Am 19. Oktober 2006 veranstalteten das Multimediahaus und die Stadt Attendorn bereits zum fünften Mal in Folge das Attendorner Wirtschaftsgespräch. Zu diesem „kleinen Jubiläum“ konnte mit Olaf Preuß ein renommierter Wirtschaftswissenschaftler gewonnen werden, der die Zuschauer in der erneut sehr gut besuchten Stadthalle mit seinem spannenden Reisebericht über den Wirtschaftsstandort Deutschland bestens zu unterhalten wusste.
Olaf Preuß, Jahrgang 1962, hat für den Spiegel, die Woche und das Greenpeace Magazin geschrieben. Im Oktober 1999 gehörte er zur Gründungsredaktion der Financial Times Deutschland in Hamburg und ist seither Redakteur im dortigen Ressort "Unternehmen", von wo er über ein breites Spektrum von Wirtschaftsbranchen im In- und Ausland berichtet.
Für seine Reportage "Pulp Fiction" über den Bau einer neuen Zellstofffabrik bei Stendal erhielt Olaf Preuß im September 2005 den „Mitteldeutschen Journalistenpreis“ des Deutschen Journalistenverbandes.
Sein im Frühjahr erschienenes Buch "Made in Germany" zeigt, wie wir die Herausforderung "Globalisierung" meistern können. Schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten, so scheint es. Berichte über Werksschließungen, Massenentlassungen, Fabrikverlagerung oder Firmenpleiten prägen das Bild vom Standort Deutschland.
„Dies ist jedoch nur ein kleiner Teil der ökonomischen und sozialen Wirklichkeit in unserem Land“, so Olaf Preuß in der Stadthalle Attendorn. „Nominal ist Deutschland die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt. In vielen Branchen gehören deutsche Unternehmen - vom Mittelständler bis zum Weltkonzern - zu den Weltmarktführern. Nur in den USA werden mehr Patente angemeldet als hierzulande. Hoch qualifizierte Arbeitnehmer, technologische Spitzenleistungen, Leistungskraft, Rechtssicherheit und sozialer Frieden bilden seit jeher das Fundament des Standorts Deutschland“, untermalte Olaf Preuß seine Feststellungen mit einigen Beispielen. So würde kaum jemand wissen, dass der heute allgegenwärtige mp3-Player ursprünglich ein deutsches Produkt aus dem Hause Grundig sei.
Mit viel Leidenschaft appellierte Olaf Preuß an die Zuhörer: „Raus aus dem Jammertal! Wir müssen uns wieder stärker auf die Fähigkeiten der Menschen und der Wirtschaft besinnen. Nur so können wir das enorme Potential unseres Landes weiter entwickeln und unsere Zukunft gestalten. Dass unsere Wirtschaft wieder in Schwung kommt, ist vor allem eine Frage der richtigen Einstellung.“ Für Olaf Preuß ist eines klar: „Es lohnt sich, in Deutschland zu investieren.“
Mit einem breit gefächerten Spektrum an aktuellen Themen von der „Unterschichten“-Diskussion über die Pleite von BenQ bis hin zu den Auswirkungen von Globalisierung und Klimawandel auf die Wirtschaft lieferte Olaf Preuß beste Unterhaltung und Infotainment.
Dabei vergaß Olaf Preuß nicht, den Finger mahnend zu heben. Vor allem im Bildungssektor sei Deutschland derzeit nicht leistungsfähig. Dabei stehe eines fest: „Der wichtigste Rohstoff in Deutschland ist Wissen und Bildung. In dieses Zukunftsfeld muss massiv investiert werden“, so Olaf Preuß, der den Entscheidungsträgern in diesem Lande auch einige Vorschläge vom Erlernen von Fremdsprachen bereits im Kindergarten bis hin zu mehr Wirtschafts-Stipendien für Studenten in das Buch schrieb.
Auch das derzeitige Gesellschaftsrecht in Deutschland sei „mangelhaft“. „Ltd.-Unternehmen sind auf dem Vormarsch“, wusste Olaf Preuß zu berichten.
In der anschließenden Diskussion mit Multimediahaus-Geschäftsführer Thomas Sauerbier und dem Publikum zeigte sich Olaf Preuß gut informiert über die heimische Wirtschaft. „Der Kreis Olpe hat eine auffallend hohe Dichte an erfolgreichen Unternehmen. Gerade in Attendorn findet man eine beeindruckend starke mittelständische Struktur.“
Mit viel Applaus ging das 5. Attendorner Wirtschaftsgespräch zu Ende. In gemütlicher Atmosphäre verweilten die Besucherinnen und Besucher im Anschluss an die Veranstaltung noch lange in der Stadthalle und nutzten die Chance zum persönlichen Meinungsaustausch mit Olaf Preuß.
Die Presseberichterstattungen über das 5. Attendorner Wirtschaftsgespräch bieten wir Ihnen hier im PDF-Format an:
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