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20.11.2018

"Attendorner spornen meinen Ehrgeiz an"

Vor seinem Auftritt in der Attendorner Stadthalle am Sonntag, 16. Dezember 2018, um 20.00 Uhr hatte Martina Köhler von der Pressestelle der Hansestadt Attendorn Gelegenheit, dem Entertainer Jörg Knör ein paar Fragen zu Kunst, Politik und dem Sauerland zu stellen.

Tausendsassa und Rampensau

Sie singen, Sie zeichnen, Sie parodieren. Sind Sie ein Comedian? Ist „Entertainer“ die richtige Beschreibung? 

Jörg Knör: Ja, gold-richtig - und vielleicht der Letzte seiner Art ?! (Lach) Aber Tausendsassa, Rampensau oder Rumtreiber lasse ich auch gelten.

Gibt es einen Bereich, den Sie lieber machen als den anderen?

Jörg Knör: Meine musikalische Seite in Parodie und Songs ist mir schon emotional näher als die Wortnummern oder das Zeichnen, aber auch nur ganz knapp. „Knör-typisch“ ist aber seit 40 Jahren die bunte Mischung aus allem: Immer wieder überraschen mit Neuem, temporeich und aktuell.

Wieviel Menschen oder Stimmen können Sie imitieren?

Jörg Knör: Ich PARODIERE! Mittlerweile mit über 70 Promis in meinem „Fundus“. Inklusive Wum und Wendelin, die ich sieben Jahre für Loriot gesprochen habe.

Wo ist für Sie der Unterschied zwischen dem Imitieren und dem Parodieren?

Jörg Knör: Danke für die Frage! Eine Imitation ist die exakte Kopie von etwas oder jemandem, also ganz unkreativ. Die Parodie ist die möglichst geistreiche, humorvolle Interpretation von etwas oder jemandem – und damit wieder ein eigenständiges „Kunstwerk“.

"Opfer" müssen durch mehrere Schleusen

Zur Vorbereitung Ihrer Shows: Wie suchen Sie die Personen aus, die Sie parodieren? Welche Voraussetzungen müssen die Menschen mitbringen?

Jörg Knör: Das mögliche Opfer muss bei mir durch mehrere Schleusen:

  1. Ist die Person 90 Prozent meiner Zuschauer im Original bekannt?
  2. Kann der Promi auch im Original ohne Bild nur stimmlich wiedererkannt werden?
  3. Liegt diese Stimme in meinem Stimmumfang?
  4. Ist der Promi gerade aktuell mit einem Thema in den Medien?

Was ist wichtiger: Typen oder Thema?

Jörg Knör: Ohne Thema lasse ich die Typen in der Garderobe. Das Thema bestimmt die Szene, in die ich meine Mitwirkenden setze und die Pointe, die ich der Nummer gebe.

In Ihrem neuen Programm nehmen Sie auch die Protagonisten der GroKo aufs Korn. Sind Sie ein politischer Mensch?

Jörg Knör: Keiner kann sich der Politik entziehen, da sie unser Leben bestimmt, uns einschränkt oder aufregt, uns zum Narren hält oder über die Steuern unser berufslebenslanger Geschäftspartner ist. Ich bin kein Kabarettist, aber immer wieder solidarisch bei dem gesunden Gerechtigkeitsempfinden meiner Zuschauer.

Die Person Angela Merkels ist nicht nur von großer Bedeutung in der Politik. Sie ist auch wichtig für Satiriker und Comedy-Autoren. Bereiten Sie sich schon auf die Zeit nach Merkel vor?

Jörg Knör: Auf was soll man sich vorbereiten? In meiner Rückblicks-Show beschwöre ich zum Schluss meine Wünsche an 2019 in meiner Fassung von Udo Jürgens´ „Ich weiß was ich will!“...

"Nicht billig zu kriegen"

Sie sind im Dezember nicht das erste Mal in Attendorn. Wie haben Sie die Menschen hier in Erinnerung?

Jörg Knör: Ausbau- und auftaufähig! Der Sauerländer will überzeugt werden, er ist nicht billig zu kriegen. Das mag ich aber, das spornt nur meinen Ehrgeiz an, alles zu geben. Aber wenn ich Ihn erst mal aus der (Atta-)Höhle gelockt habe, dann MACHT (Knör) SAUER (Land) LUSTIG !

Autorin: Martina Köhler

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