In die Diskussion um das Thema "Mobilfunk in Attendorn" ist erneut Bewegung gekommen. Auf Einladung der Stadt Attendorn und des Mobilfunkanbieters T-Mobile fand am Freitag eine Pressekonferenz statt, bei der das Gutachten der Universität Stuttgart vorgestellt wurde.
Die Vertreter von T-Mobile und der Stadt Attendorn bei der Pressekonferenz
Das nova-Institut hat im vergangenen Jahr das Attendorner Mobilfunkversorgungskonzept erstellt. Im Kern sieht das Gutachten eine grundsätzliche Versorgung "von außen", d.h. mit Senderstandorten, die möglichst weit weg von der Wohnbebauung sind und die wesentlich höher liegen als die typische Dachhöhe der Bebauung, vor. Das Konzept schließt innerstädtische Standorte nicht kategorisch aus. Allerdings muss deren funktechnische Notwendigkeit im Einzelfall belegt sein. Das vom nova-Institut erstellte Konzept hat nach seiner Verabschiedung durch den Rat der Stadt zu erheblichen Differenzen mit den Betreibern geführt. Insgesamt halten sie es für ungeeignet, ein funktionierendes UMTS-Netz zu realisieren.
Um das nova-Konzept mit der betreiberseitigen Mobilfunkkonzeption von unabhängiger Stelle prüfen zu lassen, wurde Anfang 2004 die Technologie-Transfer-Initiative an der Universität Stuttgart (TTI GmbH) – Hochfrequenzanwendungen (HFA) von T-Mobile und der Stadt Attendorn gemeinsam mit der Durchführung einer Studie beauftragt.
Nun liegt der Abschlussbericht der Technologie-Transfer-Initiative an der Universität Stuttgart vor.
In kurzen Worten zusammengefasst, kommt die Uni Stuttgart zu dem Ergebnis, dass eine den hohen qualitativen Anforderungen der Betreiber entsprechende Mobilfunkversorgung wohl nicht ohne innerstädtische Sendeanlagen auskommen kann. Die Studie sagt aber auch, dass es durchaus alternative Netzstrukturen geben kann, die mit weniger Basisstationen in den Wohngebieten auskommen.
In einem Wording von T-Mobile heißt es:
Die T-Mobile Deutschland GmbH möchte die Stadt Attendorn mit der neuen Mobilfunktechnologie UMTS versorgen. Aus diesem Grund haben wir eine gesamtheitliche Mobilfunkplanung erstellt, die ein qualitativ hochwertiges Mobilfunk- und Datennetz mit geringen Energieleistungen gewährleistet. Zu einer verantwortungsvollen Planung gehört ebenso, die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Attendorn sowie die Entwicklung der mobilen Datendienste zu berücksichtigen. Die Planungsdaten haben wir der Stadt auf Grundlage der kommunalen Selbstverpflichtung zugeleitet und gemeinsam diskutiert.
Im Rahmen dieses Prozesses haben wir uns kooperativ mit den Vorschlägen der Stadt Attendorn auseinandergesetzt und die verschiedenen Konzepte geprüft. Um eine fachlich unabhängige Meinung zu erhalten, wurde gemeinsam mit der Stadt das Institut für Hochfrequenztechnik der Universität Stuttgart beauftragt, die drei vorliegenden Mobilfunkkonzepte zu bewerten.
Die Uni Stuttgart kam durch deren Berechnungen zu dem Ergebnis, dass zum einen das Mobilfunkkonzept der T-Mobile die beste Funknetzqualität liefern würde, zum anderen aber auch Standorte aus dem modifizierten Konzept der Stadt Attendorn nutzbar sein könnten. Das Ursprungskonzept der Stadt Attendorn wurde von der Uni Stuttgart im Bericht aufgrund der zu erwartenden häufigen Gesprächsabbrüche und der geringen Datenqualität als ungeeignet bewertet.
Nachdem die Versorgung der Stadt durch außenliegende Standorte, gemessen an den gewünschten Qualitätskriterien an ein funktionierendes Mobilfunknetz, als nicht geeignet bewertet wurde, stehen nun zwei Konzeptionen zur Auswahl. Die Standortvorschläge der Stadt Attendorn werden derzeit in unserem Hause geprüft und es folgen weiterführende Planungsgespräche zwischen Stadt und Mobilfunkbetreiber.
Gemeinsames Ziel ist es, ein zukunftsorientiertes qualitativ hochwertiges Mobilfunk- und Datennetz der neusten Generation, unter Berücksichtigung der größtmöglichen Akzeptanz der Bürger zu realisieren. Dabei werden die Grundsätze der kommunalen Selbstverpflichtung der Mobilfunkbetreiber gelebt und örtliche Begebenheiten berücksichtigt.
Für Rückfragen: T-Mobile Deutschland GmbH – Norbert Minwegen – Sprecher Region West, Fon: 0221 951 91 503; Fax: 0221 951 91 509; Mobile: 0171 222 1448
Barthelstraße 75, 50823 Köln
Ansprechpartner bei der Stadt Attendorn für das Thema Mobilfunk ist Wolfgang Hilleke (Tel.: 02722/64-236), Rathaus, Kölner Straße 12, Zimmer 133 (E-Mail w_hilleke@rathaus.attendorn.de).
Eine ausführliche Zusammenfassung des Gutachtens der Uni Stuttgart können Sie sich hier herunterladen.
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