeugen Johannes Diek und Heinrich Gabriel.

Archiv des Freiherrn von Plettenberg zu Bamenohl, Akte 153, Seite 43.

09.11.1745 Ziegen müssen abgeschafft werden

Schulte zu Ennest wird bestraft, da er den Befehl zur Abschaffung der Ziegen nicht befolgt hat.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 5950, Seite 267.

13.03.1746 Holz- und Bergordnung für das Sauerland?

Brief des Rahrbacher Pastors Johann Baptist Molitor an Freiherr Christian Franz Theodor von Fürstenberg; er schlägt vor, um die Struktur des Sauerlandes zu verbessern, eine Holz- und Bergordnung zu erlassen, um das Volk in den geregelten Genuss der kargen Bodenschätze zu bringen. Es sei schon merkwürdig, dass Bergbeamte selbst im Besitz von Gruben und Stollen seien.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 411, Blatt 323.

05.05.1746 Grundstücksverkauf in Ödingen

Kaufvertrag. Damit verkaufen die Eheleute Fritz Winkelmann genannt Schulte und dessen Ehefrau Ursula Schulte zu Burbecke im Gericht Ödingen ihre vorgenannten Güter an den Freiherrn von Fürstenberg.
Ausgefertigt und unterschrieben von Richter Maximilian Halmann zu Oedingen im Beisein der Schöffen Franz Rath und Hermann Jürgens; Gerichtssiegel von Oedingen.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 3433.

05.05.1746 Bauarbeiten am Schnellenberger Hospital

Anweisungen von P. Placidus Chur]an Rentmeister und Pastor Molitor über bauliche Verbesserungen am Schnellenberger Hospital. Dabei geht es um die Befestigung des Turmes, in dem der Uhrkasten erwähnt wird. Außerdem wird "im 2ten Stockwerk ober der apotheken" das Ofenloch neu gefertigt. Weiter geht es um Arbeiten des Leyendeckers, die mit mehr Sorgfalt ausgeführt werden müssten, den Bewurf der Ufermauer und die Anlegung der Secrete [= Toiletten].

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, AFH 426, Blatt 130.

27.06.1746 Sodom und Gomorrha in Herdringen?

Christian Franz Dietrich von Fürstenberg berichtet seinem Bruder allerlei Vorkommnisse: So habe der Herdringer Koch die Haushälterin geschlagen, er sei daraufhin direkt entlassen worden.
Auch berichtet er, daß einer dem Herrn Molitor ein Pferd unter dem Leib hette todt geschoßen.

[Dabei handelt es sich bei dem "Herrn Molitor" um den Rentmeister und Vikar auf Schnellenberg, der den Bau des Forsthauses Waldenburg und des Schnellenberger Hospitals geleitet hat. Molitor wurde nach dem Ausscheiden aus Fürstenberg'schen Diensten Pfarrer in Rahrbach und pflegte später einen intensiven Kontakt zu Jung-Stilling.]

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, AFH 426, Blatt 150.

17.08.1746 Es geht um die zu leistenden Pferdedienste

Zunächst erscheint auf der Burg Schnellenberg der Eberhard Mette von Altenhundem und gibt an, dass seine Vorfahren ursprünglich einen vierspännigen Pferdedienst zu leisten verpflichtet waren gegenüber Johann Adolf von Fürstenberg. Der Rentmeister Reutz habe aus dieser Verpflichtung zwei 2spännige Dienste gemacht, diese seien in den Jahren 1727-1746 ausgeführt worden. – Dann erscheint Peter Drüecke von Altenhundem. Er gibt an, dass sein Vater 3 ½ Tage lang einen vollspännigen Dienst zu leisten verpflichtet gewesen sei. In den Jahren 1728-1746 hätte seine Familie stattdessen 7 Rtl. 42 Schilling gezahlt, weil sie keine Pferde gehabt hätten. – Tonis Figgen von Flape ließ durch Peter Drüecke anzeigen, dass auch er verpflichtet gewesen sei, jährlich einen 4spännigen Dienst zu leisten. Er habe aber stattdessen seit 18 Jahren jeweils 2 Taler bezahlt.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 1673.

23.09.1746 Hengstebecker Ländereien verwüstet

Rentmeister Molitor notiert, dass der Freiherr von Fürstenberg am 22.09. die Hengstebecker Ländereien abgeritten sei. Dabei habe man festgestellt, dass durch Heidhacken und Kohlebrennen ein erheblicher Schaden verursacht worden sei. Es möge der Pächterin Hofrätin Salomon bedeutet werden, dass, falls diese Unsitten nicht sofort eingestellt werden würden, sie die Pacht verlieren werde. – Am 10.05.1747 stellt Freiherr von Fürstenberg der Hofrätin Salomon eine sechs Punkte umfassende Anweisung zu, nach der zukünftig die Pachtung der Hengstebeck durchgeführt werden soll. Dadurch soll weiterer Schaden abgewendet werden.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 2222.

12.12.1746 Wildschweine vertragen Kälte nicht

Brief des Johann Baptist Molitor, Pastor und Receptor zu Schnellenberg, an Freiherr Christian Franz Theodor von Fürstenberg. Er schickt einen Birkhahn und ein Feldhuhn an Stelle eines Wildschweines, die es aufgrund der kalten Witterung momentan nicht gibt.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 411, Blatt 375.

18.01.1747 Verwalter in Waldenburg bekommt Druck

Der Freiherr von Fürstenberg ermahnt seinen Verwalter in Waldenburg zur ordnungemäßen Erfüllung seiner Pflichten. Da er im Forsthaus Waldenburg eine frei Wohnung hat, soll er gefälligst die Köhlerknechte besser beaufsichtigen und dafür sorgen, dass die vereinbarte Menge Kohlen geliefert wird. Der Text des Briefes hat folgenden Wortlaut:
“Weil Sr. Excellence unser gnädiger Herr von Fürstenberg zu mehrerer Sicherheith des Gehöltzes sowohl, als der Köhlerei in dem Waldenburgischen nur einen beglaubhaften jederzeith in denen Waldungen gegenwärtigen Köhler zu haben, gnädig gemeinet seindt dan der bisherige Waldenburger Inspector Hardenack die freye Wohnung genießet. Alß wird demselbigen hiermit aufgegeben, wan vor sich und die seinige die freie Wohnung länger zu behalten gedenket, sich auf Köhler Knechte zu stellen, letzt angewiesenermaßen und frühzeitige Kohlen zur Olper Hütten zu verschaffen und wenigstens vor dieses Jahr 300 Wagen zu liefferen die sichere Anstalt zu machen, forth künftigen Dienstag den 23.1. hier zu erscheinen, ihm das vorzulegende Eid der Treu wegen dieses übernehmenden Amts gehörigen Maßes abzuschwören gegeben. Schnellenberg, den 18.1.1747."

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte 5335.

12.03.1747 Der Ewiger Prior will letzte Dinge regeln

Prior Gaudenz Möller von Ewig bittet den Freiherrn von Fürstenberg um Klärung des Gütertausches in Bezug auf Hespecke. Er teilt gleichzeitig mit, dass er gern vor seinem Scheiden aus der Welt diese Frage noch geklärt haben wolle. Auch erwähnt er, daß der Propst von Scheda und der Offizial in Werl verstorben seien.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 1196, Blatt 181.

10.05.1747 Verpachtung des Hofes in Rauterkusen

Gedruckter Pachtvertrag. Damit verpachtet Christian Franz Dietrich von Fürstenberg sein Schnellenberger Pachtgut Rauterkusen an Johannes Korte genannt Rauterkus für die Dauer von 12 Jahren.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 4103.

06.06.1747 Raumnamen auf Schnellenberg

Durch die Rechnung des Glasmachers Johannes Nagel aus Attendorn werden zahlreiche Bezeichnungen erwähnt, die unterschiedliche Räume der Burg Schnellenberg trugen. Teilweise sind die Bezeichnungen wie z.B. Brunnenturm heute noch gebräuchlich. Die Namen hießen 1734 so: Brunnenturm, Backhaus, Küche, Pferdestall, Abteistall, blauer Turm, Bibliothek, auf dem neuen Gebäude, hinter der Anrichte, auf dem Malzbalken, auf der Dreschdehle, Schmiede, Schreinerstube, Pfortenhaus, Spinnstube, auf dem Postelinnen Turm, auf der Käsebühne, Saalkammer, Kutschenstall.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 1747.

28.06.1747 Kohlenmeilerei verboten

Die Niederheldener Einwohner Kellermann, Ahlbäumer, Belke, Hage und Bender werden ernstlich verwarnt. Es wird ihnen verboten, in den Hengstebecker Waldungen Kohlen zu brennen und die Ländereien zu nutzen.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, Akte AFH 2222.

08.08.1747 Eheversprechen Hacke-Figgen

Eheversprechen zwischen Henning Hacke, Haussohn aus Repe, und Maria Catharina Figgen aus Neger; dabei wird folgendes verabredet:

1. Die Brautleute werden das Hackische Erbgut beziehen und bewirtschaften und zwar so, daß der Braut keine Unzuträglichkeiten durch die Eltern entstehen;

2. Stirbt der Bräutigam vor der Braut ohne leibliche Erben, so erhält die Braut einerseits diejenigen Dinge zurück, die sie als Brautschatz mit auf den Hof gebracht hat, andererseits erhält sie 100 Rtl. und muß dann vom Hof abziehen;

3. Im umgekehrten Fall erhält der Bräutigam die auf den Hof mitgebrachten Utensilien der Braut;

4. Stirbt der Bräutigam und hinterläßt Kinder, so hat die Braut das Recht, sich erneut auf dem Gut zu verheiraten; ansonsten kann sie auch auf dem Gut lebenslänglich verbleiben;

5. Zustimmung zu diesem Vertrag erteilen der Vormünder und Oheim der Braut, Johann Peter Pluz sowie die Eltern des Bräutigams Peter und Anna Dorothea Hacke.

Zeugen des auf der Pastorat zu Helden abgeschlossenen Ehevertrages sind Gerichtsschöffe Jodocus Bayer und dessen Ehefrau Elisabeth, Johannes Bürberg, Cornelius Jüngermann und Philipp Bitter.
Unterschrieben von Johann Bernhard Voß, Kaplan und Apostolischer Protonotar.

Pfarrarchiv Helden, B 35, Seite 147.

12.08.1747 Eheversprechen Heller-Saure

Eheversprechen mit Dispens über den 3. und 4. Grad der Blutsverwandtschaft zwischen Peter Heller von Rieflinghausen und Anna Margaretha Saure, Witwe des Adam Saure vom Jäckelchen; dabei wird folgendes vereinbart:

1. Stirbt einer vor dem anderen ohne leibliche Erben, so erhält die Braut 30 Rtl., der Bräutigam im Abzugsfall die Hälfte zu 15 Rtl.;

2. Der Bräutigam verspricht, die eigenen und die Stiefkinder zu "regieren, zu erziehen und zu verpflegen". Außerdem wird zwischen den Kindern die Gleichstellung vereinbart;

Zeugen des auf der Pastorat zu Helden bgeschlossenen Ehevertrages sind Wilhelm Heller als Siefvater des Bräutigams, Hermann Schnieder und Johannes Hoffkühl als Bruder und Schwager.
Unterschrieben von Pastor Voß

Pfarrarchiv Helden, B 35, Seite 148.

15.08.1747 Eheversprechen Mertens-Cösters

Eheversprechen zwischen Peter Mertens, Witwer aus Kirchveischede, und Witwe Catharina Cösters; dabei wird folgendes vereinbart:

1. Die Brautleute werden mit bereits erteilter grundherrlicher Genehmigung das Cösters Haus und Gut beziehen;

2. Der Bräutigam verpflichtet sich, die drei Vorkinder Catharina, Maria Elisabeth und Catharina Mariken zu erziehen und ihnen im zukünftigen Heiratsfall jeweils einen halben Brautschatz mitzugeben, der aus einer guten Kuh, einem der besten Rinder und den Utensilien für den Brautwagen, wie es im hiesigen Kirchspiel gebräuchlich ist, besteht;

3. Der ältesten Tochter Catharina sind zusätzlich zwei neue Brautkleider mitzugeben, bei denen die Elle mindestens 1 Rtl. kostet. Dagegen muß Catharina ihre Arbeitskraft zum Besten des Hauses einsetzen und ihren Eltern stets gehorchen;

4. Der Bräutigam verpflichtet sich weiter, alle Verbindlichkeiten des Cösterschen Hofes zu übernehmen. Allerdings ist über den augenblicklichen Vermögensstand ein Inventar anzulegen;

5. Stirbt der Bräutigam vor der Braut ohne leibliche Erben, so erhält sie 40 Rtl. als Besatzpfennig;

6. Die beiden Kinder Johann Henrich Mertens und Maria Dorothea Cösters werden auf dem Cösters Gut verheiratet und als Beilieger bestattet. Die Kinder haben sich gegenüber den Eltern stets vorbildlich zu verhalten und ihre Arbeitskraft zum Besten des Hofes einzusetzen. Sie verpflichten sich weiter, den Vater Peter Mertens lebenslänglich im Sterbefall der Mutter zu versorgen;

7. Stirbt einer der jungen Eheleute vor dem anderen ohne leibliche Erben, so erbt der Überlebende das Gesamtvermögen des anderen;

8. Sollte nun die Mutter Catharina und der Schwiegersohn vor dem Vater Peter sterben, oder im umgekehrten Fall der Vater Peter und seine Schwiegertochter Maria Dorothea vor den anderen sterben, so haben sich die Überlebenden nicht das Leben schwer zu machen, sondern sich zu vertragen und den Abzug vom Hof zu ermöglichen.

Zeugen des auf der Pastorat zu Helden abgeschlossenen Ehevertrages sind von Mertens'scher Seite der Gerichtsschöffe Johann Jakob Lingenhoff, Mertens'scher Stiefsohn und Bruder; dann Johann Valentin Eppe, Johannes Busch, Johannes Schmelter. Von Cösterscher Seite Gerichtsschöffe Jodocus Bayer, Wilhelm Pulte, Elisabeth Sauer, Jobsten Graunert, Johannes Diek genannt Schnieders und Henrich Schlüngermann. Der Vertrag wird abgeschlossen vorbehaltlich grundherrlicher Genehmigung.
Unterschrieben von Johann Bernhard Voß, Apostolischer Protonotar.

Pfarrarchiv Helden, B 35, Seite 152.

20.08.1747 Eheversprechen Schnieder-Witwe Ahlbäumer

Eheversprechen zwischen Anna Louisa Busches, Witwe des Jodocus Ahlbäumer, und Johann Peter Schnieder von Welschen Ennest; dabei wird folgendes vereinbart:

1. Die Braut nimmt den Bräutigam in das sogenannte Busches Haus auf, in dem sie mit zwei unmündigen Kindern lebt;

2. Der Bräutigam nimmt die Kinder seiner Braut als seine Kinder an und verspricht, sie entsprechend zu erziehen und zu verpflegen. Zwischen den vorhandenen und zukünftigen Kindern wird die Gleichstellung beschlossen;

3. Stirbt der Bräutigam vor der Braut ohne leibliche Erben, so erhalten Braut und Stiefkinder sein gesamtes Vermögen. Im umgekehrten Fall erhält der Bräutigam 15 Rtl., das übrige Vermögen bleibt den Kindern vorbehalten.

Zeugen des auf der Pastorat zu Helden abgeschlossenen Ehevertrages sind von Seiten der Witwe Johann Ahlbäumer, Anton Bock, Henning Heller und dessen Ehefrau Anna Maria; von Seiten des Bräutigams Vater Peter Schnieder, Johannes Henze und Michael Schneider.
Unterschrieben von Johann Bernhard Voß, Apostolischer Protonotar.

Pfarrarchiv Helden, B 35, Seite 153.

30.09.1747 Pfusch beim Hospitalbau?

Beschwerde von Johann Wilhelm Schmidt, Maurermeister aus Schönenborn im Kirchspiel Gummersbach im Fürstentum Schwarzenberg, der das Schnellenberger Hospital gebaut hat, gegen den Rentmeister Molitor, der ihm noch immer nicht die noch ausstehenden 100 Rtl. Lohnkosten bezahlt habe. – In der Rechtfertigung Molitors beschuldigt dieser den Maurermeister, er habe das Gewölbe im Brauhaus nicht ordnungsgemäß gefertigt, sodass inzwischen Teile des Mauerwerks abgesackt seien. Deshalb habe er die 100 Rtl. noch nicht bezahlt. – In einer weiteren Stellungnahme teilt der Maurermeister mit, dass er alles so habe anlegen müssen, „wie der junge lateinische ingenior es haben wolte“. Ihm sei schon aufgefallen, dass man das aufgehende Mauerwerk von 4 Stockwerken auf die Gewölbe gesetzt habe, ohne mit hölzernen Pfeilern zu arbeiten, um die Lasten abzufangen. Deshalb verwundere es ihn nicht, dass die Gewölbe diesem Druck nicht standhalten können. Ihn treffe aber keine Schuld.

Archiv des Freiherrn von Fürstenberg, Akte AFH 4080.

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