Hilfsnavigation
Volltextsuche
Icon RSSExterner Link: Icon FacebookExterner Link: Icon TwitterWhatsApp-Nachrichten
Samstag, 17. November 2018
Seiteninhalt
09.11.2018

"NANA"

Ein ganz besonderes Theaterprojekt am Rivius Gymnasium steht unmittelbar vor seiner Premiere: Der Literaturkurs unter Leitung von Susanne Hullerum stellt am 13., 14. und 15. November 2018 das selbstgeschriebene Stück "NANA" vor, das sich mit dem Leben von Anna Kahn auseinandersetzt.

Aufführungen vom  13. bis 15. November 2018 im Rivius Gymnasium Attendorn

Anna, die alle nur "Nana" nannten, war das erste Mädchen, das in Attendorn das Abitur ablegte. Eine in vielerlei Hinsicht besondere Geschichte.

Anna Kahn wurde 1910 in Mailand geboren, ihr Vater Otto arbeitete als Auslandskorrespondent der Frankfurter Zeitung in Rom. Nach dem frühen Tod ihrer Mutter und auch ihrer Stiefmutter gab ihr Vater die 12jährige, evangelisch getaufte Nana in die Obhut seiner in Attendorn lebenden Schwester Martha Ursell und ihrer jüdischen Familie. Da das begabte Mädchen unbedingt das Abitur ablegen wollte, kam das Lyzeum der Ursulinen für sie als Schule nicht in Frage. Gegen manche Hindernisse wurde sie die erste Schülerin des Gymnasiums zu Attendorn, des heutigen Rivius Gymnasiums, wo sie 1929 erfolgreich die Abiturprüfung ablegte. Später trat sie zum Judentum über und heiratete den Attendorner Kurt Stern, den sie schon während der Schulzeit kennengelernt hatte. Gemeinsam mit ihm und ihrer Tochter floh sie vor den Nationalsozialisten in die USA, wo sie im Jahr 2005 verstarb.

"Eine außergewöhnliche Geschichte!"

Geschichtslehrer Stefan Meier: "Auf Nana sind wir durch Hartmut Hosenfeld gestoßen, der vor einigen Jahren eine Schülerin zu einer Facharbeit über dieses Thema motiviert hat. Seitdem hat uns diese außergewöhnliche Geschichte nicht mehr losgelassen. Wir wollten sie unbedingt einer größeren Öffentlichkeit bekanntmachen. Es fehlte nur die passende Idee." Vor einigen Monaten dann stellten Hartmut Hosenfeld und Tom Kleine das Projekt "Shalom Attendorn 2018" an den Attendorner Schulen vor. "Und dann war plötzlich klar: Das ist die Gelegenheit, sich mit diesem Stück Schulgeschichte näher zu beschäftigen."

Die Stimmung der "Goldenen 20er"

Aufgegriffen wurde die Idee vom Literaturkurs der letztjährigen Q1 und seiner Lehrerin Susanne Hullerum: "Die Schüler waren sofort Feuer und Flamme. Nanas Geschichte und die Zeit, in der sie sich abspielte, haben uns einfach fasziniert." Man entschied sich dafür, wichtige Stationen in Nanas Leben in einem selbstgeschriebenen, szenischen Theaterstück umzusetzen. Dabei ging es nicht immer nur um eine historisch korrekte Wiedergabe der damaligen Zeit. Hullerum: "Die Liebesgeschichte von Nana und Kurt etwa haben die Schüler durch Bilder im heutigen Attendorn angesiedelt. Trotzdem versuchen wir auch, etwas von der Stimmung der 'Goldenen 20er' einzufangen."

Tanz und Gesang

Hierfür waren neben dem Literaturkurs viele weitere Personen im Einsatz, die jetzt der Premiere entgegenfiebern. Die Kunst der 20er Jahre z.B. wurde im Kunstunterricht von Gregor Gülker aufgegriffen, eine Tanzgruppe beschäftigte sich mit dem damaligen Tanzstil und ein Gesangsquartett wagt sich u.a. an die Comedian Harmonists heran.

"Shalom Attendorn 2018"

So wird sich der Geschichte von Nana und den jüdischen Familien Ursell und Stern von vielen Seiten genähert. "Dieses Stück entwickelt genau die Dynamik und damit auch Nachhaltigkeit, die wir uns mit der Idee von 'Shalom Attendorn 2018' erhofft haben. Ich war vom ersten Tag an in dieses Projekt verliebt. Ein Riesen-Kompliment an alle Beteiligten", so Initiator Tom Kleine.

Der Eintritt ist frei - Tickets sichern

Die Premiere beginnt am Dienstag, 13. November, um 19 Uhr in der Aula des Rivius Gymnasiums, eine zweite und dritte Aufführung am Mittwoch, 14. November, und Donnerstag, 15. November, zur gleichen Zeit. Der Eintritt ist frei, Karten für die Veranstaltungen sind im Sekretariat der Schule erhältlich. (Tel. Reservierung unter 02722/5953).