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Datum: 19.05.2022

Umfrage Klimaschutz in Attendorn

Attendorns Bürgermeister Christian Pospischil nahm aus den Händen einer Schülergruppe das Ergebnis einer Umfrage zum Thema „Klimaschutz in Attendorn aus der Sicht von Jugendlichen“ entgegen.

Was interessiert Jugendliche beim Klimaschutz?

Was interessiert Jugendliche beim Klimaschutz? Das wollten die Initiatoren des seit 2018 in der Stadt Attendorn durchgeführten Energiesparprojektes herausfinden. „Immer mehr Jugendliche interessieren sich für Klimaschutz. Schließlich ist es ihre Zukunft. Sie wollen selber gefragt werden“, erläuterte Projektleiter Klaus Pelzer vom unabhängigen Beratungsbüro ecoteam NRW, der dieses Projekt im Auftrag der Stadt seit vier Jahren betreut.

Unter dem Motto „Ein echter Kattfiller kennt seine Energiekiller!“ hat das Projekt seit 2018 schon für viel Aufsehen gesorgt. So konnten ganz ohne Investitionen, nur durch Vorschläge, Appelle und Tipps, also nur mit der Änderung des Verhaltens im letzten Einsparjahr vor Corona, durchschnittlich 8 % der Verbräuche bei Heizung, Strom und Wasser eingespart werden. Das entspricht einer Kosteneinsparung von 40.000 Euro in einem Jahr.

Hanseschule und Rivius Gymnasium beteiligt

Aber Klimaschutz ist ja nicht nur Energiesparen. Deshalb hat das städtische Projekt die Schülerinnen und Schüler der Hanseschule und des Rivius Gymnasiums in eine Umfrage zum Klimaschutz eingebunden.

Die Resonanz war riesig: Mehr als 350 Jugendliche haben freiwillig an der Befragung teilgenommen, was in etwa einem Drittel der Gesamtschülerzahl beider Schulen entspricht.

Gefragt wurde nach den Einkaufsmöglichkeiten für umweltfreundliche und nachhaltige Produkte in Attendorn, ob man sich in Attendorn gut mit Bus und Bahn bewegen kann oder ein eigenes Auto haben muss, wie es um den Naturschutz steht und ob Attendorn genug Anstrengungen unternimmt für den Einsatz erneuerbarer Energien.

Viele Jugendliche sind mit dem Umwelt- und Klimaschutz in Attendorn zufrieden

Viele Jugendliche sind mit dem Umwelt- und Klimaschutz in Attendorn zufrieden. So das erste Fazit der Befragung unter den Schülern. So finden die Jugendlichen mehrheitlich das Einkaufsangebot umweltfreundlicher Produkte in Ordnung.

Bei der Mobilität in Attendorn ist die Meinung der befragten Jugendlichen geteilt. Die Hälfte aller Jugendlichen findet, dass der öffentlichere Personennahverkehr gut vernetzt ist und häufig genug fährt. Obwohl nur ca. 20 % gelegentlich den ÖPNV auf dem Weg zur Schule benutzt. Die allermeisten Jugendlichen kommen „umweltfreundlich“ oder „überwiegend umweltfreundlich (zu Fuß, mit dem Rad, mit Bus oder Bahn)“ zur Schule. Lediglich 10 % werden von den Eltern gebracht. Die andere Hälfte der befragten Jugendlichen ist allerdings der Meinung, dass mehr getan werden müsste für den öffentlichen Personennahverkehr in Attendorn.

Klaus Pelzer: „Wer Attendorn kennt, weiß, dass sie eine von Natur aus grüne Stadt ist. Aber wird auch genug getan, dass die Stadt auch grün bleibt? Was ist mit Blühwiesen, was mit Fassaden- oder Dachbegrünung? Wird in Attendorn pestizidfrei gedüngt? Wird etwas für Bienen und andere Insekten getan? Hier waren 60 % der Jugendlichen der Meinung, dass mehr gemacht werden sollte.“

Die größte Einigkeit herrschte bei der Frage, dass die Stadt Attendorn die erneuerbaren Energien besser fördern müsste, um CO² einzusparen. Zweidrittel aller Befragten teilten diese Meinung.

Umweltsituation an der eigenen Schule beleuchtet

Auch zur konkreten Umweltsituation an ihren eigenen Schulen wurden die Jugendlichen befragt. Hier brennt ihnen ein Thema besonders unter den Nägeln: die mangelhafte Abfalltrennung! Eigentlich ein umweltpolitischer Anachronismus, der sich aber auch in vielen guten Vorschlägen von den Schülern widerspiegelt, wie „Brotdosenpflicht“, „Milch- und Kakaopackungen vermeiden“, „Wasser nicht in Plastikflaschen, dafür immer Glasflaschen“ und vieles mehr.

„Das Erfreulichste bei der Befragung war, dass die allermeisten Attendorner Jugendlichen beim Klimaschutz auch selber bereit sind, etwas beizutragen und ihr Handeln ändern wollen. Von der Ernährung mit weniger Fleisch über nachhaltige Kleidung, zum Beispiel durch Second Hand, bis hin zu der Benutzung von Recyclingpapier als Kopierpapier, bei Schulheften und Ringordnern waren die Nennungen“, so Klaus Pelzer.

Bürgermeister Poaspischil lädt zum Gespräch ein

Bürgermeister Pospischil nahm das Umfrageergebnis höchst interessiert entgegen und versprach, dass die Meinungen und die Anregungen der Jugendlichen nicht ungehört verhallen werden. In einem ersten Schritt lud er die beiden Schulen bereits für Anfang Juni zu einem gemeinsamen Gedankenaustausch und zur Vertiefung des Konzeptes in das Rathaus ein.