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Mittwoch, 13. Dezember 2017
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Wertminderung von Immobilien durch Mobilfunk-Sendemasten

Die wachsende Sorge in der Bevölkerung über mögliche Gesundheitsgefahren durch die von Mobilfunkanlagen ausgehende hochfrequente elektromagnetische Strahlung führt zu einem Aspekt, der zunehmend an Bedeutung gewinnt:

Immer häufiger ist zu beobachten, dass Grundstücke im unmittelbaren Umfeld von Mobilfunkanlagen auf dem Immobilienmarkt teilweise nicht unerhebliche Wertminderungen erleiden, weil Mieter und Käufer immer weniger gewillt sind, eine Mobilfunkantenne auf dem Objekt oder in der Nachbarschaft zu akzeptieren.

Der Ring Deutscher Makler (RDM) hat sich des Themas in der Ausgabe 5/2003 seiner Zeitschrift „Informationsdienst für Sachverständige“ angenommen. In der 23 Seiten starken Publikation geht es ausschließlich um die Problematik der Wertminderung durch Mobilfunk-Sendemasten.

Mit freundlicher Genehmigung der Deutschen Immobilien-Akademie (DIA) an der Universität Freiburg stellen wir die Schrift des RDM hier zum Download bereit:

RDM-Ausgabe 5/2003 (PDF, 270 KB )

Auf der Homepage der Deutschen Immobilien-Akademie finden sich weitere Informationen zum Thema. Besonders hinzuweisen ist auf die dortige Umfrage unter Gutachterausschüssen zur Wertminderung von Immobilien durch Sendeanlagen.

Wertbeeinflussende Faktoren von Sendemasten

Franz Daniel Schoeller, freier Sachverständiger für die Wertermittlung von bebauten und unbebauten Grundstücken des Bundes deutscher Grundstücksachverständiger, BDGS, Fachwirt für Grundstücks- und Wohnungswirtschaft, stellt in seiner Broschüre „Wertzuwachs / Wertminderung von Immobilien“ sehr ausführlich die wertbeeinflussenden Faktoren von Mobilfunkantennen auf Wohnimmobilien dar.

So beleuchtet er das Thema auch aus Sicht der Banken (Senkung der Beleihungsgrenzen) und der Versicherungen (Furcht vor dem Risiko Mobilfunk, Haftungsrisiko der Hausbesitzer).

Mit freundlicher Genehmigung von Herr Schoeller bieten wir die Broschüre hier im PDF Format zum Herunterladen an:

Wertzuwachs / Wertminderung von Immobilien (PDF, 532 KB )

BGH attestiert erstmals gravierenden Wertverlust von Mobilfunk-Immobilien

Auf dem Dach einer Wohnungseigentumsanlage war bereits vor Jahren eine Mobilfunkanlage errichtet worden. Der zur Nutzung des Daches berechtigte Eigentümer beabsichtigte, in Ausübung seines Sondernutzungsrechtes zwei weitere Sendeanlagen auf dem Dach errichten zu lassen. Dagegen wehrten sich die übrigen Wohnungseigentümer mit dem Argument, die im Grundbuch eingetragene Befugnis zur Errichtung "einer Funkfeststation" auf dem Dach erlaube nicht die Errichtung weiterer Mobilfunkanlagen.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte nun in dem Verfahren V ZB 17/06 die Frage zu klären, ob die übrigen Wohnungseigentümer eine solche Unterlassung verlangen können. Ja, sagt der BGH in seinem Beschluss vom 30. März 2006. Die Auslegung der in das Grundbuch eingetragenen Befugnis eines Wohnungseigentümers, auf dem Dach des gemeinschaftlichen Gebäudes "eine Funkfeststation" zu betreiben, führt nach Ansicht des Gerichts nicht dazu, dass der Betrieb mehrerer solcher Anlagen gestattet wäre.

Beachtlich ist die Begründung in Absatz 23 des Beschlusses: "Die Anzahl der erlaubten Funkfeststationen auf dem Dach des gemeinschaftlichen Gebäudes ist nämlich für sämtliche Beteiligte von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung. Dabei stehen sich die Interessen des jeweiligen Berechtigten und der übrigen Wohnungseigentümer gegenüber. Während der Berechtigte bei Errichtung mehrerer Anlagen höhere Mieteinnahmen von den Mobilfunkbetreibern erzielen wird, kann dies bei den Wohnungen der anderen Eigentümer zu einem gravierenden Wertverlust führen".

Damit wird hier erstmals - höchstrichterlich - der Wertverlust einer Immobilie als beachtlich anerkannt, sobald auf deren Dach ein Mobilfunksendemast steht.

Urteil des Bundesgerichtshofs vom 30.03.2006 (BGH V ZB 17/06 (PDF, 249 KB )