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Donnerstag, 18. Juli 2019
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Attendorn an der Copacabana

Seit dem Sommer 2018 entdeckt die Attendorner Schülerin Marie Bilsing ein fremdes Land. Einen ersten Reisebericht aus Brasilien gibt es hier.

Die Attendornerin Marie Bilsing nimmt an einem Austauschjahr in Brasilien teil.

Wie leben die Menschen in Brasilien? Und was machen sie in ihrer Freizeit? In ihrem Austauschjahr in Brasilien erlebt Marie Bilsing die Kultur, den Alltag und das Leben der Brasilianer hautnah. Die Teilnahme an dem "Long Term Exchange Programm" wurde ihr durch den Rotary Club Olpe-Biggesee ermöglicht. In Ihrem ganz persönlichen Reisebericht erzählt sie uns von Ihren Erlebnissen.

Kurz vor ihrer Abreise war Marie zu Besuch im Attendorner Rathaus. Dort erhielt Sie einige Präsente (USB-Sticks, Anstecknadeln etc.), die sie als Gastgeschenke mit nach Südamerika genommen hat. Im "Gegenzug" hatte Marie versprochen, sich aus Brasilien zu melden. Hier nun ihr Reisebericht:

Reisebericht aus Brasilien

Mein Jahr in Brasilien

Seit dem 20.07.2018 nehme ich an einem Jahresaustausch, dem so genannten Long Term Exchange Programm, des Rotary Clubs teil. Mein aussendender Club ist der Rotary Club Olpe-Biggesee.

Die Hälfte meines Austauschjahres ist vorbei und ich befinde mich gerade an einem Punkt, wo ich sagen kann: „So viele tolle Dinge habe ich noch nie in meinem Leben erlebt.“ Vor einigen Tagen bin ich von einer vierwöchigen Reise mit der Organisation zurückgekommen. Um die 70 Austauschschüler aus der ganzen Welt waren einen Monat unterwegs und ich war eine davon. Ich kann es immer noch nicht ganz glauben, dass ich diese Momente wirklich erlebt habe. Es war so unbeschreiblich schön, dass es keine perfekten Worte gibt, um diese Reise zu beschreiben. Startpunkt war der Nordosten Brasiliens mit Menschen, die noch ein bisschen fremd waren, bis in den Südosten mit Fremden, die Freunde wurden. Wir waren in 10 unglaublich schönen Städten, sind mit Buggies durch Dünenlandschaften gefahren, hatten Capoeira Unterricht (brasilianischer Kampfsport) und haben Sonnenuntergänge von Dünen aus beobachtet. Außerdem haben wir wunderbare sonnenintensive  Stunden am Strand verbracht. Zuerst alle rot verbrannt und am Ende der Reise an der Copacabana konnten wir braungebrannt mit den Brasilianern mithalten.

Als Fußballweltmeister 2014 im Stadion Maracanã in Rio

Wir hatten Surfunterricht, sind bei wolkenlosem blauen Himmel mit einem Boot durch türkisfarbenes Wasser zu einer unbewohnten traumhaft schönen Insel gefahren oder wir sind mit Taucherflaschen in eine unfassbar schöne Unterwasserwelt abgetaucht. Alleine, wenn ich über diese Ereignisse schreibe, kommen Bilder in meinen Kopf, die ich in meinem ganzen Leben nicht vergessen werde. Einer der schönsten Tage war, als wir durch Schluchten und Höhlen gewandert sind und am Ende an eine Lichtung kamen mit Seen und Wasserfällen. Dort sind wir von Klippen ins Meer gesprungen oder Wasserfälle runtergerutscht. Außerdem waren wir im Stadion Maracanã in Rio, wo Deutschland 2014 das Endspiel gegen Argentinien gewonnen hat und Fußballweltmeister wurde. Hier durften wir Deutschen den Rasen küssen. Dies war ein unglaublich emotionaler Moment.

Letzter gemeinsamer Tag an der Christusstatue

Außerdem waren wir bei der Christusstatue, wo wir alle zusammen unseren letzten gemeinsamen Tag der Reise verbrachten. Dieses Gefühl, wenn man die letzten Stunden zusammen im Bus verbringt und man weiß, dass man die meisten der 70 anderen Austauschschüler nie wieder sieht und man selbst und viele andere auch einfach nur weinen, ist sehr bewegend. Zum Abschied hört man dann Worte wie: „Du bist für mich wie meine kleine Schwester. Pass auf dich auf!“ Spätestens da wusste ich persönlich, dass es richtig war, diesen Austausch zu wagen und mich ganz alleine auf dieses Abenteuer einzulassen. Diese Gefühle kann man kaum beschreiben, ich werde sie jedenfalls nie vergessen.

 "Jeden Tag wache ich auf und erlebe etwas tolles Neues!"

Mein Austausch im Allgemeinen ist ein einziger Traum. Jeden Tag wache ich auf und erlebe etwas tolles Neues. Ich habe neben einer neuen Sprache ganz viele Dinge gelernt, für die ich echt dankbar bin.

Die brasilianische Schule ist nicht ganz so beliebt unter den Austauschschülern, da man nur acht Stunden auf seinem Stuhl sitzt und dem Lehrer zuhören muss. Da freue ich mich doch tatsächlich ein kleines bisschen auf das SUG!

Anfang Dezember habe ich zum ersten Mal meine Familie gewechselt und bald wechsele ich zu meiner nächsten. Ich finde es gut, dass Rotary es möchte, dass man mehrere Familien kennenlernt, da man dadurch unterschiedliche Lebensweisen kennenlernt.

 Der Jahreswechsel am Strand

Ich habe Weihnachten und Silvester das erste Mal nicht mit meiner Familie oder Freunden gefeiert. Alle meinten ja, dass es die schlimmste Zeit mit viel Heimweh und allem ist. Ich fand es aber gar nicht so schlimm. Klar denkt man an Zuhause, aber ich habe mich auch im Kreis meiner brasilianischen Familie wohlgefühlt und konnte die Festtage genießen, weil es eine interessante Erfahrung war, anders zu feiern. Außerdem habe ich den Jahreswechsel am Strand verbracht mit Freunden der Familie, die ich so gut wie gar nicht kannte. Aber das macht das Leben als Austauschschüler richtig interessant - ständig neue Menschen verschiedenster Nationalitäten kennenlernen und ganz viel von den Einheimischen zu lernen und zu erfahren. Ich hätte sonst wohl nie die Erfahrung gemacht, ganz in weiß gekleidet, nachts über 7 Wellen zu springen - einmalig.

"Für mich ist es ein riesen Geschenk!"

Für mich ist es ein riesiges Geschenk, mitten in Saõ Paulo zu wohnen. Ok, in den ersten Tagen oder auch Wochen war es ein bisschen schwer, sich zurecht zu finden, da der Wechsel aus dem beschaulichen grünen Attendorn ins Zentrum von Saõ Paulo in ein 27-stöckiges Hochhaus schon eine Herausforderung und Umstellung ist;). Aber ich habe viele Möglichkeiten, meine Freunde zu treffen und die U-Bahn ist zu meinem zweiten Zuhause geworden.

Vor mir liegen jetzt noch gut 3 1/2 Monate in Brasilien. Während dieser Zeit werde ich mit Rotary auf eine Amazonas Reise gehen und den brasilianischen Karneval erleben.

Ich bin meinen lieben Eltern in Deutschland, meinen Gastfamilien in Brasilien und Allen, die diesen Austausch begleiten, organisieren und unterstützen für dieses unvergessliche Jahr unendlich dankbar.

Sonnige Grüße aus Brasilien

Marie 

Kontakt

Tom Kleine »
Telefon: 02722 64-238
Fax: 02722 64-421
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