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Freitag, 20. Oktober 2017
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Die UMTS Umfrage der Hansestadt Attendorn

Die Bedeutung von UMTS für Industrie, Handwerk und Gewerbe wird unterschiedlich eingeschätzt. Deshalb hat die Hansestadt Attendorn im Oktober 2005 eine repräsentative Umfrage durchgeführt. Neben der Bedeutung und Einsatzmöglichkeiten von UMTS wurde u.a. auch nach der Zufriedenheit mit der aktuellen Versorgungssituation gefragt.

Historie

Als die – damals noch sechs - Mobilfunkbetreiber im Jahre 2000 für die UMTS –Lizenzen exakt 50.519.319.163,73 Euro auf den Tisch legten, versprachen sie sich von dem schnellen Multimedia-Standard eine Revolution im Mobilfunk. Neben der technischen Weiterentwicklung ging es für die Netzbetreiber in erster Linie darum, das nachlassende Wachstum bei Telefonaten mit steigenden Umsätzen durch Multimediadienste auf dem Handy über die UMTS-Netze mit ihrer schnellen Datenübertragung zu kompensieren. Mit sog. "Killerapplikationen" wie Videotelephonie, Handy-TV und Musik-Downloads sollte der UMTS-Siegeszug eingeleitet werden. Aber auch zwei Jahre nach dem offiziellen Start vom UMTS (am 12.2.2004 bot Vodafone Laptop-Besitzern erstmalig sog. UMTS-Karten an) haben es die Netzbetreiber immer noch nicht geschafft, eine größere Nachfrage zu wecken.

Die private UMTS - Nutzung

Optimistische Schätzungen gehen im Frühjahr 2006 von rd. 2,5 Millionen verkauften UMTS-Handys und Laptop-Karten aus. Aber werden diese auch für die mobilen Datendienste genutzt? Die Antwort lautet: Kaum.

Den Dauerbrenner SMS herausgerechnet, machen die vier Netzbetreiber höchstens fünf Prozent ihrer Jahreserlöse mit Datendiensten. Dabei entfällt der Löwenanteil auf die Klingeltöne.

Eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Infratest im Auftrag von E-Plus im Februar 2006 zeigt: Drei Viertel der Handybesitzer nutzen ihr Gerät zum Telefonieren und Versenden von Kurznachrichten (SMS); Das Versenden von Multimedia-Mitteilungen (MMS), Surfen im Internet, E-Mail oder das Herunterladen von Musik spielen nur eine untergeordnete Rolle. Zwei Drittel der 74 Millionen Handynutzer in Deutschland wissen noch nicht einmal, was UMTS ist bzw. haben noch nie davon gehört!

Nach einer Prognose von Deloitte, eine der führenden Prüfungs- und Beratungsgesellschaften in Deutschland, wird sich dieser Trend auch fortsetzen. Zwar werde das laufende Jahr den UMTS-Betreibern Neuverträge im Millionenbereich bringen, aber: „UMTS fehlt noch eine Killerapplikation, wie es Sprache und SMS-Dienste für 2G (GSM) sind“. UMTS lässt die Verbraucher keinen Mehrwert erkennen.

Insgesamt telefonieren die Deutschen nach einer Studie des Marktforschungsunternehmens Analysys noch immer am liebsten über das Festnetz. Nur 18 Prozent aller Telefonate werden über das Handy geführt, der europäische Durchschnitt liegt bei 33 Prozent.

„Die Akzeptanz der Kunden fehlt, das Netz ist zu weniger als einem Prozent ausgelastet. Das ist bei allen Anbietern so.“ Dieses Statement von Uwe Bergheim, früherer Vorsitzender von E-Plus, in einem Focus-Interview fasst die Statistiken prägnant zusammen.

Die gewerbliche Anwendung von UMTS

Die neue mobile Übertragungstechnik sollte nach dem Wunsch der Netzbetreiber durch die neuen Anwendungsmöglichkeiten auch die innerbetrieblichen Abläufe revolutionieren. Die Kommunen wurden immer wieder gewarnt, die Verfügbarkeit von UMTS werde schon bald zu dem maßgeblichen Standortfaktor, der über das Wohl und Wehe der heimischen Wirtschaft entscheiden werde.

Die erste Umfrage, die diese Einschätzung in Frage stellte, veröffentlichte das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Jahre 2004. Danach ist die neue Übertragungstechnik nur bei wenigen Unternehmen der Informationsbranche gefragt. Das Interesse an der Konkurrenztechnik WLAN ist lt. Umfrage rund fünfmal höher.

Die nun vorliegenden Ergebnisse der Attendorner Umfrage bestätigen diesen Trend. Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass UMTS auch in Attendorn, einem der stärksten Wirtschaftsstandorte in Südwestfalen, nur eine unbedeutende Rolle spielt.

Diese örtlichen Ergebnisse korrespondieren im übrigen mit denen der Befragung «TELCO Trend» von Steria Mummert Consulting, bei der von Ende Oktober bis Ende November 2005 insgesamt 122 Fach- und Führungskräfte der Telekommunikationsbranche aus Deutschland und der Schweiz befragt wurden. Nach den im Januar 2006 veröffentlichten Ergebnissen zählt nur in jedem siebten Unternehmen UMTS noch zu den drei wichtigsten Übertragungstechnologien.

Ergebnis der Attendorner Umfrage (PDF, 102 KB )

ZEW-Umfrage (PDF, 22 KB )

TELCO Trend-Befragung (PDF, 19 KB )

Umfrage von TNS Infratest im Auftrag von E-Plus (PDF, 21 KB )

Prognose von Deloitte Deutschland (PDF, 17 KB )

TNS Infratest: Mangelnde Akzeptanz von UMTS-Anwendungen (PDF, 33 KB )

Handyreport der Bild-Zeitung, Mai 2007 (PDF, 148 KB )